Eureka Mignon Timermodifikation

Diskutiere Eureka Mignon Timermodifikation im Mühlen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo, wie viele Eureka MCI Besitzer habe ich mich schon darüber geärgert dass sich der Timer des Öfteren nach Ende des Mahlvorgangs nochmals...

  1. #1 el_du, 12.09.2017
    Zuletzt bearbeitet: 12.09.2017
    el_du

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    Hallo,
    wie viele Eureka MCI Besitzer habe ich mich schon darüber geärgert dass sich der Timer des Öfteren nach Ende des Mahlvorgangs nochmals auslöst. Ausserdem ist zumindest bei meinem Exemplar die maximal einstellbare Mahldauer zu kurz um mit einem Mahlvorgang ein Doppelsieb vollzumahlen. Der workaround zweimal kurz zu mahlen funktioniert zwar, die Mahlmenge ist dann aber bei dem verbauten Potentiometer schwierig einzustellen, da sich eine Verstellung der Mahldauer nun doppelt auswirkt.

    Ursprünglich wollte ich daher ein Präzisionspotentiometer einbauen, allerdings habe ich keines gefunden das ohne Weiteres ins Gehäuse passen würde.
    Auf der Platine ist ein PIC12F510 Mikrocontroller verbaut, die Pins zum Programmieren per ICSP sind freundlicherweise auch schon auf den footprint eines Pinheaders herausgeführt.
    Daher habe ich mich entschieden den Poti gegen einen Drehgeber auszutauschen, sowie einen zusätzlichen Kippschalter einzubauen mit dem man zwischen separaten Timern für single/double espresso umschalten kann.
    Der zusätzliche Schalter wird an Port GP2 angeschlossen, der jetzt nicht mehr per ADC die Spannung am Poti abgreifen muss. Dazu werden R1 und C2 ausgelötet und R1 duch eine Drahtbrücke ersetzt. Den Poti selbst ersetzt man am besten durch einen Pinheader an dem man nun den Schalter anstecken kann.
    Da der PIC12F510 nur über einen Timer verfügt und die ICs spottbillig sind, habe ich ihn gleich gegen den Pinkompatiblen PIC12F675 ausgetauscht, sodass ich einen der Timer fürs Entprellen der Taster und des Drehgebers, den anderen für die Mahldauer verwenden kann.
    Das ist zugegebenermaßen overkill da sich der Microcontroller die meiste Zeit sowieso nur langweilt, aber was solls.
    Falls jemand an einem Nachbau interessiert ist lade ich anbei die Firmware hoch (die forumssoftware hier mag keine .c extension daher .txt), sie lässt sich mit Microchips xc8 kompilieren.
    Damit der ICSP korrekt funktioniert sollte noch Kondensator C7 ausgelötet werden da er ansonsten die MCLR Funktion stören kann, benötigt wird der bei korrekter Softwareentprellung sowieso nicht (hat mich einiges an Zeit gekostet bis ich den Fehler gefunden hatte...).
    Der angehängte Code funktioniert bei mir soweit einwandfrei, allerdings hatte ich bis dato noch nie einen PIC programmiert, daher lieber mit Vorsicht genießen.
    (Was ich auch erst herausfinden musste ist, dass PICs eine Betriebsspannung von größer 4.5V benötigen damit sie programmiert werden können. Da der verbaute Linearregler nur 3.3V liefert sollte man also die Spannungsversorgung während des Programmiervorgangs per Programmieradapter sicherstellen, bei mir ging es ab 4.625 Volt bereitgestellt über einen PicKit3 stabil).
    Ich kann auch gerne dieser Tage noch Bilder vom Umbau machen und hochladen.

    Viele Grüße

    Nachtrag: Ich hatte ganz vergessen zu beschreiben dass im neuen Code etwas gegen das Wiederauslösen des Timers passiert; der Timer bleibt nun deaktiviert bis der Siebträgertaster für etwa eine halbe Sekunde nicht mehr betätigt wird, das hat bisher prima funktioniert.
     

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  2. #2 mactree, 20.09.2017
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    Cool, zeig mal bitte unbedingt Bilder vom Umbau.
     
