Grauenhafter selbstversuch - Espresso im kaffeehaus bestellt...

Diskutiere Grauenhafter selbstversuch - Espresso im kaffeehaus bestellt... im Was ich unbedingt noch sagen wollte... Forum im Bereich Kaffeeklatsch; Hallo Kaffeefreunde! Heute waren wir mit unserer Tochter beim HNO Artzt zur Nachuntersuchung, eh alles in Ordnung, danach sind wir einen Sprung...

  1. Azazel

    Azazel Mitglied

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    Hallo Kaffeefreunde!

    Heute waren wir mit unserer Tochter beim HNO Artzt zur Nachuntersuchung, eh alles in Ordnung, danach sind wir einen Sprung in ein neues mir noch unbekanntes Kaffeehaus gegangen.
    Location: Eisenstadt, Fußgängerzone
    Genauer gesagt eine Kaffee/Konditorei vorne gibts Süsspeisen, weiter hinten dann das eigentliche Kaffeehaus.
    Beim betreten ist mir sofort die gleich hinter der Theke plazierte zweigruppige Brasilia Gradisca (12 Liter Tank, 64kg, offensichtlich E61 Brühgruppe oder Clon) aufgefallen, deren Siebträger schön angeordnet auf dem Abtrofpfblech lagen, danaben die Kaffeemühle mit ca 27 Bohnen Inhalt... Weiter oben dann das Kaffeehaus, dort stand noch eine Maschine der selben Baureihe, diesmal mit eingehängten Siebträgern und hablvoller Mühle. Die Dinger sehen wirklich gut aus finde ich und das hat mich halt neugierig gemacht. Also hab ich mir einen Espresso bestellt - den gabs natürlich gar nicht auf der Karte sonderen einen Mokka. Kellner fragte klein oder groß und ich halt einen Kleinen bitte.
    Die Strafe sollte auf den Fuß folgen, als der Kellner dahergelaufen kam, sagte ich nur: "Sh**t viel zu viel, viel zu groß, mist das kann nix werden...." Die Tasse in die der kleine Mokka reinsollte war ca eine Tasse mit 100ml Inhalt.... und die war zu 80% gefüllt.. Nur mal zur Errinerung, ich hatte einen KLEINEN bestellt.... Optik, na was soll ich sagen, KEINE sichtbare Crema, aber auch gar KEINE, abgesehn davon dass hier sowieso die Menge von 3 Espressi drin waren. Ich hab das Gesöff tatsächlich gekostet, ok ich lebe noch aber der es war knapp...
    Sowas derartig dünnes und saures, bitteres, abgestandenes, kaltes, ungenießbares.....GRAUENHAFT.
    Ich hab mir überlegt den Kellner zu zwingen das selbst zu trinken, aber bis zum letzten Schluck, das wäre aber doch etwas zuviel für den armen Mann gewesen. Gerade noch fröhlich bedienend im Kaffeehaus, und schon in der Leichenhalle....
    Dann hatte ich noch die Gelegenheit mitzustoppen beim Kaffeemachen. Kellner drückt Knopf, ich drück auch aber auf meiner Uhr. Leider konnte ich nicht in die Tassen sehen, also den genauen Endzeitpunkt nicht bestimmen, das hat sich aber erübrigt als er nach ca 15 Sekunden die Tassen schon wieder weggenommen hatte....

    Was soll man da machen?
    Dem Kellner (Barista kann man sowas ja nicht nennen) einen Crash Kurs im Espressozubereiten geben? Hat wohl wenig sinn, solange man es nicht mit dem Besitzer des Lokals zu tun hat - man kriegt meist die Antwort: "Der Boss will das so", oder "die Maschine wurde so eingestellt, da können wir nix machen"
    Schade eigentlich, die technischen Voraussetzungen wären ja durchaus gegeben. Ok dort gab es Helmut Sachers Kaffee - bis dato das grauenhafteste das ich in Kaffeehäusern je zu mir genommen habe...

