Eureka Mignon-Mühlen (Specialita etc.) betonen die Säure?

Diskutiere Eureka Mignon-Mühlen (Specialita etc.) betonen die Säure? im Mühlen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Mahlzeit Zusammen, die Mühlentests der Kaffemacher waren hier ja schon öfter mal Thema und ich habe dazu nun eine Fragestellung, die ich hier...

  1. #1 der kleine Muck, 15.03.2023
    der kleine Muck

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    Mahlzeit Zusammen,

    die Mühlentests der Kaffemacher waren hier ja schon öfter mal Thema und ich habe dazu nun eine Fragestellung, die ich hier gerne lostreten würde. Es geht mir dabei um Auswirkung auf den Geschmack, nicht um Handhabung oder andere Dinge...

    Für alle, die die Testst nicht kennen (oder das Fazit noch nicht gesehen haben), hier der Link zur "Zusammenfassung" im Blog: Die beste Espressomühle für Zuhause

    Es geht um Folgendes: Im Testfazit wird von den Geschmacksergebnissen gesprochen und dabei fällt die Bemerkung, dass es bei den Eureka-Mühlen (hier Specialita und XL) auffällig war, dass der Espresso im Vergleich zu den anderen Mühlen deutlich adstringierend, also säurebetont, war. Das höre ich so das erste mal und ich hab hier im Forum so ziemlich alles über die Mühlen gelesen...dachte ich zumindest!

    Nun denke ich gerade über eine Neuanschaffung nach und bin gedanklich eigentlich bei den Mignons gelandet (tendiere zur Libra, welche ja quasi die Specialita mit Wage ist).
    ABER: Ich trinke verschiedene Bohnen und teste gerne mal was aus. Dabei darf es aber einerseits nicht zu dunkel werden (also keine öligen Bohnen, die nach Aschenbecher schmecken). Andererseits bin ich aber auch weit weg von 3rd-Wave, da ich relativ säureempfindlich bin (Geschmack und Magenverträglichkeit).
    Zur Einordnung: zur Zeit trinke ich "Süderfischer" oder "Norderstr." von Onoma. Die sind für mich relativ hell, schmecken mir aber gut. Viel mehr Säure dürfte es aber auch nicht sein...ich mag zB auch die Kaffees von Flying Roasters, die sind für mein Empfinden auch relativ hell. Würde aber nie auf die Idee kommen, Filterröstungen zu testen, das wären Perlen vor die Sau geworfen!

    Ich kaufe also Bohnen oft im "Medium"-Bereich, das darf gerne fruchtig sein...aber wenn ich adstringierend höre, kräuseln sich mir die Fussnägel!

    Können diejenigen hier, die schon mit verschiedenen Mühlen gearbeitet haben und viel tiefer in der Materie stecken als ich, das bestätigen: Neigen die Mignon-Mühlen dazu, die Säure hervorzuheben? Und wenn ja, in welchem Maße muss ich mir das vorstellen? Meint ihr, es geht da nur um Verkostungs-Nuancen?

    Bisher arbeite ich pi-mal-Daumen mit einer Lelit Fred und kann mir eigentlich nicht wirklich vorstellen, dass es solche wahnsinns Geschmacksunterschiede gibt (aber ich bin ja schon lange im Forum unterwegs und bin gewillt euch zu glauben. Deshalb wollte ich mir mal was Besseres gönnen! Die integrierte Wage der Libra soll dabei für mehr Konstanz sorgen.). Aber ich möchte einfach nicht 600€ in den Sand setzen und dann feststellen, dass mir der Espresso zu sauer ist! Damit würde ich wohl nicht glücklich werden...oder bin ich vor lauter überlegen mittlerweile in der Gedankenfalle gelandet und mach mir zuviel Kopf?

    Würde mich freuen, wenn der ein oder andere vielleicht seine Einschätzung dazu geben könnte!

    Vielen Dank!
    Muck
     
  2. #2 floge90, 15.03.2023
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    also ich hatte jetzt über ein jahr die specialita und bin jetzt zur df 83 gewechselt. und nein ich hätte es mir nicht gedacht. aber es ist tatsächlich ein geschmacklicher unterschied wie tag und nacht. mit der df 83 schmecken mir meine espressi um welten besser. sie sind mehr balanciert und viel weicher. bei der specialita hatte ich ab und zu so einen leicht harschen geschmack dabei. jetzt überhaupt nicht mehr. verarbeitung lässt sich diskutieren ja, aber geschmacklich ist es für mich eine andere welt
     
  3. AlexHH

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    Adstringierend ist nicht gleichbedeutend mit säurebetont. Adstringierend ist eher vergleichbar mit den Auswirkungen von Bitterkeit oder auch zB. bei extrem frischen, robustalastigen, dunklen Röstungen, was dann in Richtung Pelz auf der Zunge gehen kann.
     
