Lasanmarco - Instandsetzung

Diskutiere Lasanmarco - Instandsetzung im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo alle zusammen. Zuerst möchte ich mich einmal vorstellen: Mein Name ist Wolfgang und ich wohne und arbeite in Graz, Österreich. Habe mal...

  1. #1 87-1033320331, 29.09.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Hallo alle zusammen. Zuerst möchte ich mich einmal vorstellen: Mein Name ist Wolfgang und ich wohne und arbeite in Graz, Österreich.

    Habe mal eine Frage an die Experten unter euch:

    Vor einiger Zeit habe ich eine alte Espressomaschine bekommen. Diese war zuvor in einem Kaffehaus aufgestellt, jedoch die letzten 10 bis 15 Jahre außer Betrieb, da das Kaffeehaus geschlossen wurde. Tja und nun steht das gute Stück bei mir.
    Es handelt sich bei der Maschine um eine La San Marco Spring lever Espresso-maschine mit einer Gruppe. Die Plakette an der Maschine lautet wie folgt: " La San Marco - Macchina per Caffe Espresso, Mod.1 , No. 1818, V.220". Meine Frage ist nun, ob irgendjemand mir dabei helfen kann, diese Maschine zu identifizieren und zwar wann sie ungefähr gebaut wurde und welches Modell es ist. Vielleicht hat ja schon einmal wer so eine Maschine gesehen oder hat sogar selbst eine.

    Unter

    http://www.geocities.com/joethebest_at/EspressoSanMarco.html

    könnt ihr einen Blick auf die Maschine werfen und zwar mit und ohne Abdeckung.

    Da ich die Maschine in Betrieb nehmen möchte wäre für mich vor allem wichtig, ob noch Ersatzteile zu bekommen sind und ob die für das Modell NS-85 angebotenen Teile vielleicht sogar noch passen. Festgestellt habe ich bereits, daß die Dichtung des Halters an der Gruppe und die Verteilerscheibe unten fehlen, sodaß ohne diese Teile die Maschine nicht in Betrieb genommen werden kann. Auch die Dichtungen des Kolbens müssen wohl nach all den Jahren sicher ausgetauscht werden.

    In der Hoffnung, daß mir hier vielleicht jemand weiterhelfen kann oder auch selbst Erfahrungen mit der Instandsetzung derartiger Maschinen ( Hebel ) gemacht hat und diese mit mir teilt.

    Liebe Grüße und Danke im voraus!

    Wolfgang!
     
  2. #2 OliverK, 29.09.2002
    OliverK

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    Herzlichen Glückwunsch! Hoffentlich bekommst Du sie recht sorgenfrei restauriert.
    Schau mal in die Maschine und unter http://www.sreweb.com/careri.htm nach. Ich denke, die NS-85er Teile sollten passen. Zumindest für die Gruppe.
    Und -sofern möglich- mach doch mal Detailaufnahmen von der Maschine (mit Innenleben).
    Schau mal unter
    Espressotutorial (Brasilia) nach, da findest Du meine Maschine. Vielleicht bringt es etwas zum Verständnis.
    Hab grad selber eine Brasilia von 87 wieder zum Leben erweckt.
    Ganz viel Spaß bei Deinem Projekt!

    Gruß,
    Oliver



    Edited By OliverK on Sep. 29 2002 at 20:04
     
  3. #3 OliverK, 30.09.2002
    OliverK

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    Hallo Wolfgang. Danke für die Mail, aber schreib lieber hier für die Öffentlichkeit. Ich bin nur ein kleines Licht in Deiner Maschine...
    Hier gibt es bestimmt noch andere, die gerne mitlesen und mithelfen!!

    Gruß,
    Oliver
     
  4. Stefan

    Stefan Mitglied

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    Ich versuch mich mal an einer Alterseinstufung. Bis in die 60er hatte La San Marco Spatengriffe an den Handhebelmaschinen, dies ist hier nicht mehr der Fall, das kantige, eher schmucklose Gehäuse lässt dann eigentlich nur noch einen Zeitraum zwischen den Mittsiebzigern und Anfang 80er Jahre zu. Typisch ist bei den meisten Modellen allerdings der komplett verkleidete Brühkopf.
    Angaben natürlich ohne Gewähr... ;)
    Welches Modell das ist kann ich leider nicht sagen, meine Quellen wie Sammler oder Sammlerbücher geben aus dieser Zeit (noch) nichts her.