    Ich glaub ich schreibe dem Besitzer einen Brief und bitte ihn sich vielleicht etwas mit der Kaffeekultur auseinanderzusetzen, bevor er vielleicht noch eine 3. Maschine zu dekozwecken kauft....

    regards Michael
     
  2. movvv

    movvv Mitglied

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    dafür hatte ich heute das beste melange/cappu erlebnis seit laaanger zeit.
    und zwar im aux gazelles (rahlgasse, 1060).
    mmmmmmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhh :p
    k
     
  3. Azazel

    Azazel Mitglied

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    Geh jetzt sei aber schnell still, mir kommt immer noch das Grauen wenn ich an den Kaffee?? dort denken muss. Brühe triffts wohl eher. Ich frag mich wirklich warum ich das nach dem optischen Test überhaupt noch gekostet hab....

    Die Maschinen haben mir aber sehr gut gefallen, das wars aber schon.

    Hast eine Ahnung was für einen Kaffee du dort serviert bekommen hast?

    regards Michael
     
  4. Aki

    Aki Mitglied

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    [color=#000080:post_uid0]Hi Michael,

    solche Erlebnisse bleiben einem trotz aller Vorsicht nicht erspart - selbst nicht in den Läden, die sich dem Thema Espresso besonders verschreiben und nicht "nur" Cafés oder Kaffeehäuser sind.

    Letzten Samstag fand ich in Hofheim, einem kleinen Städtchen am Taunus (hübsche Altstadt, kleine Fußgängerzone) eine Espressobar mit einem NEW YORK Schild im Fenster. Ich wollte es kaum glauben - New York Kaffee - hier !!! Innen eine zweigruppige Elektra mit E61 Gruppen, eine Mazzer Mühle, im Regal New York Kaffeetüten, dazu eine Menge New York Utensilien (Tassen, Serviettenhalter etc.) ... meine Augen begannen zu glänzen :p

    99% des Publikums sahen allerdings nicht so aus, als wüssten sie zu schätzen, was ihnen hier angeboten wird... und nach der Bestellung eines Espressos wusste ich auch warum...
    In weiser Vorraussicht habe ich extra einen "Kurzen" Espresso bestellt (ein Ristretto überfordert doch die meisten hier in D), zeige dabei noch mit Daumen und Zeigefinger, wieviel ich mir in der Tasse vorstelle...
    Leider lies das die Volumetrik nicht so ohne weiteres zu und der erste Espresso war eine zu fast dreiviertel gefüllte Tasse. Man muss den Kunden ja was geben für ihr Geld :(

    Zweiter Versuch (meine Freundin nahm den 3/4voll Espresso trotzdem): Mühle kurz laufen lassen, klack-klack Siebträger gefüllt, oh... für einen "kurzen" Espresso ist das aber zuviel, Deckel auf, Kaffee wieder zurückgeschüttet. Mir graust schon :( Im Eintassensiebträger fehlen nach dem Tampen mindestens zwei mm bis zur Kerbe, eingespannt und los geht's. Mit freundlichem Blick wurde ich aufgefordert Stop zu sagen, wenn mir die Tasse voll genug sei.

    Ok, ich hatte jetzt zwar nur etwas mehr als 1/3 in der Tasse, aber leider war das trotz allerbester Voraussetzungen (Kaffeesorte, Maschine) nur ein ziemlich unterextrahierter Espresso mit einer mehr als dürftigen Crema...
    Die Bedienung schaute mich freundlich und zufrieden an, war sie doch der festen Meinung, voller Serviceorientierung einen Kunden richtig glücklich gemacht zu haben. Dass ich schnell zahlte und ging hat sie wohl darauf geschlossen, dass ich an dem Tag noch viele Besorgungen zu machen hatte.

