Lelit PL42 TEMD (PL41 & PL42) Einsteigerbericht / Anfänger Guide

Diskutiere Lelit PL42 TEMD (PL41 & PL42) Einsteigerbericht / Anfänger Guide im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Liebes Forum, erstmal ein ganz großes Dankeschön an alle die hier Anfängerfragen beantworten. Ohne Euren Input wäre ich sicher verzweifelt. Wir...

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  1. #1 Nikolaus.Emmer, 29.05.2020
    Nikolaus.Emmer

    Nikolaus.Emmer Mitglied

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    Liebes Forum,

    erstmal ein ganz großes Dankeschön an alle die hier Anfängerfragen beantworten. Ohne Euren Input wäre ich sicher verzweifelt. Wir haben seit Anfang Mai 2020 unseren ersten Einsteiger-ST (Siebträger) und haben uns für eine Lelit PL42 TEMD entschieden. Schon bei der Kaufentscheidung spielte dieses Forum eine Rolle. Nach vier Wochen Rumprobieren erzielen wir jetzt zumindest schon ganz befriedigende Ergebnisse und ich dachte, ich teile mal unsere Erfahrungen, um es künftigen Käufern leichter zu machen.

    Die Maschine läuft, aus meiner Laien-Sichtweise zumindest, wunderbar und bereichert die Küche auch optisch ungemein. Wir sind ein Zweipersonenhaushalt und dafür ist die Maschine völlig ausreichend. Bei der Bestellung der Maschine sollte man gleich ein Blindsieb (zum täglichen Reinigen) und einen 57mm Tamper dazu bestellen. Wir haben für 30 Euro noch eine Edelstahlblende für die Auffangschale und eine auf 0,1g genaue Küchenwaage von Hario (V60) gekauft. Zuerst haben wir unsere normale 1g genaue Küchenwaage benutzt, was ich nicht empfehlen kann.

    Wie gesagt, hat es vier Wochen gedauert etwas Trinkbares zu erzielen und ich hoffe mein Beitrag hilft dem einen oder anderen diese Zeit zu verkürzen. Es hilft hierfür möglichst viele Stellschrauben erstmal fest zu stellen, damit man ein reproduzierbares Ergebnis bekommt. Deshalb hier eine detaillierte Anleitung, wie wir zu ersten brauchbaren Ergebnissen gekommen sind.

    Espressobohnen: Ich kann für den Anfang empfehlen eine möglichst säurearme Sorte zu kaufen. Achtet darauf, dass die Bohnen frisch sind. Supermarktkaffee, wie Lavazza etc. sind per se sicher nicht schlecht, aber oftmals nicht mehr frisch. Im Supermarkt wird sehr darauf geachtet, dass Milch und Fleischprodukte nicht ablaufen, aber bei Kaffee ist das nicht der Fall; der ist unter Umständen sechs+ Monate alt. Um als Anfänger sicherzustellen, dass es nicht an den Bohnen liegt, weshalb der Espresso nicht schmeckt empfehle ich deshalb die Sorte Monaco von Fausto (googeln). Soll keine Werbung sein, aber ich möchte, wie gesagt, möglichst viele potenzielle Fehler ausschließen.

    Wasser: Wir nutzen das stille Wasser vom Lidl (Saskia aus der Jessenquelle). Kostet fast nichts und reduziert eine mögliche Fehlerquelle. Unser Hamburger Leitungswasser ist laut Aussage des Cafés um die Ecke ungefiltert unbrauchbar.

    Aufwärmen: Wir wärmen die Maschine mit eingespanntem Siebträger und Zweiersieb mindestens 20 Minuten auf. Die PL42 TEMD hat eine PID. Wir haben diese auf 95 Grad eingestellt. Während des Aufwärmens kann man seine Tassen (Boden nach unten) auf die Maschine stellen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch keine Bohnen in der Mühle, da einige Foristen erwähnt haben, dass das Aufwärmen der Bohnen in der integrierten Mühle diesen schaden könnte. Kann ich selbst nicht beurteilen, aber um alles konstant zu halten geben wir die Bohnen erst unmittelbar vorm Mahlen in die Mühle.

    Bohnen mahlen: Wir haben unsere Mühle auf 2 eingestellt (Keine Ahnung ob die Einstellung bei jeder Lelit gleich mahlt). Erst in einem Becher genau 18,0 Gramm abwiegen. Eine Waage, die auf ein Gramm genau wiegt, reicht nicht. Das haben wir probiert! Spart Euch das als Anfänger. Sobald der Espresso schmeckt könnt Ihr die Bohnenmenge variieren und unser Ergebnis noch verbessern. Es empfiehlt sich auch, bevor man die Bohnen in die Mühle gibt, nochmals die Mühle zu aktivieren um den alten Kaffee aus dem „Totraum“ möglichst zu entfernen. Die Bohnen dann in die Mühle geben und gänzlich in den Siebträger mahlen. Man kann zur Kontrolle auch noch nachwiegen, ob es noch 18,0 g sind.

