Handaufguss, Anfängerfragen

Diskutiere Handaufguss, Anfängerfragen im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo zusammen, ich spiele derzeit mit dem Gedanken, mir einen Handfilter samt günstiger Mühle zu kaufen, um zu testen, ob Filterkaffee auch gut...

  1. #1 Celador, 27.05.2013
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    Hallo zusammen,
    ich spiele derzeit mit dem Gedanken, mir einen Handfilter samt günstiger Mühle zu kaufen, um zu testen, ob Filterkaffee auch gut schmecken kann ;). Ich mache mir sonst nur Espresso-basierte Getränke mit meinem ST und trinke Filterkaffee nur bei Familienfeiern, der dann natürlich aus Tchibo-Briketts in einer günstigen Maschine gebrüht wird. Ob es Melitta oder Hario wird, steht noch nicht so ganz fest. Allerdings sind mir im Vorfeld einige Dinge nicht ganz klar:

    1. Ich spiele mit dem Gedanken, mir gleich einen großen Handfilter für 6 Tassen zu kaufen (z. B. Größe 03 bei Hario). Stellt das irgendein Problem dar, wenn ich in einem solchen Filter nur eine Tasse aufbrühe? Oder ist für eine optimale Extraktion immer ein Filter in der passenden Größe zu nehmen?

    2. Wenn man sich in das Thema "Handfilter" einliest, stößt man ja über sehr ausgefeilte Aufgusstechniken. Da wird in einer speziellen "Pour over"-Kanne das Wasser in perfekt kreisenden Bewegungen auf das Kaffeemehl gegossen. Ich habe zwei linke Hände und würde für diesen ersten Versuch nicht gleich so eine Kanne kaufen. Ist das Ergebnis, wenn ich das Wasser direkt aus einem normalen Wasserkocher mit grobmotorischen Bewegungen (aber natürlich schwallweise) aufgieße, trotzdem schon so gut, dass man einen Unterschied zur 0815-Maschine herausschmecken könnte?

    Vielen Dank schon mal
     
  2. #2 Rvngbby, 27.05.2013
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    AW: Handaufguss, Anfängerfragen

    Bei den Hario Handfiltern macht die Größe keinen Unterschied. Die Form ist von 01 bis 03 die gleiche, halt nur "in die Länge gezogen". Das heisst jede beliebige Menge lässt sich darin zubereiten. Man sollte nur nicht für eine einfache Portion den Filter randvoll eingießen, das ist sicher nicht optimal. Auch sollte man schauen dass durch die größere "Fallhöhe" das Wasser (voraussgesetzt man benutzt einen normalen Wasserkocher zum aufgießen) das Wasser a)beim Auftreffen auf das Kaffeemehl zu sehr plätschert und sprizt und b)etwas mehr an Temperatur verliert als bei den kleineren Filtern.

    Aber da kommt man dann auch schon zu deiner 2ten Frage nach Aufgusstechniken. Zwar bin ich ein großer Verfechter akribischster Haarspalterei :)lol:), schmecken tut der Kaffee jedoch auch wunderbar wenn man einfach darauf achtet mit Pre Infusion und langsamen zirkulierendem Aufgießen zu arbeiten. Da muss es grade für zu Hause nicht immer eine Buono sein (auch wenn sie verdammt Spaß macht). Gutes Wasser und guter Kaffee sind da zu größeren Teilen verantwortlich für den Geschmack, als eine perfektionierte technik. Da wirst du dich schon selbst im Laufe der Zeit sensibilisieren wie es dir am besten schmeckt.
    Für den Anfang sollte man sich da nicht verrückt machen :)

    Falls du dir jedenfalls den Hario Dripper kaufst, gönn dir auch ruhig mal die dazu passenden Hario Filter. Die reißen durch ihre spitz zulaufende Form nicht so schnell wie gewöhnliche Filter und sind genau an die Dripper angepasst. Besonders bei größeren Kaffeemengen ist die Gefahr ziemlich hoch...Ausserdem ist die Porung eine andere als bei Melitta Filtern. Aber das ist ne andere Geschichte - wir wolltens ja simpel halten :)

    UNterschied zur 0815 Maschine wirst du schmecken :)
     
  3. the_m

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    AW: Handaufguss, Anfängerfragen

    das stimmt nicht ganz:
    die löcher der hario filter werden von 01 zu 02 zu 03 größer, was sich auf den brühvorgang und das ergebnis auswirkt. nicht nur die "länge" der filter ist unterschiedlich. insofern wäre der zur menge passende filter zu empfehlen, zumindest würde ich keine einzelne tasse mit einem 03er filter zubereiten.

    pour over kettle ist gut zur optimierung, zu beginn kannst du aber versuchen, das wasser langsam und halbwegs gut verteilt einzugießen, damit die extraktion auch gleichmäßig ist.
     
