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Espressomaschinen - Persönliche Berichte der Boardnutzer

Dieses Thema im Forum "Espresso- und Kaffeemaschinen" wurde erstellt von mthier, 23. September 2002.

  1. max.sr

    max.sr Mitglied

    Beiträge:
    17
    Ort:
    NRW
    So, ich möchte jetzt auch mal meine Erfahrungen mit der Graef ES 90 mit Euch teilen. (möglichst objektiv)


    Baujahr: 2011

    Gekauft: 2015


    Ich habe die Maschine günstig bei Ebay erstanden. (knapp 150 €)


    Äußeres: (Haptik/Optik)


    IMHO eine sehr schöne Maschine aus Druckguss, die sich sehr gut neben meiner Bezzera BB005 und der Gastroback 42... macht. Absoluter Blickfang in der Küche und ich freue mich jeden Tag erneut wenn ich sie anstelle und mir einen Espresso mache.


    Die Maschine verfügt über eine Tassenabstellfläche die nach knapp 20 Minuten die Tassen auch gut anwärmt, wenn man ein Tuch über die Tassen legt.


    Außerdem verfügt sie über eine Dampflanze und einen Heißwasserspender. (Der m. E. Für das Vorwärmen einer Espresso- oder Cappuccino-Tasse völlig ausreichend ist. Vielleicht reicht die Temperatur nicht für eine Tasse Tee aus und der Bezug von 250 ml dauert auch seine Zeit, da der Bezug nur gepulst ist)


    Die Abtropfschale ist auch groß genug dimensioniert und fasst 700ml bis 1l. Wenn die Schale voll ist, kommt von unten ein roter Schwimmer hoch.


    Zubehör:


    Die mitgelieferten Siebträger (erhältlich mit 1er und 2er Auslauf) sind solide verarbeitet und liegen gut in der Hand. Der Plastikgriff lässt sich abschrauben und jeder andere Siebträger-Griff mit einem M10-Gewinde einschrauben.

    Zu den Siebträgern werden 4 verschiedene Siebe mit geliefert. 2 einwandige Siebe (für single oder double shot) und 2 Crema Siebe mit doppeltem Boden und nur einem Loch. (Auch für single oder double shot.) Die Crema Siebe sind perfekt geeignet für vorgemahlenen Café Creme (Schümli) oder E.S.E. Pads.


    Meine Siebträger sind die überarbeitete Version, ohne Plastikboden und mit verbesserter Siebhalterung, so dass auch andere 58er Siebe, wie LM1, IMS, und Rancilio 6gr gut halten und beim Ausklopfen nicht herausfallen.


    Der Tamper passt genau in die Siebe und reicht meiner Meinung nach völlig aus. (Ich weiß auch nicht warum so viele auf einen formschönen, ergonomischen und überteuerten Design-Tamper stehen; einen Anpressdruck von 25 kg bekomme ich auch locker (und ohne Schmerzen :-D) mit dem Graef-Tamper hin)


    Zusätzlich wird noch ein kleines Reinigungswerkzeug mitgeliefert, bestehend aus einer Reinigungsscheibe (Blindsiebersatz; ich habe mir aber trotzdem noch ein richtiges Blindsieb gekauft) und einem Drahtwerkzeug zur Reinigung der Dampf- und Heißwasserdüse.


    Kaffee-Bezug:


    Ich versuche das mal chronologisch abzugehen.


    1. Wasser einfüllen


    Der Tank fasst 3l und hat vorne an der Maschine eine Skala mit 0,5 l Schritten. Er kann bequem über eine Füllöffnung befüllt werden (Die Füllöffnung hat auch einen Kunststofffilter, so dass nicht aus Versehen irgendwelche Partikel in den Tank gelangen können); oder man rollt die Maschine (hinten sind unter den Stützen Rollen angebracht) nach vorne und entnimmt den Tank. Wenn der Tank leer ist, oder nur noch wenig drin ist, leuchtet eine rote Lampe und die Maschine piepst 3 mal. Der Bezug kann aber ohne Probleme noch vollendet werden. Auch ein Café Creme mit knapp 200 ml ist kein Problem.


    2. Maschine anschalten


    Die Maschine wird über den Power-Knopf angeschaltet. Während der Aufheizzeit blinkt dieser rot und alle anderen Tasten sind gesperrt. Während des Aufheizens lässt die Maschine das alte Wasser aus dem Thermoblock in die Abtropfschale ab, so dass man immer mit dem frisch eingefüllten Wasser „arbeitet“. Betriebsbereit ist die Graef dann nach ca. 3-5 Minuten. Ich gebe ihr aber immer noch mehr Zeit (knapp 20 Minuten), damit auch alle Teile aufgeheizt sind und die Tassen schon mal vorgewärmt werden. (Also anschalten, dann duschen, fertigmachen etc. und dann kommt der Espresso)


    3. Espresso machen


    Als erstes kommt der obligatorische Leerbezug, bei dem nochmal die Espressotasse richtig aufgeheizt wird. Dann Kaffeemehl in den Siebträger. Das mitgelieferte Graef-1er-Sieb möchte aber mehr als 7 Gramm Mehl für einen trockenen haben und so komme ich bei mir auf ca. 10-12 Gramm, je nach Mahlgrad. In letzter Zeit benutze ich aber nur das Rancilio-Sieb, weil mir 7 Gramm besser schmecken (vielleicht auch nur Einbildung)

    Dann tampen und den Siebträger in die Brühgruppe einspannen und auf die Taste für den Einzelbezug drücken. (Beide Bezugstasten sind individuell einstellbar und über die Manual-Taste kann man auch mal einen großen Schümli beziehen. Der Bezug stoppt dann automatisch bei der Maximalmenge von 290ml)

    Mit 3 Pumpstößen macht sich dann die Preinfusion bemerkbar und nach 5 Sekunden geht es dann los. Der Druck wir konstant bei 9 Bar gehalten. Die hier im Forum angesprochenen Druckschwankungen verschwinden, wenn man monatlich entkalkt und wöchentlich rückspült. Also keine außergewöhnliche Reinigungsprozedur.

    Die Brühtemperatur wird auch konstant gehalten (Vorteil von Thermoblocks?) und lässt sich vor dem Einschalten der Maschine in Schritten von 88, 90, 92, 94, 96 °C einstellen. Ich brühe meistens bei 96°C.

