Einsteigermaschine für geringe Benutzung

Diskutiere Einsteigermaschine für geringe Benutzung im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo, bislang bereite ich daheim lediglich Kaffee per Aeorpress und E-Herdkännchen, gelegentlich (v. a. bei Besuch) auch per Handfilter, Cold...

  1. jack08

    jack08 Mitglied

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    Hallo,

    bislang bereite ich daheim lediglich Kaffee per Aeorpress und E-Herdkännchen, gelegentlich (v. a. bei Besuch) auch per Handfilter, Cold Brew oder Frenchpress zu, im Büro ausschließlich per Aeorpress. Ich trinke jedoch sehr gerne Espresso und spiele daher mit dem Gedanken, mir zu Weihnachten eine Siebträgermaschine zuzulegen. Allerdings würde ich i. d. R. nur ein bis zwei doppelte Espressi täglich beziehen, lediglich wochenends oder bei Besuch auch mal mehr. Derzeit habe ich neben einer Solis Scala zuhause noch eine Graef CM800 im Büro (für Aeropress nicht optimal, habe ich aber extrem günstig erstanden), die ich - zumindest für den Einstieg in die Siebträgerwelt - verwenden könnte. Als platzsparende(!) und günstige Einsteigermaschine schwebt mir die Quickmill 0820 vor (evtl. auch die Gaggia New Classic, die aber den Wassertank hinten hat).

    Meine Frage (abseits der finanziellen "Sinnhaftigkeit") ist, ob rein technisch etwas dagegen spräche, grundsätzlich eine Siebträgermaschine bzw. eine der beiden genannten Maschinen, für so geringe Benutzung anzuschaffen (abgestandenes Wasser, vermutlich schwieriges Single Dosing mit der CM800 o. ä.)?
     
  2. Eric00

    Eric00 Mitglied

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    Thermoblocks sind ideal für geringe Nutzung, da kein stehendes Wasser im Boiler - wenn dir die QM 0820 gefällt, ist die in meinen Augen optimal. Möchtest du Single Dosing in vertretbarem Preisrahmen, würde ich eine Handmühle vorschlagen, bzw wie stehst du zum Kurbeln? Alternativ kriegst du elektrisch zb preisgünstig eine Demoka mit Totraumverringerung auf ~1g Totraum, willst du mehr ausgeben bietet sich zb eine Sette 270 an. Wie viel Budget möchtest du ausgeben?
     
  3. #3 Kaffee_Eumel, 31.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2021
    Kaffee_Eumel

    Kaffee_Eumel Mitglied

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    QM 0820 und Konsorten (3000, Evo, Ascaso Dream...) sind dafür wie geschaffen. Wird der Tank geleert, steht da auch kein Wasser. Deine Mühlen sind aber eher suboptimal und verkomplizieren gute Bezüge. Bei sowieso nur gelegentlichem Einsatz würde ich zu einer Handmühle (1ZPresso JX-Pro, Comandante (evtl. mit Red Clix), Kinu, ...) greifen.

    PS: Eric war schneller...
     
  4. #4 mr.smith, 31.08.2021
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    Günstigste elektrische, reinrassige single-dosing Mühle ist die G-iota.
    .
     
  5. #5 Wühlmaus, 31.08.2021
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    Kann mir bitte jemand sagen, was bei oben beschriebener Nutzung konkret das Problem bei stehendem Wasser sein könnte?

    Das taucht immer wieder auf, ich verstehe es aber nicht.
     
  6. #6 Kaffee_Eumel, 31.08.2021
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    Da Leitungswasser nicht abgekocht oder bestrahlt ist und in der Luft immer einige Keime und Sporen sind, bilden sich mit der Zeit in Tanks Biofilme. Wenn es öfters etwas erwärmt wird, sind auch unangenehmere Dinge wie Legionellen nicht auszuschließen. Eine Erhitzung auf > 80 °C sollte aber eigentlich alles Lebendige töten. Leckerer wird es dadurch aber wahrscheinlich nicht.
     
