Extrem hartnäckiger "Kesselstein"

Diskutiere Extrem hartnäckiger "Kesselstein" im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo an alle, ich restauriere seit einer geraumen Zeit eine Gaggia Ele/Vol und mache nun schon sehr lange an dem Kessel / der HX rum, um den...

  1. #1 Taktgeber, 02.07.2019
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    Hallo an alle,

    ich restauriere seit einer geraumen Zeit eine Gaggia Ele/Vol und mache nun schon sehr lange an dem Kessel / der HX rum, um den "Kesselstein" und den Kalk zu entfernen.

    Anbei ein Bild wie der Kessel aussah, nachdem ich ihn zum ersten mal geöffnet habe.

    Nach etlichen Behandlungen mit Zitronensäure und nahezu keinem Erfolg habe ich das ganze nun auch mit Amidosulfonsäure versucht. Leider ebenfalls ohne Erfolg.
    Leider habe ich kein aktuelles Bilder des Kessels aber es hat sich wirklich nahezu nichts getan. Während des Bades in den entsprechenden Säuren konnte ich auch kein "blubbern" oder keine Reaktion feststellen.

    Nun meine Frage: Handelt es sich hierbei gar nicht um Kalk oder Kesselstein?
    Oder hat noch jemand ähnliche Probleme gehabt und hat ein paar Tipps für mich parat?

    PS: "mechanisch", also mit Hammer und Meisel bin ich hier auch kaum weitergekommen

    Vielen Dank für die Hilfe und eventuelle Tipps :)
     

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  2. #2 The Rolling Stone, 02.07.2019
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    Ich würde mal versuchen, das Metall von außen heiß zu machen, Lötlampe oder so. Dann könnte sich der ganze Belag am Stück ablösen.

    PS: Durch die Behandlung mit Zitronensäure kann sich aus Carbonat Calciumcitrat gebildet haben. Das Zeug ist widerstandsfähig wie Sau.
     
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  3. brrrt

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    Krass! Hätteste nicht gesagt, dass es sich um einen Kessel handelt, hätte ich glatt gedacht, du hast ein Foto von einem Bohrloch in einer Kiesgrube eingestellt. :eek: Erstaunlich, dass nicht mal mechanisch was geht.

    Bin gespannt wie du das letztendlich gelöst bekommst – gutes Gelingen.
     
  4. #4 Taktgeber, 02.07.2019
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    Gute Idee, das werde ich mal mit einem Gasbrenner versuchen :)

    Das wird ja immer komplizierter :confused:
     
  5. vectis

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    Puhhh, mein Beileid.

    Ich hatte mal einen Boiler einer Sama Club, der zwar ebenfalls stark, aber nicht so extrem mit Kalk zugesetzt war.
    Es dauerte geschlagene drei Wochen und tägliche Wechsel mit stark konzentrierter Amidosulfonsäure bis das Ding innen halbwegs sauber war.
    Hier sieht mir das nach einer dreimonatigen Behandlung aus:eek:

    Ich habe zwar keine Erfahrungen in dieser Hinsicht, aber hat schon mal jemand mit Ultraschall entsprechende Versuche unternommen?

    Ansonsten fällt mir noch die "Betonmischer-Methode" ein:
    Den Kessel mit feinem Kies oder Schrot füllen, provisorisch verschließen und im Ernst auf eine sich drehende Mischertrommel fixieren.
    So sollte eine sukzessive mechanische Ablösung dieser Anhaftungen geschehen.

    Auf jeden Fall viel Erfolg!
    Geduld und Beharrlichkeit werden sicher zum Erfolg führen.
     
  6. #6 Taktgeber, 02.07.2019
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    Vielen Dank für die Antwort und die Idee.
    Ich stelle mir als eine weitere mechanische Möglichkeit auch vor, die Fläche die stark befallen ist, mit einem Sandstrahler zu bearbeiten.
    Was meinst du dazu? Könnte das vielleicht helfen?
     
  7. vectis

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    Das kann ich mir weniger gut vorstellen, habe aber keinerlei Erfahrung mit dem Umgang eines solchen Strahlgeräts.
    Was ich aber weiß ist, dass man bei so etwas sehr vorsichtig sein muss, da das jeweilige Strahlgut mit ziemlichem Druck auf die zu bearbeitende Oberfläche trifft.
    Da kann bei Unachtsamkeit schnell mal das Material des Boilers/Kessels beeinträchtigt werden, was ich bei einem Druckbehälter nun gar nicht empfehlenswert finde.
    Gerade bei bzw. an Lötstellen halte ich das für noch bedeutsamer.

    Die Betonmischer-Methode arbeitet hingegen deutlich langsamer und nur durch Schwerkraft innerhalb des Boilers. Das wird schonender sein, wobei man öfter mal den Abtrag herausnehmen sollte und dann blöderweise neuen Kies/Splitt o.ä. einfüllen müsste, den wer würde das Zeug aussieben um es weiter in den Einsatz zu bringen?

    Diese Methode kenne ich allerdings auch eher aus der Oldtimer-Fraktion. Man wendet sie an um Kraftstofftanks zu entrosten. Aber warum sollte man so nicht auch den Kalkbelag entfernen können?
     
