Erfahrungsbericht: Die ersten zwei Wochen mit der Rancilio Silvia (Temperatursurfen)

Diskutiere Erfahrungsbericht: Die ersten zwei Wochen mit der Rancilio Silvia (Temperatursurfen) im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Bereits vor einigen Jahren habe ich zum ersten Mal einen kleinen Ausflug in die Siebträgerwelt unternommen, ausgestattet mit einer Gaggia...

  1. #1 marco79, 27.04.2014
    Zuletzt bearbeitet: 29.04.2014
    marco79

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    Bereits vor einigen Jahren habe ich zum ersten Mal einen kleinen Ausflug in die Siebträgerwelt unternommen, ausgestattet mit einer Gaggia Evolution sowie einer Demoka M203. Da ich weder von der Theorie noch von der Praxis viel Ahnung hatte, scheiterten meine Versuche katastrophal, etwas halbwegs trinkbares zu Stande zu bringen, so dass ich recht schnell wieder bei Nespresso gelandet bin. Jetzt wollte ich es nochmal wissen und habe mir - nach vielen Stunden Recherche hier im Kaffee-Netz - eine Rancilio Silvia gegönnt.
    Über die Silvia habe ich mich im Vorfeld so gut es ging informiert und mich mit den Stärken und Schwächen der Maschine vertraut gemacht. Diesmal sollte ja alles besser werden.

    Mein Equipment:
    • Rancilio Silvia (neueste Version)
    • Demoka M203 Mühle
    • Feinwaage (für die Pulvermenge)
    • Personenwaage (zum tampern)
    • Gaggia Tamper (noch von damals, fliegt bald im hohen Bogen)
    • Brita Wasserfilter
    • 2 Pinsel, Abklopfkasten, etc.
    Da mir inzwischen klar wurde, dass frisch geröstete Bohnen durch nichts zu ersetzen sind, habe ich diesmal keinen Lucaffé oder dergleichen aus dem Kaffeeladen benutzt, sondern beim kleinen Röster um die Ecke eingekauft. Hier in Köln sind wir inzwischen sehr gut versorgt mit lokalen Röstereien. Meine Wahl fiel auf den Adorno von "Van Dyck" - Arabica/Robusta-Anteil 75/25. Den benutze ich schon länger im Herdkocher und selbst da schmeckte er mir schon ausgesprochen gut. Da ich eigentlich lieber Cappuccino trinke als Espresso, kommt mir der Robusta-Anteil denke ich ganz gut entgegen. Im Gegensatz zur Nespresso Alu-Sünde ist der Adorno sowohl Bio als auch fair gehandelt - was mir sehr gefällt. Das Personal ist auch sehr nett und äußerst hilfsbereit bei Fragen oder Problemen.

    Die Praxis
    Nach knapp 2 Wochen waren meine Ergebnisse ziemlich ernüchternd. Die Bezugszeit und die Menge waren nicht das große Problem, das hatte ich recht schnell raus. Einzig das Tampern ging mir scnnell auf die Nerven, da ich oft schief getampert habe und der Gaggia Tamper fördert das auch mit seiner abgerundeten Oberfläche. Ansonsten haben die Rahmenparameter eigentlich alle gepasst, die Shots hatten eine dicke Crema. Vor Jahren hat das mit der Crema nie wirklich geklappt, diesmal war selbst unter schlechten Bedingungen immer eine dicke Crema vorhanden. Ich führe das mal auf die Frische der Bohnen zurück. ABER: Das Ergebnis war stets sehr bitter! Ungenießbar bitter. Die Crema war relativ dunkel mit vielen sehr dunklen Punkten. Der Shot roch bereits sehr bitter, ich habe eine sehr feine Nase. Mir schmeckte der Espresso meist nichtmal im Cappuccino! Ich war mit meinem Latein am Ende und probierte eine andere Bohne aus. Das Ergebnis war ähnlich. Für meinen Geschmack viel zu bitter - trotz scheinbar korrekter Rahmenbedingungen.

    Ziemlich frustriert und resigniert habe ich gelesen und gelesen, mir bis 5 Uhr morgens Videos angeschaut. Irgendwann stieß auf einen Thread, in dem ein interessanter Artikel verlinkt wurde: Rancilio Silvia V3 (Part 2/4) – Temperature Surfing
    Im wesentlichen steht dort, man solle nach dem Aufheizvorgang noch 30 Sekunden warten und dann einen Cooling Flush von 5 Sekunden machen.
    //EDIT:
    Ich vermute mal, das stammt noch aus Zeiten, in denen ein 110 Grad Thermostat in der Silvia verbaut war? Ein Cooling Flush führte bei mir auf Dauer dazu, dass die Shots zwar nicht mehr bitter, dafür aber tendenziell zu sauer wurden. :( Vermutlich wegen zu geringer Temperatur?

