Genossenschaft für Kaffee

Diskutiere Genossenschaft für Kaffee im Gewerbliche Angebote Forum im Bereich Ankauf, Verkauf, Tausch; Interessensbekundung Ich würde sehr gerne eine Genossenschaft gründen. Nicht im Herkunftsland des Kaffees (der Kaffees), sondern hier in...

  1. #1 PAMOJAKAFFEE, 06.08.2018
    PAMOJAKAFFEE

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    Interessensbekundung
    Ich würde sehr gerne eine Genossenschaft gründen. Nicht im Herkunftsland des Kaffees (der Kaffees), sondern hier in Deutschland. Eine Einkaufsgenossenschaft, bei der die Mitglieder gemeinsam einkaufen, konsumieren und angemessene Entlohnung an die kleinbäuerlichen Partner zahlen.

    Ich biete
    Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Kenia, davon mehr als zehn Jahre Beschäftigung mit Kaffee.

    Mehr erfahren
    Es gibt eine Website, wo nahezu alles steht, was mir zur Gründung einer Genossenschaft eingefallen ist. PAMOJAKAFFEE. PAMOJA ist Kiswahili und bedeutet gemeinsan etwas tun. Mir geht es bei dieser Genossenschaft um Topqualität, niedrige Preise für Endverbraucher und angemessene Bezahlung der Kleinbauern in den Zielländern.

    Ihre Meinung ist gefragt
    Gründung einer Genossenschaft? Ja oder Nein?
    Wie denken Sie darüber? Wären Sie dabei?

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Gokus
     
  2. #2 domimü, 06.08.2018
    domimü

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    Da du in den Tags die Röststeuer mehrfach angibts, gestatte die Frage, was diese mit der Genossenschaft zu tun hat.
    Eine Einkaufsgenossenschaft brauche ich nicht - viele Kleinröster haben ihr eigenes Netzwerk, ich als Heimröster möchte mich nicht an einen bestimmten Lieferanten mit sehr kleiner Auswahl binden.
    Das ist allerdings ziemlich abgedroschen. Oder kennst du Anbieter, die mit "Durchschnittliche Qualität, gesalzene Preise für Endkunden und Dumpingpreise für Kleinbauern" werben?
     
  3. #3 Wrestler, 07.08.2018
    Wrestler

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    Unter dem o.g. Namen gibt's einen Shop.
    Es gibt weder einen Hinweis auf eine genossenschaftliche Bestrebung, noch sonst einen Hinweis auf soziale Engagements.
    Lustig ist auch die Bearbeitungsgebühr, ....
    Da kauf ich doch lieber beim bisher bekannten Röster.
    Deren teilweise sehr hohen Ansprüche an Qualität und lokale Unterstützung von Kleinbauern sind deutlich transparenter.
     
  4. #4 vectis, 07.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 07.08.2018
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    Wen es näher interessiert:
    Über die übliche Suchmaschine findet man einen Artikel einer Zeitung aus Süddeutschland, in welchem u.a. über das Projekt des TE berichtet wird.
    Angestrebt ist wohl eine Mitgliederzahl der Genossenschaft von 500, die offenbar noch nicht erreicht sein dürfte.
    Der Artikel stammt vom Juni diesen Jahres.
    Die Online-Präsenz mit Webshop gibt einige Informationen mehr.

    Jeder soll versuchen sich am Markt zu platzieren, keine Frage.
    Tut mir leid, aber ich bleibe bei meinen bewährten Röstern. Da muss ich auch kein Genosse sein und der höhere Preis ist mir meine Entscheidungsfreiheit wert.
     
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  5. #5 PAMOJAKAFFEE, 07.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 07.08.2018
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    Ich antworte gerne auf die Kommentare von domimü und wrestler. Vorab fällt mir auf, dass die Antworten eigentlich in der Website enthalten wären. Vielleicht würde ein Durchlesen vor Verfassen eines Kommentars hilfreich bei der Erstellung sein.

    Weshalb erwähne ich die Röstkaffeesteuer?
    In nicht wenigen Gesprächen an meinem Stand während einer Messe habe ich gelernt, dass vielen Menschen überhaupt nicht bewusst ist, dass es diese Steuer gibt. Es bedarf also ganz allgemein der Aufklärung darüber. Die Röstkaffeesteuer ist darüber hinaus eine Geldeinnahmequelle für den Staat. Das Geld daraus verschwindet im allgemeinen Steueraufkommen. Kurz: Wir wissen nicht, wie diese Summe vom mehr als einer Milliarde Euro jährlich verwendet wird.
    Mein Wunsch ist es, den Kaffeebauern genau diesen Betrag für ihre Mühen als angemessenen Lohn zu bezahlen. Und damit dieser Steuer etwas Adäquates entgegen zu setzen, das sich auch direkt im Betrag niederschlägt.

