Kaffee-Business.... Finanzierungsfragen

Diskutiere Kaffee-Business.... Finanzierungsfragen im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo zusammen, habe schon hier gesucht, gegoogelt usw., bisher aber noch nichts Brauchbares zum Durchblicken gefunden. Es geht um die...

  1. #1 Kaffee-Paul, 07.01.2007
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    Hallo zusammen,

    habe schon hier gesucht, gegoogelt usw., bisher aber noch nichts Brauchbares zum Durchblicken gefunden.

    Es geht um die Frage: welche Finanzierungs-/Leasingmöglichkeiten gibt es im Café (oder: Coffee-Shop)-Business?

    Habe über einen lokalen Händler erfahren, daß es im Prinzip 3 Leasingverfahren gibt:

    - Bei einer finanziert der Gerätehersteller (ist wohl rel. neu und wahrsch. nur bei Neugeräten)
    - Bei einer anderen der Röster (dem man dann ein best. Kaffeevolumen zu einem best. Preis regelm. abkaufen muß)
    - Und schließlich Leasingfinanzierung über den Maschinenhändler

    Mein Händler würde natürlich ANgebote machen, aber im Detail habe ich die Vor-/Nachteile der Varianten noch nicht ganz kapiert (außer bei der Rösterfinanzierung: da ist es ja offensichtlich).
    Ich habe aber auch mal gehört, daß die Röster z.T. derart gute ANgebote machen, daß diese trotz rel. hoher Abnahmeverpflichtungen sehr attraktiv wären. Genaue Zahlen habe ich aber nicht:
    und das ist einer der Punkte, die ich hier gerne klären würde!

    Hier sind doch sicherlich einige "im Geschäft" und wissen, was üblich ist- ganz genaue Zahlen brauchen hier natürlich nicht veröffentlicht werden, zumal Angebote natürlich auch stark variieren.

    Wenn ich z.B. zu Lavazza (nicht so gelitten, ich weiß) gehe (oder Segafredo, oder ......)- was wären typische ANgebote bezüglich Ausrüstung einer Caffè-Bar inkl. Maschine und Finanzierung usw.?
    (Ja, ich kann Lavazza auch direkt fragen, dann wüsste ich aber immer noch nicht, ob das ANgebot dem allg. Üblichen für Lavazza entspricht und wie es sich mit mehreren Dutzend anderen Röstern verhält!)

    Kurz: Ich hätte gerne eine Marktübersicht von Profis (oder auch Amateuren!), die das Geschäft diesbezüglich kennen.
    Sensiblere Daten könne auch direkt per PM versandt werden.

    Auch Erfahrungen, die mit verschiedenen Finanzierungen / Leasings konkret gemacht wurden sind sehr von Interesse!

    Danke für Eure Hilfe!


    Gruß

    Paul


    P.S.: Es geht hier nicht um Fragen wie "lohnt es sich ein Cafè aufzumachen", etc.- hier müssten für eine Rentabilitätsrechnung alle Zahlen und Randbedingungen auf den Tisch, was den Rahmen hier sicher sprengen würde. Es geht einzig und allein um die kaffee-geschäft-typischen Finanzierungs-/Leasingmöglichkeiten, deren Vergleich und Bewertung!
     
  2. #2 nobbi-4711, 07.01.2007
    nobbi-4711

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    Bei Segafreado habe ich mal was von einem Durchschnittspreis von 150.000 sagen hören; das kann wohl je nach qm des Shops etwas unterschiedlich ausfallen. Bei anderen "Komplettanbietern" dürfte es sich auf ähnlichem Niveau bewegen. Das gilt dann für den schlüsselfertigen Shop.

    Ne Maschine vom Röster gibts m.W. so ab 40 Kilo monatlich. Dafür zahlt man dann um 2 Euro pro Kilo mehr als den Normalpreis. Ich hatte da mal was mit Hari (Fausto) berechnet, dass er ne Maschine bei 25 Kilo stellen könnte; wurde aber nicht in die Tat umgesetzt, da dem betreffenden Gastronom der Kilopreis des Kaffees zu hoch war (gute Ware ist halt nicht zum Schleuderpreis zu machen...).