    Bisheriges Fazit
    Für mich steht nach zwei Wochen quasi fest, dass meine nächste Anschaffung (nach einem vernünftigen Tamper) ein PID-Regler sein wird! Bis dahin versuche ich, meinen jetzigen Workflow einzuüben und etwas Routine zu bekommen. Danke an alle hier im Forum für die zahlreichen Beiträge, die mir sehr geholfen haben!

    Meine aktuelle Vorgehensweise
    Rahmenbedingungen: Mahlgrad ermitteln, Maschine vorheizen (mind. 30 Minuten), Tasse(n) vorheizen. Ich nutze momentan immer das mitgelieferte Doppelsieb der Silvia, wenngleich mir ein einfacher Espresso reichen würde. Habe mir mal das LM1 sowie einen passenden Tamper bestellt.
    • Pulvermenge: 16g (Feinwaage)
    • direkt in den Filter mahlen, mit Zahnstocher verteilen/auflockern
    • gerade tampern mit 15kg (falls schief, nochmal von vorne!)
    • kurze Leerbezüge starten, bis die Maschine beginnt zu heizen (=Licht an)
    • sobald das Licht erlischt, Bezug sofort starten (~50ml in ~25 Sekunden)
     
  2. Tara

    Tara Mitglied

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    hm, so mit Stoppuhr usw wäre mir zugegebenermaßen für jedesmal Cappuccino dann doch zu umständlich.
    Kannst Du das Verfahren nicht abkürzen in dem Du die Tassen mit heissem Wasser vorwärmst, den ST einspannst, wartest bis die Heizung ausgeht und dann
    a) bi 5 zählst
    b) bis 10 zählst
    c) bis 20 zählst
    d) bis 30 zählst,
    jeweils die Espresso beziehst und dann weißt ob Dir Variante a,b,c,d am besten schmeckst und dann immer nach erlöschen der Heizlampe nur noch bis
    a... zählst?
    das klingt für mich irgenwie einfacher?
    Ich tu mir schwer zu glauben daß die BG in dem Zeitraum zwischen HEizlampe erlöschen und Bezug überhitzen soll...
     
  3. #3 domimü, 27.04.2014
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    Vorsichtig gesagt, überrascht mir der Bericht über die viel zu hohe Temperatur, die schon so klingt, als würdest du auf Dampftemperatur hochheizen (also der untere Schalter angeschaltet wäre).
    Ich möchte allerdings nicht ausschließen, dass im Rahmen der Modellpflege nun wieder ein anderer Thermostat eingesetzt wurde. Hast du schon die Version mit Edelstahlheizung (also das Modell 2014)?
     
  4. #4 marco79, 28.04.2014
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    @Tara
    Ich will auf Dauer weder mit zwei Waagen arbeiten noch mit Stoppuhr. Aber irgendwie muss man ja am Anfang mal halbwegs gleiche Bedingungen schaffen und ein Gefühl dafür bekommen. Bei so vielen Parametern weiß ich nicht, wie ich das sonst hinbekommen soll, ohne Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    @domimü
    Ans Milch aufschäumen mit der Silvia habe ich mich noch nicht ran gewagt. Der untere Schalter ist demnach immer aus. Wie kann ich erkennen, welches Modell ich genau habe? Ist auf jeden Fall vor 2 Wochen von Coffee Circle geliefert worden (bzw. Espressoperfetto.de).
     
  5. #5 domimü, 28.04.2014
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    Auf dem Typenschild ist die Woche und das Jahr der Herstellung angegeben, und wenn du die Decke abschraubst, siehst du den Kessel von oben.
    Der neue Kessel ist hier abgebildet: mit der 8-eckigen Mutter bei den Stromkabeln
    PID ist aber aus meiner Erfahrung ohnehin eine sehr sinnvolle Investition bei der Silvia.
     