    Bei perfekten Einstellungen, einer guten Mühle und guten, frisch gerösteten Espressobohnen bekommt man auch ein, wie ich finde, sehr gutes Ergebnis und einen sehr schmackhaften Espresso. Ich benutze momentan die Fausto India Monsooned Malabar und bekomme nach 25 Sekunden einen Espresso mit einer schön gemusterten haselnussbraunen Crema und Malabar typisch sehr viel Crema. Es schmeckt alles so wie es sein soll. Ausgeglichenes Verhältnis zwischen Säure und Bitternoten und ein leichter Schokotouch. Auch wenn mich gleich die Anhänger und Verfechter der klassichen Ein- und Zweikreiser-Maschinen à la Rancilio Silvia, Vibiemme Domobar, ECM etc. mit den Mistgabeln jagen werden, ich schmecke keinen Unterschied zwischen dem Ergebnis in meiner Tasse und dem Ergebnis in der Tasse von der ECM Technika IV meines Onkels oder der La Cimbali M39, mit der ich den Test in einer Eisdiele in der Nähe von mir durchgeführt habe.


    4. Milch aufschäumen


    Dieser Punkt ist wohl der größte Nachteil der Graef im Gegensatz zu den Boilermaschinen. Denn in der Eisdiele war ich beim Arbeiten immer von der großen Dampfleistung verwöhnt. Auch bei der Technika geht das Aufschäumen sehr flott. Als ich das erste Mal mit der Graef aufgeschäumt habe, war ich mir relativ sicher: „Hier muss irgendwas kaputt sein“ Also den kompletten Dampfblock entkalkt (kann ja sein, dass der Vorbesitzer es damit nicht so genau genommen hat :) )und erneut versucht, doch es gab keine Veränderung der Pump-/ Dampfleistung. Daher hab ich im Forum nachgeschaut und die Einstellungen des Dampfblocks auf +10° und +2 sec gestellt und mich damit abgefunden, dass es eben ein bisschen länger dauert. Aber für 2 Tassen reicht es doch völlig aus und bei richtigem Ziehen und Rollen bekommt man auch einen super Latte Art fähigen Milchschaum.

    Übrigens: Wenn man öfter Milch aufschäumt sollte man ab und zu die Heißwasserausgabe entleeren, denn dort sammelt sich auf irgendeine Art und Weise das Kondenswasser der Dampflanze. Ich habe die Heißwasserausgabe knapp einen Monat nicht benutzt, dann aber doch mal versucht Tee damit zu machen und beim Öffnen des Magnetventils gab es dann die große Überraschung durch wild umher spritzendes Wasser.


    Positives:

    • solide verarbeitete und gut durchdachte Maschine

    • Preis-Leistung sehr gut

    • schnell Betriebsbereit

    • Dual-Thermoblock-System: Gleichzeitig Espresso beziehen und Milch aufschäumen

    • Großer Tank und große Abtropfschale

    • immer frisches Wasser im Kreislauf

    • Preinfusion

    Negatives:

    • nicht so individuell einzustellen wie die Silvia oder vergleichbares (Temperatursurfen u.a.)

    • etwas laut und thermoblocktypische Knackgeräusche

    • schwache Dampfleistung (reicht für meine Bedürfnisse) und Heißwasserausgabe

    • (Preinfusion nicht ein- oder abstellbar)

    Fazit:

    Wer eine Espressomaschine sucht, mit der er mühelos Espressi und Milchgetränke machen kann und die unkompliziert und zuverlässig arbeitet, der ist mit dieser Maschine wunderbar bedient. Wer dagegen experimentieren möchte und nicht so viel wert auf den Komfort eines, ich nenne es jetzt mal vergleichsweise, Dual-Boilers legt, der soll sich lieber nach einer der anderen bewährten Maschinen à la Rancilio Silvia oder Gaggia Classic umsehen. Daran wird er dann sicherlich mehr Spaß finden. Ich vertraue einfach darauf, dass Graef bei den Espressomaschinen die gleichen Produktions- und Qualitätsstandards ansetzt, wie bei den Allesschneidern, die ja bekanntlich auch sehr lange halten. Auch wenn dieses Produkt von Sunbeam „übernommen“ wurde, hoffe ich, dass Graef die Produktion im Auge hat und auch noch lange Ersatzteile anbietet. Denn auf der Internetseite von Sunbeam kann ich keine Espressomaschinen mehr finden :-O


    Ich hoffe, ich konnte Euch ein bisschen helfen und objektiv genug berichten.


    Gruß


    Max
     
  2. crake

    crake Mitglied

    Beiträge:
    163
    Hier meine Erfahrung mit der La Marzocco GS3 AV:

    Äusserlichkeiten:
    Die GS3 gefällt mir durch ihr recht neutrales Auftreten. Ohne große Schnörkel, die Barometer links von der BG nebeneinander, rechts von der BG die Digitalanzeige und Knöpfe zur Bedienung.
    Da es mir fast ein wenig ZU neutral war, erwarb ich vor kurzem die transparenten Seitenscheiben. Das wirklich schön anzusehende Innenleben ist jetzt die perfekte Balance zur "nüchternen" Präsentation von vorne. So erreicht sie zwar keine Mirage oder Speedster o.ä., aber das "exklusive" Design wäre mir keine 3000-4000 Euro Aufpreis wert :confused:.
    Die "Plastikkappe" über der BG ist zwar nicht die Schönste, vermeidet aber Verbrennungen, wenn man mal unvorsichtig nach einer neuen Tasse greift ;).

    Innere Werte:
    Der "Innenraum" der GS3 ist in Handarbeit gefertigt und nicht nur streng funktional, sondern auch ästhetisch wunderbar anzusehen. Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau, die Edelstahlkessel sind isoliert, alle wärmeleitenden Rohre sind aus Kupfer, der Brühkessel wird über Wärmetauscher "versorgt", eine programmierbare PID Steuerung ist verbaut, die Rotationspumpe ist kräftig und nicht zu laut (könnte aber noch einen ticken leiser sein), das Magnetventil verhindert Nachtropfen und erleichtert das Reinigen über das Öffnen bei Rückfluss. Volumen des Brühkessels liegt bei 1,5 Liter, der Dampfboiler bei 3,5 Liter - beides MEHR als genug für die Anwendung zu Hause oder im Büro.