    Generell: ne Finanzierung kostet immer mehr als gleich bezahlen. Erstens zahlt man dann Listenpreis, zum zweiten ist ein Zinszuschlag zu bedenken.

    Wenn Du einfach ne Maschine brauchst: Ich war von der Grimac Tem Compact von Hari sehr angetan. Vernünftig thermisch ausbalanciert, Notbetrieb möglich bei Ausfall Elektronik, gute Brühergebnisse....klasse Teilchen für um 2000 netto.

    Greetings \\//

    Marcus
     
  3. #3 Kaffee-Paul, 10.01.2007
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    Hallo Marcus,

    Danke erstmal für die Auskunft.

    Das ist natürlich ne Menge- ich hätte den Wert eines durchschnittlichen Coffee-Shops einrichtungsmäßig auch nicht so geschätzt. Ich hatte jetzt auch eher an die Bartechnik an sich gedacht und nicht den kompletten Laden. Wenn die soviel vorstrecken, dann müsste es aber auch schon ein fast 100% sichers Investment sein und das gibt es nicht. Trotzdem scheinen sie es ja zu tun- hat wohl mit einer entspr. Risikostreuung und Erfahrungen zu tun.
    Weiß sonst noch jemand was?



    Ein Händler hier finanziert auch über Westhoff-Kaffee, die wohl recht gute Angebote machen: Maschinenleasing über Westhoff gegen Abnahme von 10 kg zu ca. 11 € / kg, also praktisch normaler Preis.
    Über Westhoff gab's hier schonmal einen Thread und ich denke der Cafégründer, der geschäftlich von Westhoff angetan war, hat recht. In einer PM bestätiogte er mir, nach tatsächlichem Start-Up, daß Westhoff einen prima Job geleistet hätte und er mit der Qualität des Kaffees sehr zufrieden sei. Fausto hat unter Gourmets natürlich einen besseren Namen- aber hat hier schonmal jemand Westhoff (der Espresso, in verschiedenen Varianten, heißt "Il Mio") probiert?


    Mit den Kosten ist das so eine Sache.... Kosten ja- aber, ich will hier nicht zu weit ausholen, betriebswirtschaftlich ist das Produzieren von Kosten nicht unbedingt was Schlechtes :)
    EIn anderer Punkt ist, daß die Liquidität eine sehr wichtige Rolle spielt. Aber auch wenn ich viel Eigenkapital habe, ist ein Leasing oft besser. Neben den rein finanztechnischen Aspekten habe ich auch steuerliche Vorteile und bei Leasing wahrscheinlich noch erhebliche Servicevorteile durch den Händler. Unterm Strich kann das alles dann einiges mehr wert sein als die Kosten durch fehlenden Rabatt und draufgeschlagene Zinsen.
    Im Endeffekt kommt's aber natürlich immer auf konkrete Zahlen an und man muß dann leider alles ausrechnen und vergleichen... :?


    Hmmmm... jetzt stehe ich etwas auf dem Schlauch... kenne weder "Hari" noch "Grimac Tem Compact"- auch nach googeln nicht... :?
    Ich nehme an, daß "Hari" ein Händler ist, wegen dem Fausto-Kaffee, oder?



    Gruß

    Paul
     
  4. #4 nobbi-4711, 10.01.2007
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    Ups, sollte natürlich Grimac TEN Compact heissen...und Hari ist Caffe-Fausto ;)

    Greetings \\//

    Marcus
     
  5. #5 ChristianK, 10.01.2007
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  6. #6 mcblubb, 10.01.2007
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    Ich kann zu dem Thema "Gastronomiefinanzierung" eher nichts beitragen.

    Allerdings wird in meinem Business mit ähnlichen Konzepten gearbeitet. Ich kann daher dieses Geschäftskonzept von der anderen Seite beleuchten.

    Das Prinzip ist ähnlich wie in der Gastronomie:

    Meine Firma ist im Vergleich zu unseren Kunden extrem finanzstark (ich schätze im Schnitt Faktor 1.000).

    Wir finanzieren unseren Kunden bestimmte Investitionen und lassen uns das ganze über Waren kauf zurückerstetten.

    Warum tun wir das?

    1.) Wir binden den Kunden über einen Vertrag auf mindestens 3 Jahre an unser Haus.