    Meine Umfrage zu möglicher Genossenschaftsgründung
    Im Sinne meiner Miniumfrage in diesem Forum habe ich beim ersten Kommentator verstanden, dass er nicht daran interessiert ist, Mitglied einer Genossenschaft zu sein. Für diese Auskunft danke ich, denn ich möchte eben genau etwas zu dieser Fragestellung herausfinden.

    "Bestimmter Lieferant mit sehr kleiner Auswahl"
    Es ist nicht mein Anspruch für jeden Geschmack etwas dabei zu haben. Ich habe einfach mal losgelegt und eine Auswahl getroffen, die drei Kontinente abdeckt, zwei Espressi beinhaltet und insgesamt sechs verschiedene Produkte zur Auswahl hat. Wie der Autor weiter schreibt, sei er Heimröster. Ich biete geröstete Kaffees an, die ganz bewusst eher Standard als Ausnahme sein sollen. Dass ich Heimröster, die an Rohkaffee interessiert sind, gewinne, kann ich mir nicht vorstellen.

    "Das ist alles ziemlich abgedroschen"
    Mag sein, aber ich werde nicht müde es immer und immer wieder zu wiederholen. Auf der anderen Seite hat der Antwortende hier nicht meine Kaffees recherchiert: Grade 1, AA, Supremo sind halt nun mal eben die Qualitätsstufen, die ich nennen muss bei meinem Angebot.

    "Gesalzene Preise"
    Bitte am besten selbst nachrecherchieren. Mir geht es darum zu zeigen, dass es möglich ist die hohe Qualität für rund zehn Euro günstiger anzubieten. Ein Gewinn, auf den ich eben als Folge verzichte. Das sind übrigens Dauerpreise, und keine Einführungsaktion oder so etwas. Es ist lediglich vorstellbar - nachdem eine zu gründende Genossenschaft selbst einkauft - dass die Preise nochmals reduziert werden und für Topqualität unter zehn Euro VK liegen können. Wer bereit ist 25 Euro statt 15 Euro zu bezahlen, muss sich das selbst erklären. Ich jedenfalls habe mir im Vorfeld der Gründung einige Modelle angeschaut und konnte den Ideen immer gut folgen. Allerdings bin ich auch immer an einem Punkt gescheitert: den extrem überhöhten Preisen. Da lief die Sache für mich immer auseinander.
    Wo ich aber tatsächlich hängen geblieben bin ist die Teekampagne, die ich schon seit einigen Jahren kenne, die ich als Vorbild für PAMOJA KAFFEE betrachte.

    "Dumpingpreise für Kleinbauern"
    Da treffen Sie bei mir genau ins Schwarze. Denn nicht zuletzt habe ich PAMOJA ins Leben gerufen, um eine direkte Verbindung zwischen den Kunden und den kleinbäuerlichen Produzenten mittels einer Genossenschaft ins Leben zu rufen, bei der die Mitglieder über alles bestimmen. Vielleicht kennen Sie ja das Modell der genossenschaftlichen Biokisten? Die machen etwas, das ich voll bejahe und meinen Vorstellungen sehr nahe kommt bzw. entspricht.

    Ich kann und will niemanden bekehren. Deshalb gibt es für mich keinen Grund an den Motiven der Endkunden zu zweifeln und eben beim Geschäft ihrer Wahl einzukaufen.

    Meine persönliche Meinung und Erfahrung aus mehr als zehn Jahren Kaffeehandel hat mich aber genau diese Form des Handel(n)s im genossenschaftlichen Rahmen nach deutschem Recht für die Zukunft wählen lassen.

    Marketing und nichts als Marketing
    Mir ist klar, so wie die Sache heute läuft, ist es eine Glaubensveranstaltung. Gleichzeitig gibt es viele redliche Menschen, die lieber glauben als zu hinterfragen. Genau das nutzen die nicht ganz so redlichen Spieler aus. Wenn Sie die fünfte Kooperative gesehen haben, deren Schüler jetzt angeblich wegen des so definierten Kaffeehandels Lesen und Schreiben können und in Wirklichkeit überhaupt nichts können, dann beginnen Sie eben zu zweifeln.
    Unbenommen dessen gibt es ökonomische Zwänge, die das Ganze auf ein Geschäft ohne Emotionen reduzieren. Womit wir schon wieder beim Hinterfragen wären.

    "Unter dem o.g. Namen gibt's einen Shop."
    Ich habe nie bestritten, dass es auch einen Shop gibt. Zutreffend ist, dass wenn Sie den angegenen Begriff googeln, zuerst die Website erscheint und danach der damit verbundene Shop. Weshalb Sie da evtl. nicht korrekt argumentieren, kann ich nicht beurteilen? Allerdings bin ich verwundert, denn wie soll man nach Ihrer Meinung denn die Waren verkaufen? Gestern habe ich mich bei Kaffee-Netz registriert. Ich habe zunächst gesucht, wo man als gewerblicher Anbieter sein Häkchen setzen kann oder etwa eine Preisliste bekommt. Ich habe nichts gefunden. Dann dachte ich über die Registrierung, meinen Status hinterlegen zu können. Auch hier war da nichts zu finden. Also: Ich hätte sehr gerne mein Angebot gekennzeichnet, es ist mir aber nicht gelungen. Heute Morgen habe ich die Benachrichtigung vom Kaffee-Netz Admin bekommen, dass mein Beitrag in das gewerbliche Forum gestellt wurde. Dafür ganz ausdrücklich meinen Dank. Das macht es eindeutiger und man kann es besser zuordnen.

