Diskussion zur Trommelgeschwindigkeit

Diskutiere Diskussion zur Trommelgeschwindigkeit im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Ich habe in den letzten Tagen einiges zur Trommelgeschwindkeit bei Trommelröstern gelesen. Interessant war, dass es hier je nach Quelle...

  1. #1 Grafikus, 04.11.2016
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    Ich habe in den letzten Tagen einiges zur Trommelgeschwindkeit bei Trommelröstern gelesen. Interessant war, dass es hier je nach Quelle unterschiedliche Ansichten gibt. Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

    Ausgehend davon dass alles im Bereich von 65 bis 70 als "normal" angesehen wird, gibt es unterschiedliche Meinungen dazu, ob bei kleinen oder großen Batches die Geschwindigkeit erhöht werden muss.
     
  2. #2 be.an.animal, 05.11.2016
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    @Grafikus : Du spricht gerade mein Klugscheißer-Gen an.
    Bevor es um den Kür-Bereich wie Batchgröße geht, ist nicht nur beim Bund die richtige Einheit interessant.
    Ich nehme an du meinst U/min und nicht km/h.

    Da sind wir dann auch gleich bei dem wichtigen Punkt. Nach meinem Verständnis ist es nur bedingt die Drehzahl, sondern mehr die Umfangsgeschwindigkeit limitierend, damit die Bohnen zum einen nicht beschädigt werden, und zum anderen nicht per Fliehkraft im Schleudergang an der Trommel hängen und per Kontakthitze verbrennen. (Beide Grlößen hängen natürlich zusammen).

    Bei einem großen Batch ändert sich dabei auch der wirksame Radius und damit die Geschwindigkeit, gegenüber einer nur dünnen Lage Bohnen in der Trommel.
    Das gleiche gilt wenn die Bohnen beim Rösten größer werden. Auch da gibt es Ansätze gegen Ende die Drehzahl zu ändern, damit das Verhältnis von Kontaktzeit zu Freifallzeit so bleibt wie am Anfang.
    peter
     
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  3. Ole

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    Über das Thema habe ich mal kurz nachgedacht, sehe aber nicht, das es zwischen den Extremen einen großen Einfluss gibt.
    Die Bohnen sollten halt, wie Peter schon schrieb, nicht von der Fliehkraft dauerhaft an die Trommel gerdückt werden, sondern noch frei fallen können und die Kontaktzeit mit der Trommel sollte nicht übermäßig lang sein, damit alle Bohnen gleichmäßig aufgeheizt werden.
    Beim Kontakt mit der Trommel heizen die Bohnen kurzeitig mal sehr einseitig auf (Kontaktzeit bei 60U/min überschlägig ca. 1/3 Sekunde) allerdings verteilt sich diese Wärme auch wieder schnell wieder zwischen den Bohnen.
    Bei sehr kleinen Batchgrößen ist die Kontaktzeit im Verhältnis zur Restzeit etwas höher, daher würde ich sagen, dass man bei kleinen Batchgrößen tendenziell etwas höhere Drehzahlen einstellen sollte aber das hälte ich für eine eher akademische Diskussion.
    Ich habe beim Bullet die Drehzahl auf 5 (ca. 65U/min) eingestellt und wenn ich unter 400g röste stelle ich sie auf max. (ca. 77U/min). Hauptsächlich, damit der Temperatursensor besser von der Bohnenmasse umgeben wird.
    Fertig.

    Grüße
    Ole
     
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  4. #4 gunnar0815, 10.11.2016
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    Das hab ich mich auch schon gefragt ob man eine Trommelgeschwindigkeitseinstellung überhaupt braucht.
    Das wäre eventuell ein kleiner Grund.

    Gunnar
     
  5. helges

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    Ich hab mir mal die ganzen Videos von "Mill City Roasters" angesehen, der Chef erklaert irgendwann mal, dass er am Ende des Roestens die Flamme ausmacht, die Trommelgeschwindigkeit erhoeht und das noch so laufen laesst, irgendein Grund stand auch dahinter, weiss nur nicht welcher, natuerlich auch nicht mehr, welches Video das war.

    Die haben auch ein paar "strange" Methoden am Start, wer suchen will:
    https://www.youtube.com/channel/UCfpTQQtvqLhHG_GWhk3Xp4A/videos

     
  6. #6 Grafikus, 14.11.2016
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    hehe, da kommst du mir nun zuvor @helges ;-) ich bin momentan auch am Material sammeln u.a. von den dem etwas mürrischen Chef der Mill City Roasters.

