Low Budget ST-Maschine: Basteleien an einer Saeco Magic Espresso

Diskutiere Low Budget ST-Maschine: Basteleien an einer Saeco Magic Espresso im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Eine ganze Weile stand die (gebrauchte) "Saeco Magic Espresso" im Keller rum, nachdem ich sie mal zerlegt, grundgereinigt, ausprobiert und den...

  1. #1 posmanet, 11.01.2015
    Zuletzt bearbeitet: 06.02.2016
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    Eine ganze Weile stand die (gebrauchte) "Saeco Magic Espresso" im Keller rum, nachdem ich sie mal zerlegt, grundgereinigt, ausprobiert und den Crema-Siebträger für Käse befunden hatte.
    Am Wochenende packte mich dann die Bastelwut - außerdem steht das Ding im Weg rum und muss weg. Einfach wegwerfen bringe ich aber nicht übers Herz. Umso überraschender das Ergebnis nach ein wenig Bastelei:
    • den Crema-Siebträger zerlegt und aufgebohrt hatte ich früher schonmal gemacht
    • den Messingteil nun in Gänze mit der Trennscheibe aufgeschnitten
    • eine Weile überlegt, wie zum Geier da nun ein stabiler Griff dran kommt
    • Löcher gebohrt und dort
    • die Stangen des zurechtgebogegen und -geschnittenen Griffs eines billigen Pfannenspritzschutzes eingesteckt - fertig ist der bodenlose Siebträger! :cool:
    Hier Bilder vom ersten Test (mit 4 Tage jungem Honduras FC+):
    [​IMG]
    Der Mahlgrad entsprach dem aktuellen Mahlgrad für die Silvia.
    [​IMG]
    So sieht das dann eingespannt aus:
    [​IMG]
    ...und los gehts...
    [​IMG]
    Das sieht schonmal ganz ordentlich aus:
    [​IMG]
    Oha: Schöne Crema. Kein Channeling - Bezugszeit i.O. - Punktlandung. :)
    [​IMG]
    Das hätte ich nicht gedacht. Okay - besonders temperaturstabil ist sie ob des winzigen Boilers sicherlich nicht und die Dusche will aufgrund des fehlenden Magnetventils sehr regelmäßig ordentlich gereinigt werden. Aber das Ergebnis war auf jeden Fall besser, als alles, was ich bislang in den Cafes der Stadt bekommen habe.

    Schön. Die Maschine wandert jetzt "auf Arbeit" - allemal um Welten besser als 2 Stunden lang verkochter Supermarkt-Filterkaffee oder Pads. Ich brauche nur noch eine passende Handmühle, die anständig espressofein mahlen kann. :)
     
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  2. #2 posmanet, 11.01.2015
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    Hier noch ein Bild von unten:
    [​IMG]
     
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  3. #3 posmanet, 07.02.2016
    Zuletzt bearbeitet: 07.02.2016
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    Alle Jahre wieder bastle ich, weil's mir Spass macht, ein wenig an der kleinen alten Saeco... :D Meine Erfahrungen möchte ich gerne teilen, denn das Maschinchen hat doch tatsächlich dabei echte Fortschritte gemacht.

    Druckmessung: Weil ich mit dem Siebträger keine Chance habe, habe ich mir ein paar Adapter besorgt und das Manometer stattdessen direkt an vorm Kessel an die Pumpe angeschlossen:
    [​IMG]
    Nach einiger Überlegung kann ich so auch Rückschlüsse auf den Brühdruck ziehen: Kurz nach dem Aufheizen steigt der Druck im Kessel auf maximal 3,8 Bar - das Brühgruppenventil beginnt hier, sich zu öffnen und es tropft gelegentlich aus der Brühgruppe, bis der Druck wieder leicht drunter liegt. Beim Leerbezug zittert die Manometernadel (aufgrund der Vibrationspumpen-Schwingungen) um etwa 4,3 .. 4,4 Bar. Also dürfte der Wert von 4 Bar für das Brühgruppenventil, den ich hier auch irgendwo gelesen habe, schon in etwa hinkommen.

    Einen originalen Siebträger (das Ding mit dem "Crema-Ventil") besitze ich auch noch - ihn kann man ganz zumachen und hat so immerhin soetwas wie ein Blindsieb. Die ersten Messungen ergaben Kesseldrücke zwischen 15 und 16 Bar; maximaler Pumpendruck also / die Pumpe wird dabei auch ganz leise. Das taugt so nichts - der Schlauch am OPV war auch komplett trocken. Also habe ich das OPV zerlegt, entkalkt und erneut gemessen. Jetzt öffnet es; der Kesseldruck liegt gegens Blindsieb nur noch bei knapp 14 Bar. Einstellen kann man das OPV nicht, also habe ich die Ventilfeder um etwa eine Windung gekürzt:
    [​IMG]
    Treffer! Der Kesseldruck liegt jetzt bei etwa 13 Bar gegens Blindsieb - der Druck im Siebträger liegt jetzt vermutlich irgendwo in der Gegend von 13 - 4 = 9 Bar.