    Espresso:
    Ich finde es persönlich nicht leicht mit der GS3 (in Kombination mit der Mahlkönig K30) den perfekten Espresso zu erhalten (mit Betonung auf "perfekt"). Einfach da Geräte mit Druckprofil in Kombination mit konischen Mühlen mehr "verzeihen". Aber es ist natürlich - mit viel Üben und Ausprobieren - möglich großartigen Espresso zu extrahieren und DANN... ist die GS3 über jeden Zweifel erhaben und kann mit den ganz Großen "GastroSTs" mitspielen. Die Automatikversion (AV) hat bei Tankbetrieb keine "wirkliche" Präinfusion (PI), bietet aber die Programmierung eines Wasserbezuges - ohne Druckaufbau - für bis zu 2 sek. Ich persönlich benötige keine "wirkliche" PI, halte auch die Diskussionen darüber für nicht sehr brauchbar. Da kein Druckprofil gefahren werden kann, muss man tatsächlich die Parameter für den "perfekten" Espresso kurz an den Zügeln halten. Die Möglichkeiten der Programmierung (PID Brühkessel-Temp, Dampfkessel-Temp, Bezug in Volumen für 1 oder 2 Ristretto und 1 oder 2 Espressi, unechte PI für bis zu 2 sek + Wartezeit danach lassen sich programmieren) bieten für mich zum Einen großen Komfort bei gleichbleibender Qualität von Bezug zu Bezug, bieten aber auch genügend Spielraum um - zumindest aus den Bohnen, die ich bis jetzt getestet habe - einen "perfekten" nicht sauren und nicht bitteren Espresso zu gewinnen.
    Auch bei längeren Bezugszeiten oder sehr kurzen Abständen der Bezüge ändert sich die Brühtemperatur um max. 0,2 °C. Was ich auch sehr von Vorteil finde: die Brühtemperatur lässt sich auf den tatsächlichen Wert "eichen" - sie gibt nicht die Temperatur im Brühkessel an!

    Aufschäumen:
    Sehr kräftiger, trockener Dampf - für Anfänger eher zu viel Druck, kann man aber durch Senken der Boiler-Temperatur ausgleichen. Perfekter, seidener Milchschaum möglich, mehr kann man dazu nicht sagen. Die Lanze wird allerdings sehr heiß bei Bedienung - sie kühlt dann zwar wieder schnell ab, aber - zumindest in meinem Gerät (1 Jahr alt) - kann ich nichts von "cool wand" erkennen. Ist mir zwar egal, aber muss mal gesagt werden :).

    Bisherige Probleme:
    Die Maschine läuft tadellos, ich führe regelmäßig Reinigung der BG durch (Blindfilter).
    Einige der Ausläufe in die Auffangschale sollte man regelmäßig reinigen, da sie zu Verkrustung neigen.
    Ansonsten keine Probleme.

    Vorteile:
    Gegenüber...? Die Maschine bietet die Möglichkeit Espresso auf höchstem Niveau zu extrahieren. Die Technik der GS3 ist ansonsten meist nur größeren und teureren Gastromaschinen vorbehalten.
    Mit der GS3 AV lassen sich alle - für mich persönlich nötigen - Parameter programmieren und dann per Knopfdruck für unterschiedliche Zielvolumina abrufen. In meinen Augen genial.

    Kommentar/Empfehlung:
    Wer das Geld dazu verschmerzen kann, wer eine der besten Espressomaschinen (1-gruppig) auf dem Markt sein Eigen nennen möchte und auf "exklusives" Design verzichten kann, der kann bei der GS3 getrost zuschlagen. Sie bietet alles, was das Barista-Herz begehrt mit einem nicht zu verachtenden Komfort = einmal für die Bohne eingestellt bleibende Bezugsqualität.
    Add-on: ich verwende die GS3 in Kombination mit einer Mahlkönig K30 Vario und einem Ona Coffee Distributor (den ich nach dem manuellen Verteilen des Mehls einsetze, um gleichbleibendere Ergebnisse zu erzielen).
    Also: Daumen weit nach oben, ich kann mir für meine Zwecke (= geringe bis mittlere Durchsatzmenge bei sehr hohem technischen Niveau) keine bessere Maschine vorstellen.
     
    robi und st. k.aus gefällt das.
  3. MCS_KAFFEE

    MCS_KAFFEE Mitglied

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    15
    Hallo Zusammen,

    meine Erfahrung mit einer gebrauchten
    Bezzera BZ99 Baujahr 2002
    Gekauft habe ich die Maschine auf Ebay Kleinanzeigen für 420 Euro

    Äusserlichkeiten
    Chrom, schlicht, eckig, funktonell, passt in jede Küche vom Platz

    InnerWerte
    Zweikreise für Düse und Kaffee, Herausnehmbarer Wassertank, sehr solide Verarbeitung, wirkt wie neu auch innen. 14 Jahre sind nicht erkennbar an der Technik, siehe Kaffeewiki

    Espresso
    Nach einer absolut radikalen Entkallkung mit Natron E500, so wie erwartet. Dunkel, braune feste Crema, starker Espresso Geschmack. Siehe Probleme, warum nicht gleich?

    Aufschäumen
    Funktioniert, ich war an meinen Fähigkeiten fast verzweifelt, vielleicht auch die Vorbesitzer. Nach der Entkalkung schäumt sie zuverlässig, ohne Experimente und Tricks.

    Bisherige Probleme
    Nach Kauf, optisch sehr guter Zustand, im Norden sagen wir "Plörre", dünner Kaffee, fern von Espresso, Schaum mässig bis gar nicht. Nach 3 Monaten überlegen ausprobieren, dann doch
    die Idee, mal richtig entkalken mit über 5 Liter Natron Wasser rein und 5 Liter nachspülen, wegen des Geschmacks und mit hoher Natron Konzentration (Natrium Hydrogencarbonat E500 Lebensmittel
    qualität, für wenige Euro im Internet), wir benutzen es als altes Hausmittel.

    Schaum ist perfekt, Latte Macchiato geht mit jeder Milch, Espresso ist schön dunkel, cremig und kräftig.

    Vorteile: Eine Arbeitsmaschine, robust, leicht zu bedienen, sie funktioniert, wenn sie gepflegt wird. Aufheizzeit ist selbst morgens zum Frühstück akzeptabel. Der Tank ist gross genug.

    Nachteile: An sich nur der Lärm der Pumpe, aber vielleicht finden wir da auch noch eine Verbesserung.

    Fazit:

    Für den Preis ist Sie wirklich perfekt.Keine Diva, tolle Alltagsmaschine auch bei Gästen.

    Ich habe die Maschine auf Grund von Berichten in diesem Forum gekauft, danke an die Schreiber im Forum. Der Rat war sehr gut!