  3. #3 hispeedsurfer, 05.04.2019
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    Hallo, hört sich gut an. Kannst du mal Bilder hochladen? Ich weiß, Thread ist schon einige Tage alt, aber würde mich trotzdem freuen.
     
  4. #4 el_du, 05.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 05.04.2019
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    Hi, sorry dass ich keine besseren Bilder habe, vom Innenleben hab ich nur einen Handyschnapschuss und seither hab ich die Mühle nicht mehr zerlegt. Irgendwann will ich den Drehgeber nochmal gegen einen mit guten Rastungen austauschen, dann hole ich das nach.
    eureka2.jpg eureka1.jpg
     
  5. #5 persching, 07.04.2019
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    Hallo erstmal,
    derzeit warte ich noch auf meine BZ10 inkl. Eureka Mühle. Und um die Wartezeit zu verbessern bin ich auf der Suche nach sinnvollen Modifikationen auf deinen Umbau gestoßen.
    Ich bin zwar Elektroniker, aber bisher hatte ich mit Microcontrollern relativ wenig am Hut. :( Könntest du eine bebilderte Anleitung und eine Materialliste erstellen? Vorallem welche Programme werden zum flashen der Firmware benötigt?? Dann würde ich mich glaube ich auch an diesen Umbau rantrauen.


    Gruß persching
     
  6. #6 el_du, 07.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 08.04.2019
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    Ich würde erstmal nachschauen welche Revision des Boards in deiner Mühle steckt, auf meinem stand Rev. 1.1
    Das hier ist nur eine Skizze des original-PCBs die ich mir damals gemacht hatte bevor ich den Umbau geplant habe, daher keine Garantie auf Richtigkeit.
    Vielleicht hilft es aber ein wenig um sich auf dem PCB zurecht zu finden ohne alles durchzupiepsen.
    mignon1_1.png
    Um genau den von mir geposteten Code zu verwenden müsstest du den Microcontroller gegen einen PIC12F675 austauschen. Dafür müsstest du den SOIC8 PIC12F510 auslöten.
    Alternativ könntest du den Code relativ leicht umarbeiten sodass er mit einem Timer auskommt, dann könntest du den originalen µC drauflassen und nur neu programmieren. Allerdings wirst du dann nicht umhin kommen ein paar Zeilen C-code zu ändern.

    An Teilen benötigt man demnach:
    - PIC12F675-I/SN, falls du die gepostete Firmware nutzen möchtest
    - einen Drehgeber mit Drehknauf - meine kamen aus der Krustelkiste, daher hab ich da keine Teilenummern
    Ich würde mich vermutlich nach einem von ALPS o.ä. mit Rastungen zwischen den Schaltflanken umsehen.
    - Schalter zur Wechseln zwischen den zwei Timern
    - 2.54 mm Stiftleiste für die in circuit Programmierschnittstelle, etc.
    - einen Programmieradapter
    Ich habe einen PicKit3 benutzt, vermutlich würde ich mir aber mittlerweile einen alten PicKit2 zu besorgen, da der unter Linux besser nutzbar ist. Prinzipiell sollte aber jeder Programmieradapter gehen der diese Pics unterstützt.

    An Software braucht man dementsprechend die zum Programmieradapter passende. Dann braucht man noch einen compiler, ich hatte mit Microchip's xc8 kompiliert.
    Ich glaube mplab heißt die komplette IDE die Microchip zur Verfügung stellt, aber die hatte ich nie wirklich benutzt, somit kann ich wenig dazu sagen.

    Wenn man Spass am Basteln und keine Angst vor dem Lötkolben hat sollte das ein überschaubares Projekt sein.
    Viel Erfolg beim Umbau, ich kann gerne versuchen weitere Fragen zu beantworten, kann aber manchmal ein paar Tage dauern bis ich dazu komme.

