Erfahrungsaustausch EK43: Schwerpunkt Alignment / Ausrichtung

Diskutiere Erfahrungsaustausch EK43: Schwerpunkt Alignment / Ausrichtung im Mühlen Forum im Bereich Maschinen und Technik; @infusione: Danke für deine Anmerkungen. @jupe2.0: Danke für die Erklärung. Hier mal meine Überlegungen, was an der Methode evtl. Probleme...

  1. Cliff

    Cliff Mitglied

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    @infusione: Danke für deine Anmerkungen.

    @jupe2.0: Danke für die Erklärung. Hier mal meine Überlegungen, was an der Methode evtl. Probleme verursachen könnte. Natürlich rein theoretisch, und ohne jegliche Wichtung.
    - Anmerkung von @infusione zur zentrisch sitzenden Scheibe befürchte ich auch. Ob das problematisch ist bleibt abzuwarten.
    - Hat schonmal jemand die Herstellungstoleranzen der Mahlscheiben selbst gemessen? Bei der Montage der Scheiben könnten u.U. ungünstigerweise zwei "Berge" übereinandergepackt werden und sich so summieren. Ähnliches gilt für den Sitz der Scheibe: Ein auf unter 1/1000mm planer Sitz der Scheibe ist wirkungslos, wenn die Scheibe selbst eine höhere Toleranz im vielleicht 1/100mm Bereich aufweißt. Eine Justierung mit Unterlegfolie wäre da evtl. sogar besser, weil diese Toleranz mit berücksichtigt wird.
    Konsequenterweise sollte dann vielleicht aber doch ach eine Justierung der beweglichen Scheibe erfolgen?

    Die Auswirkungen einer solch genauen Ausrichtung sind ebenfalls zumindest kritisch zu betrachten, weil danach Wellen- und Lagertoleranzen wahrscheinlich größer sind als die Abweichung der Parallelität und den Haupteinfluss im Mahlergebnis übernehmen. Andererseits ist man dann tatsächlich am Maximum der Mühle angekommen, weil das Mahlergebnis maßgeblich nur noch von eben jenen Toleranzen abhängt, die tatsächlich äußerst schwierig nur noch zu verbessern sind.
     
  2. Lothman

    Lothman Mitglied

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    jetzt brauchen wir eine Mahlscheibe in doppelter Dicke und mit einem Feilenhieb versehen, dann am besten von Hand durchdrehen. :) @Jupe wenn Du eine alte Mühle hast kannst Du ja mal versuchen mit der Mahlscheibe den Sitz zu bearbeiten, hart genug für das Bischen Aluminium ist die allemal. Wenn DU eine alte Mahlscheibe hast kann ich die auf einer Maschine mal planparallel schleifen. Die Rillen, die am Rand stehen bleiben sollten für die Auflage ausreichend sein.

    Bei der Schleifpaste könnte passieren, dass die inneren und äußeren Ränder nicht breit genug bearbeitet werden und die neu Mahlscheibe dann auf der Kante sitzt und schief bleibt.
     
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  3. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Die äußere Kante der Mahlscheibe ist gebrochen. Weil die Mahlscheibe immer etwas exzentrisch montiert wird, wird der Abrieb auf dem Alugehäuse etwas größer als 98 mm werden. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Kaffeemahlscheiben außen wirklich plan sind; die Espressoscheiben sind definitiv.
    Als Schleifpaste wollte ich Ventilschleifpaste nehmen, die sonst zum Einschleifen der Ventilsitze bei Zyllinderköpfen benutzt wird. Da gibt es grobe und feine.
     
  4. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Ich glaube das nicht. Die Fehler addieren sich. Eine perfekt ausgerichtete Mahlscheibe mit einem Höhenschlag der Scheibe selbst wird eine schmalere Partikelverteilung haben, als eine schief ausgerichtete Mahlscheibe. Auch bei einem Schiefstand der sich drehenden Mahlscheibe wird die Partiekelverteilung schmäler werden, wenn die fixe Scheibe perfekt steht.
    Die verschiedenen Fehler beeinflussen sich gegenseitig nicht.
     