    Ich denke was Sie hier zu suggerieren versuchen könnten, ist das Folgende: Da ist jemand, der unter dem Deckmäntelchen des Sozialen seine Kaffees anbieten will, oder? Falls das die Intentention hinter Ihrem Text sein sollte, dann sage ich ganz einfach Nein, es ist nicht so. Weiterhin behaupten Sie, "Es gibt weder einen Hinweis auf eine genossenschaftliche Bestrebung, noch sonst einen Hinweis auf soziale Engagements." Nun, an dieser Stelle streuen Sie bewusst falsche Behauptungen. Ich bitte Sie diese zukünftig zu unterlassen.

    Wer sich nun tatsächlich selbst ein Bild machen möchte, ist unter Pamoja Gemein.gut Kaffee sehr gerne und sehr herzlich dazu eingeladen.

    Bitte bedenken Sie immer, dass PAMOJA aus dem Kiswahili stammt und "gemeinsam" bedeutet. So möchte ich meinen Ansatz, der jung ist und am Anfang steht, verstanden wissen. Es gibt keine Heilsversprechen. Wer es aufmerksam liest, was ich hinterlegt habe, hat vielleicht daraus einen Nutzen. Egal, ob er nun meiner Meinung ist oder nicht. Verbunden mit diesem Wunsch hoffe ich meinen Vorrednern angemessen geantwortet zu haben.
     
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  6. #6 mr.smith, 07.08.2018
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    Liefert ihr auch nach Österreich ?
    (habe ich auf der Seite nicht rausgefunden)
     
  7. #7 PAMOJAKAFFEE, 07.08.2018
    PAMOJAKAFFEE

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    Gerne antworte ich Ihnen, da Sie den SZ-Artikel nennen, der leider nicht ganz korrekt ist. Ich habe den Autor gleich nach Erscheinen angeschrieben und um ein Gespräch bzw. Änderungen gebeten. Mir ist es peinlich, was da steht, denn es sind zum Teil Unwahrheiten.

    Die Zahl von 500 gewünschten Genossenschaftsmitglieder stimmt hingegen. Ich bin aber momentan noch nicht auf der Suche nach Mitgliedern, also ist die im Artikel genannte Kundenzahl von rund 100 ohne jeden Bezug zur geplanten Genossenschaft. Man kann das auch an meinem ersten Post hier sehen, in dem ja ganz zu Anfang "Interessensbekundung" steht.

    Gegenfrage: Was bedeutet TE?
     
  8. joost

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    ganz harmlos: Thread-Eröffner, also Du :)
     
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  9. #9 PAMOJAKAFFEE, 07.08.2018
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    Hallo Mr. Smith,

    gute Frage, liefern wir nach Österreich? PAMOJA ist ja preislich sehr eng gestrickt und die Lieferung nach Österreich ex Deutschland wäre so teuer. Ich möchte aber unbedingt das Konzept verfolgen und das Angebot nicht durch derartige Kosten aufblähen. Da wir grenznah sind, dachte ich dann einfach rüberzufahren und dort die Packerl aufzugeben. Dazu würde ich aber - soweit ich das verstanden habe - eine Adresse in Ö benötigen. Ausserdem: Damit ich nicht ins Minus rutsche, müsste ich vorab auch überlegen, wieviele Bestellungen es sein müssten.

    Wenn es von Ihnen Ideen zur ersten Frage (Versand) gibt, dann wäre das ein erster Schritt.
     
  10. #10 domimü, 07.08.2018
    domimü

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    Danke für den Hinweis, bei einer derart unübersichtlichen Website allerdings nicht hilfreich. Und: Da die Kaffeesteuer in Deutschland nunmal existiert, ist es kein Alleinstellungsmerkmal - sondern betrifft alle, die Röstkaffee in Deutschland verkaufen - es sei denn, dein Genossenschaftsmodell würde sie umgehen oder abschaffen können.
    Ich bin übrigens der Meinung, dass gerade die Kaffeesteuer den Röstern hochwertiger Bohnen entgegen kommt, da die Steuer als fester Betrag mit steigendem Preis anteilig abnimmt. Wird 1kg billiger Kaffee für 5 € ohne Kaffeesteuer verkauft, so ist das mit Kaffeesteuer und darauf entfallender Mehrwertsteuer 7,61 €
    Ein mittelwertigerer Kaffee ohne Kaffeesteuer für 15 € / mit Kaffeesteuer und darauf entfallender Mehrwertsteuer 17,61 € - also ohne Kaffeesteuer das Dreifache, mit Kaffeesteuer 166% mehr.