    Gruss
    Stefan
     
  5. #5 87-1033320331, 30.09.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Hallo zusammen!

    Vielen Dank für die Bemühungen soweit - und Olliver, Du hast recht, natürlich ist es besser hier im Board zu posten, damit alle mitlesen können und die Informationen allen zugänglich sind.
    Kopiere also Dein Antwort-Mail ( vielen Dank für die wertvollen Tips - momentan sauge ich jedes Fünkchen Information auf) in diese Post herein:

    Hallo Wolfgang,

    ich habe meine Maschinen auch über Flexschläuche (Metallgewebeummantelt) angeschlossen (kannst Du in den Tutorials erkennen). Bedenke aber, daß die Gastro-Geräte alle einen Wasserablauf benötigen und auch fleissig und leider stetig ein wenig Abwasser produzieren. Auch hier tut es aber ein Schlauch (Y-Verteiler für den Abwasserschlauch des Geschirrspülmaschinenanschlusses besorgen).

    Fotos wären wirklich wichtig. Vielleicht kann Dir Dein Bekannter nochmal kurz zur Seite stehen. Dann wissen wir hier alle, worum es geht. Die Restauration sollte unproblematisch sein. Es sind fast alle Teile für alte San Marco noch zu haben.

    Ich empfehle Dir (weil die Maschine so lange gestanden hat), das Gerät komplett zu zerlegen. Markiere Dir dabei jedes Rohr, jedes Kabel mit Fahnen zum leichten Zusammenbauen.
    Entkalke jede Schraube, jedes Rohr, welches mit Wasser in Verbindung gekommen ist. Hier waren bei mir die großen Probleme. Meine Maschine hat sogar nur 4 Monate gestanden!

    Du hast das Glück, daß Deine Maschine recht mechanisch aufgebaut ist. Hier entfallen teure Ersatzteile. Bei mir kostet beispielsweise ein Mengenwähler (2 sind verbaut) 386 Euro. Wenn da mal was kaputt geht...
    Viel sollte nicht im Gehäuse sein. Ein Boiler, ein Prestostat (regelt den Kesseldruck und darüber die Wassertemperatur), 2 Ventile für Dampf und Wasser, die Brühgruppe und ein Einlassventil (händisch oder durch Magnetventil gesteuert).
    Schalte die Maschine nicht einfach so ein. Sie muss erst zwangsbefüllt werden. Meistens haben die Gastro-Geräte 2-Stufige Einschalter. Stufe eins für die Pumpe, 2 für Pumpe und Heizung. Nach 10-15 Jahren ist sicher nicht genug Wasser im Boiler. Die Heizstäbe würden sofort durchbrennen.
    Du kannst sie auch über das Entlüftungsventil befüllen. Hätt ich ein Bild. könnt ich Dir sagen, welches dies ist... Wo wir wieder beim leidigen Thema wären.

    Hast Du Dich schon direkt mit La San Marco in Verbindung gesetzt? Eine Eingruppierung und Ersatzteilauflistung sind hier sicher möglich.

    Gruß,
    Oliver

    Nochmals vielen Dank für die wertvolle Information. Beruhigt bin ich vor allem darüber, daß der Anschluß über Schläuche möglich ist, da ich ansonsten meine Küche fast zur Hälfte zerlegen müßte.
    Habe die Abdeckungen der Maschine bereits entfernt und mir einen Überblick über die Verbindungen verschafft. Pumpe ist definitiv keine enthalten und keine automatische Wasserfülleinheit soweit ich sehen konnte. Der Boiler dürfte aber voll sein, da die Wasserstandanzeige am Schauglas auf Maximum steht.
    Eine der großen Fragen derzeit ist, wie ich die Maschine am besten entkalken kann, da ich eine deiner Abbildung vergleichbare Entlüftungsschraube nicht finden kann. Mit jeder Öffnung am Boiler ist eine Kupferleitung verbunden - mit Ausnahme des Sicherheitsventiles.
    Denke mir auch, daß es sinnvoll ist, die Maschine weitgehend zu zerlegen und zu entkalken, da sie doch sehr lange gestanden ist. Allerdings habe ich sehr große Bedenken irgendetwas abzuschrauben, solange ich nicht sicher weiß, ob ich Ersatzdichtungen bekommen kann. Denke mir nicht, daß die alten Dichtungen nochmal halten, nachdem sie abmontiert wurden ( Vor allem Kesseldichtung sollte ich diesen zur Reinigung öffnen aber auch die Übergänge zur Brühgruppe ). Befürchte, daß ich dann unter Umständen keine Ersatzteile bekommen könnte und die alten Teile nicht mehr halten.