    Die Moral von der Geschicht: Brüdruckreduzierung ist mit der Saeco Magic (& Saeco Aroma?) durchaus möglich. :cool:
     
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  4. #4 posmanet, 07.02.2016
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    Heute gehts weiter. Nach der etwas aufwändigeren Brühdruck-Geschichte jetzt eine ganz einfache, wenn auch ungewöhnliche Idee:

    Eins der Probleme mit der kleinen Saeco ist das Duschsieb.
    [​IMG]

    Es gibt kein "Labyrinth" an der Brühgruppe, um das Wasser gleichmäßig zu verteilen. Obwohl sie zerlegt und gereinigt wurde, sprüht das Wasser in der Mitte geradezu heraus. Die Folge ist, dass der Puck in der Mitte entsprechend aufgewühlt wird und die Extraktion dadurch ungleichmäßig wird. Channeling ist vorprogrammiert.
    [​IMG]

    Das ist ein echtes bauliches Manko. Eine Idee zur Beseitigung der Ursache habe ich bislang nicht gehabt - aber eine, um dennoch das Ergebnis zu verbessern: Man nehme ein Aeropress-Filterpapier, passe es etwas in der Größe an (...viel Sorgfalt braucht es dabei nicht...) und lege es auf den getamperten Puck im Siebträger!
    [​IMG][​IMG]

    Nach dem (erfolgreichen) Bezug sieht das dann so aus:
    [​IMG][​IMG]

    Aufgrund des fehlenden Magnetventils bleibt der Druck nach Abschalten der Pumpe erhalten. Ich schneide den Bezug daher ab und lasse den Rest in die Abtropfschale tröpfeln; am Ende bleibt logischerweise auch immer ein Schluck Wasser auf dem Puck stehen. ABER: Das Filterpapier ist noch an Ort und Stelle - die Puckoberfläche ist ganz glatt; das Filterpapier kann ihn also tatsächlich vor den Wasserstrahlen aus der Brügruppe schützen! :cool:
    [​IMG][​IMG]

    Der Puck lässt sich nun als ganzes ausklopfen und sieht insgesamt auch ganz ordentlich aus. Der Espresso wird geschmacklich immer besser... :)
     
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  5. #5 posmanet, 08.02.2016
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    Schließlich habe ich noch ein paar Temperaturmessungen gemacht. Ein Versuch, die Auslauftemperatur (direkt unterm Sieb) zu messen zeigt einem ziemliche Hausnummern - nichts aussagekräftiges. Die Messung auf dem Boiler (Sensorposition mittig) dagegen ist aber schon interessant:
    [​IMG]

    Weil's grad greifbar war, habe ich die Messdaten mit dem Artisan Röstoskop erfasst. Der gelb markierte Bereich (FC im Artisan) ist der eigentliche Bezug. Die Temperatur bricht beim Bezug von 104°C um 17°C auf 87°C ein. Die Heizung ist übrigens wenige Sekunden vor Ende des Bezugs angesprungen, woraus der leichte Überschwinger nach dem Bezug resultiert. Ich wollte wissen, ob man nicht prinzipiell dem Temperatureinbruch mit Hilfe der Heizung ein wenig entgegensteuern kann. Letztere hat also provisorisch einen manuellen Schalter bekommen, den ich zeitgleich mit der Bezugstaste und für die Dauer von ca. 7 Sekunden betätigt habe. Hier das Ergebnis:
    [​IMG]

    Dieses Mal bricht die Temperatur nur noch von 105°C um 14°C auf 91°C ein - immerhin! Der Temperatureinbruch ist auch weniger steil. Die Heizung springt nicht mehr automatisch an - die Schalt-Temperatur des Thermostaten wird offenbar nicht mehr unterschritten. Das Ergebnis ist reproduzierbar. Die Zahlen werden sicherlich mit der tatsächlichen Brühtemperatur korrellieren, sollten aber andersrum nicht überbewertet werden (weder positiv noch negativ) - allein die Sensorposition (z.B. gegenüber dem Einlass und der Heizung) hat hier einen erheblichen Einfluss.