    Bitte nochmal meinen Text lesen. Ich habe keinen Anbieter gefunden, der mit gesalzenen Preisen wirbt.
    Deine Antwort hat damit wenig zu tun. Im übrigen ergibt sich weder aus deiner Antwort noch aus deiner Seite, in Bezug auf was du 10€ pro Kilo günstiger anbietest.

    Der war gut. Natürlich habe ich deine Kaffees vor dem Posten angesehen, gleich der erste ist ein Monsooned Malabar - sicher sehr beliebt im Kaffeenetz, aber ebenso sicher nicht der Inbegriff hochwertigen Kaffees. Bitte verwechsle auch nicht Größe und Qualität der Bohnen.

    Du hättest auch schon im ersten Posting einen Link auf die Seite setzen können, auf welche du dich beziehst. Das könnte manchmal Missverständnisse vermeiden und würde so der Transparenz dienen.
     
  11. #11 cbr-ps, 07.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 07.08.2018
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    Das haben wir mal ausprobiert und wieder gelassen, weil es uns der Auswahl beraubt. Wir schlendern einfach zu gern über den Markt und schauen, was die lokalen Produzenten grad so im Angebot haben. Genauso geht es mir mit Kaffee, ich schaue mich immer gern um, was ems (für mich) Neues gibt. Deshalb kommen Abomodelle welcher Art auch immer für mich nicht infrage.
     
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  12. #12 Wrestler, 07.08.2018
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    wenn's tatsächlich um eine umfrage geht, was hier ja explizit nochmal bekräftigt wurde, warum ist die dann nicht mit erstellt worden?
    das forum bietet diese möglichkeit.

    den namen hier immer wieder zu übersetzen bzw auf dessen bedeutung hinzuweisen ist meiner meinung nach nicht zielführend.
    in deutschland gibt's z.B. die deutsche vermögensberatung gmbh.
    deren ziel ist jedoch nicht unbedingt eine ausgiebige beratung und vermittlung von günstigen versicherungen.
    ein schöner name ist daher aus meiner sicht nicht unbedingt aussagefähig.
    kann von mir aus auch was spanisches, indonesisches oder sonstwas sein, es geht um die inhalte.
    der versuch der steuervermeidung dürfte im übrigen auch von anderen institutionen kritisch gesehen werden.
    wie sich das finanzamt dazu stellt, wäre an dieser stelle durchaus von interesse.
    und zum schluss ist die gründung einer solchen "genossenschaft" auch eine juristische Angelegenheit.
    keine ahnung, wie sich sowas dann darstellt und welche pflichten sich z.B. für die etwaigen "genossen" daraus ergeben?

    aus wikipedia entnehme ich folgende worte:
    ... Insofern verfolgen Genossenschaften vorrangig ökonomische Zwecke. Wesensmerkmale, die den Kern der Genossenschaftsidentität bilden, sind neben dem Förderungsprinzip die Grundsätze der Selbsthilfe, der Selbstverantwortung, der Selbstverwaltung und das Identitätsprinzip. Letzteres besagt, dass die Miteigentümer/Träger zugleich Geschäftspartner (Abnehmer, Lieferant) und Eigenkapitalgeber sind (Dreifachbeziehung). ...

    ich kenne hier wohnungsbau genossenschaften, deren zweck ist die vermietung von wohnraum.
    deswegen sind deren mieten jedoch nicht viel günstiger oder orientieren sich nicht am markt.
    ergeben sich sich durch eine derartige "genossenschaftliche" struktur nicht dann auch arbeitsplätze und entsprechende gehälter?
    das unternehmerische risiko tragen hier dann die mitglieder?
     
  13. #13 PAMOJAKAFFEE, 07.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 07.08.2018
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    Sehr geehrter Wrestler,

    mir erschliesst sich der Sinn Ihrer Antwort nicht. Sie kritisieren, dass ich öfters auf einen Namen/ das Motto hinweise. DIes ist mir eben wichtig, da der Gemeinsinn in unserer Gesellschaft verschütt gegangen ist und mühsam wieder hervor geholt werden muss. Es gibt sicherlich vergleichbare Begriffe in anderen Sprachen, mir steht halt Ostafrika mit Kiswahili nahe. Und nun?

    Ihre Antwort ist leider selbst eine Ansammlung von Wiederholungen, copy/paste und Wiki sei Dank! Es wird deswegen qualitativ nicht besser, schade oder?
    Ein Vergleich mit Unternehmen aus der Finanzbranche ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Aus diesen verschiedenen Gründen kann ich darauf nicht weitergehend antworten.
    Ich möchte die Beurteilung einzig und alleine den anderen Lesern überlassen.