    Habe mittlerweile an La San Marco ( deinem Tipp folgend ) und verschiedene im Internet vertretene Ersatzteilanbieter Anfragen mit den Photos geschickt und hoffe, daß die Maschine irgendjemand zuordnen kann und mir sagt, welche Maschine es nun ist und vielleicht sogar ob Ersatzteile zu bekommen sind. Jetzt heißt es also warten und der Dinge harren.

    Tut mir leid, wenn es etwas lang geworden ist.

    Gruß Wolfgang
     
  6. #6 Michael Beilhard, 30.09.2002
    Michael Beilhard

    Michael Beilhard Gast

    Guten Abend, ich habe die Verschleiss-Teile fast vollständig, bis auf die Feder der Handhebelgruppe auf Lager. Sie können gerne zum Einkaufspreis wegen Sortimentsauflösung übernehmen. Ferner treffe ich mich Anfang der nächsten Woche mit Herrn Kienreich aus Graz, der die Teile mit nach AU nehmen und inländisch weiterversenden kann oder Sie treffen sich persönlich
    Wenn es Sie interessiert, nehmen Sie doch Kontakt unter [email protected] auf.
    Grüsse aus Wildau

    gez. Michael Beilhard
     
  7. #7 OliverK, 30.09.2002
    OliverK

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    Wolfi.... Na, das ist doch ein Erfolg, oder??
    Was für ein Angebot!
    Herr Beilhard, haben Sie zufällig auch noch Teile für meine Brasilia America??

    Gruß,
    Oliver
     
  8. #8 Michael Beilhard, 30.09.2002
    Michael Beilhard

    Michael Beilhard Gast

    Ja, Dichtungen sowieso und Hahnknebel Filterhalter, Filter etc.
    Mit Rücksicht auf das Board bitte Ihre Wunschliste an die unten bezeichnete Mailadresse senden. Als Referenz können Sie die Explosionzeichnungen von sreweb.com für die Brasilia nehmen.

    Gruss Michael Beilhard
     
  9. #9 OliverK, 01.10.2002
    OliverK

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    Hallo Herr Beilhard,

    Ich werde mich morgen mal mit meiner Wunschliste befassen und Ihnen diese per Mail zusenden. Vielen Dank im Voraus.

    Gruß,
    Oliver
     
  10. #10 87-1033320331, 01.10.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Ich hoffe nunmehr einen Schritt bei der Identifizierung weitergekommen zu sein, da mir Enrico Maltoni, der eine große Sammlung historischer Espressomaschinen und auch ein Espressomuseum besitzt, auf meine Anfrage mit Photo geantwortet hat und anscheinend das Modell kennt. Allerdings hat er mir auf italienisch geschrieben und ich bin dieser Sprache leider nicht mächtig. Ist zwar nur rudimentär ein Espresso-Problem, aber vielleicht kann mir jemand helfen und die Antwort übersetzen:

    La sua San Marco e una buona macchina dal punto di vista di meccanica e di
    qualità, recentemente ho bevuto un caffè dallo stesso modello, direi ottima
    macchina e stata prodotta dal 1958 al 1965 circa, dal punto di vista di
    valore non vale molto circa € 800,00 da restaurare.
    Considerata non da collezione per la semplicità della carrozzeria.
    Per restaurarla meccanicamente al 100% presso la mia officina ci vogliono
    € 400,00.
    Per trovare pezzi di ricambio non posso aiutarla ma se si rivolge a qualche
    concessionario San marco nelle città di Udine o Gorizia o Trieste forse può
    trovare pezzi di ricambio.
    In funzione e capace di fare ottimi caffè cremosi.


    Spero di averla aiutata Cordiali Saluti
     
  11. #11 OliverK, 02.10.2002
    OliverK

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    Meine Sprachkenntnisse sind hier auch recht rudimentär, aber soviel lese ich aus dem Zusammenhang heraus:

    Deine La San Marco ist eine qualitätiv gute Maschine (von der Mechanik und Qualität), Enrico hat vor kurzem noch einen Kaffe aus dieser Maschine getrunken, der vorbildlich geschmeckt hat. Sie ist aus der Zeit von 1958-1965 und der Wert (komplett restauriert) liegt bei ca. 800 Euro. Eine Vollrestauration liegt bei ca. 400 Euro.
    Enrico kann Dir in Sachen "Teile" nicht helfen, jedoch verweist er auf Händler in den Bereichen von Udine, Gorizia oder Trieste.