  4. #4 Rvngbby, 27.05.2013
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    AW: Handaufguss, Anfängerfragen

    Falls das anders rübergekommen ist: Man sollte das FIlterpapier schon in der passenden Größe haben. Ich meinte nur es ist nicht wirklich ausschlaggebend ob man 1 Tasse oder 4 Tassen im 03 Filter zubereitet. Sollte es zumindest nicht ;)

    Und ich habe grade nachgeschaut - ich sehe keinen Unterschied in der Lochgröße, habe allerdings grade nur 01 und 02 da vllt ist es bei 03 ja anders. Oder ich erkenne den Unterschied nicht :)
     
  5. the_m

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    es ging mir nicht um das filterpapier, sondern um die (in meinem fall: keramik-)filter. der durchmesser der löcher ist auch von 01 zu 02 unterschiedlich, wenn auch nicht sehr stark.
     
  6. #6 silverhour, 27.05.2013
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    Eine gute Idee ist das.

    zu 1)
    Grundsätzlich ist es erst einmal kein Problem, eine Menge "unter Nennwert" aufzusetzen. Im Zweifel ist es aber auch nicht schlimm, eine zweite Größe Filter zu kaufen und kleinere Filter in den Trichter zu hängen.

    zu 2)
    Da ist verdammt viel Voodoo dabei! Mit dünnem Strahl einmal das komplette Mahlgut anfeuchten und "aufblühen" lassen, dann mit relativ dünnem Strahl gleichmäßig verteilt weiter aufgießen ... usw ....
    Das geht auch mit einem 0,99€-Plastik-Melitta-Trichter und 'nem 0/8/15-Uralt-Wasserkocher.

    Und sonst:
    Guten Kaffee nehmen! Wie beim Espresso eben auch.


    Grüße, Olli
     
  7. #7 domimü, 27.05.2013
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    Ach, Voodoo würde ich das nicht nennen, es ist wie bei den Espressomaschinen auch, dass man für mehr Komfort eben auch mehr zahlt.
    Ich blieb selbst mit der "Hario-Vollausstattung" (Drip Station, Drip Scale, Range Server, PowerKettle, Coffee Dripper) etwa bei dem Preis einer guten Filtermaschine wie der Moccamaster.
    Freilich, wenn es erst mal ums Ausprobieren geht, ob diese Zubereitungsart das "Richtige" ist, würde ich eher zu einer günstigeren Lösung raten, das ist auch insofern keie Fehlinvestition, als man sie als Backup oder fürs Büro oder was auch immer weiterverwenden kann.
     
  8. #8 Celador, 28.05.2013
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    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich habe mir soeben einen 03er Hario samt Skerton-Mühle und passender Filtertüten bestellt und werde es einfach mal drauf ankommen lassen ;). Wahrscheinlich sind gute Bohne und passender Mahlgrad deutlich entscheidender als eine ausgefeilte Aufbrühtechnik, oder? Ich denke auch, dass "eine Tasse" bei mir zumindest 250 ml bedeutet, ich also mit der Befüllung sowieso nicht ganz ans untere Limit gehe. Ich bin auf jeden Fall gespannt :).
     
  9. the_m

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    die skerton-mühle lässt sich deutlich verbessern durch den grobmahlmod, falls du irgendwann die störenden fines loswerden möchtest, die es bei der skerton doch gibt.

    passender mahlgrad ist nicht unbedingt das allerwichtigste, wenn der "unpassende" mahlgrad nicht zu stark abweicht. abweichungen vom angenommenen optimum lassen sich ausgleichen: feinerer mahlgrad impliziert eine höhere wassertemperatur z.b.
    und wenn die mühle den "optimalen" mahlgrad nur mit viel fines produziert, schmeckt man das auch in der tasse.
     
  10. #10 domimü, 28.05.2013
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    ja, solange du nicht zu schnell aufgießt, das Wasser also nicht oberhalb des Kaffeemehls direkt durch den Filter dringt (statt durchs Kaffeemehl); Nicht erschrecken, wenn du dann einen "recht groben Mahlgrad" brauchst gerade im Vergleich zum Siebträger.
     
