ECM Technika V Profi PID - wenig Dampf

Diskutiere ECM Technika V Profi PID - wenig Dampf im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo ihr Lieben, vor vielen Jahren habt ihr mir schonmal weitergeholfen als ich meinen Quickmill-Thermoblock mit Expansionsventil ausgestattet...

  1. #1 molefrog, 03.04.2024
    molefrog

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    Hallo ihr Lieben,

    vor vielen Jahren habt ihr mir schonmal weitergeholfen als ich meinen Quickmill-Thermoblock mit Expansionsventil ausgestattet habe. Vor zwei Jahren bin ich dann auf eine ECM Technika V mit PID umgestiegen. Die Maschine habe ich gebraucht für 1400€ gekauft. Sie ist aus 2019 und anhand eines Blicks auf die sichtbaren Bauteile, in die Brühgrüppe und auf die Funktionsweise/Geräusche in einem prima Zustand. Ich habe jetzt also knapp zwei Jahre nix mit ihr gemacht, außer Kaffee :)

    Vor ein paar Wochen hat mich dann die zunehmend schwergängige Brühgruppe genervt und ich habe kurzerhand ein Revisionskit und Fett für die E61 bestellt und was soll ich sagen: Ich hatte große Freude beim Schrauben und die Arbeit hat sich total gelohnt, denn es ist alles wieder wunderbar sauber und leichtgängig. Das war für mich das erste Mal, dass ich an der Maschine was gemacht habe. Die Doku im Netz ist für solche Vorhaben natürlich ein absoluter Traum, sodass alles sehr reibungslos lief, weil ich mich gut vorbereiten konnte.

    Sorry für das Vorwort, nun zum Problem: Gefühlt wird der Dampf wöchentlich bzw. schleichend langsam immer schwächer, sodass das Milchschäumen müßig wird. Es ist aber noch möglich, dauert halt nur recht lang.
    Ich habe herumgegoggelt, youtube geschaut und mich insbesondere hier und hier eingelesen. Dabei habe ich gelernt, dass es für diese Symptome nicht "den einen Klassiker" zu geben scheint, sondern dass es tausend Gründe für das Problem geben kann. Diese reichen von "Dichtungsrest steckt in Dampflanze fest" bist "Kessel überfüllt, weil Füllstandssonde verkalkt".
    Habe mich deshalb dafür entschieden von der Dampfdüse nach oben in Richtung Kessel zu arbeiten, weil die technische Komplexität/Zeitaufwand in Richtung Kessel zu steigen scheint ;)
    Dafür habe ich bei avola anhand der Explosionszeichnung (s. Anhang) einfach mal alle Dichtungen + Ventil auf Verdacht bestellt. Naja, fast alle, die olle Kegeldichtung Nr. 15 hab ich vergessen. Also toitoitoi.
    [​IMG]
    Auf den Manometern sieht erstmal alles unauffällig aus und ich habe "normalen" Kesseldruck von etwas über 1bar bei 120 Grad. Der fällt beim Start des Dampfbezugs auf 0,7/0,8 bar ab und steigt dann währenddessen wieder.
    Zum Kalkzustand: Ich habe bisher nicht entkalkt und benutze ne Brita-Filterkanne deren Kartusche ich alle vier Wochen wechsle. Beim Öffnen der Brühgruppe (insb. am Zulauf in die Gruppe aus dem Kessel) war alles erstaunlich sauber und ich konnte keine Kalkrückstände erkennen. Auch im Sieb des Heißwasser-Auslaufs habe ich bisher nix gefunden. Die Maschine wird auch schnell heiß und ich würde aktuell sagen, dass die Maschine nicht besonders verkalkt ist. In Kessel oder Rohr habe ich bisher nicht geguckt, sodass wie Aussage natürlich ein Stück weit vage ist.

    Optisch kann ich keine Undichtigkeiten feststellen (Überwurfmutter, Kippventilhebel) oder hören. Es tropft auch nicht aus dem Dampfhahn. Die Löcher der Düse unten sind frei und von innen ist die Düse sauber.
    Das ist soweit der Stand der Dinge.
    Mein Plan sieht also so aus:

    • Dampflanze demontieren und auf Durchgängigkeit prüfen, alle Dichtungen tauschen und wieder montieren
    • Hebel und äußeren Teil des Ventils bis zur Feder demontieren, Sichtprüfung, Dichtungen tauschen und wieder montieren
    • Testen ob Problem gelöst
    • Anschließend ggf. abkühlen und den Teil vom Ventil selbst (Nr. 10) bis zur Verschraubung am Kessel demontieren, reinigen, Dichtungen tauschen und wieder montieren
    • Anschließend wäre ich erstmal mit meinem Latein am Ende.
    Ein paar Fragen bleiben, bei denen ich eure Hilfe brauche:
    • Gibt es bei der Demontage der Dampflanze etwas Grundsätzliches zu beachten? Irgendwas das ich tun/nicht tun sollte? Ja, ich mache das selbstverständlich im abgekühlten Zustand.
    • Wo muss ich zusätzliche Mittel zum Abdichten verwenden?
    • Ich verstehe die Explosionszeichnung so, dass ich an die Teile bis zur äußeren Feder (Nr. 9) von außen drankomme und für den Rest den Deckel abmachen und die Verschraubung des vom Kessel kommenden Kupferrohres lösen muss, richtig?
    • Würdet ihr inneren und äußeren Teil direkt in einem Schritt zerlegen und alles erneuern oder erstmal nur den -einfacher zugänglichen- äußeren Teil des Kippventils und dann schauen, ob das Problem schon gelöst ist?
    • Mangels Vorerfahrung: Ich würde die Gummidichtungen mit etwas Fett und die Teflondichtungen trocken einsetzen, richtig?
    • Ich habe Sorge, dass ich die Verschraubung des Kupferrohrs am Kessel bzw. vom Kessel zum Ventil ggf. nicht sofort dicht bekomme. Teflonband habe ich hier. Das Loxeal, auf das hier viele schwören, allerdings nicht. Begründete Sorge? :)