    Soviel zu meinem Stückelitalienisch (schlagt mich nicht... ich habs halt frei versucht). Inhaltlich sollte es aber ganz gut passen...

    Gruß,
    Oliver
     
  12. lr-88

    lr-88 Gast

    Hallo !
    Vielleicht kann ich helfen - ich habe genau die gleiche Maschine zu Hause (Wien) und auch div. Quellen für Ersatzteile. Meine email lautet [email protected]
    Schöne Grüße
    Günter
     
  13. #13 87-1033320331, 05.10.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Die Probleme mit der Identifizierung der Maschine und (vorerst) auch mit den Ersatzteilen sind nunmehr gelöst, da ich von Herrn Karl Heinz Dohnal von der Fa. A.Dohnal GmbH in Graz-Straßgang entsprechende Informationen bekommen habe. Bin dann umgehend mit der Maschine hingefahren, wurde sehr gut beraten und die Maschine konnte auch identifiziert werden, da der Vater von Herrn Dohnal noch selbst mit diesen Geräten gearbeitet hat. Auch die Ersatzteile hat die Fa. gänzlich zur Verfügung und ich habe den Dichtungssatz für die Hebelgruppe gleich einmal mitgenommen.

    Lösung:

    Es ist eine La San Marco Espressomaschine des Typs SM-64

    Wolfgang!
     
  14. #14 87-1033320331, 13.10.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Hier nun die Fortsetzung der unendlichen Geschichte:

    Wie bereits erwähnt, konnte ich den kompletten Dichtungssatz für die Gruppe ( Portafilterhalterdichtung, Duschkopf mit Sprengring, kompletter Satz für den Kolben ) von Herrn Dohnal beziehen.
    Habe darauf den oberen Teil der Hebelgruppe abgeschraubt und den Kolben vom Gestänge abgeschraubt. Die alten Dichtungen waren teilweise sehr schwer zu entfernen, da sie sämtliche Geschmeidigkeit eingebüßt hatten. Kann mir bei dem Zustand der alten Dichtungen eigentlich nicht vorstellen, daß die Maschine nach oben dicht gewesen ist ( ist aber vermutlich alles relativ, da die Maschine auch gänzlich ohne Duschsieb in Betrieb gewesen war ). Die schwarze V-Dichtung des Kolbens erinnerte mich eher an Porzellan oder ähnliches und ich mußte sie cm für cm vom Kolben brechen. Habe dann sämtliche Teile einer gründlichen Reinigung unterzogen - selbst der Kolben war komplett mit Kaffeerückständen verklebt, vermutlich da kein Duschsieb aufgesetzt war - und sodann die neuen Dichtungen auf den Kolben wieder aufgesetzt.
    Beim unteren Teil der Gruppe war es besonders schwierig, die alte Portafilter-Dichtung aus der Nut zu bekommen - mußte sie mehr oder weniger auch cm für cm aus der Nut stemmen. Die Reinigung allein dieser Nut und der Aufnahme für den Portafilter nahm 1-2 Stunden in Anspruch und ging nur unter Zuhilfenahme von ( wirklich ganz feiner für Waffen gedachter ) Stahlwolle. Der Einsatz der neuen Dichtung war dann kein Problem und sie ließ sich problemlos mit dem Portafilter anziehen. Den Zylilnderraum, der ebenfalls ziemlich verdreckt war, habe ich mit einer ganz feinen Schleifpaste gereinigt und aufpoliert um Verletzungen der neuen Dichtungen zu vermeiden. Sodann setzte ich den oberen Teil der Hebelgruppe wieder ein und verschraubte diesen und setzte den Kolben von unten ( wichtig, um die Dichtungen nicht zu verletzen) ein, wobei sich der neue Teflondichtring nur mit "sanften" Hammerschlägen unter Anlegung eines Korken zur Schonung der Kolbenunterseite einsetzen ließ. Habe mich dabei gefragt, ob das denn normal ist - kann dazu wer was sagen?
    Um den Kolben von unten verschrauben zu können, mußte ich mir noch selbst Wekrzeug basteln, welches in die Ausnehmungen der Kolbenunterseite eingreift um diesen verschrauben zu können. Soweit fertig!!!

    Jetzt war er also da, der große Moment!!

