Erfahrungsaustausch - wenn's mal nicht so klappt mit der Bohne

Diskutiere Erfahrungsaustausch - wenn's mal nicht so klappt mit der Bohne im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Moin, ich habe gerade wieder so'nen Fall im Hopper, wo es einfach nicht klappt, nen vernünftigen Espresso zuzubereiten. Mich würde interessieren,...

  1. #1 Bierschinken, 11.12.2019
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    Moin,

    ich habe gerade wieder so'nen Fall im Hopper, wo es einfach nicht klappt, nen vernünftigen Espresso zuzubereiten.
    Mich würde interessieren, wie ihr das angeht, wenn ihr solch einen Fall habt?
    Ich schildere mal kurz, was da Sache ist…

    Mühle Eureka Atom, Maschine Bezzera Mitica S, Kaffee handwerklich gerösteter Espresso-Blend:
    - Standardfüllmenge für das LM1 (so zwischen 7,5-8g), Standardmahlgrad, der zu 90% funktioniert und das Ergebnis ist ein durchrauschender Strahl aus dem Träger, keine Crema, saure Plörre.
    - Mahlgraderhöhen in der Hoffnung, dass man den Sweetspot findet, wie es angenehm gleichmäßig aus dem Träger läuft…geht nicht; entweder schießt das Wasser sofort durch oder ich komme an den Punkt, wo der Puck aufquillt und gefühlt alles verstopft, sodass es nur noch tropft. Geh ich dann peu á peu mit dem Mehlgrad hoch, dann rauschts sofort wieder durch.

    Was macht ihr in solchen Fällen? Bin ich zu doof, zu unerfahren, hab ich nen Kniff nicht begriffen?
     
  2. cbr-ps

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    1. 2er Sieb nehmen
    2. bei hellen Bohnen mal deutlich mehr einfüllen als üblich, längere PI, Durchlaufzeit gern mal länger
     
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  3. #3 Bierschinken, 11.12.2019
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    Das verrückte ist ja, dass das aktuell keine helle Röstung ist. Italienische Röstung, recht dunkel.
    Da das 2er Sieb nehmen macht den Shot dann meist direkt sehr "brummig". Da röhrt der Schädel nach dem zweiten …

    Bei helleren Bohnen nehme ich dann auch gerne mal 10g, das geht so gerade noch im LM1 und funktioniert meist ganz gut.
     
  4. #4 slowhand, 16.12.2019
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    Wie lange ist deine PI?
    Nimmst du immer gleich jeden Bezug aus der Mühle nach Anpassung oder wie gehst du mit dem Totraum um?
    Beim 1er bist du natürlich immer sehr direkt und ohne Puffer/Gutmütigkeit betroffen - ggfs. musst du mehr bei dem "Umkehrpunkt" spielen - sprich noch feiner stellen/anpassen.
     
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  5. #5 Bierschinken, 17.12.2019
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    Meine was? - Hilf mir kurz, ich weiß nicht was du meinst :)

    In der Regel wird die Mühle justiert, ich nehme den Bezug und weiß dann natürlich, dass da noch Mahlgut aus dem Totraum ist bzw. dass das Mischgut ist. Sprich ich mache dann erstmal noch 2-3 Folgebezüge um wirklich sehen zu können, was ich eingestellt habe.

    Viel feiner stellen, im Sinne von feiner einstellen, ist praktisch nicht mehr drin.
    Das Rädchen des Timers bewege ich schon mit Samtpfoten, weil ein Zehntel Millimeter gefühlt schon 0.1g ausmachen.
    Ähnlich siehts bei der Mahlgradeinstellung aus, wobei die deutlich besser einzustellen ist als der Timer.
     
  6. joost

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    Wann geröstet?
    Wenn Kaffee zu jung ist, zickt er auch. Ich hatte schon Bohnen, die erst nach 4 Wochen gütig wurden.
     
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  7. #7 slowhand, 18.12.2019
    Zuletzt bearbeitet: 18.12.2019
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    Mit PI meinte ich eine vordefinierte PreInfusionsphase.