  6. #6 marco79, 29.04.2014
    Zuletzt bearbeitet: 29.04.2014
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    Hmm, nach weiteren 3 Tagen intensiven Übens (dank Urlaub) musste ich feststellen, dass mir der Cooling Flush doch mehr Nachteile als Vorteile gebracht hat. Der Espresso war jetzt zwar nicht mehr bitter, dafür aber zu sauer. Ich vermute mal das könnte damit zusammen hängen, dass die Temperatur wegen des Coolings zu niedrig ist?

    Ich habe stattdessen weiter mit dem Mahlgrad gespielt - bei sonst gleichen Rahmenbedingungen. Habe jetzt alle Varianten durchprobiert bezüglich der Temperatur:
    1. mit cooling Flush vor dem Bezug
    2. Bezugsstart 20-30 Sekunden nachdem die Lampe erlischt
    3. Bezug sofort starten

    Wie ist eure beste Erfahrung mit dem Temperatur-Surfen? Ich habe mit Variante 3 doch die beste Erfahrung gemacht, diesbezüglich muss ich meine vorigen Aussagen korrigieren.
    Was läuft suboptimal, wenn zu viele sehr dunkle Punkte auf der Crema sind? Sagt die Crema überhaupt viel über den Geschmack aus? Oder nur in den Extremfällen (sehr hell, sehr dunkel)?

    @domimü:
    Anbei die Fotos meiner Silvia. Die Mutter hat allerdings 6 Ecken - wie auf dem Foto des Shops.
    [​IMG]
    [​IMG]
     
  7. #7 domimü, 29.04.2014
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    :oops: 6 Ecken ist auch richtig - ist die aktuellste Version.
    Als ich noch kein PID verbastelt hatte, hatte ich stets direkt nach dem Erlöschen der Heizlampe die besten Ergebnisse, Aufwärmzeit hatte ich ihr mindestens 30 Minuten gegönnt. Das machst du aber ja auch. Über die Crema kann ich wenig sagen. Den Mahlgrad hatte ich so gewählt, dass aus dem Original-2-er-Sieb die 50g Bezugsmenge nach 30s ab Pumpenstart erreicht wurden (es handelte sich um typisch italienische Röstungen).
     
  8. #8 marco79, 29.04.2014
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    Vielen Dank erstmal! Das klingt recht ähnlich wie bei mir. Hast du auch eher mehr als 14g Pulver in das Original 2er Sieb gemacht?
    Habe inzwischen an mehreren Stellen negative Berichte über das Original Rancilio 2er Sieb gelesen. Bemängelt wird unter anderem, es sei zu klein. Kann ich insofern bestätigen, dass es bei mehr als 16g kaum noch eingespannt werden kann. Ansonsten kann ich - vermutlich auch mangels Erfahrung - nichts negatives dazu sagen.

    Hast du ein Auber-PID verbaut oder kannst du was anderes empfehlen? Ist der Einbau für einen Laien machbar? Habe gestern mal hier in Köln bei Espresso Perfetto gefragt, ob die sowas einbauen, aber die haben strikt abgelehnt.
     
  9. #9 domimü, 29.04.2014
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    Ich habe das Sieb immer so gefüllt, dass nach dem Tampern die Rille auf Höhe der Siebfeder gerade noch sichtbar war, die g-Zahl variiert da ein bisschen von Bohne zu Bohne. Den Faustino-Easy-Kit halte ich für besser als meine Selbstbaulösung, und wesentlich besser als den Auber-Kit.
    Die Einbauanleitung ist ausführlich genug, das schafft man schon. Allerdings wird der Umbau Einfluss auf die Garantie haben, da am elektrischen Teil ja etwas verändert wird (der Thermostat, welcher die zulässige Dauertemperatur = Brühtemperatur überwacht, wird umgangen).
     
  10. #10 crimp2333, 29.04.2014
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    ich bekam auch wochenlang nichts Schmackhaftes aus der silvia. Nach der Anschaffung eines PIDs wurde es nicht unbedingt besser. Gelegentlich gelang mal ein wirklich leckerer Espresso.
    Was mir dann allerdings half, war etwas weniger Kaffee zu nehmen und das Sieb nicht ganz so voll zu machen. Die Rille im Sieb ist ein guter Anhaltspunkt. Die Mühle muss entsprechend fein eingestellt werden und man sollte auch darauf achten, dass kein/nur wenig channeling einsetzt. Bei weniger Mehl im Sieb channelt es gern.
     
  11. #11 Lumpenjunge, 29.04.2014
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    So jetzt muss ich aber auch mal was dazu sagen.