    Maschine vorerst - um Kosten zu sparen sollte sich herausstellen, daß die Maschine sehr defekt ist - mittels Gartenschlauch ans Festwasser ( im Endeffekt eine riesige Patzerei aber ist ja keine Dauerlösung sondern Versuchsstadium) und Abwasser in einen Kübel, Kessel füllen und Stecker in die Dose. Mal sehen, ob die Maschine überhaupt irgendetwas tut oder wo sie eventuell rinnen könnte oder weitere Defekte aufweist.
    Voila, die rote Lampe glüht - das wars dann auch fürs nächste. Nach 20-30 Minuten, Erwährmung war schon vorher zu verspüren, begann das Manometer langsam in die Höhe zu klettern. Bis jetzt keinerlei Undichtheiten an der Maschine, Wasser- und Dampfventil funktionieren auch und halten dicht. Nach einiger Zeit leises Zischen - ich vermute bereits eine STelle am Boiler, da diese etwas Kalkablagerungen aufwies. Auch Herr Dohnal hatte bereits vorhergesagt, daß die Maschine an diese Stelle vermutlich etwas lecken würde. Naja, es zischelt an dieser Stelle und man sieht etwas Feuchtigkeit. Dies erscheint allerdings kein großes Problem zu sein, da der Austritt minimal ist und die Feuchtigkeit auf dem Kessel durch die Wärme sofort verdampft. Herr Dohnal meinte, die Maschine zu öffnen und alle Dichtungen zu tauschen stünde mit dem kleinen Leck in keiner Relation, sonders es sei besser dies bei auftreten anderer Probleme ( Widerstand, Leck vergrößert sich etc. ) unter einem zu erledigen.

    Keine weiteren Zwischenfälle und das Manometer klettert weiter. Bei 1,2 bar schaltet die Maschine nun ab. So weit also alles in Ordnung und da ich sämtliche Dichtungen an der Gruppe ausgewechselt habe, die Maschine keine weiteren Defekte aufweist und auch sonst alles in Ordnung erscheint, kann ich sie ohne weiteres nach gründlicher Reinigung und Politur fix verkabeln und anschließen.

    Ich habe sodann etwas Wasser bei der Heißwasserentnahme abgelassen und auch den Hebel der Brühgruppe umgelegt, um das Wasser im Wärmetauscher zu erneuern und die neuen Teile ordentlich durchzuspülen ( in der Position ganz unten rastet der Hebel ein und das Einlaßventil der Gruppe steht auf offen).

    Nun wollte ich es aber erstmals mit etwas Kaffee versuchen:

    Zu Testzwecken nahm ich Kaffee minderer Qualität, den meine Mutter ständig vorbeibringt - vermutlich Marke Hofer ( Aldi in Deutschland ). Mir war schon klar, daß ich damit keinen Espresso produzieren konnte, wollte aber auch nur mal einen Probelauf mit der Maschine machen. Was mich dann aber doch sehr überrascht hat war, daß als ich den Hebel nach unten legte, das Heißwasser durch den Portafilter schoß, ohne daß ich den Hebel wieder nach oben gelassen hätte - also ohne Drucl durch den Kolben, sondern allein durch den anliegenden Wasserdruck, der normal lediglich den Zylinder füllen und den Kaffee umspülen sollte. Im Vergleich drückt diesen Kaffee meien Gaggia Coffee auch sehr langsam und quälend durch. Diese Maschine scheint also sehr hohen DRuck zu haben.

    Zweiter Versuch, diesmal mit Illy Kaffee ( schon gemahlen, da meine Mühle erst kommt!!):

    Kaffee in das Sieb, schön fest angedrückt und eingespannt. Hebel nach unten und: Gott sei dank, der Zylinder füllt sich und etwas Espresso tröpfelt in die Tasse, ich lasse 2-3 sec. anziehen und lasse den Hebel aus. Dieser bewegte sich sodann langsam nach oben und der Espresso kam ganz langsam und mit etwas crema. Der Mahlgrad scheint also bei dieser Maschine eine sehr große Rolle zu spielen ( bei meiner Gaggia ist eher so, daß sie zu feinen Kaffee gar nicht schafft) und die Maschine sehr großen Druck spielend zu erzeugen. Allerdings waren auch hier nicht 20 sec für den Durchfluß, sondern lediglich 12-15 sec. Ich denke, daß der Mahlgrad des Illy immer noch viel zu grob ist und zu wenig Widerstand hat - vermutlich da ihn ansonsten Käufer mit kleinen Maschinen, wie meine Gaggia, gar nicht verwenden könnten.
    Hat zu diesem Thema irgendjemand Erfahrungen ( Illy, Mahlgrad und Hebelmaschine) und kann mir dazu etwas sagen???