    Generell gibt es ein Genossenschaftsgesetz, da ist alles geregelt. Zum Beispiel §1 Genossenschaftsgesetz
    § 1 Wesen der Genossenschaft
    (1) Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern (Genossenschaften), erwerben die Rechte einer "eingetragenen Genossenschaft" nach Maßgabe dieses Gesetzes.
    (2) Eine Beteiligung an Gesellschaften und sonstigen Personenvereinigungen einschließlich der Körperschaften des öffentlichen Rechts ist zulässig, wenn sie
    1.
    der Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft der Mitglieder der Genossenschaft oder deren sozialer oder kultureller Belange oder,
    2.
    ohne den alleinigen oder überwiegenden Zweck der Genossenschaft zu bilden, gemeinnützigen Bestrebungen der Genossenschaft
    zu dienen bestimmt ist. (Ende)

    Auch gibt es stetig wiederkehrende Überprüfungen durch den Genossenschaftssverband, dem man sich anschliesst.

    Ich überlasse es gerne den "Mit"-Lesern sich eine eigene Meinung zu bilden. Übrigens: der Begründer des Genossenschaftsgedankens F.W. Raiffeisen feiert 2018 seinen 200 Geburtstag (auch wenn er ihn selbst bedauerlicherweise nicht mehr erlebt, falls Sie diese Formulierung wieder als Anlass zur Kritik nehmen). So schlecht kann das nicht gewesen sein, wenn es aktuell mehrere Millionen Mitglieder in Genossenschaften gibt, oder?

    Vielleicht gefällt Ihnen ja mein Blog besser? Den finden Sie unter Kaffeefilter
     
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  14. #14 Wrestler, 07.08.2018
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    Genossenschaften/Kritik (19)

    Zitate aus dem verlinkten Beitrag:
    ... dass bisher alle traditionellen Genossenschaften und auch die in den siebziger/achtziger Jahren gegründeten Alternativunternehmen sehr starken Anpassungszwängen von Seiten des Marktes unterlegen waren ...
    ... Das deutsche Genossenschaftsgesetz (Ursprung 1867 in Preußen) schreibt zudem hierarchische Strukturen wie in der Aktiengesellschaft vor. ...

    gerade auch der blick in richtung des finanzmarktes ist hier eigentlich zulässig
    gerade der oben zitierte namensgeber taucht in der bezeichnung der volks- und raiffeisen banken ja auf.
    heben sich diese genossenschaftlichen banken in ihrem gebahren von anderen banken in form von aktiengesellschaften ab?
    ich kann da keine großen unterschiede feststellen.
    wie in den anderen bereichen, in denen ein großteil der genossenschaften aktiv sind.

    Genossenschaften – Vergessene Ideale?
    Genossenschaften: Ein gefräßiger Zwitter
    Genossenschaften: Unter dem Deckmantel der Solidarität
    "Selbstbedienungsladen" - Heftige Kritik an Lohrer Baugenossenschaft

    genossenschaften stehen auch in der kritik und sind nicht unbedingt die bessere unternehmens struktur.
    ob diese wirklich deutlich günstiger agieren?
    gerade die pleiten von genossenschaften, ja, dass ist auch möglich, zeigen die grenzen auf.
    insbesondere hieraus ergeben sich dann auch die pflichten der "mitglieder" und deren evtl haftung bzw verlust der einlagen.

    ob der kauf von kaffee bei einem kleinröster mit sozialen engagement nicht vielleicht die bessere alternative ist, dass bleibt jedem selbst überlassen.

    PS:
    hier in der großen stadt sind bio kisten im abo erhältlich, ähnlich einer zeitung.
    da ist nichts genossenschaftlich. hat sich hier scheinbar nicht durchgesetzt.
    vielleicht weil 's einfacher ist.
     
  15. #15 Defender, 07.08.2018
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    Wo kann man die Satzung einsehen, wie hoch sind die zu zeichnenden Geschäftsanteile, wieviele Anteile sind zu zeichnen, wie hoch soll die Dividende sein, was geschieht mit den Gewinnen, wer trägt evtl. Verluste, wer sitzt im Vorstand, wer im Aufsichtsrat, welcher Prüfungsverband ist zuständig etc., etc.
    Fragen über Fragen, die die Gründungsmitglieder ja wohl im Voraus geklärt haben - bevor ich über eine Mitgliedschaft nur nachdenke, hätte ich gern mehr Infos.
     
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  16. #16 PAMOJAKAFFEE, 07.08.2018
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    Hallo Defender,
    wenn es soweit ist, wird es das alles geben, was Sie vermissen. Ich versuche mit diesem Thread nur die Meinungen einzufangen für das Vorhaben. Wenn es zur Gründung kommt, sollen dann mit dem Genossenschaftsverband in enger Abstimmung (zumindest was die rechtlichen Voraussetzungen betrifft) Inhalte erarbeitet werden. Der Genossenschaftsverband ist keine freiwillige Veranstaltung, da muss man durch. Ich finde es gut, da dadurch eine externe Kontrolle gegeben ist.