     
  4. Aeropress

    Aeropress Mitglied

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    Hm daß Natron gegen Geschmacksprobleme hilft und auch manches löst ist bekannt, als Entkalkungsmittel das wäre mir neu, schließlich ist Natron basisch und nicht sauer wie soll das Kalk lösen. Es kann im Wasser gelöstes Calcium binden und umwandeln also durchaus etwas enthärten, aber keinen schon ausgefällten Kalk wieder auflösen.
     
  5. MCS_KAFFEE

    MCS_KAFFEE Mitglied

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    Hallo Chris, ich gebe Dir grundsätzlich Recht, eines ist der durchschlagende Effekt bei meiner Maschine. Ich könne es mir so erklären, dass im Prozess Kohlensäure frei wird, welches Kalk bindend wirkt. dieses mache ich wöchentlich bei meinem Meerwasser Aquarium. Kann es nicht sein, dass das abgelagerte Kalk sich im Wasser löst und durch die Spülung die Maschine verlässt. Meine Maschine ist wie neu und kaum wieder zu erkennen, die Abschäumer Düse bringt die gewünschte Leistung und der Espresso ist jetzt sehr gut. Ich glaube hier besteht doch ein Zusammenhang, Unser Leitungswasser hat eine sehr geringe Karbonathärte im Vergleich zu anderen Regionen, vielleicht hilft das im Prozess, so das hier noch Kapazizät in der Aufnahme ist.

    Viele Grüße

    Frank
     
  6. Aeropress

    Aeropress Mitglied

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    4.148
    Ich denke eher da haben sich andere Ablagerungen und Schmutz gelöst, Kalk insofern er nennenswert vorhanden war ist da dann immer noch drin. Kohlensäure entsteht in Abhängigkeit vom kH Wert (und Druck) als Reaktion des Wassers mit CO2. In Deinem Meerwasseraquarium ereichst Du mit Natron eine Erhöhung des kH Wertes um genau dies zu behindern, da schlecht für Korallen. Also genau das Gegenteil. ;)
     
  7. corse

    corse Mitglied

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    Bezzera Giulia
    Gekauft 3/2016, war ein Gesamtpaket aus der Maschine und verschiedene Sorten Espresso, so das ich tatsächlich irgendwas um 1100 € gezahlt habe
    Äußeres
    Ziemliche Wuchtbrumme in Chrom, sauber verarbeitet, faßt sich gut an, zarte 24 kg, zwei Manometer, zwei Lämpchen, ein Knopf zum einschalten, Dachreeling
    Technik
    Solide Zweikreismaschine, mit E61 Brühgruppe und schicken Wasser- und Dampflanzen, alles was heißes Wasser führt ist aus Kupfer, gesamt Wasservolumen liegt bei 4 Liter
    Zubehör
    Zwei Siebträger, einer, zweier und Blindsieb, Pinsel, Plastiktamper (Müll), Anleitung, ordentlich verpackt
    Kaffeebezug
    Der kleine Verkäufer, Aufzucht und Hege, Laberrabarber, natürlich ist die Maschine nicht in 15 Minuten betriebsbereit, 30 Minuten und gerne noch etwas mehr, kann man mit Leerbezügen beschleunigen oder schlicht eine Zeitschaltuhr verwenden, dann ist die Kiste aber warm und liefert konstant Kaffee ohne zu Mucken.
    Mahlgradbestimmung war etwas umständlich, aber die letzte Maschine hat 16 Jahre gehalten, da darf man bei einer neuen schon mal länger brauchen. Die ersten fünf bis zehn Fuhren waren für die Spüle, so langsam stimmt die Mischung aus Crema und Kaffee
    Milch
    Super einfach, kurze Dampfstöße Hebel nach unten, Dauerfeuer Hebel nach oben, der kleine Barista.....
    Heißes Wasser
    S.o., nur andere Seite der Maschine
    Positiv
    Fast alles
    Negativ
    Aufheizzeit, lässt sich mit einer Zeitschaltuhr umgehen, der Einschaltknopf ist aus schödem verchromtem Plastik, Luxusproblem und die Werkstatt des Verkäufers hat schon Ersatz aus Metall am Start, beim ersten Aufenthalt........
    Fazit
    War eine schwere Geburt, weil der Markt so unübersichtlich ist. Hoffe das Gerät hält mindestens so lange wie sein Vorgänger, im Ergebnis aber kein Postkonsumfrust, nur die Mühle die geht mir jetzt auf die Nerven, die paßt jetzt überhaupt nicht mehr zum Chromwürfel........
     
  8. Expatas

    Expatas Mitglied

    Beiträge:
    10
    Hier nun der versprochene Erfahrungsbericht:

    Maschine: BFC Junior Elite, Zweikreis, Rotapumpe / Quamar M 80 E

    Äußerlichkeiten:

    Klassische Espressomaschine mit E61 in Chrom. Siebträger schön schwer, ich guck sie gerne an :)

    Innere Werte:

    Zweikreismaschine mit Thermosyphonsystem, richtig heiß nach 30 Minuten, also einschalten, Bad, Kaffee....perfekt...

    Espresso:

    Für mich perfekt. Ich habe zum ersten Mal (vorher Billig-Vollautomatbesitzer) die Unterschiede bei Mahlgrad, tampern und Kaffeesorten entdeckt. Ölig und körperreich (auch sortenabhängig)

    Aufschäumen:

    sehr starker, trockene Dampfleistung. Mit beiliegendem Aufsatz für kleinere Milchmengen kann man auch gut für nur einen Cappu schäumen. (wenn Gefaß sehr schmal ist)

    Bisherige Probleme:

    Keine

    Vorteile:

    Preisgünstige Zweikreismaschine (1450 Euro) mit ansprechender Optik, die einen hervorragenden Espresso und gute Dampfleistungen bietet. Keine technischen Probleme, keine scharfen Kanten. Alles sehr professionell. (Langt für Zuhause bequem aus. Viele Cafe`s hier in Bulgarien sind nicht so gut ausgerüstet) WAF sehr gut :) Was will man mehr?

    Vielen Dank nochmal an`s Forum für eure Beiträge und Kaufberatung.