    2.) Wir halten den Wettbewerb komplett aus diesem Geschäft.

    Welchen Nutzen haben wir?

    1.) Wir verkaufen unser Produkt sehr margenstark

    2.) Wir liefern alle Produkte

    Risiken für uns?

    keine

    Nutzen für den Kunden?

    Der Kunde bekommt ein Darlehen ohne großen Aufwand und große Verwaltungsakte und natürlich letztlich "Schufafrei"

    Wie läuft das Ganze?

    Der Kunde unterschreibt einen Vertrag. In diesem Vertrag wird im wesentlichen festgelegt, welchen Betrag der Kunde erhält, zu welchen Konditionen er bei uns einkaufen wird, welche Mengen er abnehmen muss und wie sich sein Vertrag verlängert, wenn er nicht die zugesicherten Mengen abnimmt. Als Sicherheit gehören uns die Gegenstände, in die investiert wurde.

    Die Kosten für den Kunden sind Produktkosten ohne Abzüge plus die "normalen" Finanzierungskosten (Zinsen etc.)

    Für mein Unternehmen ist das eine sehr lukrative Sache.

    Aus meiner Sicht sollte man eine solche Sache sehr kritisch hinterfragen. Mit eienr soliden Bankfinanzierung hat man ganz andere Freiheitsgrade. Man kann sich Möglicherweise eine gebrauchte Maschine für kleines Geld kaufen anstatt eine teure neu, die dann auch finanziert werden muss. Man kan auch den Kaffee dort kaufen wo man die besten Konditionen hat. Das gleiche gilt für Tassen; Deko etc.Letztlich zahlt man alle Werbemaßnahmen und Gegenstände bei einem Franchisegeschäft mit.

    Das mal als Denkanstoß.

    Ich würde an Deiner Stelle beide Alternativen, Bankfinanzierung und Franchising/Gerätefinanzierung durchkalkulieren.

    Wenn eine Bankfinanzierung aus Bonitätsgründen nicht möglich ist, sollte m.E. das ganze Konzept auf den Prüfstand gestellt werden.

    Gruß

    Gerd
     
  7. #7 muenchenlaim, 10.01.2007
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    Ich war mal bei einem Beratungs-/Verkaufsgespräch dabei. Es ging um einen Vollautomaten :oops: für einen Backshop (unsere Putzfrau hat sich selbstständig gemacht - und es scheint zu funktionieren).

    Die Aussage für ein Gerät der EUR 10.000-Klasse: Entweder Listenpreis bei Finanzierung über Westhoff oder 20% Rabatt bei Barzahlung.

    Christoph
     
  8. #8 schnick.schnack, 10.01.2007
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    ich kenne das ganze nur aus dem brauereibetriebenen barbetrieb. dort ist sowas auch üblich. ein restaurant/bar/kneipe verpflichtet sich einer marke und überlässt die bereitstellung der einrichtung/geräte der brauerei. wenn man nach einiger zeit das getränkeangebot modifizieren bekommt man probleme. ich würde mir soetwas sehr gut überlegen! vor allem volumenbasierte abnahmeverträge können bei mangelnden umsätzen schnell ein problem werden.

    lg, schnick
     
  9. #9 nobbi-4711, 10.01.2007
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    Ähm....DIE strecken das nicht vor....das hast DU zu zahlen, damit du den Shop und die Franchiserechte kriegst ;)

    Greetings \\//

    Marcus
     
  10. Stefan

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    Zu Westhoff-Kaffee(s) kann man geteilter Meinung sein - deren Hauptabnehmer sind Ketten wie Cafe Extrablatt und andere, die dem Firmenverbund angehören. Von der Qualität her würde ich das bei den Espressoröstungen noch deutlich unter Segafredo und Lavazza einstufen. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Hauptabnehmer im Bereich der Systemgastronomie zu suchen sind. Als (kleiner) Cafebetreiber würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich als einer von vielen auf dieser Welle mitschwimmen will oder lieber mehr auf (Kaffee-)Qualität setzen will.