    Bitte entschuldigt den vielen Text, aber ich dachte ein bisschen Kontext hilft vielleicht. Und ich dachte, wenn ich mir ein bisschen Mühe gebe, dann tut ihr es vielleicht auch.

    Danke vorab für eure Gedanken <3
    moritz
     

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  2. #2 Gandalph, 03.04.2024
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    - darauf achten, nichts zu verkratzen! passenden Schlüssel ( Zangenschlüssel, Franzose, Unterlage oder Schonbacken ).

    - gesondert gedichtet ist nur der Anschluss zum Ventilkörper hin - hinten, das Rohr zum Kessel, ist metallisch mit einem Nippel gedichtet.

    - vorne bis zur Nr.9 ist nur die Mechanik, die das Ventil öffnet. Da denke ich weniger an ein Problem. Um an das eigentliche Ventil zu kommen, muss der Ventilkörper abgeschraubt werden.

    - ich würde den Ventilkörper komplett abschrauben - also innen das Dampfrohr lösen, die Mutter innen am Anschluss abschrauben, dann sollte das Ventil samt Ventilanschluss nach vorne weggehen. Nun kannst du das Ventil zerlegen, kommst an alle relevanten Teile, und kannst auch auf Kalkprobleme kontrollieren. ( - gerne verkalkt der Ausgang am Kessel )

    - ja, passt, wenn du Silikonfett meinst.

    - Dichtmittel ist hier nicht erforderlich, da metallisch gedichtet - siehe Dampfrohr! Das wird normalerweise immer dicht, je nach Anzugskraft. In selten Fällen führt hier Undichtigkeit zu Problemen - beschädigter oder ausgemergelter Dichtpilz!

    lg ...
     
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  3. #3 molefrog, 03.04.2024
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    Wow, danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
    Silikonfett ist selbstverständlich am Start und die gute Chromzange freut sich auch bereits darauf mal wieder genutzt zu werden.
    Die Ersatzteile kommen wohl Ende der Woche. Ich werde berichten :)
    Tausend Dank vorab!
     
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  4. molefrog

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    Ich konnte das Problem mit eurer Hilfe erfolgreich lösen, tausend Dank dafür. Hat in der Retrospektive auch viel Freude gemacht, es gab aber Hochs und Tiefs ;)

    Das Abbauen des Ventilkörpers ist ein bisschen fummelig, wenn man so faul ist wie ich und nicht das Gehäuse abnehmen will.
    Die Schraubverbindungen waren bei mir alle bösartig fest. Meine Fresse, ich habe zwischendurch fast aufgegeben. Die Überwurfmutter vorne habe ich mit nem 30cm langen Maulschlüssel und Zange so gerade im vierten Anlauf aufbekommen.

    Habe außerdem etwas gebraucht um zu checken, dass der Dampfanschluss (Nr. 22) von hinten ne Inbus-Aufnahme hat. 6mm falls das jemanden interessiert. Ich war gedanklich schon aufm Weg in den Baumarkt, um den zweite Mutter zum Kontern zu besorgen. Aber auch diese Schraubverbindung… no fucking way ohne Schraubstock und ordentlich Gewalt.

    Problem scheint das Ventil selbst (Nr. 10) gewesen zu sein.

    Ich hätte abschließend noch zwei Fragen, falls jemand sein Wissen teilen mag:

    1. Im Bereich des defekten Ventils bzw. der Feder waren beide ordentlich lila/violett angelaufen. Was ist das und warum ist das so?
    2. Das Anti-Vakuum-Ventil zischt im aufgeheizten Zustand leise und munter vor sich hin. Drehe ich das raus, indem ich den oberen Teil packe und drehe oder muss ich den unteren Teil erwischen? Oder beides nacheinander? Anschließend das Neue mit 2-3 Runden Teflonband einschrauben?

    Danke vorab,
    moritz
     
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  5. Gandalph

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    - schön, dass das Dampfen wieder klappt. Evtl. wurde Kleber beim Zusammenbau benutzt, wenn das so fest war.
    zu1 ) - vielleicht wegen der Hitze, aber ich habe keine Ahnung. Bilder wären hilfreich.
    zu2 ) - wenn du das Ventil wechseln willst, dann den unteren Teil und das gesamte Ventil rausschrauben. Am oberen Teil kann man das Ventil aufmachen und Überholen/Dichtung kontrollieren, aber dazu sollte man den unteren Teil gegenhalten, dass der sich nicht lockert.

    lg ...
     
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  6. Espressojung

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    Ich baue immer das gesamte Gehäuse ab, da sonst die Gefahr besteht die SW17 Mutter beschädigt wird,
    weil man den Schlüssel sonst nicht richtig ansetzen kann. (Ist 5min. mehr Arbeit).
     
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ECM Technika V Profi PID - wenig Dampf

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