    Bild:
    https://balkan-partner.com/kaffee-ecke.jpg
     
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  9. corse

    corse Mitglied

    Beiträge:
    66
    Ergänzung,
    nach ca einer Woche verlor die Brühgruppe massiv an Heizleistung, so dass ich sie zum Verkäufer gebracht habe. Leider folge daraufhin ein Trauerspiel, dass mich veranlasst hat, den Händler dauerhaft aus der Liste meiner Lieferanten zu streichen. Gut sie läuft wieder, aber den Versuch mir 89 € wegen einer angeblichen Verkalkung aus der Nase zu ziehen, betrachte ich als unfreundlichen Akt im Sinne des Völkerrechts. Die Maschine war schlicht durch Prodkutionsrückstände verstopft. Soviel zum Erfinder des Esspressokultes mit Filialen in Düsseldorf, Köln, Bochum usw.
     
  10. Indien

    Indien Mitglied

    Beiträge:
    93
    Servus,

    ECM Classika 2

    Bericht nach etwa 3 Monaten Nutzung:
    Nach dem dritten Bezug stand Wasser im Manometer. Maschine zurück gebracht, 4 Tage später repariert.
    Kann ich verzeihen, ist ein zugekauftes Teil und kann vorkommen.
    Aufheizzeit ist wie üblich bei etwa 15-30 Minuten. Da ich morgens 2 Americanos trinke ist das nicht kritisch. Bei Espressos warte ich die Zeit ab bis der Siebträger ordentlich heiß ist.
    An der Maschine gibt es nichts auszusetzen. Alles höchstwertige Materialien, ich bin ein Edelstahlfan...
    Absolute Kaufempfehlung!
    PID hab ich nicht, denke auch das ist ne Spielerei bzw. für Benutzer welche mehrere Espressos hintereinander machen wollen.
    Zweikreiser war ne Überlegung, aber der Mehrpreis bei maximal 2 Cappus hintereinander war's mir nicht wert.
    Als Mühle wählte ich gleich die ECM Casa dazu, als Set zum Preis von ~1400€.
    Paßt vom Design gut dazu. Der Aufsatz mit dem Bohnenbehälter ist ne leicht wackelige Sache und das "Schleusenblech" ist aus Alu... da hätte man auch Edelstahl nehmen können...
    Die Mahlgradverstellung ist ok, wobei die Unterschiede bei einer Stufe hoch oder runter schon groß erscheint (India Monsooned Malabar Fausto).
    Ob das bei anderen Bohnensorten auch so ist?

    Wem der Preis nicht sooo wichtig ist sondern Qualität, ECM kaufen, mehr Edelstahl und Wertigkeit gibt's glaub nicht.
    Dazu deutscher Hersteller und ordentlicher Service. Und der Kaffee/Espresso/... für mich perfekt.

    Grüße
     
  11. Aeropress

    Aeropress Mitglied

    Beiträge:
    4.148
    Nö der Aufpreis ist klein der Nutzen beim Einkreiser immer vorhanden (und wenns nur das schnellere nachheizen ist ohne Temperatursurfing), für mich daher bei dieser Maschine ne verpasste Chance. Einfaches Beispiel Du hast das Gefühl du müßtest einen Kaffee etwas heißer brühen (Deine heizt immer auf 92°) wie machst Du das. Beim Zweikreiser ginge das immerhin auch ohne PID, bei Deiner nicht mit PID kein Problem. ;) Aber auch Diene kann guten Kaffee machen keine Frage, viel Spass damit.
     
  12. Expatas

    Expatas Mitglied

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    10
    NACHTRAG:

    28.06.2016

    Mangels eines Kafferösters in Bulgarien, kaufe ich vakumierte Bohnen. Der Kaffee ist trotzdem der Beste den ich je hatte (Gastrofachgeschäft). Die BFT ist Klasse! Jeden Tag Top-Kaffee in reproduzierbarer Qualität. Mache immer erst einen Leerbezug. Dann Zubereitung. Ein Wort zur Mühle...... für meine Begriffe auch erste Klasse, Fast kein kleckern und wenn dann in den Standfuß. KÜCHE BLEIBT SAUBER!!! Ach ja, Wasserfilter vorgeschaltet, genau nach Anweisung des Herstellers, Brita, eingestellt, da das (weiche) Wasser hier gechlort wird. Wer eine Kombi unter 2000 € sucht, kann ich mit bestem Gewissen empfehlen! Viel Spaß und Genuß euch allen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2016
  13. infusione

    infusione Mitglied

    Beiträge:
    2.256
    Ort:
    Karlsruhe
    Kennst du http://dabov.bg/
    Sehr empfehlenswert.
     
  14. Expatas

    Expatas Mitglied

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    10
    Vielen Dank! Das sieht vielversprechend aus.
     
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  15. Mrs.Monk

    Mrs.Monk Mitglied

    Beiträge:
    4
    Da mir solche persönlichen Erfahrungen und Berichte bei meiner Maschinen-Mühlen-Auswahl sehr geholfen habe, gebe ich meine Erfahrungen auch gerne bekannt:

    Ausstattung
    Iberital Challenge + Lelit PL 41 EM

    Äußerlichkeiten
    Verarbeitung vollkommen in Ordnung für den Preis. Auf die Technik kommt es an und die Optik stimmt auch absolut.

    Innere Werte
    Aufheizen recht schnell. Natürlich nicht in wenigen Minuten, wie der Hersteller angibt, aber 20 Minuten reichen, denke ich. Finde ich nicht so relevant, da ich sie v.a. morgens rechtzeitig über eine Zeitschaltuhr aufheize.

    Espresso
    das Einstellen der Mühle in Kombination mit der Maschine hat viele viele teure Kaffekilos gekostet ;-) Aber es hat sich gelohnt!
    Zu Beginn hatte ich oftmals das Problem, dass ich Angst hatte zu viel Pulver im Sieb zu haben, da sich der Siebträger einfach nicht in 90 Grad-Stellung bringen lässt. Ob leer oder gefüllt. Nachdem ich akzeptiert habe, dass dies einfach so ist, konnte ich mich in mühevoller Kleinarbeit an den perfekten Espresso rantasten. Interessanterweise hatte ich optisch immer einen perfekten Espresso. Egal, ob nur wenige ml rauskamen oder der Kaffee in Sekunden rausgeschossen kam- die Crema war immer toll. Unter Nutzung des Original 2er-Siebs bin ich jetzt bei einer Füllmenge von ca. 15,3 gr gelandet (leider finde ich keine Herstellerangaben dazu). Damit hatte ich die quantitativen optimalen Bedingungen erreicht (Bezugszeit, Menge, PUK, Creme) und nur noch Details angepasst.
    Nachdem ich zu Beginn noch jeden Espresso mit Waage, Stoppuhr und Tampern-auf-der-Waage gemacht habe, versuche ich langsam mich auf mein Augenmaß zu verlassen und nicht bei jeder Mahlschwankung der Mühle alles umzustellen. Dies funktioniert mit der "cremesicheren" Lelit auch äußerst gut. Ohne Einstellungsveränderungen und laborartiger Zubereitung habe ich immer einen tollen Espresso so wie er sich gehört.