    Ich habe das Thema nicht vergessen, möchte aber nur ungerne Halbwahrheiten im Forum verbreiten ;-)
     
  7. #7 gunnar0815, 14.11.2016
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    Konnte sein um die letzte Phase zu ziehen so besser den Punkt zu treffen und zu verhindern das der Röster sich zu stark aufwärmt für die nächste Röstung.

    Gunnar
     
  8. helges

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    Noenoe, es ging um die Bohnenentwicklung, irgendwelche Oele sollten sich umwandeln, weiss der Teufel. Ich zapp das nochmal durch.

    Edith: ab Minute 11 im obigen Video, er kuehlt die Bohnen im Roester und wandelt da irgendwie "manufacturing oils" in "coffee oils" um und/oder umgekehrt. Muss mir das nochmal genau ansehen, hab aber gerade keine Lust und seine Vortragsweise reisst einem im mueden Zustand unmittelbar in den Schlaf.
     
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  9. Einar

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    Für uns als Röster hängt die Trommelgeschwingkeit mehrheitlich von der Batchgröße ab - Verhätnis von konvektion/konduktion. Wir gehen dabei immer von der maximalen Batchgröße des Rösters aus - Wir nutzten immer max. 75-80% der maximalen Batchgröße. Z.B. 15kg Röster = ca. 12kg Rohbohnen. Dabei nutzen wir dann die Standard Trommelgeschwingkeit. Bei kleinen batches z.B. 7kg, reduzieren wir die Trommelgeschwingkeit proportunal. So das wir wieder das gleiche Verhältnis von konvektion/konduktion haben. Alternativ lässt sich auch die Entwicklungszeit verlängern und damit einhergehend die Bohnen Endtemperatur.
     
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  10. #10 gunnar0815, 01.12.2016
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    Das ist doch mal eine Aussage.
    Also bei 7 kg dann ca. 55 % Trommelgeschwindigkeit oder wie soll ich Proportional verstehen?
    Blöde Frage wie sieh es mit dem Gas aus wie reduziert ihr das von 12 KG auf 7 KG?
    Bin bei meinem 1-1,5 KG Röster auch gerade auf der Suche wie ich kleiner Menge damit Rösten kann.
    Luft lasst ihr bei 12 KG oder 7 KG gleich oder ändert ihr da auch was?

    Gunnar
     
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  11. Einar

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    Da unsere Maschine mit Hz einzustellen ist (trommelgeschwindigkeit und Abluft) lösen wir das im Dreisatz und kommen dann bei 7kg auf 52 Umdrehungen (umgerechnet). Standarddrehzahl ist 65 U/m. Aber um ehrlich zu sein würde ich die Trommelgeschwindigkeit als die Möglichkeit mit den kleinsten Auswirkungen betrachten. Alternativ kannst Du eher die Phase 2 und 3 verlängern und kommst zum gleichen/sehr ähnlichen Ergebnis. (Kräftigerer Kaffee im Geschmack). Zum Thema Gaseinstellung: Da wir eine Gibli R 15 haben, kann ich zu Thema nichts sagen - wir arbeiten nur mit Gas an und Gas aus. Aber grundsätzlich geben wir schon weniger Hitze in die Trommel, wir folgen dabei dem definierten Röstprofil welches wir mit Artisan aufgezeichnet haben. Ich hoffe das mach es transparenter
     
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  12. #12 be.an.animal, 02.12.2016
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    Hallo @Einar , wenn ihr dass so macht, dann hat sich das bestimmt bewährt.
    Ich hätte es gefühlsmäßig zumindest bei sehr kleinen Chargen genau anders herum probiert :eek:, was ich bis jetzt noch nicht kann. Die Idee dabei wäre, dass bei sehr kleinen Chargen ein größerer Anteil der Bohnen direkt an der Trommelwand anliegen und damit schnell per Wärmeleitung aufheizen.
    Die Lösung um die beiden Denkweisen zusammenzubringen vermute ich bei der Temperatur indem die Trommel bei kleinen Chargen nicht ganz so stark gegeheizt wird. Deshalb die Frage:
    Heißt das, dass ihr eigentlich genau die gleiche Artisankurve fahrt, egal ob 80% oder 40% der Nennkapazität, und weniger Gas ergibt sich einfach durch die Steuerung, weil weniger Bohnen weniger Hitze brauchen?
    Ich hätte eine niedrigere Einwurftemperatur erwartet (so wie ich das beim Huky mache)
    peter
     