    Für mich macht die Gründung einer Genossenschaft dann Sinn, wenn sie wirtschaftlich arbeiten kann, also die Zahlen stimmen. Ideen sind eine Sache, niemand braucht den Stress einer Unterfinanzierung (auch wenn die Wirtschaftlichkeitsprüfung durch den prüfenden Verband gerade so hingehauen haben sollte) und eine Genossenschaft mit Mitgliedern möchte sich auch nicht mit solchen Dingen beschäftigen.

    2009 habe ich übrigens Projekt Awasi e.V. gegründet. Bei einer Vereinsgründung müssen ja ebenfalls einige Regeln beachtet werden und es kommen immer wieder Prüfungen durch das Finanzamt.

    Projekt Awasi e.V. unterstützt eine Region im Westen Kenias. Dazu finden Sie bei Interesse was unter www.paev.de
     
  17. #17 PAMOJAKAFFEE, 08.08.2018
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    Und so sieht unser Icon aus.
    Im Logo befinden sich dann noch die Worte PAMOJA Gemein.gut Kaffee
     
  18. #18 yazerone, 08.08.2018
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    Aus meiner Sicht ist der Aufbau einer Genossenschaft, die sich lediglich dem gemeinsamen Erwerb von Kaffee zum Privatgebrauch widmet, der sprichwörtliche Kanonenschuss auf Spatzen. Genossenschaften (insbesondere im Einkauf) sind üblicherweise darauf angelegt, "schwachen" Marktteilnehmern eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen. Sie sind allerdings durch die recht basisdemokratische Ausrichtung (schwerfällig in Entscheidungen) in Verbindung mit einer statischen (teuren) Organisationsstruktur erst ab einer gewissen Größenordnung effizient. Dass das mit 500 privaten Kunden, die zuerst eine Einlage leisten müssten, und dann durchschnittlich 2kg? 3kg? pro Monat ordern würden, wirtschaftlich erfolgreich wird, sehe ich nicht. Ich sehe auch keinen Vorteil gegenüber der Version, die ja bereits auf der website angeboten wird - je x kg wird eine Spende von y an Verein z überwiesen. Der Vorteil ist, dass ich direkt entscheiden kann, was ich fördern möchte. Möchte ich fair gehandelten Kaffee vom Kleinröster? Möchte ich Entwicklungshilfe indirekt durch Spenden bezuschussen? Wenn ja, in welchem Bereich? Eine diffuse "Genossenschaft" nimmt mir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, sowohl beim Kaffee, als auch bei der Förderung.
    Nebenbei - keiner weiss, wie genau bestimmte Steuern verwendet werden. Das liegt an der Definition: Steuern sind Leistungen ohne Gegenleistung, die ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen steuerpflichtigen Personen auferlegt. Ob die Kaffeesteuer nun im um knapp 1 Mrd aufgestockten 9,44 Mrd Etat des BMZ landet, oder im auswärtigen Amt, oder sonstwo im Bundeshaushalt - sie sind nur Teil der Finanzierung des Gemeinwesens. Entsprechen also eigentlich genau Deiner Forderung nach gemeinschaftlichem Engagement. Und auch nebenbei: Auf zubereiteten Kaffee fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an. Bei Kaffeebohnen oder –pulver sind es 7 Prozent, bei Pulverkaffee – also Instantkaffee – wiederum 19 Prozent. Für Milchmischgetränke mit Kaffee fallen wiederum nur 7 Prozent an, wenn der Milchanteil mind. 75 Prozent beträgt. Allerdings nur im Verkauf nach ToGo ;-) , bei Verzehr im Café sind es 19%. Daneben finde ich die Kaffeesteuer geradezu simpel.
     
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  19. #19 PAMOJAKAFFEE, 08.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2018
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    Hallo Yazerone,

    ich hätte gerne den "Gefällt mir"- Button gedrückt, aber das wäre zu pauschal. Gleichzeitig habe ich an einigen Stellen eine sehr abweichende Meinung zum Thema. Also, deshalb an dieser Stelle "nur" ein herzliches Dankeschön für die vielen Überlegungen und Inputs.

    "Schwache Marktteilnehmer"
    Ich denke Genossenschaften wurden historisch gesehen immer in Zeiten von Mangel und Armut gegründet. Insofern ist es ein Unding jetzt im Jahr 2018, dem x-ten Jahr des Überfluss in Deutschland Energie auf diese Gesellschaftsform verwenden.

    Es gibt also andere Motive, weshalb eine Genossenschaft lohnt und zielführend ist. Nebebei bemerkt gibt es zahlreiche Genossenschaften, die jeder kennt und die erfolgreich am Markt etabliert sind bzw. als Produktionsgenossenschaft Spitzentechnologie für den Weltmarkt und in ihrem Segment herstellen.