    Klar, ich hätte ihr sagen können , was ich eigentlich erwartet habe, ich hätte ihr einen Ristretto erklären können, ihr eine Stunde mit leuchtenden Augen etwas über die Geheimnisse der Espressozubereitung vorschwärmen können... aber verdammt noch mal, ich will doch nur einen guten Espresso für mein Geld! :(

    Ciao

    Aki
     
  5. Stefan

    Stefan Mitglied

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    [quote:post_uid5]Im Eintassensiebträger fehlen nach dem Tampen mindestens zwei mm bis zur Kerbe, [/quote:post_uid5]

    Die Kerbe ist allenfalls ein Anhaltspunkt, aber kein Dosiermaß. Der ursprüngliche Zweck dieser Kerbe ist die Arretierung des Siebes in der Ringfeder des Siebhalters, sonst nichts. Wenn ich in meinem Eintassensieb derart viel dosiere, dass NACH dem stopfen das Pulver bis zur Kerbe reicht, sind annähernd 9g im Siebhalter... :cool:
    Zu New York an sich - meine Erfahrung ist die, dass deren Röstungen bzw. Mischungen insgesamt eher weniger Crema bringen, geschmacklich sind sie ok, aber eigentlich völlig überteuert. Schöne bunte durchgestylte Packungen fürs trendbewusste Publikum, was für einen Hype gerne mal etwas mehr Geld auszugeben gedenkt... :;):

    Gruss
    Stefan
     
  6. #6 deepblue**, 19.11.2002
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    Da fällt mir doch mein altes Posting ein:
    ---------------------------

    Posted: May 24 2002,22:40

    Vor kurzem in der Schweiz --(dort sind übrigens die meisten Espressotrinker.. )

    Also-alles bestens-tiefblauer Himmel-glitzernde weisse Berge-saftige grüne Wiesen noch ohne Kühe-wenig Touristen-time to relax...

    Ich bestelle einen Espresso. Mit Blick auf die Berge lechze ich nach einem ebensolchen-und was kommt da anserviert....

    Ein echter Schweizer Schümliespresso,kleine mittlere Tasse (geht gerade noch so als Espressotasse durch) mit leichtem Flair eines "Schäumchens".

    Zweifelnd schaute ich in die Untiefen der Tasse-zögernd setzte ich an-und der Tag, der so gut anfing.....mein Gott ich bring Sie alle um !!

    nun ja-nach ca. 2 Stunden und gutem Zureden seitens meiner Frau hatte ich mich wieder beruhigt...

    Fazit der Geschichte- es wird einem nach wie vor in vielen Bars/Kneipen etc. hie und da ein Schümliespresso serviert.

    Normale Kaffee/Espressomaschine (Automatik) -allerdings die Bohnenmischung ist für Kaffee ausgelegt und damit wird einem dann aus der gleichen Mischung eben praktischerweise der Schümliespresso serviert. Spart Zeit und Geld -und wer beschwert sich schon ?
    Manche merkens nicht mal-Hauptsache kleine Tasse und Espresso und ein Süßerle dazu---mannomann--.
    -----------------------

    Allerdings bin ich inzwischen der Meinung, man sollte schon was sagen... schliesslich beschweren sich ja manche Leute auch über einen `schlechten`Wein....

    Gruss---Helmut
    :)
     
  7. Azazel

    Azazel Mitglied

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    Naja is aber trotzdem traurig, da haben sie die teuersten und besten Maschinen, oder zumindest teure und gute Maschinen, die ein ordentliches Geld kosten und dann schmeckt das alles wie Abwaschwasser. Und ich weiß, dass es dem Personal auch nicht schmeckt - die fragen sich dann immer warum der Gast das anstandslos trinkt...

