Eine BZ 10 und schleichend schlechter werdender Espresso

Diskutiere Eine BZ 10 und schleichend schlechter werdender Espresso im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Servus zusammen, ich habe seit ca. 4,5 Jahren eine BZ10 in Gebrauch. Ich bemerke schon seit ca. 2 Jahren schleichend, dass ich mich immer mehr...

  1. #1 Crossdrop, 03.09.2019
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    Servus zusammen,

    ich habe seit ca. 4,5 Jahren eine BZ10 in Gebrauch. Ich bemerke schon seit ca. 2 Jahren schleichend, dass ich mich immer mehr anstrengen muss, einen leckeren Espresso heraus zu bekommen. Viele Espressi (ganz verschiedenen Bohnen) haben einen muffigen Geschmack...ich konnte das ausgleichen, in dem ich langsam immer weiter den Kesseldruck erhöht habe (geht jetzt hoch auf knapp über 1,5 bar wenn die Heizung anspringt), und in dem ich den Kaffee kürzer habe laufen lassen. Aber so langsam kommt der Punkt, an dem ich mir denke, dass irgendwas getan werden muss.

    Ich habe keine Ahnung wo der muffige Geschmack herkommt. Allerdings geht der weg, wenn ich den Kaffee heißer bzw. kürzer mache. Das klingt natürlich nach Unterextraktion, aber obs wirklich "sauer" ist...ich weiß nicht...

    Ich habe mal versucht, die Temperatur an der Dusche zu messen. Das ist gar nicht leicht, da das Wasser sich ja quer übers Sieb verteilt...daher hab ich dann den Auslauf des gut aufgeheizten Siebträgers genommen. Maximal 96 °C, wird dann schnell kühler, während es durchläuft.

    Der letzte Shot hatte 16 g Pulver, und in 25 Sekunden (ich zähle ab dem Zeitpunkt, wo das Pumpengeräusch leiser wird, also wo sich der Druck aufbaut) sind nur 42 g Espresso durchgelaufen.

    Eigentlich spricht ja vieles für eine Überextraktion, aber ich kann nur sagen: Wenn ich den Kaffee noch kürzer mache, schmeckt er irgendwann wieder. Dann kommen auch unterschiede zwischen den einzelnen Röstungen raus. Wenn er so läuft wie jetzt, hat jeder Espresso die gleiche muffige Note.

    Bis ich eben die Temperatur gemessen habe, hätte ich eher gedacht, dass evtl das Wasser wegen Verkalkung (obwohl wir in Bayreuth recht weiches Wasser haben) langsam kälter wird. Aber 96 °C klingen ja nicht nach zu kalt. Mit Kaffeefettlöser wird regelmäßig (vllt etwas seltener als man sollte) gereinigt, ca. alle 1 - 2 kg.

    Ich würde mich freue, wenn jemand einen Tipp hätte, wie ich die Maschine wieder auf Vordermann bringen kann!

    Viele Grüße,
    Felix
     
  2. ingokl

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    Spülst du mit dem Kaffeefettlöser nur zurück oder baust du bei der Gelegenheit auch ab und zu das Brühlgruppensieb zur Reinigung aus?
     
  3. #3 furkist, 03.09.2019
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    Nun ja. Der kommt von altem Muff. Wie schon @ingokl sagt: die Maschine braucht eine gründliche Reinigung. Hier: Reinigung der Brühgruppe. Komplett. Sieb runter - und du wirst sehen, wo der Muff wohnt.
     
  4. #4 Crossdrop, 03.09.2019
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    Ich würde ja tatsächlich viel auf eine schlecht gereinigte Maschine schieben. Was mich halt nur stutzig macht, dass es besser wird, wenn der Kaffee kürzer und heißer wird (also mehr, als ihm bei der neuen maschine zuträglich war). Hohe Temperatur + kurzer Espresso gibt im Moment einen recht guten Geschmack. Das ist doch auch komisch! 42 g Bezug für einen doppelten Espresso sind doch schon echt kurz. Und noch kürzer ist es okay.

    Ich bin auch gerade nochmal dabei die Brühgruppe komplett zu reinigen. Natürlich ist sie auch dort überall verdreckt. Anbei noch ein Bild vom Übergang vom HX in die Brühgruppe. Da wohnt auch Zeugs...

