La Pavoni – Dampfdüse mit wenig Power

Diskutiere La Pavoni – Dampfdüse mit wenig Power im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo Leute, ich poste heute zum ersten Mal, lese aber schon seit einiger Zeit fleißig mit und bisher fand ich zu jedem meiner Fragen/Probleme...

  1. MP_89

    MP_89 Mitglied

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    Hallo Leute,

    ich poste heute zum ersten Mal, lese aber schon seit einiger Zeit fleißig mit und bisher fand ich zu jedem meiner Fragen/Probleme reichlich Antworten und Lösungen hier im Forum. Super!!!

    Allerdings hat sich in meinen Espresso-Workflow ein Problem eingeschlichen, bei dem ich bisher nicht weiterkam bzw. keine richtige Lösung fand, da ich selbst nicht einschätzen kann, wo genau die Ursache liegt.

    Ich besitze seit August eine La Pavoni Esperto (Neukauf). Die Bezüge klappen so weit auch richtig gut. Der Espresso hat Qualität die man selten außer Haus findet. :)

    Nach ca. 14 Tagen traten die ersten Probleme mit der Dampfdüse auf. Sie tropfte von Bezug zu Bezug immer mehr.
    Ich habe diesbezüglich auch den Verkäufer kontaktiert, der wiederum empfahl die Demontage und Reinigung der Ventilspindel (Konus). Zugleich habe ich die Mutter am Dampfhahn etwas tiefer eingedreht. Das Problem war behoben und die Dampfdüse wieder dicht.

    So weit, so gut. Seitdem klappt leider das Milchaufschäumen nicht mehr so wie vorher. Vielleicht hat es etwas mit dem eben erwähnten Eingriff zu tun oder es ist einfach nur Zufall!? Jedenfalls besteht das Problem mit Einloch- und Dreilochschaumdüse. Vorher war der Milchschaum richtig gut, sogar mit der Dreilochaufschaumdüse. Jetzt blubbert die Milch in der Kanne nur noch vor sich hin, fängt irgendwann an zu kochen (nach ca. einer Minute) und von Schaum ist kaum etwas vorhanden. Ich habe testweise sogar die O-Dichtungen der Kupplung zum Dampfrohr erneuert, leider ohne Erfolg.

    Der Kesseldruck ist konstant bei 0,9 bis 1 Bar. Meine Parameter bezüglich Milchaufschäumen sind identisch wie bevor die Probleme auftraten. Also muss es an der Maschine liegen. Irgendwo muss Dampf entweichen bevor er in der Milchkanne landet. Derzeit habe ich das Überdruckventil in Verdacht, es zischt öfter und lauter als in den ersten Wochen. Ich bin mir aber diesbezüglich nicht ganz sicher. Vielleicht weiß von euch jemand Rat? Liegt es vielleicht am kompletten Dampfhahn? Der Verkäufer schlug mir vor, als das Problem mit der tropfenden Dampfdüse bestand, den kompletten Dampfhahn zu wechseln. Dafür muesste ich meine Maschine aber einschicken, da der Dampfhahn irgendwo verklebt ist und ein Laie das nicht einfach so hinbekommt und die Garantie somit auch futsch ist. Das wären dann mehrere Wochen ohne Espresso, darauf habe ich natürlich wenig Lust.

    Wer hat Erfahrungen diesbezüglich oder einen Lösungsansatz parat?
    Ich bin für jede Hilfe dankbar!