    Gruß
     
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  7. #7 persching, 08.04.2019
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    Danke für die Infos. Ich bekomme übermorgen Mühle und Maschine. Ich guck mir das mal an. Wenn irgendwas versiegelt sein sollte, dann werde ich das in der Garantiezeit wohl eher nicht umbauen... Ich hatte geguckt, was eine Ersatzplatine kostet, aber die ist viel zu teuer. Dann hätte man vielleicht Rückstandsfrei wieder zurück bauen können, je nachdem ob man den Schalter irgendwie aus dem Gehäuse bekommen würde...
    Das mit der Platinenversion ist auf alle Fälle auch ein guter Hinweis. So wie ich meinen Händler verstanden habe ist diese Mühle so oder so abgekündigt und somit wird es wohl nicht so viele Platinenversionen geben. Was sollte man da auch groß dran ändern? Letztendlich muss man nur ein paar Sekunden einen Motor einschalten.
     
  8. el_du

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    Ich würde die Mühle auf jeden Fall auch erstmal ausgiebig testen, vielleicht bist du ja auch so zufrieden mit ihr.
    Das mit der Revision der Platine schrieb ich nur weil ich nicht weis ob vielleicht neuere Versionen existieren die z.B. nicht mehr so flott nachauslösen, dann bliebe als Umbaumotivation nur noch der zweite Timer und dass es nicht mehr das hakelige Poti ist. Auch gibt es ja noch die ganz alte Version der Eureka (ich glaube bis 2013), die eine andere Elektronik hat.
     
  9. #9 Bierschinken, 10.04.2019
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    Dumme Frage; reicht es nicht aus, einfach C2 mit dem Kippschalter zu variieren, also einfach ne Kapazität parallel legen? - Größere Zeitkonstante, längeres Mahlen?!
     
  10. el_du

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    Du denkst vermutlich an einen analogen Timer (555, etc)? Hier wird vermutlich der interne ADC verwendet um die Spannung zu messen die am Potentiometer-Abgriff anliegt und dann im Programm zu einer Mahldauer verrechnet. C2 wird wahrscheinlich blos ein Filter-cap sein.
    Was du probieren könntest ist zwei verschiedene Potis mit einem double pole double throw Schalter anzuschliessen. Allerdings bist du dann immer noch auf die maximale Zeitdauer begrenzt die in der Software vorgesehen ist (falls hohe Spannung mit hoher Mahldauer gleichgesetzt wurde). Zumindest bei meiner Mühle hatte der integrierte Timer nicht gereicht um einen Doppelsieb vollzumahlen, ich musste immer 2x mahlen.
     
  11. #11 Bierschinken, 10.04.2019
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    Ah, ich glaube du hast recht. Hatte das falsch im Plan gesehen. Analog wird da vermutlich nix zu machen sein.
    Man könnte da allerdings dann einfach nen Spannungsteiler schalten um das Mahlergebnis anzupassen....
     
  12. #12 persching, 13.04.2019
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    Also bei meiner Mühle reicht die Timereinstellung gut für den Doppelsieb mit rund 16g zu füllen. Auch die von dir beschriebene doppelte Auslösung ist kein Problem. Man muss den Microschalter ca 0,5 Sekunden betätigen bevor die Mühle loslegt. Da wir im Moment nur mit dem doppelten Sieb arbeiten vermisse ich derzeit die zweite Mahlzeit noch nicht. Nur einmal war eigentlich ein einfacher Espresso gewünscht, aber es fand sich dann noch jemanden der den zweiten getrunken hat...
     
  13. el_du

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    Freut mich dass du mit deiner Eureka gut klar kommst soweit. Ohne Frage ist die Mühle gut nutzbar so wie sie aus der Fabrik kommt, sonst wäre sie ja auch nicht so beliebt. Möglicherweise ist das Nachauslösen mittlerweile auch ab Werk in der Software behoben worden. Wenn ich mich recht entsinne hatte ich anfangs auch keine Probleme eine genügend lange Mahldauer für einen Doppelsieb einzustellen, erst später ging das dann irgendwann nicht mehr. Möglicherweise hatte das Poti ein bisschen angefangen zu spinnen.
    Dieser Thread ist ja auch primär dafür gedacht gewesen den Umbau zu dokumentieren, falls jemand mal in die Situation kommen sollte wo ihn etwas am Timer stört, nicht um zu behaupten dass die Originalmaschine nicht gut wäre :)
     
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Eureka Mignon Timermodifikation

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