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  8. brrrt

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    Wenn du diese Möglichkeit hast, würde ich die versuchen. Wahrscheinlich sogar effektiver/zielgerichter als Ultraschalltauchbad. Je nach verwendetem Strahlgut kann man aggressiv-fein arbeiten.

    Beim „Betonmischerkonzept“ hätte ich Sorge, dass es den Kessel insgesamt zu stark verdengelt, vor allem weil man keine Kontrolle hat wohin das Schüttgut fliegt. Der Kesselstein ist ja auch nur recht einseitig verteilt.
     
  9. vectis

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    Na, Du sollst ja auch keine Boule-Kugeln verwenden, sondern feineren Kies oder Splitt.
    Die Tanks sollen beim Entrosten ja auch ihre Form behalten;)
     
  10. brrrt

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    Ja klar! :)

    In einem anderen Zusammenhang hatte ich schon das Vergnügen massive harte Ablagerungen entfernen zu müssen… das Problem war, dass die sich gerne plötzlich in ganzen Brocken abgelöst haben – und die würden dann drin rumfliegen. Und nach Murphy fallen die dann immer ab, wenn…



    Disclaimer: Vielleicht sind meine Bedenken aber auch nicht angebracht.
     
  11. #11 mechanist, 02.07.2019
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    Die Bildung von Calciumcitrat passiert erst bei höheren Temperaturen, deshalb darf Zitronensäure nur kalt angewendet werden. Vom Sandstrahlen würde ich erstmal Abstand nehmen, ein gerne vergessener Aspekt dabei ist, dass sich die Oberfläche gewaltig vergrössert. Die Idee mit dem Erhitzen des Kessels von Aussen finde ich gut, nach dem Erhitzen vorsichtig mit einem Kunstoffhammer klopfen - die Vibration hilft dann ggf. nochmal.
    Ansonsten müsste man analysieren, was das im Kessel genau ist und mit wie man es gelöst bekommt.
    Ich habe gerade für einen komplett zugekalkten HX mehr als drei Wochen gebraucht, bei täglichem Wechsel der Lösung.
     
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  12. #12 Taktgeber, 02.07.2019
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    Also erhitzen und dann mit einem Gummihammer klopfen - von außen oder von innen auf den Kesselstein?

    In welche Lösung hast du dann den HX eingelegt?
     
  13. #13 mechanist, 02.07.2019
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    Nach dem Erhitzen (flächig, nicht punktuell, sonst gibts ganz schnell ein Loch) von aussen auf den Kessel klopfen.
    Ich habe Zitronensäure verwendet, aber selbst angesetzte aus Granulat, keine fertige Flüssiglösung.
    Mit Amidosulfat geht es möglichweise schneller, ich benutze es aber nur im Notfall.
     
  14. #14 Taktgeber, 02.07.2019
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    Super danke euch erstmal für eure Tipps.
    Sobald ich zeit finde werde ich die Variante "Erhitzen" mal testen und euch berichten :)
     
  15. #15 ergojuer, 02.07.2019
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    Hast du die Amidosulfonsäure denn auch warm angewendet? Ich habe dazu den Kessel immer in eine größeres Gefäß gelegt und die Lösung mit nem Tauchsieder auf Temperatur gehalten.
     
  16. #16 Taktgeber, 02.07.2019
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    Nein, da ich oft gelesen habe, dass diese Säure auch kalt wirken würde.
     
  17. #17 ergojuer, 02.07.2019
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    Meiner Erfahrungen sind andere. Warm wirkt es auf jeden Fall viel, viel stärker bzw. schneller.
     
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  18. #18 Taktgeber, 02.07.2019
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    Ok, dann werde ich das als nächstes testen.
    Soll das Wasser kochen oder reicht es aus das Wasser etwas zu erhitzen ~70/80 Grad?
     
  19. #19 S.Bresseau, 02.07.2019
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    Wegen der häufigen Nachfragen haben wir uns die Entkalkunkswirkungen von Essigsäure und Amidosulfonsäure angesehen. Amidosulfonsäure reagiert mit den kalkigen Ablagerungen bereits in kaltem Zustand deutlich bei Entweichen von Säuredämpfen. Eine Aufheizung der Lösung zeigt keine deutlich erkennbare Beschleunigung der Kalkauflösung. Anders bei der Essigsäure, hier ist in kaltem Zustand kaum eine Reaktion zu erkennen, die sich mit dem Erwärmen erheblich steigert.

    aus: Amidosulfonsäure

    Falls es nicht hilft: Sandstrahlen auf weichem Messing würde ich keinesfalls machen. Lieber Trockeneisstrahlen mit CO2, das sprengt nur Schichten ab.

    Du könntest auch eine rotierende Messingbürste am Dremel oder einer Biegewelle ausprobieren - falls vorhanden.
     
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    @Taktgeber,

    über die Anwendung von Amidosulfonsäure wurde hier im KN schon oft und mehrfach diskutiert.
    Sowohl was deren Dosierung betrifft, aber auch ob kalt oder heiß zu verwenden.

    Da solltest Du mal oben rechts die Suchfunktion benutzen.

    Ich würde sie kalt verwenden, da sie sehr wirksam ist. Vor allem aber NICHT kochen, denn die dabei zwangsläufig entstehenden Dämpfe dürften alles andere als zuträglich für Deine Gesundheit sein; es sei denn Du arbeitest mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.
     
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