    Gruss
    Stefan
     
  11. #11 Kaffee-Paul, 16.01.2007
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    OK, verstehe- hatte mich auch schon sehr gewundert (ich fragte ja auch nach Finanzierung / Leasing). Franchise ist prinzipiell nicht mein Ding, weil ich lieber meine eigene Sache mache. Sonst sieht's ja bei mir aus wie überall....
    Aber um auf Deine Zahl zurückzukommen: 150 TEUR ist natürlich ein Hammer für Shop und Franchiserechte, wenigstens für meine Begriffe. Ich kenne die Lavazza Coffee--Shops nicht, ich denke man müsste sich da auch genauer die gebotene Ausstattung ansehen, aber selbst für einen megagestylten größeren Coffeeshop.... also ich würd's nicht ausgeben.
    Da frage ich mich wirklich, wie bei den Betreibern bzw. zunächst mal Interessenten die Rentabilitätsrechnung aussieht, denn neben der Zinslast für's Darlehen, das wohl die meisten hier aufnehmen müssen, kommt noch Miete (dürfte hier beträchtlich sein, da sich ein solcher Shop wohl nur in einer 1a-Lage realisieren lässt und Lavazza wohl auch nichts anderes zulassen würde), Lohnkosten, Roh-/Hilfs-/Betriebsstoffe (wie es so schön in der BWL heißt). Die wirtschaftliche Historie eines solchen Betriebes würde mich wirklich mal interessieren!


    Huch, "Extrablatt" ist auch ne Kette? Dann bin ich ja von Ketten umgeben... (direkt in meiner Nähe: Extrablatt, Sausalitos und .........ja: Starbucks).
    Die Verbindung ist mir auch neu.... interessant!

    Das Problem bei mir ist: Ich kann keine normalen Gastro-Preise verlangen, da ich fast ausschließlich Studis bedienen würde. Also geht's nur über den Umsatz und dann muß es günstig sein (vor allem jetzt mit Studiengebühren und so...). Trotzdem würde ich auch gerne Qualitäts-Kaffee anbieten, am liebsten ökologisch angebaut und fair gehandelt :)

    Bei der Röster-Auswahl stellen sich ja viele Fragen, bei denen ich aber total überfordert bin:

    • Kaffeequalität- was ist ein "guter" Kaffee, was nicht? Was kann ich durch Einstellungen an meiner Maschine "ausgleichen", was nicht?
      In dem Zusammenhang muß ich sagen, daß es auch Leute gibt, die behaupten Westhoff-Kaffee sei ok bis gut, zumal es ja verschiedene Sorten Espresso gibt.

    • Was kostet der Kaffee? Welche Konditionen kann mir der Röster bieten, wenn er nicht in eine Leasing-Finanzierung einsteigen braucht/möchte? Ist erst ab einer gigantisch hohen Garantieabnahme ein attraktiver Kilo-Preis möglich?

    • Kann mir der Röster Starthilfen geben? Was genau hat er zu welchen Konditionen anzubieten?

    Ich kann es verstehen, daß kleine, feine Röstereien auf dem Standpunkt stehen: Wir machen guten Kaffee und sind keine Caféausstatter- oder Leasingfirma. Aber ein Start-Up-Coffeeshop-Betreiber wird sich gut überlegen ob er sein Eigenkapital komplett in das Projekt wirft oder ob er nicht ein wenig Hilfe (in Form von Geschirr, Schirmen, Schildern, etc) von einem (finanzstarken) Röster in Anspruch nimmt. Ich kenne die Konditionen von Westhoff nicht, aber vom Hörensagen sollen die sehr fair sein (also bei oben genanntem Ausstattungskrams soviel ich weiß nicht mal eine vereinbarte Mindestabnahme und wenn gekauft wird, dann zum Normalpreis von ca. 10 € / kg- wobei Westhoff sicherlich auch etwas erwartet). Wenn kleine Röster sowas auch bieten, wäre das natürlich interessant- zumal das ja immer eine prima Werbemöglichkeit für den Röster ist und damit, über eine gewisse Kundenbindung (Gastronom) hinaus auch die Gäste angesprochen werden, als potentielle Konsumenten seiner Produkte.