    Eine Handelsgenossenschaft ist aus diesem Grund der erste Schritt und die Kombination mit anderen Formen der Genossenschaft Teil der strategischen Überlegungen. Es geht auch nicht um 2-3 kg Kilo je Mitglied pro Jahr, das wäre sicherlich nicht darstellbar. Andere Zielgruppen sind außerhalb der Genossenschaft, sowohl private Abnehmer als auch gewerbliche und industrielle Kunden.

    Die Genossenschaft mag weniger flexibel (qed), durch eine wie Sie es nennen Basisdemokratie sein. Aber genau darum geht es dann auch unter anderem: die Wertschöpfungsspirale zurückschrauben, weil die Multis leider den Hals nicht voll genug kriegen und eine starke Gemeinschaft an Eigentümern (und gleichzeitig Konsumenten) viel besser ihre eigenen Interessen vertreten können.

    Eine Genossenschaft hat eine operative Einheit: weshalb sollte es also an Flexibilität bei geschäftlichen Vorgängen und Entscheidungen fehlen? Basisdemokratische Entscheidungen wären da tatsächlich ein Hemmschuh. Im Laufe der Zeit haben sich Genossenschaften, das GenRecht, Satzungen usw. durchaus weiter entwickelt und an die reale Entwicklung angepasst.

    Was momentan auf unserer Website angeboten wird, ist die erste Ausbaustufe und auch die Möglichkeit eine Marke aufzubauen. Um das erneut klar zu sagen: Das hat derzeit noch nichts mit der avisierten Genossenschaft zu tun, sondern soll dahin führen. Deshalb sind die drei Kaffees, die als Projektkaffee deklariert sind, unser privater Beitrag dazu eine kleine Region im Westen Kenias zu unterstützen. Die jeweils 50 Cent sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Die Zahl "500 Mitglieder" ist eine rund doppelt so hohe wie tatsächlich reichen würde zur Gründung. Ich bin aber nicht bereit ohne genügend Sicherheit für jedes einzelne Mitglied etwas anzufangen.

    Nebenbei bemerkt: Die Einlagen sind immer Eigentum der einzelnen Mitglieder. Wenn ein Mitglied ausscheidet sind diese zurück zu zahlen.

    Ich füge nun von Ihnen als Zitat ein:
    "Der Vorteil ist, dass ich direkt entscheiden kann, was ich fördern möchte. Möchte ich fair gehandelten Kaffee vom Kleinröster? Möchte ich Entwicklungshilfe indirekt durch Spenden bezuschussen? Wenn ja, in welchem Bereich? Eine diffuse "Genossenschaft" nimmt mir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, sowohl beim Kaffee, als auch bei der Förderung."

    Ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, wenn ich das als gutmeinend aber leider realitätsfremd sehe aus vielen Jahren Beschäftigung mit Entwicklungszusammenarbeit und dem sogenannten fairen Handel. Genau deshalb ist es umso wichtiger, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und Kontrolle über die Verwendung der Mittel zu erlangen.

    Entwicklungszusammenarbeit ist eine Industrie, die sich zunächst selbst alimentieren muss, in direkter Nachfolge der Kolonialisierung entstanden ist und irgendwie noch der verlängerte Arm des Wirtschaftsministeriums sein soll. Wo sehen Sie da die Interessen der Kleinbauern gewahrt?

    Ein Beispiel
    Vor dem Eingreifen der internationalen Entwicklungshilfe gab es keine Hungersnöte in Äthiopien. So etwas erschreckt mich ebenso wie das rotzfreche Auftreten der Protagonisten der Entwicklungshilfeindustrie. Die verkaufen uns größtenteils für blöd. Sollen wir da noch länger zusehen, womöglich Beifall klatschen?

    Ich habe da mal was in meinem Blog gepostet zu unserm Fachminister und seinen blinden Aktionismus. Es enttäuscht mich, dass er von einem Staatssekretär beraten wird, den ich aus meiner Zeit als studentischer Botschaftsmitarbeiter in Nairobi kenne. Der wiederum sollte es doch eigentlich besser wissen, oder?
    Hier der Post
    Kaffeefilter: Minister Gerd Müller am 28. August 2017 mal was fragen in Bad Tölz

    Da war mir der Niebel ja richtig sympathisch, der hat es wenigstens klar gemacht: Entwicklungszusammenarbeit dient der deutschen Wirtschaft. So wie ich ihn verstanden habe, ausschliesslich der deutschen Wirtschaft.

    Es freut mich, dass Sie sich auf den Seiten von PAMOJAKAFFEE umgesehen haben. Die Sache mit der Steuer sehe ich so: Wir brauchen keine Ermahnungen vom Minister Müller uns anders zu verhalten, solange der Staat 2,19 Euro einsackt als Röstkaffeesteuer. Unser Staat bereichert sich so am Schicksal der Bauern in Kenia (ist jetzt nichts Neues, muss aber mal geschrieben werden). Teesteuer wurde übrigens Anfang der 1990er Jahre abgeschafft. Wieso? Das empfinde ich als Ungleichbehandlung.