    Schümli hin oder her, wenn ich mir die Kaffeevariationen ansehe die bei uns in den Speisekarten steht und das alles mit nur einer Mühle - dann wird mir wirklich schlecht. Abgesehn davon steht bei vielen ja gar nicht Espresso sondern Mokka. Den gibts dann kurz oder lang. Unter kurz versteht man 15sek unter lang halt 20sek und 100ml.
    Es ist halt traurig und zum Verzweifeln - wenn ich denke wie sehr ich mich in den letzen Jahren aus Gesellschaftlichen Gründen oft durch einen Kaffee gequält habe, weil ich dachte Kaffee (Melange/Cappuccino) in Kaffeehäusern muss halt so gruaenhaft sein. Mir war nie bewusst warum diese Espressomaschinen so teuer sind.....
    Und zudem hab ich keine Lust einem Angestellten dem es auf detusch gesagt eh Wurscht is zu erklären was ein Espresso ist, wie lange der Saft braucht um durchzulaufen,Mahlgrad, Menge usw....
    Wenn ich bei der Tür raus bin hat der das doch eh vergessen oder denkt sich nur ich sei ein Idiot, der Chef bzw die Chefin hats ganz anders gesagt....

    regards Michael
     
  8. #8 deepblue**, 19.11.2002
    deepblue**

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    Ja, das ist mir schon verständlich...aber trotzdem, ich hab zwar auch keine Lust immer ´Entwicklungshelfer` zu spielen und zudem kann es auch peinlich sein, extra darauf hinweissen zu müssen.
    Aber..., warum soll ich immer alles sang und klanglos hinehmen.?
    Man kann das auch in einem `freundlichen `Ton anbringen und die/den Barista darauf hinweisen.
    Auf dass sich was verändert..duckt Euch nicht immer weg..wer sich nicht wehrt lebt verkehrt..?
    Vielleicht gibts dann in 20 Jahren endlich einen exzellenten Espresso.
    Und der Eine oder Andere hört sich sagen: `dass ich das noch erleben durfte `......

    Gruss---Helmut
    :)
     
  9. Azazel

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    Na ich bin der letzte der sich wegduckt, aber manchmal, so wie gestern wusste ich schon von vornherein dass es wohl egal sein wird ob ich mich aufrege oder nicht. Da waren soviele Parameter falsch, angefangen vom Mahlgrad, über Menge zur Durchlaufzeit.... Nein danke, das tu ich mir mit einem vielleicht auch noch Teilzeitangestellten nicht an....
    Wenn dann gleich mit den Verantwortlichen sprechen, die Kellner haben meist nur sehr wenig Möglichkeiten was zu ändern.
    Wie oft hab ich schon gehört, dass sie nicht mehr Kaffee nehmen DÜRFEN weil es sich sonst nicht rentiert.. Was soll man da, dagegen halten? Eine Betriebswirtschaftlich fundierte Kostenrechnung, die dem Barman klarmacht, dass es im Endeffekt nicht auf 1g Kaffee/Espresso ankommt, sondern das da ganz andere Kostentreiber dahinterstecken?

    Oder wenn jemand schon 20 Jahre lang den Siebtäger aushängt wenn er nicht gebraucht wird und nur von Kaffee zu Kaffee benützt, dann wird er sich wohl auch fragen warum dieser Gast aufeinmal meint es wäre besser den Siebträger eingespannt zu lassen.... oder zumindest vorzuwärmen. Na ich kenn die Mentalität der Leute hier, da hast du kaum Chancen was zu ändern wenn es nicht von oben aufoktroyiert wird. Nach möglichkeit noch von einem Herr Doktor, auf wenn es ein Dr.phil ist (nix gegen Dr.phil :D Witzigerweise hatte mein Marketingprof, einen Dr.Phil) Aber Doktor bei uns is ja Artzt.....

    Na ich lass mich nicht weiter aus, ich freu mich schon wenn ich in ca 1 1/2 Stunden vor meiner Butterfly sitze und mir abwechselnd einen Cappuccino und einen Espresso reinziehen kann. Das schmeckt wenigstens so wie ich mir das vorstelle.

