Espresso läuft schnell, ist aber bitter

Diskutiere Espresso läuft schnell, ist aber bitter im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo zusammen, der Name des Threads verrät ja eigentlich schon worum es geht. Ich probiere seit 2 Wochen herum und komme zu keinem trinkbaren...

  1. Glena

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    Hallo zusammen,

    der Name des Threads verrät ja eigentlich schon worum es geht. Ich probiere seit 2 Wochen herum und komme zu keinem trinkbaren Ergebnis. Ich arbeite mit einer Bezzera BZ10 (VST Doppelsieb) und einer Eureka Mignon Specialita. Meine Bohnen sind von TimandSebastians (Röstung Sebastian). Im Moment habe ich bei 18,5 g in 40g Output in 30 sec. und das Ergebnis ist nicht nur bitter sondern wirklich ekelhaft. Ich kann gar nicht genau beschreiben wie, aber der Espresso hat einen ganz merkwürdigen Nachgeschmack (gereinigt ist alles). Stelle ich die Mühle gröber läuft der Espresso viel schneller, schmeckt aber trotzdem bitter, wie kann das sein? Ich weiß, dass so Ferndiagnosen immer schwierig sind, aber vielleicht fällt jemandem ja auf Anhieb irgendetwas ein was ich übersehen habe. Die Bohnen sind frisch, es liegt also auch nicht am Alter.
    Generell habe ich das Gefühl, dass es mir schwerfällt reproduzierbare Ergebnisse an der Bezzera BZ10 zu bekommen. Wenn der Espresso dann mal schmeckt, dann ist das ein einmaliges Erlebnis und der nächste schmeckt meist wieder nicht.
    Hat irgendjemand eine Idee?

    Liebe Grüße
    Glena
     
  2. #2 Caffettiera, 19.06.2019
    Caffettiera

    Caffettiera Mitglied

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    Hallo Glena Willkommen im KN-Forum,

    also ich selber habe keine Bz10 sondern eine Rocket, kann dir bezüglich irgendwelchen Besonderheiten der Bezzi 10 (z.B. Druck) nichts sagen. Habe aber wie du eine Eureka Specialita. Bei den orginalen VST Sieben mahlt man ja etwas feiner. ..

    Eventuell passt das Verhältnis von Mahlgrad und Mahlmenge nicht optimal zusammen für deine Bohnen...auch wenn der genannte Wert nicnt so schlecht ist.
    Vom Grundtenor gilt:
    -mahlt man feiner nimmt man etwas weniger
    -mahlt man gröber nimmt man etwas mehr Kaffeemehl.
    Muss man sich vorstellen wie ein Blumentopf der einmal Sand und einmal große Steine enthält-- gießt man den Topf...so bietet der Sand mehr Widerstand für das Wasser bei den großen Steinen fließt das Wasser eben schneller durch.

    Wie hast du den Mahlgrad bestimmt bzw. wie bist du vorgegangen um den Mahlgrad zuermitteln?

    Um erstmalig den Mahlgrad zubestimmen, sollte der sog. Nullpunkt ermittelt werden. Der Nullpunkt ist der Augenblick indem sich die Mahlscheiben der Specialita berühren, man hört dann ein klirren. Damit man einen Überblick während der Ermittlungsphase des Mahlgrades hat, sollte man einen festen Bezugswert haben.

    Also es bietet sich an die verwendeten Bohnen abzuwiegen und eine feste Grammzahl an Kaffeemehl zubestimmen mit der man das Doppel Sieb testen will z.B. 16g/17,5g oder 18g etc. Nun stellt man gegen den Uhrzeigersinn, dass Rädchen schrittweise gröber und verfolgt wie es sich mit der gewählten Kaffeemenge verhält...z.B. wie die Fließgeschwindigkeit ist.
    -fließt es zu schnell ist zu grob gemahlen --korrektiv Menge erhöhen oder feiner stellen
    -fließt es zulangsam ist es zu fein gemahlen--korrektiv Menge reduzieren oder gröber stellen

    Dabei behält man die Brühratio, also Verhältnis von gemahlenem Kaffee und den in der Tasse entsprechenden Gramm sowie die Bezugszeit von ca.25-30 Sekunden im Augen. Die Bezugszeit beginnt wenn der erste Tropfen in die Tasse fällt. Meinstens ist die Ermittlung von grob zu fein leichter als umgekehrt. Am Anfang könnte man erstmal das Verhältnis von Mahlgrad und Menge testen...Bin auch kein allzu großer Freund von abwiegen hilft aber am Anfang ..ein Gefühl zu bekommen.