    Ich bin immer und immer wieder überrascht wie selten man das ließt.
    Wenn mich jemand fragt was man noch machen kann dann kommt immer die selbe Antwort.

    ----> brühdruck kontrollieren / einstellen.

    Hatte vor ca. 2 Jahren eine Isomac Venus.
    Habe seltens leckere Ergebnisse erzielt, wenn dann waren sie absolut nicht reproduzierbar.
    Nach ca 5 Kilo oder mehr frischen Kaffee hier vom kleinröster wurde die Maschine weiter verkauft.
    Der neue Besitzer hat den Druck eingestellt und hatte sofort gute und immer reproduzierbare Ergebnisse.

    Ein bekannter hatte mit einer gaggia CC genau das selbe Leid.
    Hat den Druck einstellen lassen und seitdem meist super Ergebnisse, immer trinkbar.
    Trinkbar war es mir der Venus in ca 30% der Fälle, wirklich lecker in vielleicht 5%.

    Nun besitze ich eine Silvia seit nichtmal einer Woche und habe diese auch von 13 bar runter regeln müssen.

    Schon am ersten Tag hatte ich durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse.
    JEDER Shot ist trinkbar und meistens eine Offenbarung.

    Arbeite mit gerade durch das fausto probier Paket.

    Ich kann nur sagen kontrolliert den Druck, wenn ihr euch an alle üblichen Regeln haltet und trotzdem zu keinen guten Ergebnissen kommt.

    Ich bin immer wieder verwundert wie selten darauf geachtet oder verwiesen wird denn ich habe für meinen Teil sehr viel Geld in den Wind geschossen und war lange zeit sehr verunsichert und genervt, nur weil ich mit einer falsch justierten Maschine gearbeitet habe.

    Was sagt die Allgemeinheit dazu?

    Stefan
     
  12. #12 crimp2333, 30.04.2014
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    Ja sicher kann der Druck eine große Rolle spielen. meinen Silvia-Druck habe ich eigentlich von Anfang an auf 9,5 bar justiert. Das ist schon so lange her, dass ich es vergessen hatte. Da ich leider nur ein selbstgebautes etwas undichtes Manometer hatte, kann ich jetzt nicht eindeutig sagen, ob der Wert mit Kaffeemehl erreicht wird. Geschmacklich konnte ich damals aber keine Unterschiede oder Verbesserungen feststellen. Es gibt ja unzählige Diskussionen ob es bei Vibrationspumpen überhaupt 9 bar sein sollten und ob der Druck große Auswirkungen auf den Geschmack hat.
    Durch deinen Post motiviert, werde ich nochmal meinen Druck an der Maschine messen.
     
  13. #13 Equinox83, 30.04.2014
    Equinox83

    Equinox83 Gast

    Du könntest es auch mal mit einem bodenlosen Siebträger probieren. Damit lernst du (gezwungenermaßen) recht schnell ordentlich zu tampern. Gerade weil du noch den Gaggia Plastiktamper benutzt, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass hier zumindest ein Teil des Problems liegt. Mit dem bodenlosen ST würde ich mir dann auch gleich einen ordentlichen Tamper besorgen. - Die von Motta sind z.B. recht günstig.
     
  14. #14 marco79, 30.04.2014
    Zuletzt bearbeitet: 02.05.2014
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    Das mit dem bodenlosen Siebträger habe ich mir auch schon überlegt.

    Ich nutze nicht den Plastiktamper, sondern diesen hier:
    [​IMG][​IMG]

    Habe jetzt ein Shotglas mit Markierung. Dazu eine Frage: sollen es bei doppeltem Espresso ca 60ml mit oder ohne Crema sein? Meine Crema bzw der Schaum beim Bezug ist zu Beginn nämlich sehr hoch - was sich dann wieder etwas legt.

    Werde mal ein Video von einem aktuellen Bezug machen...
     