  11. #11 Tyrell_Corporation, 28.05.2013
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    Ich meine festgestellt zu haben, dass mein Filterkaffee deutlich (?) besser schmeckt, seit ich

    1. hier gelernt habe, dass es sinnvoll ist, die Filtertüte vor Gebrauch heiß auszuspülen
    2. Einen Wasserkocher mit Temperaturanzeige verwende, der mir sagt, wann 94 Grad ist.

    Allerdings ist das immer morgens ziemlich früh....
     
  12. the_m

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    filterpapier ordentlich heiß ausspülen ist pflicht.

    temperatur in der kettle ist bei mir etwas über 90° (vom wasserkocher in ein nicht vorgeheiztes metallgefäß, dann in die kettle), allerdings ohne die kettle, kanne usw. groß vorzuheißen. kurz mit warmen wasser ausspülen, nicht mehr. sonst wird die tasse bitter.
     
  13. lukask

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    Einen Tipp habe ich noch: Bleib für den Anfang bei einer Tassengröße. Also z.B. die ersten Wochen ausschließlich 250ml-Brühungen, Zielbrühzeit vom 1. Anfeuchten bis fertigem Durchlauf ca. 2:20, den Mahlgrad entsprechend einstellen.

    Wenn du eine größere Menge Kaffee zubereiten willst, brauchst du einen gröberen Mahlgrad (und umgekehrt) - daher, wie beim Espresso auch, für den Anfang immer möglichst viele Variablen konstant halten!
     
  14. #14 norschtein, 01.06.2013
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    Hallo Celador.
    Zur Diskussion verschiedener 'Aufgusstechniken' auch hier: Sprudge.com: Hitler's V60 Method - YouTube :lol:
     
  15. #15 Rvngbby, 01.06.2013
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    Hör doch auf wie gut ist das denn!!!!!!!!!! Ich weine! :lol:
     
  16. Kathii

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    Was haltet ihr eigentlich von Kaffepressen? Also zB die von Bodum und habt ihr dafür Zubereitungstipps?
    (Dauer, Menge und sowas...)
     
  17. the_m

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    man kan mit der french press schon feine ergebnisse erzielen, aber wenn man sehr klare tassen bevorzugt (keinerlei kaffeesatz in der tasse), wird es schwierig.
    günstigere mühlen produzieren viel feinstaub, die dann ungesiebt in der tasse landen.
    dazu trägt bei, dass man um auf eine vernünftige temperatur zu kommen, etwas feiner als für FP üblich zu mahlen.

    je nach mahlgrad dann ganz kurz aufquellen lassen, ziehzeit zwischen 2 und 4 minuten, langsam runterdrücken.
     
  18. #18 Celador, 04.06.2013
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    AW: Handaufguss, Anfängerfragen

    Danke für die weiteren Tipps und das schöne Video :). Leider habe ich gestern vom Händler die Nachricht bekommen, dass meine V60-Bestellung storniert wurde, da es Lieferschwierigkeiten gibt. Jetzt sitze ich hier mit meiner Mühle und überlege, ob ich Übergangsweise einen Melitta-Filter kaufe oder vielleicht was ganz anderes. Die Sowden-Kanne reizt mich beispielsweise auch. Alternativ könnte ich auch einen kleineren Hario-Filter bestellen, da diese zumindest bei manchen Händlern vorrätig sind.
     
  19. #19 DerDuke83, 04.06.2013
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    Ich mag FP irgendwie nicht. Das ist aber rein subjektiv.

    Ich nutze schon urlange den Melitta 102 aus Porzellan für bis zu ~500ml.
    Hatte auch schon den Hario zum testen.

    Beim Hario kann man aufgrund der größeren Öffnung viel mehr mit dem Mahlgrad experimentieren.
    Beim Melitta mit der kleinen Öffnung ist halt irgendwann Schluss und mit steigender Pulvermenge muss man den Mahlgrad gröber vorsehen um noch einen vernünftigen Durchfluss zu haben.

    Würde mein Melitta kaputt gehen werde ich überlegen den Hario zu kaufen. Allerdings nervt es mich dabei das man die Filter nicht im Supermarkt bekommt und diese recht teuer sind. Sonst hätte ich schon einen.
    Ansonsten bin ich von der Qualität der Hario Produkte recht überzeugt.
     
  20. the_m

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    die hario 01 und 02 porzellan-, glas- und kunststofffilter gibt es doch wirklich bei zahlreichen shops, schlag einfach bei einem anderen zu.
     
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