    Danke und auf wiedersehn ;)

    Michael
     
  10. Host

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    [quote:post_uid0="hdelijanis"]...
    Vor kurzem in der Schweiz --(dort sind übrigens die meisten Espressotrinker.. )
    ...[/quote:post_uid0]
    Mmhh...
    Beim letzten Italienurlaub fuhren wir übers Engadin an den Comer See.
    Ich wollte mal den Übergang Schweiz/Italien in der Espressowelt feststellen -- schweizer Kaffee ist ja auch besser als deutscher.
    Also kurz vor der italienischen Grenze in einem Café angehalten. Innen eine fette 2gruppige Gaggia, große Mühle - alles klar. Auf Anfrage zeigte mir die Bedienung sogar die Tüte mit den Espressobohnen, - soweit ich mich erinnern kann war es eine Mischung von Mokarabia.
    Der Schock kam beim Probieren, - Menge stimmte zwar,- aber leider wars eine saure, cremafreie Plörre, die einem das Zahnschmelz absprengte. Aua.
    Über die Grenze gefahren und im allernächsten Dorf angehalten.
    In die nächstbeste Espressobar gegangen, zufällig hatten die denselben Caffé. Und, - oh Wunder - er kam dick und dicht aus der Maschine, hatte Crema und - schmecke himmlisch.
    Was soll man sagen, - der Espressoäquator liegt an der italienischen Grenze !!

    Grüße
    Horst
     
  11. #11 deepblue**, 19.11.2002
    deepblue**

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    Tja, übel sowas..... Kurz vor der italienischen Grenze angehalten...? Den Maloja Pass runter..?
    Das müsste doch Bergell sein. Falls ja, das kann man fast schon zu Italien zählen. Typisch Schweiz auf keinen Fall.
    Dort hab ich in Solio oder Stampa/Bondo und Castasegno schon sehr guten Espresso getrunken.
    Ich denke, da hast Du wirklich Pech gehabt.
    Dort gibts im Gegensatz zur üblichen Schweiz schon wesentlich besseren, wenn nicht gleichwertigen, Espresso wie in Italy..


    Gruss----Helmut
    :)



    Edited By hdelijanis on 1037725768
     
  12. Host

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    na vielleicht hatte ich Pech, - oder ich kenn die Parameter nicht, nach denen man in der Schweiz gute Bars auswählt.
    Für einen nicht ganz so kritischen Espressotrinker liegt die Trefferquote in Italien bei 95%, in Deutschland würd ich sagen bei 5%, selbst wenn man vorher 10 Minuten lang den Laden abgescannt hat.

    Grüße
    Horst
     
  13. #13 deepblue**, 19.11.2002
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    Da gibts keine Parameter...der einzige Parameter ist,wenn man so will, dass Bergell ca. zwischen 0-40km zur italienischen Grenze anschliesst, und dementsprechend schon italienischen Flair geniesst,vorallem was den Espresso betrifft.

    Die Qualität in Deutschland ist aber auch auf die `kurze` Zeit seit Beginn des Espresso Hypes zurückzuführen. Da wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Qualität einigermassen gegeben ist, wenn überhaupt.
    Ich befürchte eher, dass der Zug in Richtung Vollautomaten, auch was Espresso angeht, abfährt.
    Diese werden immer mehr in die Richtung entwickelt, die ganze Palette vom Schümli über Cappu bis zum Espresso in einer besseren Qualität, wie seither, mit einer Maschine vollautomatisch abzudecken.
    Dieses ist natürlich für einen Gastro-Betrieb, was die Fehlerquelle Mensch sowie der Zeitfaktor (Siebträgermaschine) angeht, sehr interessant und wird wohl daher eher in der Zukunft vorzufinden sein...


