Filterkaffee schmeckt bitter?

Diskutiere Filterkaffee schmeckt bitter? im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Ich habe mich jetzt, nachdem ich seit einigen Monaten mit verschiedensten Espresso Röstungen rumspiele, mal an Filterkaffee getraut und mir einen...

  1. #1 Capslocked, 19.06.2021
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    Ich habe mich jetzt, nachdem ich seit einigen Monaten mit verschiedensten Espresso Röstungen rumspiele, mal an Filterkaffee getraut und mir einen V60 (2er Größe) und den Chirecha von den Kaffeemachern gekauft.
    Der Kaffee wurde am 08.06 geröstet, sollte also genug Zeit gehabt haben sich zu entwickeln.

    Ich benutze 18g auf 300ml mit einer rudimentären Version der Hoffmann Methode, d.h. vorwärmen und Papier spülen, Kaffee gleichmäßig am Boden des Filters verteilen, Bloomen mit ca. 40-55g, langsames aufgießen auf 180g und dann nochmal auf die 300g, danach einmal kurz rühren / schwenken.

    Das Kaffeebett am Ende der Brühung ist eben, ich erkenne da keine großen Kanäle und der Drawdown dauert so 30-50 Sekunden.

    Gemahlen wird mit meiner Kinu M47 Pheonix auf diversen Mahlgraden (zwischen 3 und 4 ganzen Umdrehungen, also 3.0.0 bis 4.0.0) und der Kaffee schmeckt einfach immer dominierend bitter am Anfang wenn der Kaffee noch sehr heiß ist und diese Bitterkeit nimmt dann immer ab, bleibt aber als Nachgeschmack sehr dominant, auch wenn der Kaffee kälter wird. Von dem versprochenen Pfirsich und den Blaubeeren schmecke ich gar nix und auch säure nehme ich kaum wahr. Es ist insgesamt auch recht "staubig" im Geschmack wenn man das so formulieren möchte...

    Meint ihr es könnte einfach an der Mühle liegen die nicht super für Filterkaffee geeignet ist? Oder mache ich etwas bei den Brühungen falsch? Oder schmeckt mir der Kaffee einfach nicht?
     
  2. #2 basstian, 19.06.2021
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    Ja. All das könnte es sein.
     
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  3. #3 Capslocked, 19.06.2021
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    Deswegen erhoffe ich mir ja, dass vielleicht einer hier im Forum die Mühle für Filterkaffee nutzt und was dazu sagen kann, einer den Kaffee kennt und ein ähnliches Geschmackserlebnis hat oder dass ein grober Fehler in meiner Brühmethode erkannt wird :p
     
  4. #4 cosmosoda, 19.06.2021
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    Wenn der Kaffee bitter schmeckt, ist er wahrscheinlich überextrahiert. Ich würde ein wenig gröber mahlen - ein, zwei Klicks (hat die Kinu überhaupt Klicks?). Auf jeden Fall nicht zu viel auf einmal. Dann probieren, ob es in die richtige Richtung geht. Je nachdem wie dunkel die Bohnen geröstet sind, würde ich auch eventuell etwas kühleres Wasser nehmen. Aber immer nur einen Parameter zeitgleich ändern, damit man die Änderungen besser nachvollziehen kann.

    Ich denke nicht, dass es an der Mühle liegt. Mit der Kinu sollte man sehr guten Filterkaffee brühen können.
     
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  5. #5 basstian, 19.06.2021
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    Ich sag mal so. Nur weil irgendjemand im Forum vielleicht mit dem Mahlgut der Mühle mit Filter zufrieden ist, heißt das nicht, dass es eben für Dich doch ein Problem ist. Die Mühle ist eher auf Espresso ausgerichtet. Erzeugt also eine gewisse Menge Fines. Die können bittere Ergebnisse liefern. Allerdings kann die Mühle durchaus für viele auch noch ausreichend gute Ergebnisse liefern. Nur hilft Dir das nicht weiter, wenn es eben für Dich nicht passt. Dieses Prinzip kannst Du auf die anderen möglichen Fehlerquellen übertragen. Wer kann schon sagen, ob Dein Arbeitsablauf für Dich sauber genug für gut genügende Ergebnisse ist. Die Frage nach dem Kaffee ist am einfachsten zu lösen. Nimm einfach mal nen anderen und ändere sonst nix. Wenn es dann schmeckt ist der Kaffee das Problem. Wenn das Problem im Großen und Ganzen gleich bleibt, dann liegt der „Fehler“ für dich woanders. Und da hilft leider nur probieren.
    -mal ne andere Mühle leihen
    -mal andere Brühabläufe probieren
    -mal nen Kaffee in nem Spezialitätenladen trinken gehen und wenn der schmeckt die Bohnen zu Hause versuchen.

    usw. Einen anderen Weg gibt es leider nicht.
     
  6. #6 cosmosoda, 20.06.2021
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    Ich glaube, das wichtigste ist, zu wissen/zu lernen, an welchen Stellschrauben man drehen muss, um den Kaffee in eine bestimmte Richtung zu bekommen. Klar, es kann einem nicht jede Bohne schmecken und nicht jede Bohne hat das Potential einen leckeren Kaffee zu ergeben, aber ich glaube, man kann aus handwerklich gut gerösteten Bohnen fast immer ein trinkbares Ergebnis - im Sinne von balanciert - bekommen.