    Kurz: Den besten Kaffee sehr gerne, aber es muß bezahlbar sein und am liebsten mit ein paar Incentives für den Coffeeshop-Menschen. :)


    Gruß

    Paul
     
  12. edzard

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    mein tip: nicht zu billig anfangen! guck dir mal an wer in der schlange bei starbucks und-wie-sie-alle-heißen steht....genau: die studenten!
    machs anders rum: nimm gutes geld für gute qulität! das ist viel mehr als mann bei den ketten kriegt! billiger werden sieht später jeder gern, aber wenn du den großen latte 10 cent teurer werden läßt meckern alle (auch wenn er immer noch ein gutes stück billiger ist als anderswo :wink:
    gruß,
    edzard
     
  13. #13 Kaffee-Paul, 17.01.2007
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    Hallo Edzard, Hallo Alle,

    Da bist Du auf einen sehr wichtigen Punkt gekommen: Das Marketing und die Preisgestaltung.
    Man könnte sich fragen: Warum geben Leute an einem bestimmten Ort ein Vielfaches für ein Produkt x (wir unterstellen mal eine Vergleichbarkeit aller Produkte x) aus als anderswo? Es gibt gute Jeans für vielleicht 40 € oder so, manche Leute entscheiden sich aber bewusst (?) für ein 3 mal teureres Exemplar, das dann auch noch Löcher mit Steppnähten darüber hat :lol:
    Starbucks hat nicht ohne Grund gigantische Summen (nehme ich mal an) ins Marketing investiert. Und, um auf Deinen Einwand zurückszukommen, ja, es sind zu einem nicht geringen Teil Studis, die sich dort den Kaffee kaufen. Starbucks hat DEN Namen, liegt immer an 1a Lagen und ist für die Zielgruppen ansprechend eingerichtet --> Die Leute gehen zuerst zu Starbucks und gucken dann nach dem Preis. Man könnte das als Beweis nehmen, daß die meisten wohl nicht zur Species homo oeconomicus gehören :? In dem Zusammenhang muß man aber auch die persönlichen Nutzen der Konsumenten sehen, die halt über den Kaffeekonsum hinausgehen können- mag ich die Lage und das Ambiente in einem bestimmten (oder allen?) Starbucks-Laden, dann habe ich einen Mehrwert, wenn ich eben dort meinen Kaffee trinke- und diesen Mehrwert habe ich dann halt bezahlt.

    Andrerseits- ich habe Dich schon verstanden!- ist gute Qualität vielleicht der beste Mehrwert, den man sich vorstellen kann (wenigstens unsereiner). Und das ist eben auch meine Überlegung. Angesichts der Tatsache, daß sich unweit meines potentiellen Coffeeshops ein Discountbäcker (oder wie nennt man diese Bäckereien, die Ketten angehören?) befindet, der aus einem Tchibo-Automaten verschiedenste Kaffee mit/ohne-Milch-Zubereitungen für 70 Cent abgibt, gerät die Sache aber natürlich zu einem Vabanquespiel :?
    Ich brauche nicht zu erwähnen, daß die ausgegebene Tchibo-Plörre hier wohl kaum als kaffeeähnliches Getränk identifiziert würde, aber das Zeug ist grundsätzlich warm, trinkbar (physikalisch gesehen) und enthält Kaffee (chemisch gesehen), außerdem kann man's mit Deckelchen mitnehmen. Was will der Durchschnitts-Studi mehr?
    Ich behaupte, daß wenigstens einige mehr wollen, sonst hätte ich meine Pläne schon längst begraben. Die Frage, die sich erst nachher beantworten läßt, heißt: Was ist höher: Erlöse oder Kosten? :?
    Fest steht: für 70 Cent werde ich keinen Cappuccino und keine Latte macchiato über den Tresen geben; selbst für einen einfachen Espresso wäre hier die Schmerzgrenze überschritten.

    Übrigens haben wir hier ja einen recht interessanten Vergleich:
    Tchiboautomatenkaffee aus dem Backshop am unteren Ende der Preisskala und Starbucksautomatenkaffee am oberen Ende. Ob die Rechnung "ich mit Siebträgermaschine und Qualitätskaffee in der Mitte davon" aufgeht?
    Die Frage ist: Wieviel ist einer kritischen Masse von Studis Qualität wert? Und: Kann dieses Bedürfnis, ausgestattet mit Kaufkraft, in eine Nachfrage transformiert werden? Wirtschaftsgeographisch ist übrigens der Billigheimer mit der Tchibomaschine relevanter als der weiter entfernte Starbucks.