    Ich schaue mir das morgen nochmal an. Bleibt trotzdem die Frage, ob nicht eventuell Kalk das übrige für das Dilemma tut.
     

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  5. #5 Kofeinator, 03.09.2019
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    Du schreibst von 16gr Pulver auf 'nur' 42gr Espresso - das ist schon weit über dem, was die meisten hier empfehlen: 16gr Pulver ergeben eher 32gr Getränk. Das wird möglicherweise unter 20 Sekunden Bezugszeit laufen, empfehlenswert wäre also gleichzeitig ein feinerer Mahlgrad. Bitte beachten: Eine Ferndiagnose ist immer auch ein bisschen Glücksspiel!
     
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  6. #6 Crossdrop, 03.09.2019
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    Ich dachte, ein einzelner Espresso sollte ca. 25 mL Getränk ergeben? Dementsprechend ein doppelter ca. 50 mL...

    Wie dem auch sei: Ich habe gerade mal eine Leerprobe gezogen.

    Heißes Wasser aus dem Siebträger: Läuft klar in die Tasse, hat aber einen leicht muffigen, auch etwas mineralischen Ton.
    Heißes Wasser aus dem Wasserkocher: Wie zu erwarten absolut neutral.
    Heißes Wasser aus der Heißwasserentnahme: Bäh, was ist das denn? Das hat nun tatsächlich den Ton, den ich von sehr kalkhaltigem Wasser kenne, z.B. aus Tee - meine Freundin hat in Nürnberg gewohnt und jetzt in Würzburg, da weiß jeder, was ich meine.

    Jetzt bleiben die Fragen: Warum schmeckt es aus der Heißwasserentnahme so viel schlechter? Die benutze ich doch eigentlich nie! (Oder ist das auch schon der Grund?)
    Und: Ist das vielleicht doch eher die Lösung des Rätsels? Und wenn ja: Entkalken per Durchlauf oder lieber mittels Aufschrauben und Ausbauen? Aufgrund der langen Standzeit würde ich ja zu letzterem tendieren...

    Mich würde aber auch mal interessieren, wie an Maschinen mit gutem Kaffee das heiße Wasser aus den jeweiligen Quellen schmeckt...
     
  7. cbr-ps

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    Ja, das ist nachvollziehbar. Wenn das Wasser ewig im Kessel steht, wird es nicht besser. Das Espressowasser kommt dagegen immer rel. frisch durch den Wärmetauscher.
    Ich würde nach der Zeit auch dazu neigen, zu zerlegen und einmal gründlich zu entkalken.
     
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  8. #8 Crossdrop, 03.09.2019
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    Okay, verstehe ich. Heißt aber durchaus, dass ich etwas gegen den Muff im Kessel (und evtl den Leitungen?) tun sollte, oder?
     
  9. #9 cbr-ps, 03.09.2019
    Zuletzt bearbeitet: 03.09.2019
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    Ich würde es gelegentlich mal austauschen. Ich nutze es regelmässig zum Tassen heizen und spülen und nach dem Urlaub beziehe ich einmal viel Wasser aus dem Kessel, um es soweit wie möglich komplett zu erneuern. Damit wird das Wasser im Kessel nicht zu alt.
     
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  10. #10 furkist, 03.09.2019
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    ..ich weiß ja auch nicht, wie du deine Maschine wartest. Da gabs hier schon was zu lesen von Algen im Wassertank und so.

    Vorschlag: Wassertank reinigen, frisches Wasser rein, durchlaufen lassen. Nochmal frisches Wasser rein: wie schmeckt das Wasser dann - aus der Brühgruppe (ohne Pulver) , aus der Wasserdüse ?
     
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  11. #11 Crossdrop, 03.09.2019
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    Gerade den Tank gereinigt, frisches Wasser rein, dann den Kessel entleert (Maschine ausschalten, Heißwasserentnahme bis nix mehr kommt öffnen), Maschine eingeschaltet, nchmal den Kessel geleert. Neuer versuch Leerbezug (nachdem ich vorher noch etwas habe rauslaufen lassen): Es schmeckt wie vorher. Aus der Brühgruppe hat es einen leichten Muffton, aus dem Kessel ist es bäh.
     