    Beste Grüße
     
  2. vectis

    vectis Mitglied

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    Hallo und zunächst einmal willkommen im Kaffee-Netz.:)

    Ich wüßte nicht, dass jemand von den hier aktiven Pavoni-Fans bislang das Geld für die letzlich eher optischen Features einer Esperto hingeblättert hat und ich verfüge auch nicht über Erfahrungen mit diesem Typ oder dieser Version.
    Aber:
    Wenn man sich das Video auf der Hersteller-Homepage anschaut, dann wirkt es so, dass die Dampflanze prinzipiell genau wie bei den anderen Versionen gefertigt ist, nur äußerlich eine andere Optik bzw. Formgebung zu haben scheint. Ansonsten wirkt es zumindest auf mich nicht anders als bei den Maschinen dieser Ära, also rechtseitig eine Art Bajonettbefestigung mit O-Ringen drin, weswegen die Dampflanze etwas komfortabler nach oben oder unten geschwenkt werden kann, während linksseitig die übliche Spindel mit entsprechenden Dichtungen und einem Konus am Ende vorhanden sein dürfte.
    Weswegen sollte auch der Ventilkörper an sich vom inneren Aufbau her geändert worden sein?

    Wenn der Verkäufern zu Dir meinte, dass der Dampfhahn "irgendwo verklebt" worden sei, dann meint er eventuell die Abdichtung der Verbindung des Ventilkörpers zum Boiler hin. Diese war zumindest lange Zeit mit einer Dichtung versehen, die durch eine im Boiler befindliche Mutter gewissermaßen festgedreht und die Dichtung so angezogen wurde.

    So zumindest sieht das komplette Ersatzteil aus:
    [​IMG]
    (Quelle der Fotos: La MacchinaDelCaffe)

    und so die Dampflanze:
    [​IMG]

    Die Ventilspindel selbst dürfte identisch mit den anderen sein, bin mir aber nicht sicher
    [​IMG]

    Letztlich würde ich bei dieser ja fast neuen Maschine das Angebot des Verkäufers annehmen und das Bauteil im Rahmen der Gewährleistung austauschen lassen. Das passiert schon mal, das das eventuell während der Montage etwas ggf. gelitten hat oder ein minimaler Produktionsfehler vorliegt, weswegen vielleicht auch die schnell auftretende Tropferei passierte.

    Ansonsten solltest Du die Ventilspindel ggf. einfach mal komplett herausnehmen und auf Grate o.ä. untersuchen und die andere Seite bzw. Rohrführung mit einem Pfeifenreiniger auf Durchgang prüfen.

    Aber bei eine so teuren Maschine kannst Du auch erwarten, dass sämtliche Bauteile vernünftig funktionieren und der Verkäufer bietet Dir vermutlich genau aus diesem Grund den Austausch an. Nur warum soll das gleich mehrere Wochen dauern? Wenn er das bzw. die Teile ordert und nach Vorliegen Dich zum Zuschicken der Maschine auffordert, dann sollte das Ganze fix bzw. schnell machbar sein.

    Die Zeit ohne Espresso wird hart sein, aber Du möchtest doch sicher uneingeschränkte Freude mit Deiner Esperto haben.
    ;)

    Viel Erfolg.
     
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  3. MP_89

    MP_89 Mitglied

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    Hallo vectis,
    vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mir zu antworten und sogar Fotos mit angehangen hast! TOP! :)

    Ich denke auch, dass die "Esperto" baugleich zu den Vorgängermordellen ist. Da hast du vollkommen recht.
    Die Idee mit dem Pfeifenreiniger ist prima. Das probiere ich morgen gleich mal aus. Auf der Spindel (dem Konus) sind tatsächlich ganz kleine Kerben.
    Aber dicht ist sie jetzt trotzdem. Vielleicht aber auch nur, weil jetzt nicht mehr so viel Druck aufgebaut wird, die Düse zwar trocken bleibt, aber der Milchschaum drunter leidet!? Kann das sein? Schlägst du deshalb vor die Maschine dennoch einzuschicken? Gerade habe ich eigentlich viel Freude daran, sie besser kennenzulernen, da ja kaum Elektronik vorhanden ist, was ich total mag. Das perfekte Männerspielzeug :-D
    Von daher würde ich auch am liebsten alles selbst beheben und natürlich auch endlich den Fehler finden. Rein logisch muss ja zwischen Boiler und Dampfdüse irgendwo Druck entweichen. Da die O-Dichtungen neu sind und der Konus dicht und die Düse nicht mehr tropft kann es eigentlich nur das Überdruckventil sein oder?
    Im Dampfhahn selbst könnte auch die Ursache liegen? Müsste dann nicht nahe dem Boiler ein Zischen zu hören sein?