    In der Tasse hat der "frisierte" Bezug eindeutig mehr Körper. Der "normale" Bezug hat im Vergleich etwas mehr Säure und ist merklich milder. Insgesamt (und im Vergleich mit Bezügen der Silvia) fällt die Herangehensweise für mich positiv aus. Man könnte die Sache noch etwas weiter verfolgen - etwa, indem man die Heizung noch vor der Pumpe einschaltet und indem man sie später während des Bezugs nochmals (z.B. gepulst) zuschaltet. Es böte sich eine Steuerung per μC über ein SSR an. (Ab hier kostet der Spaß dann Geld...) Für mich ist die Bastelei an dieser Stelle aber beendet und ich bin insgesamt doch angenehm überrascht, mit wie wenig (finanziellem) Aufwand eine so schlichte Maschine doch gar nicht mal so schlechten Espresso hervorbringen kann - möglicherweise doch eine echte "Low-Budget"-Lösung für Bastler. ;)

    P.S.: (Kein Klugscheiss - nur die allgemeine Absicherung...) Beim Umgang mit berührungsgefährlichen Spannungen sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Derartige Arbeiten sollten nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. Nachahmung geschieht auf eigene Verantwortung. Lebensgefahr! :p
     
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  6. PaulHB

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    Hi sag mal ich hab genau das selbe Problem und kein Aeropress-Filterpapier zur Hand; was mich zur Frage bringt, ob dir eine elegantere Alternative zum Filterpapier einfällt bevor ich mir jetzt nur dafür solches Filterpapier besorge. Vielleicht eine Edelstahlscheibe mit Löchern? Ich wollte einfach mal deinen Rat; vielleicht hast du dir ja auch schon ganz was anderes einfallen lassen bei denen Tüfteleien.

    Edit: Falls es doch auf die Filterpapierlösung hinaus läuft: Würdest du mir raten, die mehrfach zu benutzen? (keine Lust, für jeden Bezug so ein Ding zurecht zu schnibbeln)
     
  7. mhaas

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  8. PaulHB

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    Nein, denn so sieht zumindest mein Duschsieb nicht aus. Es ist schon korrekt, was posmanet schreibt: Da fehlt einfach die Verteillogik für das Wasser, mittig kommt so viel wie da irgend durch die Löcher passt und der kleine Rest kommt außen.
     
  9. PaulHB

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    Übrigens ein Heads-Up: Normales Filterpapier tut es auch. Mehrfachbenutzung auch kein Problem (wenn man keine Lust hat immer wieder zu schnibbeln. Insgesamt ein geschmacklicher Unterschied wie Tag und Nacht.
     
  10. dierx

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    Ich weiß, es ist geheim, aber was und wo ist ein "OPV"?
     
  11. #11 Stratocaster, 12.10.2018
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    @dierx
    Pssssst....vielleicht liest ja die EGP mit.
    OPV = Over Pressure Valve = Überdruckventil.
     
  12. dierx

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    Stimmt, die Eidgenössische Geheim-Polizei hat auch kein großes Ü, aber da es Englisch ist, muss es für doch eher für die NSA gedacht sein.

    Und wo ist nun das ÜV?
    die Aroma hat es ja nicht, oder?
     
  13. #13 Stratocaster, 12.10.2018
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    DAS weiss ich nun nicht, weil ich diese Maschine nicht kenne. Ich wollte halt nur ein wenig weltmännische Lebenshilfe bzgl. Abk. geben ;)
    Im Übrigen ist das mitnichten die Eidgenössische Geheim Polizei, sondern die Espresso Geheim Polizei.
    Und die Abk. von Abk. ist Abk.
    Gruß aus Düsseldorf,
    Achim
     
  14. #14 posmanet, 28.10.2018
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    Moin,
    besser spät als nie... :D

    Nein, sorry, ich habe keine andere Idee als die Filterscheiben. (...die man bestimmt auch aus gewöhnlichem Filterpapier stanzen/schneiden kann...) Ein anderes Sieb könnte den Effekt abmildern, (...vielleicht eins mit mittig weniger Löchern und am Rand mehr? Ich bin gespannt, wann der erste sich ein Sieb selbst bastelt. :)) aber ohne echtes "Labyrinth" zur Druckverteilung auf das Sieb kann man da in dem kleinen Raum nicht viel machen.

    Filterpapier mehrmals benutzen: Das ist für mich in erster Linie eine hygienische Frage und in zweiter Linie dann auch eine geschmackliche. Ich würde es eher nicht tun - die Zeit, in der ich das Ding unterm Wasserhahn abspüle, könnte ich auch zum Ausschneiden einer neuen Filterscheibe nutzen.
     
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  15. #15 Schneidersche, 28.10.2018
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    Du könntest es auch einmal mit einem sehr feinem Mesh versuchen, lässt sich mit einer scharfen Schere auch gut schneiden.
     
  16. #16 mi_sono_espresso, 28.10.2018
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    Ja, ein feines Edelstahlsieb in 42 oder 50 my geht wunderbar. Kann man mit der Schere passend zuschneiden und gibt es im Teichbedarf oder bei den bekannten Onlineversandhändlern.
     
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