Ernsthaft € 8,99/kg und lecker?

Diskutiere Ernsthaft € 8,99/kg und lecker? im Bohnen und Kaffee Forum im Bereich Rund um die Bohne; Also wenn es dir nur darum geht dass der Kaffee schmeckt und nicht darum dass der Mensch der deinen Kaffee produziert, ein würdevolles Leben...

  1. #121 schwawag, 19.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2021
    schwawag

    schwawag Mitglied

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    Zitiere hier 'mal aus diesem fairtrade/UTZ Artikel
    "...Als Prämie erhielt er für die letzten Ernten umgerechnet zwischen 9 und 26 Franken. Andere Bauern bestätigen, dass die Prämien zu tief sind, um einen Unterschied zu bewirken. Sie sind gezwungen, bei der Kooperative Kredite aufzunehmen. ..."
    Fairer Handel - Max Havelaar und UTZ in der Kritik: Bauern erhalten zu wenig Geld
    Der Artikel ist allerdings von 2019, frage mich, wieviel sich seither verändert hat (das ist ja die Argumentation der fairtrade Vertreter).
    In einem anderen Artikel https://www.fairtrade-deutschland.d..._Studie_Transfair_FFH_Kaffee_in_der_Krise.pdf ist auf S. 22 zu lesen: " Im Fairtrade-System geht ein größerer Teil der gesamten Wertschöpfung an die Produzent*innen: 16,1% gegenüber 11,6% im konventionellen Handel." Edit: die höheren Kosten für den Produzenten bzw. das Verhältnis höhere Kosten/Abnahmepreis wird nicht angesprochen. Sehr fair...
     
  2. #122 Fluchtkapsel, 19.10.2021
    Fluchtkapsel

    Fluchtkapsel Mitglied

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    Genau, kann man nix machen...

    Quijote Direktimport-Rösterei
    Good Karma Coffee
     
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  3. Lancer

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  4. #124 schwawag, 19.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2021
    schwawag

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    Direktimport von einer bestimmten Kooperative via lokaler Röster ist das, was für mich ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Edit: UTZ ist für mich Augenwischerei, wenn ich nach dem oben verinkten Artikel gehe.
    Über fairtrade in Kombination mit Bio:
    "zeigte ihre Verbindung mit dem Fairen Handel erhebliche Auswirkungen: um 20% höhere Einnahmen für die Produzent*innen und vor allem die Entwicklung eines agroforstlichen und biologischen Anbaumodells, das eine Alternative zu dem von den Behörden des Landes geförderten System darstellt und mit dem die Auswirkungen des Klimawandels bekämpft werden können."
    Über UTZ:
    "Die UTZ- und RFA-Standards werden vorwiegend von überdurchschnittlich großen Produzenten umgesetzt, die intensiven Kaffeeanbau betreiben, und vom nationalen Kaffeeverband ausgewählt werden. Folglich sind die Einkommensverbesserungen der Produzent*innen durch diese Zertifizierungen untrennbar mit der Unterstützung durch die Behörden verbunden. Darüber hinaus setzen diese Betriebe doppelt so viele chemische Düngemittel ein wie konventionelle Erzeuger*innen, was zu einer erhöhten Nitratbelastung führt, eine kritische Frage im kolumbianischen Kaffeeanbau." https://www.fairtrade-deutschland.d..._Studie_Transfair_FFH_Kaffee_in_der_Krise.pdf S. 23


    Als Röster blickt man da eher hinter die Mechanismen...
    Edit: hatte Deinen link nicht gesehen, Lancer. Bei einer Rösterei wie bei der von Dir verlinkten oder Quijote würde ich auch gerne den Aufpreis zahlen.
    Lokal habe ich claro als Möglichkeit: claro fair trade AG
     
  5. Silas

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  6. #126 Dingelding, 20.10.2021
    Dingelding

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    @schwawag das vielfache von Fairtrade ist wirklich notwendig...
     
  7. #127 yoshi005, 20.10.2021
    yoshi005

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    Am schlimmsten am klassischen Fairtrade-Ansatz finde ich, dass er falsche Qualitätsanreize setzt:

    „Genau an diesem Punkt wittern Wissenschaftler aber noch einen weiteren Systemfehler. Danach bietet Fairtrade einen Anreiz, vor allem den schlechten Teil der Ernte ins System zu speisen. Denn Fairtrade nimmt in der Regel nicht alles ab – ein Teil wandert auf den freien Markt. Colleen Haight von der San Jose State University beschreibt das Problem an einem einfachen Beispiel: Ein Bauer hat zwei Säcke mit Bohnen, von denen Fairtrade nur einen abnimmt. Für Sack A (gute Qualität) bekommt er auf dem freien Markt 1,70 Dollar pro Pfund, für Sack B (schlechtere Qualität) nur 1,20 Dollar. Der Anreiz ist offensichtlich: Der gute Sack wird für 1,70 Dollar verkauft. Der schlechte geht zu Fairtrade, wo man 1,40 Dollar bekommt.“
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  8. jani80k