    Wiegst du denn dein Mahlgut exakt nach jedem Bezug? Durch deine Schilderung hinsichtlich Timerrad bin ich da etwas skeptisch geworden. Kann es demnach sein, dass du zwar feiner stellst, aber das Mahlgut weniger wiegt, weil gleiche Mahlzeit?
     
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  8. #8 DaBougi, 18.12.2019
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    Aller Variablen so gut es geht fixieren, wenn die Bohne zickig zu sein scheint (gilt zwar immer, funktioniert aber oft auch "schlampig", hier scheinbar nicht).
    Die Mehlmenge nach dem Mahlen abwiegen, sauber, gerade und möglichst gleichbleibend tampen, zuvor eventuell noch mit einem Stäbchen oder so durchs Mehl rühren, um eventuelle Klumpen zu verteilen.

    Bodenlosen verwenden zur Analyse.

    Ja, es kann trotz allem zicken, sowas kommt vor.(hatte ich erst kürzlich)
    Aber meist bekommt man es in den Griff
     
  9. #9 Bierschinken, 18.12.2019
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    Beim letzten waren die Bohnen 3-4 Wochen alt, also eigentlich völlig okay.
    Ist aber unabhängig vom Röstzeitpunkt. Ich hatte Bohnen die 5 Monate alt waren und sich ähnlich verhalten haben sowie Bohnen die drei Tage nach dem Rösten so ein Verhalten zeigen.

    PI habe ich keine definierte. Der Siebträger wird eingespannt und der Bezug gestartet.
    Manchmal fällt die PI dann länger oder kürzer aus.

    Das Mahlgut wiege ich äußerst selten. Anfangs habe ich das häufig gemacht, um ein Gefühl für Füllstandhöhe etc zu bekommen, jetzt mache ich das praktisch nicht mehr.
    Wenn ich dann nachwiege, liege ich irgendwo zwischen 6,9g und 8,2g im LM1, das ist absolut in Ordnung.

    Genau darum geht es mir in diesem Thread; einfach mal austauschen, was andere Menschen machen, wenn es mal zickt.
    Hin und wieder brauchts ja nur ein per Denkanstöße von einem anderen Tellerrand :)
     
  10. cbr-ps

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    Exakt arbeiten, um die richtigen Parameter zu finden und nicht wie im eingeschwungenen Tagesbetrieb...
    Das ist eben möglicherweise im „zickigen“ Fall nicht absolut in Ordnung.
     
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  11. #11 Bierschinken, 18.12.2019
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    Welchen Nutzen ziehe ich denn aus der Information, ob die Zicke nun 7,0g oder 7,8g ins Sieb bringt? - Ich verstehe noch nicht, wo der Mehrwert liegt.
    Geht es darum zu überprüfen, dass nach der Mehlgradverstellung die Nettomenge gleich bleibt?
     
  12. #12 slowhand, 18.12.2019
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    Das ist in deinem Fall aber nachweislich nicht in Ordnung...
    Gerade das 1er-Sieb reagiert sehr empfindlich, wie du unschwer nachvollziehen konntest und ein Delta von 1,3g ist schon erheblich!
     
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  13. #13 slowhand, 18.12.2019
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    YES!
     
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  14. #14 DaBougi, 18.12.2019
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    Mit Verlaub, 1 g Unterschied bei 7/8 Gramm sind über den Daumen 15 Prozent der Gesamtmenhe...das ändert natürlich den Widerstand/ Durchlauf.
    Du hast z.b. 8g, es ist zu fein. Du stellst minimal gröber, hast aber dann vielleicht grade 7g und es rauscht durch. Dann stellst du wieder feiner usw.

    Natürlich gibt es zum Glück Roasts, mit denen man trotzdem annehmbar arbeiten kann...aber wenn es eh schon zickt, hilft es extrem. Der Bodenlose Siebträger ist genau für solche Fälle ein perfektes Diagnosegerät.
     
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  15. #15 Bierschinken, 18.12.2019
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    Naja, Moment; diese 7-8g passe ich je nach Röstung an.
    Innerhalb einer Röstung reden wir durch Mahlgradverstellung dann von einer Differenz von 0,1g bis maximal 0,2g. Das sind dann 1,3% bis 2,8% Abweichung.
    Da ist mir schon bewusst, dass die Mühler länger mahlen muss, um netto die selbe Menge eines gröberen Mahlgrades zu erreichen.