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  4. #4 shadACII, 15.03.2023
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    Das ist nicht das gleiche! Säurebetont wäre bei Wein z.B. Riesling, der ist aber nicht adstringierend. Adstringenz findet sich eher bei Tanin haltingen Rotweinen (ein "trockenes", schlimmstenfalls pelziges Gefühl im Abgang). Klassische Mühlen (wie auch die Mignons) neigen bei Überextraktion eher zu Adstringenz, während Mahlscheiben wie die SSP 64 Multipurpose fast gar nicht adstringierend werden, aber sehr säurebetont sein können. Trotzdem würde ich die 64MP nicht für dein Profil empfehlen.
     
  5. #5 der kleine Muck, 15.03.2023
    der kleine Muck

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    Ich danke euch schon mal für die bisherigen Antworten.

    Wenn man drüber nachdenkt, habt ihr natürlich Recht, dass adstringent nicht gleich sauer ist. Danke für´s Wecken!

    Wenn das "Klassische Mühlen...neigen bei Überextraktion eher zu Adstringenz" auch auf die Lelit Fred bezogen werden kann, dann werde ich mich mit einer Mignon in dieser Richtung ja sicher nicht verschlechtern. Und ich bin auf jeden Fall schon mal beruhigt, dass ich keine übersteigerte Säure befürchten muss.

    Vielleicht muss ich mir die Passage auch nochmal genauer anhören...

    Lese hier aber auch gerne noch weiter Meinungen zu den Mignon-Mühlen (auch in Bezug auf den Vergleich zur Fred)...

    Es Lebe der Schwarm! ;)
     
  6. AlexHH

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    Man muss ja auch bedenken, dass da im letzten Test die bisherigen Sieger aufeinander getroffen sind. Da würde ich jetzt nicht davon ausgehen, dass eine da total unterperformt, sondern einfach bezogen auf die beiden verschiedenen Bohnen unterschiedliche Charakteristika hervorgehoben wurden. Und diejenigen, die die Mühlen jeweils eingestellt haben, haben ja auch nochmal eigene Präferenzen.

    Wenn mir nun ein Kaffee mit einer bestimmten Bohne nicht so gut schmeckt, suche ich eher nach einem anderen Kaffee als nach einer anderen Mühle, wenn jetzt nicht noch Bedienung, Komfort, etc für mich nicht passen
     
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  7. #7 Achim_Anders, 16.03.2023
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    Im Vergleich zur Niche und DF64 wechseln sich die Mühlen schon eher stark an, sobald man die Röstung ändert. Auch relativ untereinander.

    Ich bin nur wegen des Handlings von Specialita zur DF64 gewechselt. Hatte die einen Monat beide nebeneinander stehen und es kam nur auf die Bohnen an, Woche Mühle ich geschmacklich besser fand. (Beide sind definitiv gut genug)

    Das pelzige(staubige nenne ich es) hat die Specialita, aber nicht bei jeder Röstung und ich habe es eigentlich immer gut durch Rezeptanpassung wegbekommen können.


    Die Niche Empfand ich tatsächlich für mich als am leckersten (zwei Röstungen direkt mit der DF64 verglichen) aber der Preisunterschied ist/war es mir bisher nicht wert zu wechseln.

    Ergo: du machst eher nichts falsch und hat genügend Einflussfaktoren Zumindest aus meiner kleinen Erfahrung.
     
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  8. #8 der kleine Muck, 16.03.2023
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    Danke! Ihr nehmt mir gerade meine Verwirrung :D
    Manchmal vergallopiert man sich gedanklich einfach...

    Ich kann mich erinnern, dass ich es bisher nur bei einem Röster hatte, dass mir sämtliche Sorten nicht geschmeckt haben, weil dort diese Adstringenz zu sehr durchgekommen ist und ich das mit meiner Kombi nicht wegbekommen habe (Das Ergebnis blieb unausgewogen, egal, was ich versucht habe). Eine Zeit lang wurde hier im Forum viel von die-Kaffee getrunken und die wollte ich auch mal ausprobieren, obwohl ich bis dahin viel dunkler getrunken habe...soll aber kein Bashing sein, war einfach mit meiner Kombi nicht meins!
    Ich denke, da war mit der Fred einfach nix rauszuholen und dann hakt man das halt einfach ab...