  5. Cliff

    Cliff Mitglied

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    Bei der drehenden Scheibe hast du natürlich Recht, deshalb habe ich ja darauf hingewiesen, dass man diese dann konsequenterweise auch ausrichten sollte, denn diese ist dann der "begrenzende" Faktor (Lager und Wellentoleranzen unberücksichtigt).
    Bei dem Rest mag ich dir widersprechen. Gehen wir davon aus, dass der Sitz und die Rückseite der Scheiben plan sind, aber minimalste Abweichungen 90° zur Achse der Welle aufweisen, beide im Bereich von ~10μm.
    Platziert man die Scheibe nun mit der Erhöhung auf der Erhöhung des Scheibensitzes addieren sie sich, 180° gegenüber heben sie sich auf, und versetzt zueinander gibts mehr als ein Maximum mit einer ungefähren Höhe jeweils von ~10μm. Ist jetzt aber nur ein Beispiel.
    Planiere ich jetzt den Sitz 100% bleibt die Abweichung von 10μm der Scheibe natürlich weiterhin bestehen, allerdings als maximale Abweichung, es kann sich also nichts mehr addieren. Aber auch nicht subtrahieren, weshalb man im ungünstigsten Falle (bezogen auf vorher....) eine sogar schlechtere Justierung erreichen kann.
    Sollte das nicht der Fall sein freue ich mich auf eine Korrektur, aber bitte begründet, dann kann ich was lernen :)
     
  6. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Da gebe ich Dir Recht. Die Scheiben sind aber nicht schief, sondern haben zwei Tiefpunkte von 13 um bei 3 und 9 Uhr. Das habe ich bei drei Scheiben reproduzierbar messen können. @Dirk7110 hat die EK43 Scheiben ebenfalls ausmessen lassen, mit proffesioneller Messvorrichtung, und kam zum gleichen Ergebnis.
     
  7. Cliff

    Cliff Mitglied

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    Deshalb fragte ich :) Danke, interessant!
     
  8. #1088 jupe2.0, 17.07.2017
    Zuletzt bearbeitet: 17.07.2017
    jupe2.0

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    [​IMG]
    Das braucht man, Schleifpaste grob und fein und M5x20mm Flachkopfschrauben.
    Weil die Aktion noch weniger rückgängig gemacht werden kann, als die Methode von @infusione, werde ich sie erst einmal an einer MK Guatemala SB mit 73 mm Mahlscheiben ausprobieren, Schiefstand 50um, aber nicht heute.
    Gleiche Voraussetzungen wie bei der Ek43, Auflage der Mahlscheibe nur im äußeren Bereich, da wo die kleinen Zähne sind.
    Man schleift mit der groben Paste auf Maß, mit der feinen wird glatt geschliffen.
    [​IMG]
    Man sieht, dass sie sehr pastös ist, was bei der hohen Drehzahl von Vorteil ist.
    Die Paste hat eine hohe Haftfähigkeit. Sie wird normalerweise zum Einschleifen von Ventilen in die Ventilsitze von Zylinderköpfen bei Verbrennungsmotoren eingesetzt.
    @mechanist Hast Du noch eine Idee, es anders zu machen?
     
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  9. #1089 jupe2.0, 18.07.2017
    Zuletzt bearbeitet: 18.07.2017
    jupe2.0

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    Habe meinen Einschleifvorgang heute an einer Guatemala SB mit 73mm Werkzeugstahl-Mahlscheiben ausprobiert.

    Ich habe gebrauchte Mahlscheiben verwendet.