    Aufschäumen
    Zum Aufschäumen kann ich leider (noch) nicht viel sagen, außer dass es bezüglich des Aufheizens absolut problemlos los zwei Cappuccini zuzubereiten, egal ob erst Milch oder erst Kaffee.
    Mit Dampflanzenaufsatz (Pannarello) kann ich zwar nach kurzer Übung einen Schaum produzieren, dieser entspricht streng genommen jedoch keiner Latte Art. Auf Empfehlungen der Profis hier, über ich derzeit ohne Aufsatz zu schäumen- wenn auch bisher erfolglos, bin ich sicher, da geht noch was. Jedoch glaube ich aufgrund meiner und anderer Erfahrungen und Berichte nicht daran, dass man mit der Lelit Latte Art-Wettbewerbe gewinnen kann.

    Vorteile
    - gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
    - sieht gut aus
    - super Creme
    - Aufheizzeit für kleine Einkreiser in dieser Preisklasse gut

    Nachteile
    - 57er-Sieb kein Standardmaß -> eingeschränkte Auswahl beim Kauf von Tamper, Ersatzsieben, etc.
    - es passen keine hohen Tassen drunter


    Kommentar/Empfehlung
    Ich bin absolut zufrieden und sicher mit meiner Kaufentscheidung. Der einzige Abzug ist das Schäumen, aber dennoch reicht es locker, um mir tagtäglich meinen Lieblingscappuccino zuzubereiten, der um ein Vielfaches besser als in 90% der Cafes in meiner Umgebung.
    Über die Lebensdauer kann ich noch nichts sagen, die Maschine ist erst ca. 4 Monate alt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juli 2016
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  16. Haenns

    Haenns Mitglied

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    Köln
    Meine Erfahrung mit der Quickmill LaCerta EVO Modell 2016

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    [​IMG]

    Äusserlichkeiten:
    Die La Certa ist als Einkreiser klassisch aufgebaut: der Barometer links von der BG, darüber die Dampflanze und oben rechts die Schalthebeln zum Einschalten der Heizung, des Dampf- und Heisswasserbezugs (die Bedienung oberhalb der Gruppe war einer meiner Kaufgründe).
    Der Knebel für den Dampfbezug ist groß und vor allem voluminös, er liegt daher gut in der Hand.

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    Zum Befüllen des Wassertanks muss nicht unbedingt die Abdeckplatte (Tassenablage) abgenommen werden muss, sondern das Wasser kann auch einfach über eine kleine Öffnung mit Deckelchen gefüllt werden. Sehr praktisch, zumal die Oberschrank-Fraktion es dankend annehmen würde.

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    Innere Werte:
    Der Innenraum der La Certa ist typisch: ein Wirrwarr aus Kabel und Leitungen. Der Kessel mit einem Volumen von 0,75l ist gegenüber der alten Version (QM 0975) wärmeisoliert und wird von einem 3-Liter Wassertank über die Ulkapumpe gefüllt.

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    Oberhalb des Kessels befindet sich das Expansionsventil und ist unter der Tassenablage erreichbar. Unterhalb der Maschine befindet sich der Thermostat, was zum Einstellen der Temperatur etwas umständlich ist, aber zum Glück nur selten eintrifft.

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    Das Modell EVO 2016 unterscheidet sich laut Quickmill auch vom Vorgänger bei der Elektronik:
    zum einen befindet sich im Tank der Schwimmer, der, je nach Wasserstand, einen sich hinter dem Tank befindlichen Reedschalter das Abschalten der Pumpe beeinflusst.
    Dann ist (laut Angaben einiger Verkäufer) noch eine Elektronik vorhanden, die dafür sorgt, dass ein Entlüften nach dem Dampfbezug nicht nötig ist. Welche Elektronik und wie genau sie funktioniert, ist mir bis dato nicht bekannt. Die Händler, die diese Maschinen verkaufen, konnten mir diese Frage ebenfalls nicht beantworten. Eine Mail direkt an Quickmill in Italien gibt Stefano nur bekannt, dass der Kessel überwacht wird, ob sich Wasser befindet. Ein nachträgliches Beziehen nach einem Dampfbezug empfahl er. Sonst nichts!

    Einzig, was ich festgestellt habe: fehlt Wasser im Tank oder hat der Füllstand sein Limit erreicht, wird die Pumpe und Heizung abgeschaltet. Wird der Füllstand im Kessel sehr knapp oder leer, schaltet sich nur die Heizung aus. Ein angeblich nachträgliches automatisches Befüllen ist mir jedoch nie aufgefallen. Vielleicht kann jemand näheres dazu erklären, ob diese Funktion tatsächlich vorhanden ist, oder im Verkauf falsch interpretiert wurde. Solange lasse ich lieber einen Bezug zum Reinigen der BG kurz durchlaufen, bevor ich die Maschine ausschalte.

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    Aufschäumen:
    Der sehr kräftige Dampf aus der Zwei-Lochdüse hat mich am Anfang zu schaffen gemacht. Nach meiner bisherigen Erfahrung mit der Elektra Microcasa (Gruß an den jetzigen Besitzer!) konnte ich während des Bezugs locker Milch aufschäumen (hin bis zum Bauschaum). Jetzt musste ich das Schäumen neu erlernen, angefangen vom Halten der Kanne hin bis zum Beenden des Aufschäumens, ohne dass die Milch gleich verbrannte oder wässrig schmeckte. Nach einigen Litern habe ich zwar noch keine Latte-Art erreicht, aber das Gefühl fürs Handling ist da: nach dem Bezug schalte ich auf Dampfbetrieb um, lasse Wasser aus der mit Coolwand bebaute Dampflanze heraus und nach ca. 2 Minuten kann ich mit dem Schäumen beginnen. Für einen einzigen Cappuccino-Trinker wie mich aus der Familie reicht es.


    Fazit:
    Im Ganzen kann ich den Kauf mit ruhigem Gewissen empfehlen, das Handling ist gut, kein Schnick-Schnack und nur robust. Die Maschine ist mit ihren Eigenschaften eines Einkreisers gut ausgestattet (2 ST mit 58 mm Einsersieb und Zweiersieb, Blindsieb, Plastiktamper und Pinsel) und gibt dem Nutzer Möglichkeiten für Feintuning.

