Ist Tampen eigentlich behämmert?

Diskutiere Ist Tampen eigentlich behämmert? im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Liebe Espressoliebhaber, ich frage mich schon seit einiger Zeit, wieso eigentlich immer behauptet wird, daß wir alle Tampen müssten, um die...

  1. #1 Daniele di Berlino, 07.06.2017
    Daniele di Berlino

    Daniele di Berlino Mitglied

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    Liebe Espressoliebhaber,
    ich frage mich schon seit einiger Zeit, wieso eigentlich immer behauptet wird, daß wir alle Tampen müssten, um die besten Espressi zu beziehen. Es ist doch eigentlich so:

    <> Das Kaffeepulver sollte möglichst vollständig, gleichzeitig und gleichmäßig vom Brühwasser durchdrungen werden.

    <> Preinfusion kann dies vor der Druckapplikation verbessern (damit die Extraktion ebenso gleichzeitig, vollständig und gleichmäßig stattfindet.)

    <> Das Kaffeemehl sollte vor Bezug im Siebträger geebnet werden

    <> Der Kaffeepuck im Siebträger bildet den Widerstand, an dem der Brühdruck sich aufgrund des Pumpendrucks aufbaut.

    <> Tampen erhöht den Brühdruckwiderstand durch Verdichtung des Kaffeemehls und vermindert dadurch die Durchflussgeschwindigkeit des Brühwassers.

    --> Jetzt die Fragen, die in Folge dessen auftauchen:

    1. Wieso sollte die Extraktion durch Verdichtung verbessert werden?

    2. Ist lockeres Mahlgut nicht viel besser brühbar, als festes?

    3. Kann der gewünschte Brühdruck nicht besser durch feineres Kaffeemehl erreicht werden, als durch feststampfen gröberen Mahlguts?

    4. Was änderte sich dadurch bei der Extraktion im Hinblick auf die ideale Bezugsdauer?

    5. Ist das "Polieren" zum Abschluss des Tampens nicht vollends bekloppt, da man dadurch auch noch die Oberfläche glättet (und somit verringert), was das Eindringen des Brühwassers erschwert?

    Wie sind eure Erfahrungen, Ideen und Überlegungen dazu?

    [ Ich tampe übrigens auch [emoji18] hauptsächlich aber, um möglichst viel Kaffeepulver in das Sieb zu bekommen, ohne dass es an die Dusche drückt. Das Erstreben ist allerdings, mehr zu ebnen statt zu drücken. ]
     
  2. kenny

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    Hi,
    probiere doch beide Varianten und verrate dann, welche besser schmeckt.

    Lg,
    Kenny
     
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  3. #3 frizzzcat, 08.06.2017
    frizzzcat

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    Man tampert, weil man sonst auch French Press trinken könnte. Hierbei sind alle Deine Vorgaben erfüllt.
     
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  4. #4 The Rolling Stone, 08.06.2017
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    Tampen wird überbewertet. Meine Meinung.

    Für die richtige Extraktion braucht es den Gegendruck des Pucks. Dafür muss dieser über die gesamte Fläche gleichmäßig dicht sein. Das Mehl muss also verteilt und geglättet werden. Außerdem ein bißchen verdichtet damit es nicht wegschwimmt und damit e. Hohlräume ausgefüllt werden. Bei frischem Kaffeemehl (geröstet und gemahlen) reicht dafür nach meiner Erfahrung ein leichtes Andrücken und damit gleichzeitiges Glätten der Oberfläche. Den Rest erledigt der Kaffee selbst durch aufquellen. 20 kg oder 30 kg Anpressdruck wie es immer heißt braucht man bei weitem nicht. Mindestens nicht, wenn man soviel Kaffee ins Sieb haut wie ich^^.
    Bei den Spezialisten die mit 6,8543 g Kaffee exakt 27,385 g Espresso in 30,0582 Sekunden beziehen ist das vielleicht anders (und alles was mehr als hinter der 3. Kommastelle vom Ergebnis abweicht wird natürlich als untrinkbar weggekippt :p).
     
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  5. #5 frizzzcat, 08.06.2017
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    Ich glaub, es hängt auch davon ab welche Maschine man benutzt. Mein HH ist empfindlich bezüglich tampern. Besonders beim1er. Aber klar- es ist die "Finition" des Mahlgrades sozusagen
     
  6. #6 Daniele di Berlino, 08.06.2017
    Daniele di Berlino

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    Bei den Spezialisten die mit 6,8543 g Kaffee exakt 27,385 g Espresso in 30,0582 Sekunden beziehen ist das vielleicht anders (und alles was mehr als hinter der 3. Kommastelle vom Ergebnis abweicht wird natürlich als untrinkbar weggekippt :p).[/QUOTE]

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  7. joost

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    So ähnlich sieht "Tampern" auch bei mir aus, das aber erscheint mir schon als wichtig. Ich habe den Eindruck, dass die etwas kreativeren Tamperkünste wie z.B. Eiern, Lambada und faltungsintegrale Druckkoeffizienten erst dann wichtig werden, wenn mit dem Mahlgut (oder dem Sieb / Tamper / Zusammenspiel) irgendwas nicht passt.
     