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    Der Kaffeepreis wird laut einem ARD Bericht durch den Marktführer Brasilien bestimmt. In Jahr der Doku (vor 1-2 Jahren?) lag er bei 80 cent.
    Ein Tchibo Mitarbeiter hat mit einem Kamerateam eine riesige High Tech Farm besucht, wo sogar das Pflücken maschinell gemacht wurde. Am Ende des Besuchs wurde der Mitarbeiter noch beim Cupping gezeigt und die Bohnen sahen wirklich gut aus.
    Ich frage mich, ob die 80 cent Bohnen von der Hightechfarm nicht doch eine annehmbare Qualität hatten, obwohl der Kaffee so billig war.
    Könnte es nicht sein, dass mit einem hohen Automatisierungsgrad ein günstiger Preis keine schlechte Qualität bedeuten muss?
    Irgendwie konnte ich den Bericht erst nicht einordnen, aber kann es sein, dass die "hohen" Preise, die z.B. ein Quijote bezahlt evtl. für Koperativen mit kleiner Landfläche und ohne automatisiertes Pflücken bzw. wo auch an jedem Pflücker eine Familie dranhängt, nötig sind?
     
  9. Silas

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    Natürlich senkt Automatisierung Kosten und hat damit das Potential, das P/L-Verhältnis zu verbessern. Aber dass ein Gerät wirklich z. B. besser pflückt als erfahrene Menschen von Hand gezielt können, kann ich mir kaum vorstellen. Auch denke ich, dass es wie im Weinbau, nicht in allen Lagen möglich ist, maschinell zu pflücken (Steilhänge, andere Pflanzen zwischendrin, etc.). Das wirkt sich alles nicht positiv auf die Qualität aus. Vielleicht kann man also für gegebene, eher niedrige laufende Kosten in einem bestimmten Umfang die Qualität verbessern, will man sie aber maximieren, glaube ich an die Expertise erfahrener und leidenschaftlicher Menschen.
     
  10. jani80k

    jani80k Mitglied

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    Da sieht man auch, dass die nach Farbe und Größe maschinell sortiert werden am Ende.

    Per Ferndiagnose würde ich mal meinen, dass der Kaffee "ganz ordentlich" ist. Wenn man was Vergleichbares von einer kleinen Farm haben will, kostet es offensichtlich dann mehr.

    Ich trink trotzdem weiter "teueren" Specialty Coffee... alles andere ist zu langweilig... Microlots sind einfach ein spannenderes Abenteuer.
     
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  11. #131 Rempi-1953, 23.10.2021
    Rempi-1953

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    Hallo!
    Wenn man güstig Bohnen kaufen möchte, dann gibt es nur 1Adresse Waasserbillig (Luxemburg):
    Mache dies nicht nur für Kaffee, sondern nehme auch reichlich Benzin mit. Ich halte nicht viel
    von Werbung, noch weniger vom Aldi ganze Bohnen. Wenn Du guten Kaffee trinken möchtest,
    schaue mal bei Lidl vorbei. War anfangs auch skeptisch, aber dieser schmeckt wirklich gut.
    Wegen Werbung keine weiteren Informationen.

    Rempi1953
     
  12. Lancer

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    Ähm, nein.
    Weder das eine, noch das andere.
     
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  13. #133 Largomops, 23.10.2021
    Largomops

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    Von Hamburg auch bissl weit :)
     
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  14. plempel

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    Wer, Lidl? :p
     
  15. #135 BrikkaFreund, 23.10.2021
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    Haben die ernsthaft Espressobohnen bewertet bzw. bewerten lassen, indem Cappuccino aus Vollautomaten verkostet wurde? Wirklich?
     
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  16. Silas

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    Musste da wahrscheinlich, denn aus dem KVA schmeckt ja eh alles (relativ) gleich. Anständig zubereitet kann man das sicher nicht trinken :p
     
  17. #137 nobbi-4711, 24.10.2021
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    Das denkt man immer, ich hab mich da aber schon öfter eines Besseren belehren lassen dürfen.
     
  18. Silas

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    Ich hatte selbst einen mehrere Jahre im Einsatz (sogar ein eher hochpreisigeres Modell) und war von Beginn an der Meinung, verschiedene Kaffees hätten mir vorher aus der French Press differenzierter und besser voneinander abgrenzbar geschmeckt. Als ich dann Jahre später (jaja, die Bequemlichkeit) wieder zurück zum Brühkaffee bin und später auch zum Espresso, ging es mir wieder so. Klar war das bisschen überspitzt formuliert (deshalb ja auch das “relativ”) und klar ist das wichtigste immer der Kaffee selbst aber ich bleibe dabei, dass das die gängige Zubereitung ist, bei der Charakteristika der Kaffees am schlechtesten deutlich werden — jedenfalls bei den Heimgeräten.
     
  19. #139 nobbi-4711, 24.10.2021
    nobbi-4711

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    Dass es mit anderen Methoden diffenzierter schmecken kann, habe ich auch nicht in Abrede gestellt, Dass es aus dem VA " eh alles gleich schmeckt", widerspricht aber meiner bisherigen Erfahrung.
     
  20. Silas

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    Dir ist aber schon aufgefallen, dass ich “(relativ) gleich” geschrieben habe und sich mein Post im allgemeinen des Stilmittels der Übertreibung bedient hat (denn man kann mäßigen Kaffee natürlich auch anders zubereitet trinken — möchte zumindest ich nur nicht so gern)? Gut. Worüber diskutieren wir hier eigentlich…
     
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