    Gruß

    Paul
     
  14. #14 nobbi-4711, 17.01.2007
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    Ich stimme mit Edzard völlig überein.

    Wenn Du Dich in die Preisregionen der Tchibo-Atomaten begibst, darfst Du Dich nicht wundern, wenn Du auch nur an Deinen Preisen gemessen wirst. Die Hälfte Deiner Kundschaft wird in dem Moment davonrennen, in dem Du die Preise um 10Cent erhöhst...grenze Dich von vornherein davon ab! Dann hast Du auch gleich die Kundschaft, die spätere Preiserhöhungen bereitwillig akzeptiert, weil Qualität nun mal nicht zum Schleuderpreis zu haben ist.

    Eine potentielle Möglichkeit wäre eine Zweiteilung der Preise: Für Mitnahme und für "Sitzenbleiber". Mitnahme im Becher -> billiger, Sitzen mit Musik, Heizung, Wasserglas etc -> teurer.

    Greetings \\//

    Marcus
     
  15. #15 didiman, 18.01.2007
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  16. hfaust

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    Hallo Kaffee-Paul,

    der Unterschied zwischen einem Kaffee für 10 Euro und 15 Euro liegt bei ungefähr 4,2 Cent pro Tasse. Bei (angenommenen) 200 Kaffeegetränken am Tag (und fünf offenen Tagen pro Woche) sind das ca. 170 Euro im Monat.

    Ich würde mir da eher Gedanken machen, wie das Servicekonzept aussieht, denn da geht es oft um mehr Euros pro Monat. Außerdem willst Du es Dir bestimmt nicht leisten, den Laden dichtzumachen weil gerade die Maschine ausgefallen ist.

    Ich habe es für mich wie folgt gelöst: eine Maschine (die Grimac ten compact) gekauft ohne Service und eine zweite (eine Dallacorte Mini) danebengestellt. Falls die Grimac mal ausfallen sollte kann ich auf der Dallacorte weiter arbeiten (einmal ist an einem Samstag der Zulauf zur Grimac undicht geworden, da hab ich einfach das Wasser zugedreht und gut wars). Für Deinen Zweck muss es natürlich keine Dallacorte sein, da würde ein "ordentlicher" Zweikreiser allemal reichen.

    Viele Grüße
    Hari
     
  17. #17 caffè olivier, 19.01.2007
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    völlig richtig, und nicht nur das... du wirst mit einem besseren kaffee (ich unterstelle einfach mal 15€ kaffee besser als 10€ Kaffee) auch definitiv mehr kaffee verkaufen.. bei der marge beim kaffee kann man sich ja ausrechnen, wie wenige kunden, die wirklich wert auf einen guten kaffee legen, du erreichen musst um den höheren kaffeeeinkaufspreis wieder rauszuholen...
    der spruch "der gewinn liegt im einkauf" gilt beim kaffee nicht die bohne *g*

    gruss
    daniel
     
  18. #18 Kaffee-Paul, 19.01.2007
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    Hallo Markus, Hari, Daniel, Alle,

    Danke erstmal für Eure Hinweise :)

    OK, ich verstehe Euren Punkt, zumal Ihr (Hari, Daniel) ja auch selbst mit Kaffee handelt, AFAIK auch selbst röstet und Ihr qualitätsmäßig einen recht guten Ruf habt.
    Also, damit keine Mißverständnisse entstehen: Ich hatte sowieso vor, eine gehobene Qualität zu bieten. Darum bin ich ja, Dank dem Forum hier :), und inzwischen in jeglicher Beziehung überzeugt, vom fürchterlichen VA abgerückt, so daß ganz klar nur noch ein ST in Frage kommt. Während das Maschinen-Thema im Detail schon kompliziert genug ist, ist das Thema "Kaffee" praktisch undurchdringbar...., wenigstens für mich :?