    Tampern: Bevor ihr mit dem Tamper die Bohnen komprimiert die Bohnen gut verteilen. Auch hierfür gibt es Zubehör, aber wir machen das von Hand und klopfen ein paar Mal mit dem Siebträger auf die Küchenplatte und danach mit der Hand seitlich gegen den Siebträger. Verbleibende „Hügel“ kann man mit dem Finger verstreichen. Das bekommt man nach drei bis vier Versuchen ganz gut hin. Danach gerade mit ca. 15-20 kg Druck tampern. Das kann man auf einer Personen- oder Gemüsewaage üben. Meine Freundin dosiert das, auch nach vier Wochen noch, deutlich besser als ich, aber man lernt das allmählich.

    Espresso ziehen: Nun muss man den Siebträger einspannen, möglichst ohne dabei zu doll gegen die Maschine zu „stoßen“ um den Espressokuchen nicht zu zerstören (er soll keine Risse bekommen). Danach zwei Espressotassen darunter stellen. Unsere Tassen sind identisch und wir wiegen vorher immer eine leere ab (Tare Knopf auf der Waage). Dann den Bezug starten (rechter Hebel an der TEMD) und sobald der erste Tropfen hinauskommt eine Stoppuhr starten (Unsere Hario V60 Waage hat eine integriert). Nach Auge, oder der Reproduzierbarkeit zur Liebe nach 20 (+-2) Sekunden stoppen. Nun beide Espressi abwiegen. Beide Espressi sollten ungefähr 21 (+-3) Gramm wiegen. Zu Beginn ist man im Tampern ungeübt, was dazu führt, dass die Espressi ungleich schwer sind. Das legt sich mit der Zeit. Wenn die Espressi nach 20 Sekunden ein anderes Gewicht haben müsste es am falschen Tampern liegen (Channeling? Zu fest? zu wenig fest?) oder die Mühle ist nicht hundertprozentig gleich eingestellt wie unsere. Bei zu viel Kaffee feiner und bei zu wenig gröber stellen.

    Umrühren: Egal ob mit Zucker oder ohne. Unbedingt umrühren, sonst schmeckt jeder Schluck unterschiedlich.

    Auch nach vier Wochen schaffen wir es bei jedem fünften Mal noch etwas ungenießbares zu erzeugen, also nicht aufgeben. An Milchschaum werden wir uns auch die nächsten Wochen heranwagen. Davon kann ich dann gerne berichten.
     
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  2. #2 Brewbie, 29.05.2020
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    Toller Bericht, danke schön. Und Glückwunsch zur Anita. Ich mag sie auch.
     
  3. #3 Karlnapp, 29.05.2020
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    Hallo, schöner Bericht. Im großen und ganzen kann ich deine Ausführungen nachvollziehen. Die unterschiedliche Füllmenge bei gleichzeitigem Bezug zweier Tassen ist mir jedoch suspekt. Bisher konnte ich da keinerlei Unterschiede (auch gewogen) feststellen. Warum soll dies am Tampern liegen? Steht deine Maschine im Lot ?
     
  4. #4 onflair, 29.05.2020
    Zuletzt bearbeitet: 29.05.2020
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    Naja, wenn man schief tampert ist die eine Seite des Pucks dicker als die andere und auf der fließt es dann langsamer.

    Edit: Und ja, schöner Bericht (hab ihn jetzt erst komplett gelesen). Viel Spaß in den nächsten vier und allen weiteren Wochen mit der Maschine. :)
     
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  5. #5 Karlnapp, 29.05.2020
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    Der Doppelausguss läuft aber in der Mitte nach unten zusammen bevor er wieder geteilt wird, wie soll sich da der Espresso unterschiedlich in den Tassen verteilen ?
     
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  6. #6 onflair, 29.05.2020
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    Ja, aber läuft er so eng zusammen, dass es sich darüber staut und der Fluß deshalb danach gleichmäßig wird? Ich vermute nicht. Vielleicht beim nächsten Bezug mal ausprobieren, absichtlich schief tampern und gucken was passiert. ;-)
     
  7. #7 Karlnapp, 29.05.2020
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    Das Problem mit den unterschiedlichen Füllmengen haben wir beim Nachbarn mit einer Wasserwaage gelößt. Die Arbeitsplatte war nicht 100% eben. 2 dünne Stückchen Gummi unter die rechten Füßchen der Maschine und das Problem war erledigt.
     
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