    Häns
     
  17. Sacha

    Sacha Mitglied

    Beiträge:
    9
    Hi,
    lese hier seit einer Weile mit, weil meine Gaggia Classic doch ein wenig in die Jahre gekommen ist und ich seit ein paar Monaten ein wenig herumschaue, ausprobiere und Beratung erfahre. In den einschlägigen Geschäften Mannheims für Kaffeezubereiter ist leider fast nur ECM in der Siebträgerabteilung vertreten. Die sind ja auch prima, machen guten Kaffee (allerdings nur sehr selten im Laden - die Fachverkäufer sind nicht so die Barristas - jedenfalls bei Saturn oder Esch).
    Ein guter Bekannter hat eine gebrauchte ECM Zweikreiser erstanden und der Espresso, den er macht schmeckt prima.
    Ich habe es allerdings nicht so mit Vollvercromung und hab noch ein wenig weiter gesucht und bin in Landau im Espressomaschinenraum mit einer in Zahlung genommenen La Spaziale Vivaldi 2 fündig geworden.
    Preis war ok, Zubehör kostet ja auch und die Löcher für das Festwasser vom Waschkeller hoch in die Küche ist endlich geschafft. Die Spaziale hat gestern ihren Dienst bei mir angetreten.
    Äusserlichkeiten:Ist wie sie ist - mir gefällt es - meiner Famile auch
    Innere Werte: Hab noch nicht reingeschaut: Sie macht, was sie soll. John Guest war schon installiert, der Wasserdruck aus dem Netz liegt bei 4 Bar - alles ok.
    Espresso: Ich verwende einen Malabar von Langen. Nach ein paar Spielrunden mit dem Mahlgrad und der Menge liege ich mit 14g im Doppel und 7 g im Einzelsieb ganz gut. Ich trinke eher Lungo oder Cappucino. Nicht bitter, nicht sauer - Danke noch mal nach Landau für die Beratung wegen der Wasserhärte und der BWT-Lösung. Klappt prima.
    Aufschäumen: So viel Power bin ich nicht gewohnt. Wird aber schon besser. Milch manchmal schon zu heiss oder noch nicht schaumig genug..
    Bisherige Probleme: Eine Timerlösung hätte ich gerne noch. Werd mal zu Conrad und die Bastelteile kaufen. Mach ich an Weihnachten.

    Vorteile: Zumindest keine Nachteile. Habe den Knopf für Doppelten Espresso auf "einelnen Lungo" programmiert und den Einfachen Knopf auf Unendlich - bin ja von der Gaggia gewohnt, so zu verfahren.
    Einziger Wermutstropfen: Heiswasserbezug für meine "Drückerkanne" ist nicht gut zugänglich und es kommt immer nur ein halber Liter heisses Wasser am Stück..

    Kommentar/Empfehlung: La Spaziale macht einen professionellen Jop. Meine Tochter arbeitet zur Zeit im Eiskaffee und meinst, dass Teil sei besser als ihre viergruppige Faema im Laden.

    Vielen Dank noch mal nach Landau für die gute Beratung und den fairen Deal. Ich komme wieder und kaufe ein größeres Milchkännchen..

    lg
    Sascha
     
  18. maze77

    maze77 Mitglied

    Beiträge:
    26
    Hallo, ich bin seit kurzem stolzer Besitzer einer Quickmill Orione 3000 sowie eine Lelit PL71 Mühle. Ich hatte keine "echten" Erfahrungen mit ST vorher (vor knapp 15 Jahren hatte ich eine alte ST aus Plastik,
    damit habe ich aber nur normalen Brühkaffee gemacht und mit altem vorgemahlenem Kaffee...Schande über mich...aber zu meiner Verteidigung, ich war jung und brauchte das Koffein...)
    Ich habe bewusst den Fachhandel gewählt um bei Problemen und Fragen einen Ansprechspartner zu haben, auch wenn es etwas mehr kostet.
    Die Orione hat einen Durchlauferhitzer, laut Internet aber einen ziemlich guten (besser als die in den Billigst-Maschinen im Supermarkt).
    Die Maschine heizt in wenigen Minuten auf. Allerdings sind dennoch 2-3 Leerbezüge notwendig, damit sie ausreichend heiss wird. Das ist aber keine grosse Sache und schnell geschehen.
    Der Tank lässt sich seitlich entnehmen, was für mich ein Hauptkriterium war, denn nach hinten habe ich keinen Platz.
    Die Orione ist eine sehr puristische, einfache Espressomaschine. Es gibt eine Druckanzeige, und 3 Schalter: Einschalten, Dampfbezug und Espressobezug.
    Mehr gibt es nicht, es gibt keine Programmiermöglichkeiten, Displays, Apps oder was weiss ich. Mir gefällt das sehr, als Informatiker suche ich nach Feierabend ein möglichst "mechanisches" Erlebnis.
    Dreht man die Dampflanze raus und drückt auf Espressobezug, kommt heisses Wasser aus der Lanze (laut div. Quellen; ich habe es selber noch nie ausprobiert).
    Die Orione ist komplett aus Edelstahl gebaut und wiegt knapp 10 Kg. Das ist genug, damit sich die Maschine nicht verschiebt wenn man den Siebträger einspannt.
    Dieser ist übrigens ein 58mm Standard Gastrosiebträger aus Messing mit zwei Ausläufen. Er ist angenehm schwer und es fühlt sich toll an, damit zu arbeiten. Man fühlt sich damit einfach ein bisschen wie in einer Bar.
    Die Orione ist relativ kompakt, der Abstand zwischen Siebträger und Stellfläche ist nicht allzugross. Eine 75mm Cappuccinotasse hat (gerade noch!) Platz. Dreht man nach dem Leerbezug den
    Siebträger um das Wasser in die Schale abtropfen zu lassen, muss man vorsichtig sein, um nicht irgendwo anzustossen. Wie gesagt, eine kompakte Maschine. Übermässig laut ist sie übrigens auch nicht.