  7. #7 Wühlmaus, 31.08.2021
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    Deine zugrundeliegenden Gedanken, sind mir klar, aber Legionellen beispielsweise werden über 60 Grad abgetötet und ein auf 93 Grad erhitztes Wasser ist meiner Ansicht nach bedenkenlos zu genießen, egal wie alt es ist. Lecker ist in diesem Fall kein Begriff, frisches Wasser bedeutet ja prinzipiell mehr oder weniger keimfrei. Bin mir aber nicht sicher, deswegen frage ich, weil sich dieses Thema immer wieder durch Beitrage zieht. Ich selbst verwende einen Dualboiler nur für unsere Reisen, das bedeutet, er steht auch zwei Monate still und ich hätte keine Bedenken, wenngleich ich anfangs sehr viel Wasser runterlasse.
     
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  8. #8 Kaffee_Eumel, 31.08.2021
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    Ja, Bakterien leben da nicht mehr und vieles an Exotoxinen sollte auch denaturiert sein. Sorge for Krankheiten hätte ich als immunkompetente Person dabei auch nicht. Aber Algen und Biofilme im Tank sind ja auch für das Auge nicht schön...
     
  9. #9 ingokl, 31.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2021
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    Stimmt, das Tankthema ist aber bei TB auch nicht weniger relevant. Im Gegenteil... eventueller Biofilm bzw. das "kontaminierte" Wasser wird hier ja nur für 10-20 Sekunden deutlich über 90 Grad gehalten, im Kessel insgesamt meist stundenlang.
    Halte das aber auch an der Stelle für ein eher theoretisches "Problem". Die Vorteile von TB sehe ich in verschieden Bereichen... die tatsächliche Qualität des Bezugswassers zählt für mich nicht dazu (auch nicht bei längerer Standzeit).
     
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  10. #10 benötigt, 31.08.2021
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    Es wird immer schnell missverstanden, dass es ein theoretisches Gesundheitsproblem gäbe.
    Viel mehr stellt sich für mich die Frage: Was sind meine geschmacklichen Vorstellungen?
    Wasser, dass mehrere Tage in einem Metallbehälter gestanden ist, ändert seinen Geschmack. Wo kein Wasser steht, ändert sich nichts am Geschmack. Es ist mir darum schleierhaft, warum zur Geschmacksoptimierung von Espresso ganz selbstverständlich alle anderen Spielereien exerziert werden, aber das Wasser, zu dem Espresso zu 98% besteht, ist dann völlig egal. Auch die Annahme, dass exzessives Spülen des Boilers sämtliches abgestandenes Wasser austaucht, ist nicht einfach gegeben. Ich kann aber zumindest eine hohe Verdünnung erreichen. Wenn ich mit einem Tank arbeite, ist das dennoch schöner Zusatzaufwand. Von Flaschenwasser mal gar nicht zu sprechen.
    Trotzdem, warum muss ich das machen, wenn es bei Niedrigbedarf auch mit einem TB ohne das geht?
     
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  11. zuse64

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    Legionellen werden nur gefährlich, wenn sie als Aerosol in die Atemwege gelangen. Die weiteren und üblichen Vorstellungen von Biofilm, stehendem Wasser, Gefährlichkeit und geschmacklichem Einfluss sind ähnlich relevant.
     
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  12. #12 Kaffee_Eumel, 31.08.2021
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    Theoretisch könnte höchstens das Ausblasen der Dampflanze vor der ersten Benutzung gefährlich werden. Nichtsdestotrotz sehe ich es wie benötigt: Offen lange rumstehende Wasser kann, muss sich aber nicht geschmacklich negativ verändern.
     
  13. #13 Wühlmaus, 31.08.2021
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    Biofilm bei 93 Grad?

    Jetzt bleibt nur noch der Punkt Geschmack. Warum sollte Wasser, das im Boiler - sagen wir zwei Monate steht, den Geschmack (bei 93 Grad) verändern? Ich frage nicht provokativ, sondern aus Interesse.

    Außerdem wäre ich ja auch selbst davon betroffen.
     