    Gruss---Helmut
    :)
     
  14. Azazel

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    Schön, dass es in der Schweiz auch irgendwo guten Espresso gibt. In Österreich wird die Suche wohl zur Nevernding Story. Und ich bin das arme Versuchskaninchen das es immer wieder probiert - so wie auch HEUTE.

    Location: Diesmal Wien - Sky Restaurant im Kaufhaus Steffl (Ziemliches Schicki-Micki Lokal mit recht hohem Preisniveau - Hauptspeise zwischen 20 und 55 Euro)
    Das Essen war ziemlich ok, obwohl ich schon für weniger Geld was besseres gegessen habe, der Wein war auch gut-sehr gut, halt viel zu jung aber die haben ja nix gereiftes auf der Karte - ein Fauxpas wie ich meine (aber ich scheine ja beim geniessen nicht die breite Masse zu repräsentieren).
    Danach haben wir uns noch Espresso und sogar einen Ristretto bestellt. wenigstens die Menge hat gepasst, aber sonst..... ein Mantel des Schweigens. Na ok - mein Espresso hatte ca 0,005mm Crema die nach ca 1min Stehzeit weg war, immerhin mehr als gestern ,)
    Der Geschmack war eher bescheiden, Kaffee hat alt geschmeckt - mit frischen Bohnen wär da wohl mehr drin gewesen aber was solls. Mein Fazit - Espresso hat sich noch nicht in die Wiener Society durchgesprochen - wenigstens konnte ich eine Begleiterin dazu bewegen bei Tasteit vorbeizuschaun, da sie schon stolze Gaggia Besitzerin ist und ihr noch der ideale Kaffee fehlt...

    regards Michael



    Edited By Azazel on 1037746745
     
  15. Host

    Host Mitglied

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    [quote:post_uid0="hdelijanis"]....
    Ich befürchte eher, dass der Zug in Richtung Vollautomaten, auch was Espresso angeht, abfährt.
    ....[/quote:post_uid0]
    Du magst bei (nichtitalienischer) Gastronomie recht haben.

    Aber bei den Espressobars will der Kunde auch noch was fürs Auge haben und den Barista rumhantieren sehen.
    Hier geht der Trend wohl erstmal zu monströs großen Siebträgermaschinen (letztens am Nürnberger Bahnhof eine moderne Dreigruppige gesehen, die zusätzlich hinten eine 40cm hohe Messingkuppel á la Pavoni von 1905 hatte. Die Macchina muß mindestens 150kg wiegen.)
    Vielleicht gibt es mit der Zeit auch Leute, die diese Maschinen bedienen können (Ich bete jeden Tag drum).
    Aber erstmal gehts um die Show, um dem Kunden das Gefühl zu geben, sich etwas besonderes zu gönnen.

    Grüße
    Horst

    P.S. weiß nicht mehr obs Bergell war. Das Café lag ca. 1km vor der Grenze,
     
  16. #16 Luciano, 20.11.2002
    Luciano

    Luciano Gast

    @ Host
    Wenn ich nicht irre, meinst Du mit "hier" Berlin.
    Sicherlich, dort ist die Espressowelle aufgrund der schon seit 20 Jahren und länger etablierten Italiener wesentlich weiter.
    Und man sollte auch die Verdienste eines Gianni Giusepetti und Franco Corsi berücksichtigen die seit etwa genauso langer Zeit sich um ordentliche Espressi in der Gastronomie einsetzen.
    Vollautomaten finden auch leider in Italien immer mehr zuspruch, gerade an Autobahnraststätten und System-Gastonomie aber auch in mittleren Restaurants. Genauso wie in Deutschland und anderso hat man halt Probleme, geeignetes Personal zu finden, die mit Liebe zum Produkt arbeiten. Eine Trefferquote von 5 % möchte ich so nicht unterschreiben, in Berlin ist Sie allemal höher und in München und Hamburg sicherlich auch. Im Ruhrgebiet kommt das in etwa hin bzw. das Ergebniss ist so gar noch niedriger.
     