    Im Betrieb: das Manometer der Orione sollte nicht 9, sondern 12 Bar erreichen. Die Maschine sollte ausreichend vorgeheizt sein, am besten durch Leerbezug mit eingehängtem Siebträger. Da alles an der Maschine komplett aus Stahl ist,
    sollte man so eine sehr konstante Temperatur erreichen.
    Die PL71 scheint eine gute Mühle zu sein, ich verwende unterschiedliche (natürlich sehr frisch geröstete) Bohnen von Kaffee Rast in Ebikon. Am besten schmeckt mir bisher der Milano, der von Rast für Anfänger auch empfohlen wird.
    Die Orione wird mit einem Einer- und einem Zweiersieb geliefert; ich nutze mittlerweile nur noch das Zweiersieb. In dieses kommen normalerweise zwischen 15 und 16 Gramm Mehl, das mit Mahlgrad 3 erzeugt wurde.
    Ich verwende eine Feinwaage, um die Menge möglichst konstant zu halten. Meine allerersten Versuche ohne Waage endeten in einem Fiasko.
    Als Tamper habe ich mir einen Metalltamper von Motta zusätzlich gekauft. Mit der Orione wird ein ganz primitiver Plastiktamper geliefert, den ich noch nie verwendet habe.

    Fazit: die Orione ist eine richtig gute Einsteigermaschine. Sie ist qualitativ hochwertig, sieht sehr schön aus, sie verströmt durchaus dieses "Espresso-Bar-Ambiente" (wenn auch natürlich nicht im gleichen Masse wie eine 1500 Franken
    teure ECM Klassika o.ä.) und am wichtigsten: mit ihr lassen sich Espressi machen, die einfach wunderbar schmecken.
    An's Milchschäumen habe ich mich übrigens noch nicht getraut, darum kann ich darüber (noch) nichts sagen...
     
    Caruso gefällt das.
  19. ducmoto

    ducmoto Mitglied

    Beiträge:
    55
    darf ich fragen wie du die Ausläufe reinigst?
     
  20. Heißluftröster

    Heißluftröster Mitglied

    Beiträge:
    45
    Ich denke ich schreibe mal was über meine neue Maschine. Für Leute, die gerade etwas suchen, ist das ja manchmal ganz interessant und dieses Modell wurde hier noch nicht besprochen, soweit ich es nicht übersehen habe.

    Lelit PL41 TEM

    Kaufdatum: 01.12.2016 bei ebay für 449,90
    Steckbrief: Einkreiser mit 220ml Messing-Boiler, Manometer und PID-Steuerung, Tankvolumen: 2,7l, Heizleistung 1050W, Magnetventil, Ulka-Vibrationspumpe bis 15 bar

    Äußeres:

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    Die Maschine erscheint mir optisch attraktiv - im klassischen Edelstahl-Design. Auch in der Handhabung und Haptik macht sie auf mich einen soliden, wertigen Eindruck. Sie steht stabil, wackelt und klappert nicht. Der Siebträger ist schwer (480g), läßt sich auch schwer vollständig eindrehen, schließt aber auch bei weniger als 90° dicht ab. Im Lieferumfang sind drei Siebe (einfach, doppelt, Pad), ein Dosierlöffel und Tamper enthalten. Der Tamper ist nicht schön, aber er passt jedenfalls und er erfüllt seinen Zweck.

    Bedienung:

    Der An/Aus -Schalter befindet sich an der Rückseite der Maschine. An der rechten oberen Gehäuseseite liegt das Drehrad für das Dampfventil, an der Vorderseite zwei Kippschalter für Pumpe und Auswahl (Bezug, Heißwasser aus der Dampflanze und Dampf), die Leuchte für die Bereitschaftsanzeige, das Manometer und das Display der PID-Steuerung.
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    Befüllt wird das Gerät über einen herausnehmbaren Tank, der im hinteren Teil des Gehäuses liegt. Der Zugang erfolgt über eine Klappe, die nach oben geöffnet wird. Steht das Gerät nun wie bei mir auf einer Arbeitsfläche mit Oberschrank darüber, wird's jetzt eng. Die Klappe lässt sich noch öffnen, den Tank kriegt man aber so nicht heraus. Da muss man erst die Maschine nach vorne rücken, bis oben drüber Platz ist. Ich denke über eine Befüllung mit Trichter und Schlauch nach, ohne den Tank herauszunehmen.

    Funktion:

    Nach dem Einschalten dauert es ziemlich genau 2 Minuten, bis das Display 94° anzeigt und die orange Lampe die Betriebsbereitschaft signalisiert. Der eingespannte Siebträger ist da aber noch nicht warm. Weitere 10 Minuten sollte man da schon warten, bis der auf Temperatur ist - ist halt auch schwer. Ich verwende das 2er Sieb mit 8g für einen Espresso - das lässt sich schon gut tampern, natürlich passt auch viel mehr rein. Hat man den Siebträger mit Kaffee eingespannt, schaltet man die Pumpe an (Wahlschalter unten), bis die gewünschte Menge bezogen wurde.
    Mit Wahlschalter in der Mitte kann man aus der Dampflanze heißes Wasser herauslassen (Dampfventil auf und Pumpe an). Die Dampflanze ist sehr beweglich montiert und kann nicht nur gedreht, sondern auch geschwenkt werden.
    Kippt man den Wahlschalter nach oben, heizt die PID den Boiler bis 140° auf. Nun kann man durch Öffnen des seitlichen Ventils ordentlich Dampf machen.
    Der Edelstahlrost liegt auf einer leicht herausnehmbaren Schale, in der sich Wasser und Kaffee sammelt - muss man eben von Zeit zu Zeit entleeren.

    persönliche Erfahrungen:

    Ich vergleiche dauernd mit meiner Europiccola, die vorher auf diesem Platz stand.
    Natürlich konnte man mit der auch gute Espressi machen.
    Die Lelit ist jedoch einfach viel komfortabler, sie erleichtert erheblich das Einstellen der Parameter Temperatur und Druck. Die Ergebnisse sind wesentlich konstanter. Die Dampfleistung erscheint mir gewaltig. Exzellenter Milchschaum in haushaltsüblichen Mengen ist jetzt wirklich ein Kinderspiel. Die Espressi schmecken aus gezeichnet und ich habe den Eindruck, im Laufe der Zeit den Bezugs-Prozess mit der Lelit noch genauer unter Kontrolle zu kriegen.
    Was mir nicht so gut gefällt ist die umständliche Befüllung mit Wasser (s.o.).
    Auch war bei der Europiccola der Puk immer trocken wie ein Schokokeks.
    Bei der Lelit ist nach dem Bezug ein nasser Schlamm im Siebträger - Puk will ich das gar nicht nennen. Ich dachte immer, mit Magnetventil wäre das nicht so?! Egal das finde ich eigentlich nicht wichtig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2016

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