    Und was die Esperto anbelangt, ja, im Forum habe ich schon gesehen, dass sie von manchem Pavoni Fan belächelt wird. Zu Unrecht wie ich finde. Optik hin oder her. Der Preis ist heftig, keine Frage. Aber vielleicht auch irgendwo nachvollziehbar wenn man die Anforderungen hat wie ich beispielsweise.

    Für mich waren die 1,6 L Boilervolumen ausschlaggebend, da es eine Familien-Maschine im täglichen Gebrauch ist. Da komme ich mit 0,8 L nicht weit. Daher waren von vornherein die Modelle ab „Professional“ interessant. Eine „Professional“ bekommt man als Neupreis für 800€ bis 850€ oder eine „Stradivari“ als Neupreis für 850€ bis 900€. Die 50€ Aufschlag jeweils sind für die Maschinen mit Holz- statt Plastikgriffen. Was für mich wiederum Sinn macht, denn die nächste Maschine sollte frei von Plastik sein. Also, wenn man Glück hat bekommt man eine der beiden Modelle in gutem Gebrauchtzustand zwischen 700€ bis 850€ (in der Grundausstattung). Was aber wirklich selten ist, im Gegensatz zur Europiccola (die für mich wegen zu kleinem Boilervolumen leider nicht in Frage kam, wie oben schon erwähnt).

    Als Anfänger im Handhebler-Bereich war für mich ebenfalls wichtig, die Anzeige des Hebeldrucks während des Bezugs im Auge zu haben. Ein Must-Have für Neueinsteiger wie mich, da ich der Gefahr des zu großen Frustes und dem eventuell damit verbundenem Wiederverkauf entgegenwirken wollte. Somit wäre ich um ein Upgrade bei der „Professional“ oder der „Stradivari“ nicht drumherum gekommen. Das fast schon komplett ausverkaufte Priston Pressure Kit kostete übrigens ganze 175€. Bei La Pavoni Hamburg kostet ein ähnliches Kit 250€! Die „Esperto“ hat es übrigens inklusive. Ebenso wie einen ordentlichen Edelstahl-Tamper, 3x IMS Siebe, 2x Siebträger (auch bodenloser), IMS Duschsieb ist verbaut, 3x Dampfdüsenaufsätze aus Edelstahl (auch Einlochdüse)…

    Alleine bei den im letzten Absatz aufgeführten Ausstattungstools wäre ich mit ca. 350€ extra dabei gewesen. Sicher hätte man mit Abstrichen manches früher oder später gebraucht und etwas günstiger bekommen. Aber wer will seine Maschine schon mehrere Wochen daheim stehen haben bis er sie endlich so in Gebrauch nehmen kann wie geplant und alle Tools endlich daheim zur Hand hat?

    Laut meiner Kalkulation vorm Kauf wäre ich mit einer gebrauchten „Professional“ oder „Stradivari“ auch locker an die 1000€ bis 1100€ gekommen, mit all den mir wichtigen Ausstattungsmerkmalen. So weit ist das dann vom Neupreis einer „Esperto“ mit 1250€ nicht entfernt. Zu dem sind in der Kalkulation nicht mal die Versandkosten inbegriffen, wären beispielsweise mehrere Sachen von unterschiedlichen Händlern gekommen.

    Vielleicht hilft die Aufschlüsselung und meiner damit verbundenen Kaufentscheidung für die „Esperto“, dem einen oder anderen Pavoni-Fan um zu verstehen, warum diese Konfiguration seitens La Pavoni durchaus berechtigt ist.

    Ich war vom Zubehör der „Esperto“ übrigens positiv überrascht. Wenn man andere Marken wie bspw. Apple nimmt, wo Zubehör seit Jahren wegrationiert wird und die Preise sogar trotzdem steigen, ist La Pavonis aktuelles Modell ein Schritt in die kundenfreundlichere Richtung.