    Die Drehzahl der Gua SB ist mit 2850 upm höher, als die der EK43, die 1480 upm hat.
    Die Winkelgeschwindigkeiten außen betragen bei der EK 43 446 m/min, bei der Gua SB 654 m/sek (m/min - bearbeitet!).

    Die Montage der zweiten Mahlscheibe mit M5x20 Flachkopfschrauben war unproblematisch. Die Schrauben passen auch für die EK43.
    Bis man Kontakt zum Schleifen hat, muss man fast eine halbe Umdrehung mehr reinschrauben, warum auch immer.
    Man kann dann bei eingeschaltetem Motor sehr genau den Einschleifvorgang steuern.
    Nach ca 3x10 Sekunden mit der groben Paste und 1x10 Sek mit der feinen Paste sah es so aus (Hochpunkt 50 bis 60 um bei 12 Uhr):
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]
    Man sieht grobe Riefen. Kaum Wärmeentwicklung.
    Nach Einbau der Mahlscheiben hatte sich am Schiefstand der fixen Scheibe von 50 um nichts geändert, allenfalls 10 um.
    Dafür war die Mahlscheibe außen fast blank, d.h., dass man mit dem Daumennagel auf der äußeren Kante keine Zähne mehr fühlen konnte.
    Was war passiert:
    Die harten Schleifkörner werden während des Schleifens in die relativ weiche Aluminiumoberfläche des Mahlgehäuses eingedrückt, stehen aber mit einer Kante noch raus und schleifen die Mahlscheibe ab.
    Hätte ich mir auch denken können!
    Die Mahlscheibe wird mit der Methode abgeschliffen, nicht das Mahlgehäuse.:(

    Grüße
    Jürgen
     
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  10. #1090 infusione, 18.07.2017
    infusione

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    @jupe2.0: Schade. Versuch macht kluch.
     
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  11. Cliff

    Cliff Mitglied

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    Dumm gelaufen, aber hat hier keiner dran gedacht, ich auch nicht. Als ichs von dir gelesen hab ich ebenfalls gedacht: hättste auch eher drauf kommen können :D

    Egal, dumm gelaufen, aber jetzt weißt dus. War ja nen Versuch wert. Doch Diamantbestückte "Attrappen"-Scheiben? @Lothman

    Glaub ich nicht :p
     
  12. jupe2.0

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    Das wäre die Lösung, ist aber zu aufwendig. Mit dem mehrlagigen breitflächigen Layern geht es auch gut.
    Die Methode von @infusione ist die beste, aber nur Mechanikern vorbehalten.
     
  13. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Sorry pro min.
     
  14. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Hier mal zur Entspannung ein Slayershot auf Mahlstufe 2.0 von der LE, 18gr in im 17er:
    [​IMG]
    [​IMG]

    [​IMG]
     
  15. autosub

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    Scheinbar ist das Zentrierungstool von MK nun erhältlich:

    (durch einen Klick auf das Bild gelangt man zum entsprechenden Instagram Eintrag)
     
  16. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Das radiale alignment ist fake.
    @autosub war das alignment ncht ausgelagert?
     
  17. autosub

    autosub Mitglied

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    Ach Herrje, stimmt. Habe aus Versehen im falschen Thread gepostet.:confused:
     
  18. autosub

    autosub Mitglied

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    @jupe2.0
    So, nun im richtigen Thread: inwiefern ist das radiale alignment fake?
     
  19. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Weil es auf das Mahlergebnis keinen erkennbaren Einfluss hat, wenn die Scheiben parallel ausgerichtet sind.
     
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  20. jupe2.0

    jupe2.0 Mitglied

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    Eine neue Idee, den Sitz der feststehenden Mahlscheibe parallel einzuschleifen:
    600er bis 1000er Schleifpapier auf den äußeren Rand der EK Mahlscheiben aufkleben, Überstand innen und aussen mit Skapell abschneiden, die Mahlscheibe im Zweierpack auf den Mahlscheibenträger aufschrauben, und dann einschleifen.
     
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