Hartnäckige Glibberige Ablagerungen im Aluboiler (Gaggia Classic)

Diskutiere Hartnäckige Glibberige Ablagerungen im Aluboiler (Gaggia Classic) im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo Zusammen, ich habe schon vor einer ganzen Weile eine gebrauchte GC gekauft, die seit ich sie habe nur sauren Espresso produziert. Am Anfang...

  1. #1 Blo0ofy, 28.09.2022
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    Hallo Zusammen,

    ich habe schon vor einer ganzen Weile eine gebrauchte GC gekauft, die seit ich sie habe nur sauren Espresso produziert.
    Am Anfang dachte ich es müsste an der Temperatur liegen, aber selbst mit nachgerüstetem PID war es mir nicht möglich einen genießbaren Espresso aus der Maschine zu bekommen.
    Selbst extrem überextrahierte Espressi mit fast kochendem Wasser und sehr dunklen Bohnen haben trotz verbrannter Bitterkeit immer noch eine stark ausgeprägte wirklich ekelhafte Säure.

    Nachdem ich alles das erste Mal komplett zerlegt, gereinigt und entkalkt habe, ich zwei/drei trinkbare Espressi produzieren können, dann war die Säure aber auch schon wieder da.

    Da mir beim nächsten Zerlegen nach ca. einer Woche eigenartige glibbrige Ablagerungen im Boiler aufgefallen sind, habe ich an diesem Punkt angefangen nach und nach ein Teil nach dem anderen durch ein neues zu ersetzten.
    Bei jedem Teilewechsel habe ich auch jedes Mal alle anderen Teile gereinigt (Aluteile in Weinsäure und mechanisch, den Rest in Zitronensäure und danach Cafiza).
    Das hat zwischendrin immer zu dem ein oder anderen trinkbaren Espresso geführt, dann wurde es aber immer wieder sauer.

    Mittlerweile habe ich ALLE Teile die mit Wasser in Kontakt kommen (bis auf die beiden Ventile) ausgetauscht.

    Die Kontamination mit den glibbrigen organisch aussehenden Flocken bin ich bis jetzt nicht los und der Espresso ist immer noch untrinkbar.
    IMG_20220928_163848.jpg

    Kennt jemand das Problem oder habt ihr eine Idee wie ich diese Ablagerungen verlässlich aus dem ganzen System entfernt bekomme?
     
  2. #2 Knabberkram, 28.09.2022
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  3. #3 korbinian, 28.09.2022
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    Mal abseits der "genialen:rolleyes:" Idee, Alu mit Zitronensäure in Kontakt zu bringen, sehen diese opaken, hellen und leicht bläulich schimmernden "Popel" im Foto wie Silikonfett aus. Das ist leicht fest und klebrig-pappig - halt wie frische Popel:).

    Sollte es allerdings glibbrig sein (also etwa so wie Wackelpudding), dann würde ich auf so etwas wie Aluminiumaquakomplexe tippen: Prof. Blumes Medienangebot: Komplexverbindungen .

    Silikonfett wäre aber vorerst "my favourite guess".
     
    -Dune- und guarana gefällt das.
  4. #4 Blo0ofy, 28.09.2022
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    Wenn es wirklich ein Biofilm ist, dann stellt sich mir die Frage, wie sowas bei den Temperaturen im System überleben kann.

    Bei der mechanischen Reinigung ist das Problem, dass man nicht an alle Stellen, vor allem in der Brüheinheit dran kommt.
    Chemisch wäre die Frage womit genau ich es da außer Wein-/Zitronensäure und Cafiza noch versuchen könnte?
    Vor allem beim Boiler, da will man ja eigentlich auch nicht die komplette Oxidschicht entfernen.


    Das Alu bzw. den Boiler habe ich bis jetzt nur mit Weinsäure behandelt. Der Rest im System ist (mittlerweile) weitgehend aus Messing, da sollte die Zitronensäure kein Problem sein.

    Silikonfett wäre denkbar, einige Dichtungen im System sind aus Silikon. Die Menge an Ablagerungen die ja eben auch schon nach kurzen Zeit nach jeder Reinigung da ist, kommt mir dafür aber schon etwas viel vor.
    Geschmacklich sollte, zumindest lebensmittelechtes Silikon, auch nicht so stark auswirken.
     
  5. vectis

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    Mich erinnern diese Anlagerungen an ähnliche Effekte, wie sie oft an den Microcimbali-Kesseln auftreten, vor allem wenn diese längere Zeit mit Restwasser ungenutzt herumstanden. Aufgrund der Aluminiumlegierung kommt es mit dem vorhandenen Restwasser und wegen der Kontaktkorrosion des Kessels mit Bauteilen aus anderem Material zu deutlichen Reaktionen, welche in Form von weißlichen Ausblühungen und eben auch dieser glibberigen Masse manchmal den gesamten Kessel füllten.
    Siehe z.B. hier:
    cimbali3
    bzw.
    [​IMG]
    (Quelle: http://machines.cafeslevier.free.fr/photo cafe/cimbali/P1040383.JPG)

    Diese Reaktion ist ein Grundproblem bei Kesseln aus Aluminiumlegierungen und je nach verwendetem Wasser bzw. dessen Härte ist das mehr oder weniger stark ausgeprägt. Der Einsatz eines für dieses Material ungeeigneten Entkalkers bzw. Reste davon kann bzw. können das ggf. sogar noch unterstützen!
    Man kann diese Substanz natürlich entfernen, dann die Kesselwände mechanisch (Drahbürste, Dremel ect.) reinigen und alle sonstigen Komponenten ebenfalls säubern. Nach meinen Erfahrungen kann man das künftig nur vermeiden indem man die Maschine nach der Benutzung möglichst trocken fallen lässt. Also den Kessel restlos entleeren nachdem die Maschine etwas abgekühtl ist. Die vom Heizelement abstrahlende Restwärme kann genutzt werden um letzte Feuchtigkeit verdunsten zu lassen.
    Das mag bei der Microcimbali halbwegs machbar sein, jedoch kann ich keine konkrete Empfehlung für die Gaggia Classic geben. Außer dem Wechsel auf eine Maschine mit Messingkessel.;)
     
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