    Euch allen ein schönes WE und beste Grüße.
     
  4. joost

    joost Mitglied

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    wo genau? Am Dampfrohr oder der Spindel Richtung Drehknopf?

    Ich kenne diese Dampfarmut eigentlich nur, wenn irgendwas die Düsen verstopft, gerne auch nach dem Entkalken - meistens Kalkbröckchen oder Scheiben, die teils schwer zu finden sind, weil sie am Rand kleben und erst bei Schäumen vor die Öffnungen gepresst werden. Mach doch mal den Versuch, ohne das Dampfrohr den Dampf freizugeben.... wenn es da satt aus dem T-Stück zischt, gibts vermutlich ne (temporäre?) Verstopfung in der Düse.
     
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  5. #5 vectis, 16.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 16.10.2021
    vectis

    vectis Mitglied

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    Hallo nochmals,

    der Ansatz von @joost erinnerte mich an diesen alten Thread:
    Ekelwurst aus Quickmill Pegaso 03035 Dampfdüse

    [​IMG]

    :eek:

    Wenn man die Dampflanze nämlich nicht nach dem Milchaufschäumen konsequent "ausbläst" und regelmäßig reinigt, dann kann sich wie in diesem Fall eine entsprechende Verstopfung ergeben. Deshalb würde ich ebenfalls mal die Dampflanze von der Bajonetthalterung abziehen und mal genauer prüfen, wobei sich der erwähnte Pfeifenreiniger anbietet.

    Ein eventuell zu lange zischendes kombiniertes Ausgleichs-/Überdruckventil wurde bereits mehrfach durch leichtes Draufklopfen mit einem Holzlöffel o.ä. beruhigt, denn nach dem quasi automatischen Ablassen des sich beim Hochheizen entstehenden Fehldrucks sollte es dann richtig schliessen, was es infolge von minimalen Kalkablagerungen ggf. nicht immer tut. Das findet sich im sogen. Pavoni-Dauerthread.

    @MP_89 , hast Du die O-Ringe mit einem Hauch Silikonfett bedacht? Wenn die ganz trocken sind, dann kann es trotzdem zu Undichtigkeiten führen.

    Viel Erfolg weiterhin.
    ;)
     
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  6. MP_89

    MP_89 Mitglied

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    @vectis @joost

    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe! :)

    Das Problem konnte ich endlich beseitigen. Der Fehler steckte sogar in meinem Anfangsbeitrag. Nach dem die Dampfdüse anfing immer doller zu tropfen, hatte ich wie erwähnt den Konus vom Dampfhahn abgeschraubt und alles gereinigt. Dabei fiel mir auf, dass das Gewinde des Dampfrads (zum öffnen und schließen, siehe Fotoanhang) locker sitzt (nicht richtig festgezogen), was ich dann wiederum fester gezogen (tiefer eingedreht) habe. Dadurch hatte der Konus nicht mehr so viel Rückzugs-Spielraum beim Öffnen des Dampfrads und hat scheinbar die Öffnung aus der der Dampf des Boilers aufsteigt teilweise blockiert. Jetzt habe ich das Gewinde wieder etwas lockerer sitzen (weiter rausstehend), wie im Foto zu sehen ist und der Milchschaum ist wieder so wie er sein sollte und die Dampfdüse tropft auch nicht mehr. :)


    Beste Grüße
     

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  7. vectis

    vectis Mitglied

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    Danke Dir für die Rückmeldung.
    Schließlich kann die anderen Besitzern einer La Pavoni auch helfen und das ist ja ein Hauptaspekt dieses Forums.
    Nur ein kleiner Hinweis noch. Wenn Du künftig im sogen. Dauerthread schreibst,
    Praxistippsammlung La Pavoni Handhebel..,
    dann finden andere das vielleicht eher.
    ;)
     
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