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  9. #9 christian_85, 16.03.2023
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    Ich bekomme heute meine Mignon Stark geliefert und werden das Ergebnis auch geschmacklich testen.

    Ich komme aktuell von einer MK Vario Home V1. Nach einem Stein zwischen den Bohnen gab es neue Keramikscheiben sowie Zahnriemen und Pulley. Zuerst hatte ich sie nicht korrekt justiert, sodass das Ergebnis enttäuschte. Jetzt ist sie aber wieder gut ausgerichtet.

    Von der Mignon erhoffte ich mir bei Bestellung eigentlich ein Upgrade: Schneller, weniger danebenliegendes Mahlgut...

    Nun habe ich aber mehrfach gelesen, dass eine gut eingestellte Vario Home mit Keramik bei dunklen Röstungen auch super ist.
    Die Kaffeemacher haben ja auch die Baratza Forte für dunkle Röstungen ganz weit vorne und meiner Meinung nach sind die Keramikscheiben und die Mahlkammer nicht so weit entfernt zur alten Vario V1.
     
  10. #10 christian_85, 17.03.2023
    Zuletzt bearbeitet: 17.03.2023
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    Heute Morgen habe ich die ersten Testbezüge getrunken. Tatsächlich betont meine Eureka Mignon Stark bei meinem Cafe (Saquella Gusto Forte, 85%Arabica15%Robusta, MHD 11/2024) ein wenig die Säuren im Vergleich zu meiner Vario Home V1 mit ausgerichteten neuen Keramikscheiben.

    Je 7,8gr in 23gr out im LM Einersieb, 93°C.

    Ich muss dazu sagen, dass ich die Eureka noch nicht ausgerichtet habe, sie kommt frisch aus der Verpackung.

    Update: Eureka ist perfekt ausgerichtet gewesen. Von Werk aus.
     
  11. Arcus7

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    Hab seit gestern die DF64P und kann das aber auch bestätigen. Dieser "harsche", schon bittere Geschmack der Specialita ist nun komplett verschwunden. Endlich schmecken die Bezüge so wie beim Röster. Dafür dass die Eureka meist empfohlen wird, finde ich die Mühle schon recht enttäuschend.
     
  12. #12 der kleine Muck, 23.03.2023
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    Danke euch für eure weiteren Antworten...find ich tatsächlich auch erstaunlich, weil die Specialita ja doch sowas wie die "Foren-Mühle" ist in letzter Zeit...

    Dass Single-Dose-Mühlen ein nachvollziehbarer Trend für den Heimgebrauch sind und sie "die Eurekas" deshalb langsam in gewissem Maße verdrängen, okay. Aber dass das auch so große geschmackliche Änderungen mitbringt, hätte ich ebenfalls nicht gedacht. Es hat sich mir immer so dargestellt, dass die Specialita da über jeden Zweifel erhaben ist (natürlich immer im vergleichbaren Preisniveau)...

    Trotzdem bleibt für mich die Frage, ob die Specialita (resp. Libra) nicht einfach gegenüber der Lelit Fred ein solch deutliches Upgrade ist, dass mir das am Ende Wurscht sein kann...

    Ich habe halt überhaupt keine Erfahrung was den Vergleich von Mühlen angeht und frage mich immer, ob ich da am Ende überhaupt nen Unterschied schmecke. Die 600€ der Libra wären für mich das absolute Ende der Fahnenstange...bis zu diesem Preis bekäme man ja durchaus gute Single-Dose-Mühlen...aber ich hab einfach keinen Bock drauf, jeden Shot manuell abzuwiegen. Das wäre mir lästig!

    Also sind für mich die Single-Doser eigentlich raus...Den Aufpreis vom Timer zur Wage zahle ich aber theoretisch gerne...das ist für mich Komfortgewinn.
    Damit bin ich also klar...nur die geschmackliche Komponente kann ich überhaupt nicht abschätzen...
     
  13. Arcus7

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    @der kleine Muck weil die Eureka auch hier immer angepriesen wurde, war es auch meine erste Espressomühle. Würde sie aus verschiedenen Gründen nicht mehr kaufen. Bei der D64 ist auch nicht alles toll, aber das Ergebnis in der Tasse ist für meinen Geschmack zumindest deutlich besser.
    Evtl. wäre die DF64E was für dich. Da kannst du entscheiden, ob du Hopperbetrieb oder Single Dosing willst.
     
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