    So, das ist der Stand der Dinge.
    Freue mich über jeden Kommentar zu diesen Zeilen und Erfahrungen!!

    Wolfgang
     
  15. #15 87-1033320331, 03.11.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Hätte da noch eine Frage an die Profis:

    Das bereits erwähnte Leck am Kessel gibt ständig etwas Dampf ab. Der Druck steigt bis etwa 1,2 - 1,3 bar, dann schaltet die Maschine ab. Bei etwa 0,5 bar schaltet die Heizung wieder an. Der Intervall, bis die Maschine neuerlich heizen muß beträgt etwa 10 min, dann klettert das Manometer langsam wieder nach oben.

    Meine Frage nun ( da ich bisher noch keine Erfahrungen mit derartigen Maschinen habe ):

    Ist das ein auffällig kurzer oder ein durchschnittlicher Intervall? Könnte es sein, daß die Maschine doch zuviel Druck über das Leck verliert? Sollte ich mir überlegen, doch in neue Dichtungen zu investieren und den Kessel zu öffnen?

    Bin für jeden Tipp dankbar
    ( Vielleicht weiß ja Luciano rat?)

    Wolfgang!

    P.S.:
    Hatte wegen ( zu ) viel Arbeit eine Zwangspause bei meinem Projekt einlegen müssen. Die Karosserie ist aber mittlerweile komplett zerlegt ( gewesen ) und überholt, Photos kommen noch, und eine Platte in der Küche für die Maschine montiert. Naja, gut Ding braucht eben Weile!
     
  16. #16 87-1033320331, 28.12.2002
    87-1033320331

    87-1033320331 Gast

    Hallo zusammen!

    PROJEKT ABGESCHLOSSEN

    Nach langem Warten ist die Maschine endlich fertig restauriert und mit Festwasseranschluß und Abfluß auf eine Platte in der Küche montiert. Derzeit unternehme ich gerade die ersten Versuch guten Espresso hinzubekommen.

    Besteht Interesse an einer detaillierteren Schilderung der Technik und der einzelnen Montage- und Wartungsschritte dieser Hebelmaschine? Habe von den größeren Schritten und Teilen ( zerlegt und montiert ) auch Photos gemacht - wäre vielleicht etwas für das Espressotutorial?

    Wolfgang!
     
  17. Arne

    Arne Gast

    Hi Wolfi, ja, Fotos sind immer gut.
     
  18. #18 K.R.ausDO, 29.12.2002
    K.R.ausDO

    K.R.ausDO Mitglied

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    [quote:post_uid2="Wolfi"]Hallo zusammen!

    PROJEKT ABGESCHLOSSEN

    Nach langem Warten ist die Maschine endlich fertig restauriert und mit Festwasseranschluß und Abfluß auf eine Platte in der Küche montiert. Derzeit unternehme ich gerade die ersten Versuch guten Espresso hinzubekommen.

    Besteht Interesse an einer detaillierteren Schilderung der Technik und der einzelnen Montage- und Wartungsschritte dieser Hebelmaschine? Habe von den größeren Schritten und Teilen ( zerlegt und montiert ) auch Photos gemacht - wäre vielleicht etwas für das Espressotutorial?

    Wolfgang![/quote:post_uid2]
    Hallo Wolfi!

    Aber gerne doch ein Bericht für's Espressotutorial!
    Schick mir doch einfach eine Mail mit Deinem Material. Ich muß da jetzt sowieso noch mal bei, ich habe da noch eine Tchibo-Mühlen-Tuninganleitung bekommen ...
    :;):

    Vom Aufbau des Berichtes her läst sich da so zwei Vorgehen heraus arbeiten. Entweder Du schreibst einen Text und schreibst einfach eine Bildnummer/namen mit in den Text rein. Oder Du sortierst die Bilder in einer Reihenfolge und schreibst dann zu den Bildern (die Bildnummer/namen sind dann die Absatztüberschrift) jeweils etwas Text.
    Entssprechende Beispiele für das Ergebniss findest Du Hier:Ein textgesteuertes Beispiel bzw. Bildgesteuertes Beispiel
    Such Dir die Methode aus, die Dir am nächsten kommt. Den html-Kramm erledige dann Joscha oder ich.
     
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Lasanmarco - Instandsetzung

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