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  8. #8 frizzzcat, 08.06.2017
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    Generell hat man ab und an den Eindruck, daß Espressobereitung eher in einer perfekten Erfüllung möglichst vieler Regeln gesehen wird, als im guten Geschmack,.
     
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  9. #9 Daniele di Berlino, 08.06.2017
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    Ist es aber dann auch so, dass man feiner mahlen kann, wenn man leichter tampt?

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  10. #10 Daniele di Berlino, 08.06.2017
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    ...und wird dadurch schneller überextrahiert?
     
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  11. #11 frizzzcat, 08.06.2017
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    Das ist ein Zusammenhang , ja. Aber so fein mahlen, daß Tampern entfällt geht, glaub ich , nicht.
     
  12. #12 frizzzcat, 08.06.2017
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    Beides zusammen.
     
  13. #13 frizzzcat, 08.06.2017
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    Welchen Maschinentyp hast Du? Generell würde ich aufs "Mäuseschwänzchen" achten. wenn der Kaffee schon beim PI rauströpfelt- feiner mahlen. solange bis 6 sec. lang nix mehr kommt. DANN Bezug unter leicht tampern und schauen wies läuft. DANN evtl. fester tampern. so mach ichs.
     
  14. #14 Daniele di Berlino, 08.06.2017
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    Ne LaPavoni
     
  15. #15 Daniele di Berlino, 08.06.2017
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    Leichtes Andrücken und dadurch die Fläche glätten können wir ruhig 'tampen' nennen, und darauf kann/ braucht man tatsächlich nicht verzichten
     
  16. #16 frizzzcat, 08.06.2017
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    Ah Ok... da werden sich die Pavoni spezies melden... die ist bissi anders soweit ich gehört hab
     
  17. #17 mr.smith, 08.06.2017
    Zuletzt bearbeitet: 08.06.2017
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    Tampern wird total überbewertet !

    Aaaaaaber wie könnte man sonst die 50-120€ vor sich selbst rechtfertigen,
    die man den Händlern hinschmeisst. (u. das womöglich x 2, 3, ...)
    Spätesten DANN muß man Tampern zur Kunstform erklären,
    sonst hätte man ja einen an der Waffel. :cool:

    Andererseits- ist nicht tampern auch keine Option.
    Da man sonst die BG, Duschensieb u. das Magnetventil mit noch mehr Schmodder versaut.

    ALSO geschmeidig durch die Hose atmen - u. ausgeglichen bleiben.
    Kaffeemehl verteilen - glätten - kurz leicht, wenn möglich gerade andrücken - fertig.

    Gilt übrigends auch für eine Pavoni !
    Gerade sollte man halt sein beim Andrücken.

    .
     
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  18. #18 Daniele di Berlino, 08.06.2017
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    Ich stelle mir schon prinzipiell die Frage, da betrifft es ja jeden. Wollte jetzt nicht nur die Handhebelfraktion fragen.
     
  19. joost

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    ooops...


    ... oder man ne LaPavoni hat :confused:

    ______________
    Im Ernst: ich hab auch so ne Diva und die ersten Jahre nie was vernünftiges rausbekommen, trotz Voodoo und Regentanz. Sehr viel später entdeckte ich den Einfluss einer guten Mühle und demnächst wage ich noch einen Anlauf mit der alten Dame. Ich werde berichten.
     
  20. #20 ginkgobaum, 08.06.2017
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    Wenn es schon gerade um das Thema geht:
    bei meiner Maschine (Quickmill 0820) war ja, wie bei wohl vielen anderen auch, so ein ganz einfacher Plastiktamper dabei.
    Da habe ich überall gelesen, den kann man auf keinen Fall verwenden, das ist Schrott, unbedingt einen richtigen Tamper kaufen. Also wirklich überall stand das. Ich hab den beigelegten Tamper anfangs eine Weile verwendet und bin eigentlich ganz gut damit klar gekommen, habe mir dann aber einen richtigen Metalltamper gekauft. Und muss feststellen, das Verteilen des Kaffees im Sieb ist mir mit dem Plastikding eigentlich deutlich leichter gefallen, weil es so leicht ist, dass man die Verdichtung des Kaffees fühlt, und etwas kleiner als das Sieb ist, so dass man damit "eiern" kann. Weiß also gar nicht wo jetzt der Vorteil des guten Tampers liegt, wenn es nur ums Verteilen und leicht andrücken geht. Den kann ich eigentlich nur runter drücken und hoffen, das es passt.
     
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