  15. #15 pressomacchiato, 30.04.2014
    pressomacchiato

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    Laut "Definition" inkl. Crema. Ich würde jedoch nicht so viel Ehrfurcht davor haben :rolleyes:;)
     
  16. Tara

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    Ich hätte das nun als "nicht so kriegsentscheidend" empfunden, wie die Maschine eingestellt ist... sag ich jetzt mal vorsichtig, da ich mir auch ncht sicher bin ob meine selbst gezimmerte Theorie so haltbar ist...
    Für mich stellt es sich so dar:
    seit ich die Bezzi mit dem Manometer habe (Brühdruck versucht auf annähernd 8-9 einzustellen) merke ich, daß der Tamperdruck auch wieder einiges an "Brühdruck" bringt.
    Tamper ich bombenfest - komme ich anfänglich auf 10 b die langsam sinken, tampere ich kaum, hab ich Not die 8 zu erreichen (+ noch die Abhängigkeit vom Mahlgrad)
    Wenn ich mich nun richtig erinnere und richtig verstanden habe und wiedergebe... dann hat sdie Silvia eine andere Flussrate als zB die Bezzi... wühlt den Puck mehr auf, also müßte man noch fester Tampern um einen nicht verwühlten Puck zu haben, als bei der Bezzi. (?)
    Dann kann die Einstellung des Brühdrucks eigentlich die Welt doch nicht mehr ausmachen?

    Wie gesagt, ich lass das mal ganz vorsichtig raus, da ich das nicht als "Wahrheit" sondern eher als "so hab ich mir das gedacht" verkaufen will...
    können wir in netter Weise auch gern diskutieren, ich lass mich von allem überzeugen wenn man s mir logisch zufüttert :)
    Aber ich bin da halt eher eine Verfechterin von feste und grade Tampern und den Mahlgrad dem anpassen.... (?)
    hab aber auch schon viel von denen gelesen, die grade mal grade tupfen... und lieber feiner mahlen. DAS ist zB etwas was ich bis heute noch nicht fertig gekriegt habe, ich muß schon kräftig tampern, auch mit der Bezzi und frag mich immer noch wie jemand das macht, daß dann was vernünftiges rauskommt, wenn da nur mal sachte getippt wird.
    (Ich hab zB auch ne Weile mit dem Klicktamper gearbeitet, weil ich mir immer dachte das muß zu fest sein, was ich da mache...)
     
  17. #17 marco79, 02.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 02.05.2014
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    Ich habe mal einen aktuellen Bezug hochgeladen.



    Menge: 16g
    Tamperdruck: 15kg
    Bohne: Van Dyck Adorno (75/25)
    Temperatursurfen: via Wasserentnahme aus der Dampfdüse
    Bezugsstart: unmittelbar nach erlöschen der Lampe

    Was mir bei diesem Shot aufgefallen ist:
    Es wird zwischenzeitlich hell, so dass ich schon dachte, den Bezug stoppen zu müssen, dann kam aber doch nochmal etwas brauneres im Strahl (so zwischen 28-32s). Tendenziell würde ich sagen, dass dieser Shot zu lange gelaufen ist. Wenn ich feiner mahle, dann läuft es natürlich auch langsamer und nach 25-30 Sekunden ist deutlich zu wenig im Glas. Hinzu kommt, dass mir als eigentlicher Cappuccino-Trinker das "blonde" eher zugute kommt, da es das Resultat meiner Ansicht nach etwas milder macht. Mir ist noch nicht so klar, wann ich den Bezug stoppen muss. Wenn ich es richtig verstanden habe immer unmittelbar nach Einsetzen der Blondphase? Auch wenn diese zu früh einsetzt (bezüglich Menge/Zeit)?

    Allgemein fällt mir auf, dass es immer sehr stark "schäumt". Ist das normal oder deutet das eventuell auf einen zu großen Druck hin? Die Crema selbst ist immer vorhanden, je nach Parameter bildet sie sich mehr oder minder stark zurück. Habe mal testweise Zucker drauf gegeben und er verhält sich meiner Ansicht nach korrekt. Bleibt erst liegen, wird flüssig und sackt nach ca 4-5 Sekunden langsam nach unten.

    Meine Pucks waren übrigens noch nie matschig oder gar durchwühlt, sondern immer sehr fest (siehe Video), selbst unmittelbar nach dem Bezug. Channeling kann ich da nicht/nie erkennen. Tamper ich zu fest? Die Mutter in der Mitte ist immer deutlich zu erkennen.

    Bin für jeden Ratschlag dankbar, bitte den Shot zerreißen! :)
     
  18. #18 quattro_os, 03.05.2014
    quattro_os

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    Ich gebe zu ich habe nicht viel Ahnung weil ich erst seit 2 Wochen einen Siebträgermaschine habe. Hab die Ascaso Dream...
    Was mir aber aufgefallen ist, ich habe für die ersten Kaffees den BWT Wasserfilter verwendet, und es war alles ur sauer. Hab den dann einfach weggelassen und das Wiener Leitungswasser benutzt und siehe da der Kaffee schmeckt so wie er sollte und dann erst machte ich mich ans Feintuning.