  14. #14 ingokl, 31.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2021
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    Das kann man so leider nicht pauschal sagen (aber durchaus selber testen). Bei meinem Vibiemme DB hatte das Wasser aus beiden Kesseln pur einen ganz leicht metallischen Geschmack.
    Bei der Xenia nutze ich den Dampfkessel recht wenig (kaum Wasserbezug, ab und an Dampfbezüge). Das Wasser ist also locker mehrere Wochen alt. Das Wasser hat absolut NULL Fehlgeschmack (auch nach dem Abkühlen). Frisch bezogenes Wasser aus der BG (wegen des immer automatisch entleerten HX wirklich frisch) schmeckt da keinen Deut "frischer". Eher sogar etwas "schlechter" wegen selten zu 100% entfernten Kaffeefette in der BG.
    Frische ist da halt wie bei den Bohnen nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch der "Lagerungsbedingungen".
    Für Wenigverbrauch macht ein TB aber auch unabhängig davon Sinn :)... und bedarf dann auch keines Tests, wie geschmacksneutral die ausgewählte Maschine ist.
     
  15. Eric00

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    Mach doch einfach mal den Geschmackstest. Man schmeckt ja auch zum Beispiel einen Unterschied zwischen Flaschenwasser der gleichen Quelle aus Plastikflaschen oder Glasflaschen, das habe ich mal bei einer Quelle meiner Region aus Interesse getestet. Ich habe meine Bezzera auch schon mal zwecks Urlaub 4 Wochen stehen lassen und diesen Test gemacht - das Wasser pur hatte eine metallische Note im Abgang, hätte ich nicht im Kaffee haben wollen. Habe dann eine Tankfüllung Wasser durchgejagt, dann war alles wieder gut. Wenn aber nicht oft Espressi getrunken werden, und ich das mit einem Thermoblock vermeiden kann, ist das meiner Meinung nach ein relevantes Kaufkriterium.
     
  16. #16 benötigt, 31.08.2021
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    Das ist nicht temperaturabhängig. Chemische Elemente reagieren immer in irgendeiner Form miteinander. "Wasser" ist nicht nur H2O, sondern Spurenelemente, Mineralien, Chlor und was weiss ich, was schon aus den Leitungen mitkommt. Wasser haben ausserdem einen Ph-Wert, der gerade bei den Reaktionen mit Metallen einen Einfluß nimmt. Außerdem bleiben Veränderungen an der Oberfläche des Boilermaterials, die wiederum neues Wasser beeinflussen. Wenn man will, kann man das testen, ohne es verifizieren zu können: Einfach Wasser auf einem Messing- oder Kupfergegenstand stehen und nicht trocknen lassen. Nach ein paar Tagen bleiben sichtbare Flecken auf der Oberfläche. Kann man dann wegpolieren, in einem Boiler aber nicht. Ist das "schlimm"? Es geht hier lediglich darum "passiert etwas"?

    Darum ist es eigentlich müssig, das Thema in der Theorie zu diskutieren. Jeder hat da gänzlich andere Erfahrungen, Quellen, Materialien und sensorische Fähigkeiten, die von zahlreichen weiteren Faktoren abhängen. Jeder darf der Wasserqualität aus seiner Espressomaschine eine andere Bedeutung beimessen.
     
  17. #17 Wühlmaus, 31.08.2021
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  18. #18 jack08, 31.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2021
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    Ich denke, ich werde mir eine Quickmill 0280 beschaffen und es zumindest erstmal mit der CM800 versuchen. Handmühlen sind nicht mein Ding. Ich habe noch eine Hario, aber gerade wenn man fürs rumexperimentieren viel mahlen muss, nervt es per Hand zu mahlen. Und ich bin auch zu faul für nen Espresso immer erst ne Minute rumzukurbeln...

    Das mit dem stehenden Wasser könnte m.E. schon ein Geschmacksproblem sein. Da müsste ich eben alle zwei Tage mal das Wasser im Tank wechseln. In der Quickmill selbst wird vermutlich nicht allzuviel stehen. (Zumindest über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen ändert sich meiner Erfahrung nach nichts am Geschmack von Leitungswasser, das z. B. in einer offenen Karaffe stand.)
     
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