  13. #13 gunnar0815, 02.12.2016
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    Das wären dann mir dem Dreisatz 52/65x100 = x% also 80% von der maximalen Geschwindigkeit.:)
    Danke
    Wie der Gibli R15 hat keine Gasventil zum Gasdruck reduzieren?
    Was macht ihr mit der Abluft? Mehr oder weniger oder gleich und wie viel HZ gegenüber der 80 % Füllung?
    Gunnar
     
  14. Einar

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    Gunnar, erstmal hast du natürlich recht, wir reduzieren die Einwurftemperatur.. Die Abluft verändern wir nicht!
    Nein die Gibli fährt immer mit der optimalen Gasflamme, ist eine andere Philosopie als bei Probat, Giessen.... aber funktioniert prima. Vor allem im Espresso Bereich
    ergibt sich in Verbindung mit der Thermodynaschen Trommel mehr Flexibilität :).
     
  15. #15 gunnar0815, 03.12.2016
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    Die Einwurftemperatur ergibt sich bei mir aus Röstung davor. da möchte ich keine Wartezeiten für die Abkühlung haben.
    O.K. ihr schaltet die Flamme wohl so wie so recht oft ein/aus dann macht das auch nichts mehr.
    Bei mir läuft der Brenner durch. (wohl wie bei Probat und Giesen)
    Eine Optimale Gasflamme hat den Vorteil einer optimalen Verbrennung. Ist so mit am Energiesparendsten.
    Mein Röster hat noch nicht mal eine Pilotflamme weswegen das an/aus schalten weg fällt. (vielleicht sollte ich mal eine nachrüsten)
    Beschrieb doch noch mal genau eine Röstung mit 12 KG und eine mit 7 KG mit dem gleichen Kaffee der dann ziemlich ähnlich schmeckt.
    Bzw. wie du die Anfangstemperatur änderst.

    Danke

    Gunnar
     
  16. Einar

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    Wenn wir mit reduzierter Trommelgeschwindigkeit rösten ist das Tassen-Profil sehr ähnlich - ausser der Einfülltemperatur nutzen wir dann das gleiche Profil. Der mit 12kg hat aber tendenziell etwas mehr Körper.
    Ich hoffe das ist so nachvollziehbar für Dich. Wir haben nämlich heute keine 7kg Profile mehr, das war mehr beim Start unserer Rösterei.
     
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  17. #17 be.an.animal, 03.12.2016
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    Kannst du nochmal kurz schreiben, was eine "thermodynamische Trommel ist ? Klingt interessant, schon mal gelsen, finde ich aber nirgends erklärt.
    Danke, peter
     
  18. #18 cafesolo, 03.12.2016
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    Auf der Seite des Herstellers steht folgendes :
    The most advanced drum available in today’s industry. Built from two layers of mild steel with a middle layer of pure copper, it has extremely high thermal absorption and heat conduction characteristics. In contrast to standard drums in which roasting is performed by direct, limited contact between the beans and the drum. The Thermodynamic Drum exhibits a unique scheme of sophisticated heat conduction applied to a wider contact surface between beans and drum. Heat is transferred via the copper layer creating a 1.4 mm gap between the heat and the beans, removing any risk of burn marks. This drum excels in producing an evenly roasted batch of superb beans, allowing a higher range of temperature operation, and writes its own new language in thermal dialog – just imagine, reflected heat conduction.

    Gruß uwe
     
  19. #19 be.an.animal, 04.12.2016
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    Klingt auf jeden Fall schon mal sehr gut :cool:, auch wenn ich so meine Vorstellungsprobleme habe. Besonders mit dem 1,4mm Spalt - ob der zwischen den unterschiedlichen Trommel-Materialien ist, oder die Bohnen irgendwie auf Abstand zur inneren Stahloberfläche gehalten werden.

    Auf jeden Fall hat eine dicke Trommel mehr thermische Speicherkapazität und "einfacher Stahl" (nicht rostfrei) hat eine deutlich höhere Wärmeleitung als Edelstahl und gibt viel, viel mehr Energie per Strahlungswärme ab. (so grob Faktor 10, mit starken Streuungen).
    Da erwarte ich generell, dass mit niedrigeren Einfülltemperaturen und vielleicht auch insgesamt mit niedrigeren Trommeltemperaturen gefahren werden kann. Das kann sich bestimmt auch irgendwie auf den Geschmack auswirken.
    Oder man hat eben eine höhere nutzbare Füllmenge für die gleich große Trommel.
    VG peter
     
  20. Einar

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    Hallo Peter,
    so verhält es sich bei uns, wir ändern die Einwurftemperatur und fahren dann dem Bohnentemp. graphen nach
     
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