    Die Frage ist ja: Wie unterscheidet sich Kaffee A von Kaffee B tatsächlich? Ich meine jetzt nicht klar unterschiedliche Sorten, sondern vergleichbare. WÜrde ein Kenner eine Verkostung, und zwar blind!, von 10 Kaffees machen, so könnte ich mir, bei geeigneter Auswahl, vorstellen, daß die alle +/- gleich schmecken. Man stelle sich jetzt vor: der günstigste kostet 5 € und der teuerste 20 € pro kg. Dann müsste man sich fragen: warum ist der eine so teuer und der andere so billig? Wenn es noch mehr Kriterien als Geschmack gibt, dann würde mir einfallen: fairer Handel und biologischer Anbau- das wäre aber auch für z.B. unter 15 € zu bekommen.
    Mein Anfängertum erlaubt es, so dämliche Fragen in den Raum zu werfen- aber ich denke, daß sie womöglich den Kern des Problems treffen. Ich finde den Kaffeemarkt unglaublich kompliziert und intransparent. Aber vielleicht ist das auch nicht so ganz unbeabsichtigt.
    Im Großen & Ganzen würde ich natürlich am liebsten bei einem guten Röster mit konstant guter Qualität und einem guten Preis-Leistungsverhältnis kaufen.
    Auch hier in Aachen gibt es einen Röster: Plum's Kaffee. Ich kenne die Sorten nicht genau, aber er hat auch einen Ruf als guter Röster (und als älteste Rösterei Deutschlands). Ich denke, ich muß eine Menge Kaffees durchprobieren und viele Preise vergleichen ehe ich letztendlich zu einer Entscheidung komme.... :roll:


    Gruß

    Paul
     
  19. edzard

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    wenn die alle gleich schmecken würde wäre mein Tip: nimm ruhig den günstigsten! Ist allerdings eher unwahrscheinlich... :wink:
    Zum Glück stimmt das Sprichwort "Qualität hat seinen Preis" manchmal eben doch. Neben den von Dir genannten Qualitätskriterien gibts noch ein paar: ist der Kaffee schwierig, braucht also eine besonders exakte Dosierung, Temperaturanfällig, Wetterfühlig etc oder macht gibt er bei jedem Wetter ne gute Figur ab? Trifft er den Geschmack von der breiten Masse oder ist er zu speziell? Ist er immer gut verfügbar oder gibt es womöglich ab und zu Lieferengpässe? und so weiter
    Aber erst mal sollte er Dir sehr gut schmecken. Und solltest Du Dir nicht sicher sein nimmst Du Dir nen Tester Deines Vertrauens mit. :wink:
    Gruß Edzard
     
  20. #20 Sheygetz, 20.01.2007
    Sheygetz

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    Man könnte nicht nur fragen, Du solltest unbedingt, denn das Marketing, also das Schaffen eines nicht ursächlich im Produkt liegenden Mehrwerts, ist der Punkt!

    Du willst Dich in einen Markt begeben, der auch ohne Dich bestens besetzt ist. Angefangen vom VA-Gesöff im Backshop, über die ganz normalen Studi-Kneipen/ -Bistros, die ja auch Kaffee ausschenken, bis hin zu Starb**s und Co. Keiner hat auf Dich gewartet, um an seine Koffein-Dröhnung zu kommen. Wer immer zu Dir kommen soll, geht jetzt woanders schlürfen. Warum sollte er zu Dir wechseln? Überspitzt ausgedrückt: Wenn Du nicht ein Konzept hast, mit dem Du auch 10% mehr als SB nehmen könntest, sind die EKs von Bohnen nebensächlich. (Du könntest natürlich auch den Backshop unterbieten.... ;-) ) Wenn Du weißt welchen Abverkaufspreis Du realisieren kannst, rechnest Du die Kosten runter und - voila - dann weißt Du, ob Du Dir Haris Malabar leisten magst. :wink:

    Bei Coffeegeek war mal eine Wienerin sehr aktiv, die sich dann 2004 mit Ihrem Mocca Club selbständig gemacht hat - war imho vorher Stewardess - hier http://www.coffeegeek.com/forums/members/coffeereviews/62179 der Thread dazu. Inzwischen hat sich das Ganze zu einem rundum "Kaffee-Kompetenz-Zentrum" entwickelt, wie man auf der Website http://www.moccaclub.com/ gut sehen kann. Hut ab! (Die Preise habe ich allerdings auch nicht gefunden, aber billig ist's da sicher nicht :) )

    Sheygetz
     
Thema:

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