    Dachte auch nicht, dass dieser Filter so viel Einfluss haben wird auf den Geschmack....

    LG quattro_os aus Wien.
     
  19. #19 marco79, 03.05.2014
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    Habe die letzten Tage dank Urlaub ständig Espresso zubereitet und sehr viel ausprobiert - und natürlich gelesen.

    Heute habe ich dann mal die verwendete Menge Pulver deutlich reduziert, nämlich von den bisherigen 16-16,5g auf exakt 14g. Zudem habe ich den Mahlgrad deutlich reduziert. Inspiriert wurde ich zum einen von @crimp2333
    ...aber auch von diesem Thread hier:
    Zunächst war der Mahlgrad so fein, dass die Durchlaufzeit >40 Sekunden war, zumindest bis die Menge in der Tasse erreicht war. Allerdings war am Ende imho eine zu lange Blondphase dabei. Umso überraschter war ich, dass mir der Bezug geschmeckt hat! Deutlich besser als vorher mit der hohen Dosierung und dem gröberen Mahlgrad. Ich habe dann noch einen Tick feinjustiert, indem ich den Mahlgrad etwas gröber gestellt habe. Dann war ich bei ca. 30 Sekunden bei genau 14g Pulver. Ergebnis: Der beste Espresso, den ich jemals hinbekommen habe mit der Silvia! Er ist dann direkt im Cappuccino gelandet und der hat großartig geschmeckt (Milch aufschäumen klappt auch schon recht gut, weg vom Bauschaum hin zum Microfoam).

    Ich muss zwar gestehen, dass ich die Theorie nicht so ganz verstehe bzw. bislang immer von anderen Gegebenheiten ausgegangen bin, aber dennoch bin ich gerade total glücklich, dass da was dran zu sein scheint. Mir ist früher schon einige Male aufgefallen, dass bereits >=16,5g sehr viel sind für das Silvia Doppelsieb, der Siebträger ließ sich manchmal nicht mehr richtig einspannen! Wenn ich lese, dass manche Leute bis zu 18g dosieren, das wäre mit meinem Sieb schlicht unmöglich. Habe auch in anderen Beiträgen gelesen, dass der Silvia der zusätzliche (Luft-)Raum im Sieb zugute käme, der entsteht, wenn man etwas niedriger dosiere. Vielleicht spielt das auch noch eine Rolle, ich weiß es nicht. Die Bohnen spielen sicherlich auch eine Rolle, bin nach wie vor beim Adorno von Van Dyck (75/25).

    Mein Puck ist übrigens jetzt nicht mehr ganz so trocken wie vorher - wenn auch nicht richtig matschig, aber eben etwas feucht. Jetzt fragt man sich natürlich, warum ich nicht von Beginn an geringer dosiert habe. Tja, habe an so vielen Stellen gelesen, dass die 14g in den meisten Fällen zu wenig wären. Daher habe ich mich bisher eher auf 16g eingeschossen.

    Ich werde das in jedem Fall weiter beobachten und bin schon gespannt auf den nächsten Espresso/Cappuccino. Ich hoffe das Ergebnis lässt sich später oder morgen einigermaßen reproduzieren. Ein LM1 inkl. Tamper ist auch schon unterwegs. Denn eigentlich bräuchte ich keine Doppio.
     
  20. #20 schmeinfecker, 03.05.2014
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    Ich besitze seit ein paar Tagen erst eine Silvia und war schon sehr gespannt, wann und ob überhaupt ich einen passablen Espresso hinbekomme... Erstaunlicherweise ging's gleich vom etwa dritten Bezug an (trotz Plastiktamper), und ein bisschen Rumspielen mit Mahlgrad und Menge brachte auch noch zusätzlich was an Crema und Geschmack, mit ziemlich kurzen Aufheizzeiten weit unter 30 Minuten. Das ganze mit Münchner Leitungswasser und als Geschmacksvergleich habe ich diverse Cafés mit u.a. Faema E61 in Laufweite. Falls das reines Anfängerglück ist: Wo kann man an der Silvia denn den Druck einstellen, und ist das wirklich vonnöten?
     
Thema:

Erfahrungsbericht: Die ersten zwei Wochen mit der Rancilio Silvia (Temperatursurfen)

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