    Um die Mahlgrad Ermittlung etwas zu verbildlichen, kann man sich das Einstellungsrad auch wie eine Uhr vorstellen. Ich habe die Ziffer 3 als Orientierungspunkt genommen, da diese von Werke aus an der Markierung stand.Der Nullpunkt ist dann bei meiner Specialita erreicht, wenn die Ziffer 3 auf der fiktiven Uhr (das Einstellungsrädchen) ungefähr 10 -12 nach steht, dort müsste das klirren beginnen. Wird das Markierungszeichen unten als Orientierung genommen, dann ist der Nullpunkt ca. 4,6 . In der Regel ist man vom Nullpunkt aus gesehen nach ca. 1/4 Drehung Richtung grob bereits in dem Bereich wo es dann passen könnte. Also wenn bei mir die Ziffer 3 sich zwischen 45-57 sich bewegt dann kann das je nach Bohne passen.Ich nutze noch die Rocket Standarsiebe... Da du VST Sieben nutzt , bei denen feiner gemahlt wird, versuch mal gröber zumahlen und etwas Kaffemehl zureduzieren. ...



    .
     
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  3. Sekem

    Sekem Mitglied

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    Vielleicht zu frisch?
     
  4. #4 brrrt, 19.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 19.06.2019
    brrrt

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    VST-Siebe haben gerne mal Randchanneling ---> maximal möglichen Tamper (58.4-58.7, je nach effektivem Innendurchmesser) verwenden und/oder Lösungsvorschlag aus #11 probieren.

    Die (elektr. beheizte) Brühgruppe der BZ10, zusammen mit der Hysterese (Heizsystem), dem immer unterschiedl. warmen Wasser aus dem Tank und der "tendenziell überheizenden" Brühgruppe ---> ergibt eine bisweilen eine recht hohe Schwankungsbreite (#32 ff.). Das hat zur Folge hat, dass ein Espresso wunderbar lecker werden kann, der andere, trotz identischem Zubereitungsritual, dann wieder maximal <biiieeeeep>.

    Gezieltes Temperatursurfen ist schwierig; war eher wie Würfeln (große Straße beim Kniffeln :D).


    Edit: umformuliert
     
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  5. #5 lutzi86, 25.06.2019
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    Wie Caffeettiera hiervor schon angab, bei Espresso sind Mahlgrad und Temperatur extrem wichtig, aber nicht so einfach ein zu stellen, es gibt aber ein YouTube Film meine ich wo dieses für deine Maschine genau vorgezeigt wird, ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe deine Maschine brüht dir bald deine perfekte Tasse Espresso.
     
  6. #6 espressionistin, 25.06.2019
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    Oder zu viel? Über 18 Gramm, wohin soll das noch führen? Ich bin kein Freund von dieser überall kolportierten Brührate von 1:2, weil die jeden Einsteiger völlig auf die falsche Fährte führt.
    Die sollte man den Nerds überlassen, damit treibt man jeden Einsteiger doch höchstens zurück zum Teetrinker.
    Zum Einstieg lieber 1:3, und vor allen Dingen, bitte mit einer gutmütigen Barmischung anfangen.
    Ich kenn das hier verwendete Zeug nicht, aber der Name verheißt nix gutmütiges, eher was nerdiges.
    Daher mein Tipp; anderer Kaffee, andere Brührate.
     
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  7. #7 Borboni, 25.06.2019
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    ist so. ist alles andere als eine gutmütige barschlampe. scheint ein kolumbianischer single origin zu sein. wohl medium roast! ich würd eher kein vst sieb für den verwenden.

    so schwer dürfte der nicht einzustellen zu sein. ich vermute eher der TE passt der kaffee nicht. erwartet einen darkroast und hat einen medium roast gekauft. wäre nicht das erste mal.

    ob sie das jemals lesen wird, ist eine ganz andere frage!
     
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  8. #8 Dirk2/3, 30.06.2019
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    Der Titel des Threads beschreibt schon den Grund für die Bitterkeit.
    Gruß
     
  9. Glena

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    Ich weiß wie der Kaffee schmeckt, wenn er richtig läuft, darkroast ist nicht meins, ich habe schon bewusst einen Medium roast gewählt.
    Kompletter Neuling bin ich nicht, ich arbeite im Café, da kriege ich die Mühlen auch ordentlich eingestellt. Es klappt nur zuhause nicht konstant. Immer wieder ist ein sehr leckerer Espresso dazwischen aber es ist nie konstant. Ohne dass ich etwas an meiner Technik ändere.
    Danke dennoch
     
  10. Glena

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    Wenn der Espresso zu schnell läuft sollte er dann nicht sauer schmecken ? Lg
     
  11. NiTo

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    Wie ist es denn in dem Café, wo du arbeitest?
     