    Ich finde es hilfreich, dabei bei einem Standardrezept zu bleiben und nur einen Parameter gleichzeitig in kleinen Schritten zu ändern. So kann man recht schnell lernen, was man so ändern muss, um ein Ergebnis in eine bestimmte Richtung zu lenken. Im Grunde genommen ist es auch nicht so schwer. Schmeckt der Kaffee bitter oder adstringierend, dann ist er überextrahiert, um das zu ändern kann man z.B. gröber mahlen, kühleres Wasser nehmen oder weniger agitieren (sanfter aufgießen, nicht umrühren). Schmeckt der Kaffee eher sauer, dann ist er wahrscheinlich unterextrahiert und man kann das Gegenteil von oben machen, also feiner mahlen, heißeres Wasser nehmen oder stärker agitieren. Schmeckt der Kaffee insgesamt zu lasch oder zu stark, kann man auch noch die Dosis ändern.

    Ich denke, diese Basics sind erstmal wichtig und Voraussetzung, dass man potentiell ein trinkbares Ergebnis bekommt.
     
  7. #7 Knabberkram, 20.06.2021
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    Natürlich kann mehrere Parameter gleichzeitig ändern, bzw. hängt das oft zusammen + Erfahrungswerte.. einfach mitschreiben was sich ändert.

    Gröbere Mahlgrade, kühleres Wasser und schnellerer Bezug / schnelleres Papier wird öfters gemacht, wenn man dunkle, bitterlastige Bohnen verwendet.

    Bei hellen Röstungen kann man wieder umdenken, 'feiner mahlen, heisser aufgiessen, längerer Durchlauf'.
     
  8. #8 Geschmackssinn, 20.06.2021
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    und wie lange ab dem ersten Schluck Wasser?

    +/- 3min.?!

    die macht zwar nicht so mega gute Partikelverweilung für Filter, ist aber fähig einen schmackhaften Kaffee zu bereiten!
    auch mit den Standard Mahlwerk.

    LG lass dich nicht ärgern :cool:

    edit:
    mach mal ~92°C
     
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  9. #9 cbr-ps, 20.06.2021
    Zuletzt bearbeitet: 20.06.2021
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    Ideal ist die M47 nicht, mit meiner M68 (größer, aber vergleichbare Geometrie des Mahlkegel) kriege ich auch nur weniger differenzierte und leicht bitterer Brews hin als mit der Comandante. Allerdings nicht so extrem wie Du es beschreibst.
    Mit welcher Temperatur brühst Du, ev. zu heiss?
    Welche Gesamtdurchlaufzeit hast Du?

    Ich würde mal etwas mehr Kaffee (ca. 20g) oder weniger Wasser nehmen, etwas gröber mahlen und insgesamt weniger Agitation. 30s quellen lassen und dann in 3 Zügen Wasser kreisförmig nachgießen und schauen dass Du auf eine Gesamtzeit unter 3min kommst.
    Leider ist die Beschreibung der Röstung sehr dürftig im Shop. Ist der eher hell oder eher dunkel geröstet?
     
  10. #10 cosmosoda, 20.06.2021
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    Natürlich kann man das. Es ist nur einfacher nachzuvollziehen, was da genau passiert, wenn man nur einen Parameter ändert. Es geht ja auch ums Lernen, damit man weiß, wie man mit einem bitteren Kaffee umgehen kann.
     
  11. Silas

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    Ich hatte den Kaffee auch gerade und fand ihn ziemlich lecker, allerdings auch nicht sooo hell geröstet. Am besten hat er mir geschmeckt, wenn ich eher schnelle Brews hatte (2-2:30 gesamt für 20-25g Kaffee) oder als Espresso. Kann mir schon vorstellen, dass er eher empfindlich auf Espressomühlen reagiert.
     
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  12. #12 cosmosoda, 20.06.2021
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    Wenn der Kaffee etwas dunkler ist und die Mühle mehr Fines produziert, dann muss man umso mehr auf die (Über)Extraktion achten und entsprechend gegensteuern.

    Dass schnellere Brews hier besser funktionieren, ist absolut nachvollziehbar, da hier weniger extrahiert wird. Also gröber mahlen, weniger Agitation und etwas kühleres Wasser nehmen, dann muss man sich nicht gleich eine neue Mühle holen ;)
     
  13. #13 bajuware, 20.06.2021
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    Ich habe auch eine ausgewiesene Espressomühle mit der ich Filter zubereite.
    Ich habe mir so ein Sieb zugelegt:

    https://www.amazon.de/Edelstahl-Han...Kaffeezubehör&qid=1624190809&s=kitchen&sr=1-1

    Ich habe jetzt vielleicht auch nicht so DEN Sensorgaumen, aber der Unterschied ist schon groß.
    Ich siebe nicht alles heraus, das nervt eh schon aber bestimmt so 10% (30s), würde ich bis zum Ende sieben wären es knapp 20% (2min).
    Das Ausgesiebte gebe ich ca. 30s vor Ende mit dazu.

    So habe ich mehr Frucht (falls im Kaffee vorhanden) und viel weniger Bitterkeit bzw. Adstringenz (im Übrigen mein Kaffeelieblingswort :)).
    Ich finde es im übrigen merkwürdig, dass das so wenig andere machen.
    Denn auch die Superduper Filtermühlen haben erhebliche Feinanteile.
     
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  14. #14 cosmosoda, 21.06.2021
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    Blöd sind ja Fines nur dann, wenn die Fine-Anteile so hoch sind, dass der Filter verstopft/die Durchlaufzeit sehr stark erhöht wird und diese Fine-Anteile überextrahieren und so den Gesamtgeschmack dominieren.

    Ich habe damit insgesamt keine Probleme bzw. bin ich mit meinen Ergebnissen ganz zu zufrieden. Mir persönlich wäre es auch zu viel Aufwand, die Fines rauszusieben und am Ende hinzuzugeben. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Aussieben und später Hinzufügen den Geschmack nochmal verfeinert.
     
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