    Deshalb habe ich da das Wiegen auch eingestellt, weil der Wert recht konstant ist.
    Das ist schon fast im Rahmen der natürlichen Schwankung wenn sich zum Beispiel bei gleichbleibender Timereinstellung das Mahlgut verringert, weil der Hopper sehr voll ist oder sehr leer.
     
  16. cbr-ps

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    ok, Du fragst nach best practice, magst aber die Antworten anscheinend nicht und begründest, warum dein Ansatz, mit dem Du offensichtlich aktuell keine befriedigenden Ergebnisse erzielst, ok sei.
    Da wird es schwierig dich bei der Verbesserung zu unterstützen fürchte ich...
     
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  17. joost

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    auch von mir:
    solange eine Bohne gute Quelleigenschaften hat und auf eine Weise gemahlen wird, dass das Mahlgut einen zuverlässigen Widerstand im Puck erzeugt (und das ist das, worauf es ankommt), dann mach ich das übers Jahr pi mal Daumen. Im Normalfall sind meine verwendeten Bohnen durchaus gutmütig gegenüber Abweichungen vom theoretischen Optimum des Mahlgrades und der Menge.
    Sind sie nicht gutmütig, aus welchen Gründen auch immer, dann muss ich, wenn ich sie nicht mit drittklassigen Bezügen im Cappu verramschen will, strukturiert vorgehen. Und dann brauche ich wieder eine Waage.
    Und spätestens wenn das nichts bringt, teste ich Bohne und / oder Mühle an einer anderen Maschine quer. Manchmal liegt der Fehler halt doch an überraschender Stelle.
     
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  18. #18 DaBougi, 18.12.2019
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    Eher umgekehrt, aber ist auch egal.

    Wiegen bestätigt im Besten Fall, dass die Mühle bzw Menge nicht das Problem ist, dann freust du dich eben und hast nix verloren ausser ein oaar Sekunden Zeit. ...aber du WEISST dann, dass Parameter "Menge in g" passt. Wenn der Totraum berücksichtigt wird, passt auch Parameter Mahlgrad (bzw ist erstmal reproduzierbar).
    Ein LM1 Trichter-Tamperset mag auch helfen, ebenso ein wenig rühren ("WDT")
    Ein Bodenloser kann noch Channelling aufzeigen (zum Bodenlosen hast du noch nix gesagt glaub ich)

    Das sind valide Mittel um deinem Problem Herr werden zu können, PI und Pressure Profiling, Bohnenalter mal aussen vor.

    Mir ist nicht ganz klar, warum du das "anfechtest", du hast ja nach unserer Meinung gefragt. Du darfst natürlich tun was du willst und niemand wird dir bös sein ;)
    Und nochmal, viele hier hatten schon Bohnen, wo das alles nix half, und die mehr oder weniger unberechenbar waren. Aber sicher nicht, WEIL gewogen und gemessen wurde, sondern TROTZDEM :)
    Viel Erfolg
     
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  19. #19 Bierschinken, 19.12.2019
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    Moin,

    ich will hier nicht "unbelehrbar" sein, ich möchte nur verstehen, welchen Nutzen ich aus Informationen/Aktionen ziehen kann. Das fehlt mir derweil.

    Ich nehme bisher mit; wenn alles läuft, wie gewohnt arbeiten, wenn es Probleme gibt, Parameter prüfen.
    Jetzt stell ich mir die Frage; was mache ich denn wenn ich feststelle, Einwaage bleibt konstant, unterschiedliche Mahlgrade führen nicht zum gewünschten Ziel?

    Danke!
     
  20. cbr-ps

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    Siehe #2 und ignorier das „helle“ dort.
    Oder Bohnen wechseln. Ich hatte auch schon welche mit denen ich auch mit kreativen Parametern nicht klar gekommen bin.

    Oder eine Maschine mit flexibler PI, Temperaturregelung und Profiling Option kaufen :D
     
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