La San Marco Tipo 62 Leva

Diskutiere La San Marco Tipo 62 Leva im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Vor einigen Tagen bin ich durch glückliche Umstände an eine Tipo 62 gekommen. Die Maschine war über zwanzig Jahre beim Vorbesitzer, stand...

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  1. #1 mechanist, 16.05.2019
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    Vor einigen Tagen bin ich durch glückliche Umstände an eine Tipo 62 gekommen. Die Maschine war über zwanzig Jahre beim Vorbesitzer, stand allerdings die letzten zehn Jahre im trockenen Keller. Die Abholung war auch für mich eine Überraschung, da der Vorbesitzer zu Typ und Baujahr nichts genaues sagen konnte.
    P5130937.JPG
    Eine Tipo 62 war mir vorher auch nicht bekannt. Die Typologie von La San Marco habe ich immer noch nicht durchschaut und ein schmales Kapitel zur Geschichte von La San Marco auf der Hompage hilft nicht wirklich weiter.
    Meine Theorie dazu ist, dass die Maschine eigentlich Typ 6 heisst und mit der zweiten Zahl dahinter die Versionen numeriert wurden. Aufschluss kam dann nach dem Entfernen des Gehäuses:
    P5160012.JPG
    P5160011.JPG
    Tipo 62, Baujahr 1968. Erfreulicherweise hat diese Maschinen einen HX, das macht sie heute noch alltagstauglich.
    Die Maschine hat eine sehr gut erhaltene Originalsubstanz, die ich so wenig wie möglich beeinträchtigen will:
    P5160013.JPG
    Deshalb habe ich auch beschlossen, den Kessel nicht zu demontieren und im Bad zu entkalken, sondern im eingebauten Zustand nur von innen. Das Befüllen mit Zitronensäurelösung und das Absaugen geht bei dem Kessel bequem durch die Öffnung des Sicherheitsventils. Beim HX ist das schon fummeliger. Wie das hier mit der Zubereitung von Espresso zuletzt funktioniert haben soll, bleibt mir ein Rätsel: Der HX ist nämlich fast komplett zugesetzt, vermutlich wurde er noch nie entkalkt.
    Nach Angaben des Vorbesitzers wurde die Maschine auch irgendwann mal überholt. Das kann man an den Kesselschrauben sehen. Die Dichtung ist allerdings irgendwann wieder undicht geworden, was auch aufgrund minderwertigen Materials zu zwei praktisch in der Mitte durchgerosteten Schrauben geführt hat. Zum Lösen der Schrauben bei eingebautem Kessel habe ich das rote Flacheisen montiert, mit dem man gegenhalten kann um die Kesselflansche nicht zu beanspruchen.
    P5160008.JPG
    Ebenfalls schon einmal überholt wurden die Brühgruppen, die Federn sehen gut aus, meiner Einschätzung nach wurden auch die Laufbuchsen gewechselt.
    P5160009.JPG
    P5160007.JPG
    Die Kolbendichtungen sind steinhart, hier ist also Austausch angesagt, genauso wie bei den Dichtungen der Brühgruppenventile. Die Wartezeit, bis die Ersatzteile da sind, kann man mit der Pflege der Gehäuseteile vertreiben,
    während im HX die Säure gluckert...
    P5160020.JPG
     
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  2. #2 Sansibar99, 16.05.2019
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    Glückwunsch zur schönen Roten...
    :D
     
  3. #3 wiegehtlasanmarco, 16.05.2019
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    Eine schöne Maschine und in einem sehr schönen Zustand (wenig Arbeit).
    Zur Typologie gab es schon öfter Vermutungen hier.
    Meine Tipo 67 (laut Typenschild) ist ein Dipper aus Februar 68.
    Ich bleibe bei meiner Vermutung, dass es eher wie bei den Modellreihen bei den Autos ist.
    Gerade in letzter Zeit sind noch viele Tipo 6x von 62 bis 69 hier im Forum schon kurz vorgestellt worden. Teils HX teils Dipper.
    Vielleich machen wir mal eine Sammlung mit Angaben Typenschild, Kesseldatum und Bauweise?
    Ob der Kessel original ist? Vielleicht ist der auch schon mal neu gekommen in 1968.
     
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  4. #4 Meistersuppe, 16.05.2019
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    Gute Idee - wäre dann auch über mehrere Modelltypen von LSM interessant. Würde ich unterstützen.
     