  12. #12 Cappu_Tom, 03.09.2019
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    Hygiene vom Tank bis zum ST und regelmäßiges 'Water-Cupping' - da sollte es dann kaum Überraschungen geben.
    Wie du selbst erfahren hast: schleichende Veränderungen sind schwer festzumachen.
    Bei einem unmittelbaren Wasservergleich, wie in #6 gemacht, fallen auch schon kleinere Veränderungen auf.

    edit: du warst schneller ;) Ich habe keine eigenhändige Erfahrung mit der BZ10, vielleicht doch mal gründlicher servieren?
     
  13. #13 Crossdrop, 03.09.2019
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    Habe nochmal (wieder und wieder) rückgespült. Zuerst mehrfach mit frischem Kaffeefettlöser, dann mit reinem Wasser. Was auffällt: Egal wie oft, das Wasser im Blindsieb behält eine leicht bräunliche Färbung und es finde sich Krümel darin - wo auch immer die herkommen. Siehe Bild.
     

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  14. #14 furkist, 03.09.2019
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    Ok, dann hast du diese Möglichkeit geklärt: am Tank und am Wasser liegt es nicht - dann wird der Muff wohl im Kessel sein.

    Da müssen jetzt die BZ10 Spezialisten ran: ich würde sagen, Kessel entkalken / reinigen, und wie, das wissen die ...

    Seltsam ist allerdings der Unterschied zwischen Brühguppe (muff) und Kessel (bäh) ... oder deutet das noch mehr auf den Kessel hin. Und auf dem Weg durch die Brühgruppe wird noch ein anderes "Aroma" dazugefügt, sodaß es nun "muff" schmeckt...

    Wirst wohl um eine gründliche Entkalkung und Reinigung nicht drum rum kommen. Nach guten vier Jahren ist das glaub ich auch ok.
     
  15. #15 Cappu_Tom, 03.09.2019
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    Das 'ruft' aber schon deutlich nach einer gründlichen Reinigung der Brühgruppe?
    Rückspülen wirkt begrenzt, hilft eher laufende Ablagerungen zu verlangsamen als alte zu beseitigen.

    Sieh das Ganze positiv: deine Geschmackswahrnehmung ist noch in Ordnung! ;)
     
  16. #16 Crossdrop, 03.09.2019
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    Komisch aber, dass das Bäh aus dem Kessel so viel krasser ist als der Muff aus der Brühgruppe....

    Ja, mit Sicherheit. Bleibt die Frage, wie die zu bewerkstelligen ist. Ich habe ja eben schon den schweren Ring an der Brühgruppe abgemacht, die Dichtung entfernt, das Ding in Kaffeefettlöser engeweicht...das sieht auch wieder ganz gut aus. Nur direkt unter dem Dichtungsring ist ein wenig schwarzer Rand geblieben, aber da sollte ja eh nix hinkommen beim Bezug. Bleiben die ganzen Verbindungen im Innern.

    Wie man das Gerät aufschraubt, sieht man ja hier:

    https://www.google.com/url?sa=t&rct...07287800.pdf&usg=AOvVaw2M4tU4OqKRqj66bFEqbfXy

    Gründliche Reinigung heißt: Kessel und alle Verbindungsrohre ab und gründlichen ausspülen mit Entkalker und Kaffeefettlöser (letzteres, so sie mit dem Wasser aus der Brühgruppe in Verbindung kommen...)?
     
  17. #17 furkist, 03.09.2019
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    ..ja, du kannst auch schrittweise vorgehen. Allerdings : woher kommt der Geschack aus dem "Wasserhahn" ? Nicht aus der Brühgruppe..

    Also werden wohl Kessel und Brühgruppe fällig sein, ist doch auch besser, wenn du alles mal gründlich machst. Dann ist wieder vier Jahre Ruhe ...
     
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  18. NiTo

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    Bitte nicht ml mit g verwechseln. Das Volumen kann, je nach Menge der Crema, bei gleichem Gewicht äußerst unterschiedlich sein.
     
  19. #19 Crossdrop, 04.09.2019
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    Jetzt muss ich gestehen: Nach der Reinigung der Brühgruppe gestern ist es heute früh deutlich besser geworden. Trotz etwas zurückgedrehter Temperatur ein deutlich besserer Kaffee. Das hatte ich vom letzten Mal gar nicht als so ausschlaggebend in Erinnerung. Allerdings denke ich zeigt das Geschmacksbild des Wassers, dass eine eingehende Reinigung doch mal nötig ist!
     
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