    Im Gegenteil dazu: Die Genossenschaft könnte die 2,19 Euro an die Bauern für ihre ehrliche Arbeit bezahlen. Auch hier gibt es Ideen, wie man das Geld sinnvoll einsetzen könnte. Eine reine Barauszahlung ist nicht zielführend. Man muss auch Vorsorgeeinrichtungen schaffen. Also zusammengefasst. Ich zahle genauso die Röstkaffeesteuer, sehe aber den Betrag von 2,19 Euro als geeignet der Regierung dadurch einen Spiegel vorzuhalten. Eine Genossenschaft sollte sich klar sein eine angemessene Entlohnung von 2,19 Euro für den Rohkaffee an die Bauern zu zahlen. Gleichzeitig wird sie 2,19 Euro an den Staat abführen müssen. Da sind wir leider keine Ausnahme.

    Bauern in Kenia bekommen momentan rund 15 Cent bis 50 Cent je Kilogramm und zwar acht bis neun Monate nachdem sie den Kaffee abgegeben haben. Übrigens: Ob es nun 15 oder 50 Cent sind, hängt von den Weltmarktpreisen ab (und nicht von irgendwelchen Boni).

    Hier schliesst sich dann wieder der Kreis. Es sind doch Peanuts die unter dem Mäntelchen des fairen Handels an die Bauern gehen. Ein paar Cent hier und auch dort. Das kann es nicht sein. Warum sind wir alle denn so blöd und glauben diesen ganzen Marketingschmarrn??? Wir sind doch sonst immer superkritisch, wenn es bei uns in der Nachbarschaft passiert?

    Eine Sichtweise kommt mir ebenfalls zu kurz, auf die ich hinweisen möchte:
    Die Bauern in den Zielländern haben überhaupt keine Möglichkeiten. Eine Kaffeegenossenschaft in Kenia, man nennt es dort Co-op, ist letztlich der letzte (oder erste Sargnagel, wie Sie wollen) der Bauern. Wir hier haben die Chance konkret durch unser Handel direkt mit diesen Menschen den Warenaustausch herzustellen. Es geht auch darum das sogenannte Uprooting zu verhindern, das von viel zu vielen Bauern inzwischen gemacht wird.

    Eine Genossenschaft ist alles andere als diffus, sie bietet Chancen, gerade durch gesetzliche Regelungen und Bestimmungen. Gleichzeitig ist sie unabhängig von äusseren Einflüssen, was bei Betrachtung anderer Gesellschaftsformen durchaus ein Plus ist.

    Ich könnte noch abendfüllend weitermachen, aber ich denke mein Standpunkt ist klar geworden.
     
  20. #20 yazerone, 08.08.2018
    yazerone

    yazerone Mitglied

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    Das Problem ist nicht äußerer Einfluss, sondern innere ungleiche Interessen. Und derartige hast Du ungefähr 500 (warum das die doppelte Zahl der ausreichenden Gründungsmitglieder ist, entzieht sich meiner Kenntnis, rechtlich werden 3 gebraucht).
    Und für alle brauchst Du Konsens, auf einem Niveau, dass das komplexe Grundziel "Förderung der Kaffeebauern und Bezug von preiswertem, schmeckenden Kaffee" erfüllt bleibt, aber gleichzeitig niemand (einschliesslich Dir) eine innere Benachteiligung fühlt, der Meinung ist, nicht weit genug oder bereits zu weit zu gehen. DAS ist das Problem ideologisch geprägter, inhomogener Gruppen. Für die Zielgruppen außerhalb der Genossenschaft - brauchst Du keine Genossenschaft.
    Mein Zitat wurde, so glaube ich, falsch verstanden. Ich wollte lediglich beispielhaft Fragen aufwerfen, die sich ein Kaffeekonsument als potentielles Mitglied stellt und keinesfalls meine persönliche Meinung zu Entwicklungszusammenarbeit, fairem Handel oder Vergleichbares darlegen. Da sind wir in einigen Punkten wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander, in einigen jedoch Welten entfernt. Ich denke, in der hoch industrialisierten Welt hat eine kleine Änderung bei den Multis viel größere, und für eine breite Masse spürbarere Auswirkungen als 2,19 € mehr pro kg in einem Dorf. Es ist aber viel anstrengender und für den einzelnen Konsumenten viel weniger spürbar, ersteres zu realisieren. Und letzteres birgt das Risiko von Mitnahmeeffekten, wenn nicht penibel und personalaufwendig (also teuer) kontrolliert wird. Gleichzeitig kann lokale Ungleichheit zwischen den Teilnehmern und den nicht Begünstigten, oder den Menschen, die nicht im Kaffeeanbau arbeiten, entstehen. Aber das könnte jetzt tatsächlich abendfüllend weitergehen, zur Grundfrage "Genossenschaft, ja oder nein" hätte ich erstmal nix weiter.
     
Thema:

Genossenschaft für Kaffee

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