  17. #17 Luciano, 20.11.2002
    Luciano

    Luciano Gast

    [quote:post_uid0="Host"](letztens am Nürnberger Bahnhof eine moderne Dreigruppige gesehen, die zusätzlich hinten eine 40cm hohe Messingkuppel á la Pavoni von 1905 hatte. Die Macchina muß mindestens 150kg wiegen.)[/quote:post_uid0]
    Denkste, das ist reine Optik und ohne Funktion !! Wiegt als Zubehör etwa 8-10 kg. Einzige Funktion (neben der Optik) ist, die Tassenablage zu verkleinern.
    L.
     
  18. Host

    Host Mitglied

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    [quote:post_uid0="Guest"]Denkste, das ist reine Optik und ohne Funktion !! Wiegt als Zubehör etwa 8-10 kg. Einzige Funktion (neben der Optik) ist, die Tassenablage zu verkleinern.
    L.[/quote:post_uid0]


    Will auch so ne Kuppel haben

    :D :D :D :D

    Grüße
    Horst
     
  19. Host

    Host Mitglied

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    [quote:post_uid0="Guest"]Und man sollte auch die Verdienste eines Gianni Giusepetti und Franco Corsi berücksichtigen die seit etwa genauso langer Zeit sich um ordentliche Espressi in der Gastronomie einsetzen.[/quote:post_uid0]
    Keine Frage, ohne solche Pioniere wäre die ganze Espressokultur hier in Deutschland noch weiter zurück.
    Ich meinte mit der Trefferquote allerdings weniger Restaurants, sondern Espressobars und da ist z.B. in Berlin trotz der ganzen Balzac- World Coffees, Koffein Kombinate, Einsteins etc. Quantität nicht gleich Qualität.

    Giuseppetti ist mir seit längerem ein Begriff. Möchte mir unbedingt mal deren Barmischung kaufen, die glaube ich im norditalienischen Belluno geröstet wird.
    Trotzdem sind Maschinen mit dem Giuseppetti-Aufkleber (z.B. La Marzoccos) noch kein Garant für guten Espresso.
    Hier ist wieder mal der (oft negative) Faktor Mensch ausschlaggebend.
    Corsi? Da hab ich schon Espressotüten mit dem Namen gesehen, - vertreibt der auch Espresso?

    Grüße
    Horst
     
  20. w.haas

    w.haas Mitglied

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    [quote:post_uid0="Host"][/quote:post_uid0]...da ist z.B. in Berlin trotz der ganzen Balzac- World Coffees, Koffein Kombinate, Einsteins etc. Quantität nicht gleich Qualität.[/quote:post_uid0]
    Hallo Horst,

    da hast du Recht. Wir waren in den Herbstferien eine Woche in Hamburg. Quasi aus der Provinz in die Metropole. Mit großen Augen, weit aufgerissenem Mund, ab in den Balzac Coffe Shop.
    Endlich- der Duft der großen weiten Welt. 1 Cappu, 1 Kakao, 1 Muffin, 1 Cuckie = 5,20 Euro. Pffff, ordentlich. Der Cappu war rein weiss, kein brauner Rand, kein Kakao. Na Ja. Unten in der Tasse war unter Milchschaum an dem man fast erstickte auch eine kleine Pfütze Espresso.
    Ich gebe nicht auf, hole mir einen Espresso. Crema hatte er, ehr mäßig und der Geschmack war eher bitter. Der Kakao war so süß, dass wir noch Milch nachschütten mussten.
    OK- Versuch 2- World Coffes. Nicht ganz so schlecht, aber auch ernüchternd. Was um alles in der Welt ist dran am Coffee-Shop?
    Oder ist unser Anspruch so hoch das nur ein "Krug Grande Curvée" in Frage kommt?
    Warscheinlich und das ist auch gut so.

    Gruß
    Wolfgang
     
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