  12. #12 Dirk2/3, 10.07.2019
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    Viel Wasser extrahiert viel. Deshalb bitter.
    @Ganzo hat dazu Interessantes geschrieben.
    Gruß
     
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  13. #13 Dirk2/3, 10.07.2019
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    @Glena
    Ich kann immer wieder den Tip geben:
    Menge verringern und feiner mahlen, um die Intensität des Geschmacks zu mindern.
    Dann kann man meist die Richtung besser bestimmen.
    18,5 gramm im Doppelsieb, direkt VST, statt dem Originalsieb.
    Warum Experimente am Anfang?
    Probiere 14 Gramm und feiner mahlen, bis man etwas sinnvolles herausschmecken kann. Weniger geht auch.
    Wichtig auch ist Pulver immer gleich behandeln, ein Zahnstocher zum Umrühren des Pulvers im Sieb kann oft Wunder bewirken.
    18,5 Gramm im Doppelsieb quetscht das Pulver im Siebträger.
    Weniger schlimm bei hellen Röstungen, bei eher mittel bis dunkleren könnte die Extraktion gestört sein durch Überfüllung= Sauer/Bitter, undefinierbar eklig.
    Gruß
     
  14. #14 Dirk2/3, 10.07.2019
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    Noch was. Benutzt Du Britta gefiltertes Wasser?
    Damit könnte der P.H. wert zu niedrig sein= merkwürdiger Geschmack im Abgang.
    Gruß
     
  15. #15 SvenSvensson, 12.07.2019
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    Interessante Beiträge @Dirk2/3 .

    Nutze auch ein Brita Filter und schon relativ früh seit meinem Siebträgereinstieg ein VST20 Sieb das ich auch immer so mit 19-20g befülle. Nun habe ich ähnliche Probleme wie der Ersteller. Oft sauer/bitter und undefinierbar komische Bezüge. Trotz gleichen Werten einfach unkonstant.

    Also lieber das originale Rocket 2er Sieb nutzen (aber mal ehrlich, das ist doch deutlich unterfüllt mit 14g!?) und den Brita Filter weglassen (Angst vor Kalk)?
     
  16. cbr-ps

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    Ausprobieren kann man alles. Bei möglicher Unterfüllung misslingt halt der Bezug und ein paar Bezüge mit kalkhaltigem Wasser ruinieren die Maschine nicht gleich. Was man aus den dann gewonnen Erkenntnissen macht, muss man dann halt schauen. Wenn es ohne Filter wirklich besser schmeckt: Anderer Filter, Flaschenwasser, Kalk in Kauf nehmen und regelmässig entkalken,...
    Als Erstes könntest Du auch einfach den PH Messen um diese These zu überprüfen:
     
    Senftl gefällt das.
  17. Dirk2/3

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    Einfach geht es mit Volvic Wasser oder dem allseits belieben Lidl Wasser.
    Auch destilliertes Wasser mit Leitungswasser verschneiden ist eine Möglichkeit.
    Die Tankmaschine bietet ja viellerlei Experimentierraum.
    P.H.Wert ab 6,5 ist zu bevorzugen, Kalkgehalt unter 8d.h.
    Gruß
     
  18. Dirk2/3

    Dirk2/3 Mitglied

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    14 Gramm ist normalerweise möglich. 58mm Sieb sollte da gut mit gehen,
    Alles andere würde mich schon wundern.
    Aber ich bin auch hebelverwöhnt, da klappt meist jeder Bezug.
    Meine Simonelli Mac war am besten mit 14,5 gramm. (Rotapumpe)
    Immer bezogen auf klassische Röstungen.

    Meine LSM Izzo Hebelkiste macht super Espressi bei 13 Gramm.
    Cappu mache ich mit 14 Gramm, da es mehr Druck macht.
    Espressi schmecken aber zu unausgewogen,
    bei 13 Gramm aber richtig nach m.E.
    Es gibt pro Sieb, pro Röstung pro Durchmesser und Maschine einen idealen Wert, der lag bei mir noch nie bei 18 Gramm. Vermutlich gibt es Röstungen, die das können.


    Gruß
     
  19. NiTo

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    Welches genau meinst du (Quelle, Werte)?
     
  20. Dirk2/3

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