  5. #5 wiegehtlasanmarco, 16.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 16.05.2019
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  6. #6 mechanist, 16.05.2019
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    Weiter mit der Demontage des Kolbens. Der Kolben lässt sich mitsamt Federpaket und Hebel nach dem Lösen von vier Schrauben nach oben aus der Buchse ziehen. Schwierig kann es auf den letzten Zentimeter werden, weil sich dort über die Jahre ein Rückstandsring bildet. Man kann sich das Herausziehen erleichtern, indem man den Kolben etwas herauszieht und dann Spülmittel auf den oberen Zentimeter ringsrum aufträgt. Ist der Kolben draussen, wird die gesamt Hebelmechanik umgedreht in den Schraubstock eingespannt und der Kolben mit einem Ölfilterband von der Hebel-/Gewindestange heruntergedreht:
    P5160023.JPG
    P5160022.JPG
     
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  7. #7 mechanist, 18.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2019
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    Da wir gerade bei dem Thema sind, hat jemand Erfahrung mit den Teflonringen? Bei den neueren Hebelgruppen sitzt anstelle der oberen Dichtung ein trapezförmiger Teflonring, bei den alten Gruppen wird die obere Gummidichtung durch den Pressring trapezförmig gedrückt.
    Gruppen sind nun abgebaut. Die Version mit HX hat im unteren Teil des Flansches zwei grosse Öffnungen, diese führen zu zwei kleinen Wärmetauschern im Kessel,
    die für Beheizung der Brühgruppe sorgen sollen. Sollen, weil bei meiner Maschine beide Sacklöcher komplett zugesetzt waren.
    P5180025.JPG
    An der Rückseite der Gruppe sitzt das Rückschlagventil, dessen Edelstahlsieb sich ebenfalls gerne zusetzt. Darunter sitzt ein Edelstahlkugel,
    die bei einem meiner Ventile fehlt.
    P5180026.JPG
     
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  8. #8 wiegehtlasanmarco, 18.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2019
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    Ich habe die obere Dichtung bei meiner LSM immer als "Gleitlager" interpretiert.
    Die untere Gummi-Lippendichtung dichtet ja gegen das Wasser ab und die obere Dichtung sorgt dafür, dass der Messing-Kolben nicht kippelt und nicht an der Wandung schleift. Ich habe meine Maschine ja noch nicht zusammen, aber ich sehe da kein Problem da Teflon besser rutscht als anderes Material.
    edit: Der obere Ring ist bei mir nicht aus Gummi sondern sieht von der Struktur aus wie eine Dichtung aus Fiber mit Graphit (Grundmaterial wie Klingerit)

    Die Kugel gibt es ja noch (auch bei Händlern für Lagerkugeln).
    Manchmal ist auch der Dichtsitz der Kugel verschlissen, den habe ich noch nicht als Ersatz gesehen.
    Meine Tipo 67 hat keine Siebe, da sieht das Rückschlagventil aus wie bei Avola: Rückschlagventil ø 1/8 A 24,03 € Günstige Ersatzteile Zubehör

    Ob die Maschine von @Jfh schon von vornherein mit Teflonscheiben ausgerüstet war könntest Du ihn fragen. Restauration la San Marco 85 Leva 1991
    Bild in #31
     
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  9. #9 Highfly, 18.05.2019
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    Bei meiner 69er war der "trapetzförmige" Ring aus dem Graphit-Material.
    Ich habe die Teflonringe eingebaut. Die werden auch erst im Einbau durch den oberen Messingring trapetzförmig verdrückt. Ich denke auch, dass der Ring keine abdichtende Funktion hat sondern den Kolben am Kippen hindern soll und somit die Lauffläche schont.
     
  10. #10 turriga, 18.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2019
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    Jein, dem würde ich nicht komplett zustimmen. Wenn du dir das rostig, schmoddrige Federpaket hier bei der BG anschaust, dann hat da offensichtlich auch die oberer Dichtung wohl auch nicht mehr ihren Job gemacht, weil verschlissen, ausgehärtet,...... .
     
  11. #11 mechanist, 18.05.2019
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    Ich denke, der Ring hat eine Doppelfunktion, in den Ersatzteillisten heisst er auch Abstreifring.
     
  12. #12 mechanist, 19.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2019
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    Heute habe ich den Kessel geöffnet, bis auf wenige Reste kalkfrei, im Bild einer der beiden kleinen Wärmetauscher für die Beheizung der Gruppen links und der HX rechts. Die Entkalkung des HX wird eine langwierige Angelegenheit, er fasst normalerweise etwas mehr als 1 Liter, aktuell bin ich bei 350 ml, der Rest ist Kalk....
    P5190030.JPG

    Kesseldeckel, Heizung und Kesseldichtung - diese hat das Format 180x163x8mm und ich habe sie nur noch bei Nuova Ricambi gefunden, nicht verwendbar sind die Dichtungen der neueren SM-Maschinen. Diese sind für die Kesseldeckel aus Guss ausgelegt und sind mit 2mm deutlich zu dünn.
    P5190029.JPG
     
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  13. #13 wiegehtlasanmarco, 19.05.2019
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    Die späteren Maschinen wie meine Tipo 67 haben einen Gußdeckel und Original ein offenes Dichtband 8x8mm, welches über einen schrägen Schnitt abgelängt wird und über die Quetschung dichtet.
    Die Dichtung gibt es auch noch bei TSE: Kesseldichtung altes Modell ø 180x163x8mm - San-Marco Kessel - TSE-Shop über 40.000 Ersatzteile für Gastronomiemaschinen
    Ich werde für meine LSM Teflondichtungen in 5mm Dicke anfertigen lassen D=180mm d=164mm. Die 8mm höhe im Original haben sich aus dem Dichtband 8x8 ergeben, sind aber m.E. nicht erforderlich (die 3,5 mm von TSE sind mir aber in Teflon zu knapp).
     
  14. #14 mechanist, 20.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 20.06.2019
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    Langsam geht es weiter. Kessel und HX sind vollständig entkalkt, beim Kessel ging es zügig, dafür war es beim HX eine Geduldsprobe. Ich habe mehr als drei Wochen mit fast täglichem Wechsel der Lösung und Druckspülen mittels Gartenschlauch gebraucht, um den fast vollständig zugekalkten HX davon zu befreien. Erschwerend kommt hinzu, dass
    man dafür nur die beiden Anschlussflansche zur Verfügung hat. Das ist ungefähr die Hälfte des Kalkbreis aus dem HX in einem 10 Liter-Baueimer:
    P6200076.JPG
    Die beiden abgerissenen Schrauben im Kesselring sind ausgebohrt, neue Gewinde geschnitten und der Kesseldeckel sowie der zweite Kesselring gereinigt und für den Einbau mit neuer Dichtung vorbereitet. Durch die länger undichte Stelle hat sich vorallem auf den Ringen Kupfer angelagert, dass abeschliffen werden musste.
    P6200074.JPG
    Die beiden Heizungen liefern mit um die 20 Ohm nicht mehr die Werte, die sie sollen, ich werde neue bestellen.
    Ausserdem gabs jede Menge Polierarbeit, so sind die Buchsen der Hebelgruppen nun wieder blank, das Schauglas für den Wasserstand wurde ebenfalls zerlegt und mit den neuen Dichtungen wieder zusammengebaut. Da die Maschine ursprünglich direkt an den Strom angeschlossen war und keinen Schalter hat, überlege ich, wo ich diesen am besten hinbaue - im Sockel der Maschine müsste man in die Chromverkleidung mindestens ein Loch bohren, das gefällt mir nicht. Ich würde gerne einen mehrstufigen Drehschalter verwenden, wie er in späteren Modellen von San Marco verwendet wurde, allerdings brauchen diese Schalter ziemlich viel Platz.
     
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  15. #15 Highfly, 21.06.2019
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    Das mit dem (nicht sichtbaren) Netzschalter hab ich mir auch schon überlegt. Darum bin ich auf deine Platzwahl gespannt. :)
    Wobei es ja kein mehrstufiger Schalter sein muss, oder willst du die Heizstäbe getrennt schalten oder willst du auf automatische Kesselfüllung nachrüsten?
     
  16. #16 turriga, 21.06.2019
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    Was spricht gegen einen Schalter direkt an der Steckdose? Zugänglichkeit?
     
  17. #17 mechanist, 21.06.2019
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    Meine erste Idee war, beide Heizungen zum aufheizen zu verwenden und zum Nachheizen dann nur noch eine, die vom Pressostaten geschaltet wird - daher der Stufenschalter. Falls man immer beide Heizungen verwenden will, wäre der Schalter an der Steckose natürlich die einfachste Lösung, wobei ich nicht weiss, welche Leistung die auf Dauer vertragen, mit zwei neuen Heizungen sind das immerhin 2500 W.
     
  18. #18 wiegehtlasanmarco, 21.06.2019
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    Mein 0815 Wasserkocher hat auch schon 2400W
    Der Schalter könnte ja auch als Kästchen an der Wand montiert werden.
    Meine Großeltern hatten vor ihrer ersten Waschmaschine (1965) einen Bakelitschalter mit Hebelchen an der Wand, das sah so richtig nach Technik aus.
    so ein Schalter passt auch für eine Espressomaschine.
     
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  19. #19 mechanist, 12.08.2019
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    Es gibt bei jeder Restaurierung den Punkt, da hat man die eher groben Arbeiten erledigt, aber noch eine Menge kleiner Teile vor sich, die alle irgendeiner Form der Barbeitung bedürfen, bevor man sich mit neuen Dichtungen an den Zusammenbau machen kann. Dazu gehört auch das originale Manometer, dass ich noch auftreiben konnte - es hat glücklicherweise zwei kleine Schrauben, nach dem Lösen kann man den Chromring und das Glas abnehmen. Bei anderen Herstellern gibt es gepresste Chromringe, da ist es
    dann deutlich schwieriger, an die Innereien zu gelangen.
    P8120160.JPG
     
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  20. Jfh

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    sehr coole maschine. die 3,5er teflonkesseldichtung von tse funktioniert bei mir einwandfrei!
     
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