Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

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  1. fidusa

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    Liebes Forum, speziell Mazzer-Auskenner und Elektrik-/Motoren-Freaks!

    Nun habe ich hier eine alte Mazzer stehen und alles sieht ja ganz gut aus. Habe mich hübsch hier im Forum belesen und auch schon diverse andere Seiten zum Thema Steinmetzschaltung, Drehstrommotoren, Betriebs- und Anlaufkondensatoren gelesen. Es bleiben trotzdem Frage offen.
    Hier mal ein Bild der Mühle:

    [​IMG]

    laut der Mazzer-Seite eine frühe Jolly (ohne Super?) der 70er.
    Die Dosiereinheit ist wunderbar intakt, läuft wie am ersten Tag.
    Hier mal das Logo auf der Rückseite:

    [​IMG]

    Nachdem ich diese Mühle gereinigt habe, mit einem neuen Netzstecker ausgerüstet habe, kam der spannende Moment: - Mühle lief, alles paletti.
    Aber dann, wie schon so oft hier im Forum beschrieben: unter zu großer Last, geht sie in die Knie und bleibt stehen und brummt.

    Also Forum zu Rate gezogen, - Aha, der Kondensator ist im Eimer:

    [​IMG]

    sieht ja auch schon ein bisschen angesifft aus, das alte Teil (bedeutet eigentlich die 11/68, dass die Mühle im November 41 Jahre alt wird?).

    Schild ist hier:

    [​IMG]

    und das ist die Drehrichtung, die allerdings auch immer eingehalten wird und nie, wie manchmal von anderen beschrieben (bei defekten Kondensatoren) mal so rum und mal anders rum...

    [​IMG]

    Nun gut, Kondensator raus, neuer rein, genau mit gleicher Kapazität, wie der andere (6 mikroF). Den Wert zunächst mal nicht hinterfragt. Dann wieder Spannung: Mühle läuft, aber genau das gleiche Problem: die Mühle schafft zwar ein paar Bohnen, wenn man aber zu viele reingibt, bleibt sie stehen.
    Ebenso, wenn man die Mahlscheiben im Betrieb vorsichtig Aneinanderschleifen lässt, bleibt sie bei zu viel "schleifen" einfach stehen und brummt.

    Also wieder an den Rechner und weiter geforscht. Erste Zweifel:
    Ist das überhaupt die berühmt-berüchtigte Steinmetzschaltung? Ist die Wicklung hinüber?
    Erste Vermutungen:
    Kondensator zu klein? (eigentlich 60 bis 80 mikroF pro 1 KW, ergo bei angenommenen 200 bis 350 W eigentlich 20 bis 30 mikroF, oder?)
    Leider hat der Motor nur drei gleich-farbene Anschlüsse. Kann eine Verwechslung der Motoranschlüsse (vom Vorbesitzer eventuell) zu einer Leistungsminderung führen, oder würde der Motor bei falscher Verschaltung überhaupt laufen?
    Richtig herum läuft sie ja.
    hier mal Bilder der Verschaltung:

    Übersicht Foto:

    [​IMG]

    der Schalter:

    [​IMG]

    Motor-Anschlüsse: (alle gleich, wie schade...)

    [​IMG]

    und hier mal eine Skizze der Verschaltung, wie ich sie vorgefunden habe:

    [​IMG]

    Beim Messen der Widerstände ergeben sich jeweils immer ca 68 Ohm zwischen allen 3 Motoranschlüssen. Ist das ein normaler Wert für so einen Motor? Die Angaben hier im Forum sind ja meist niedriger. Oder kann man dann sagen, dass die Wicklung hinüber ist?
    Erziele ich eigentlich mit einem größeren Kondensator wirklich deutlich mehr Drehmoment? Dass er größer wird ist klar, aber so deutlich, dass ich auch mal einen normal gefüllten Bohnenbehälter einfach so Mahlen kann?
    Fragen über Fragen.
    Hoffentlich erbarmt sich jemand, diesen mühsam-langen Text zu lesen und ein paar Fragen zu beantworten!

    Vielen Dank

    fidusa
     
  2. blu

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo fidusa,

    für heute verweise ich nur kurz auf den Thread zur Robur mit der defekten Motorwicklung, da sollten einige für die interessante Infos drinstehen (allerdings hat die einen Anlauf- und einen Betriebskondensator), ich muss leider ins Bett. Morgen lese ich dann gerne genauer nach und versuche Hilfestellung zu geben.
    Es gibt noch einen Thread von lambeckj, in dem es um die Verkabelung einer alten super jolly geht.
    lg blu
     
  3. #3 nacktKULTUR, 07.06.2009
    nacktKULTUR

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hmmm, als Forenuser, der in Teenagerjahren (vor mehr als 40 Jahren) in der Freizeit sich gerne in einer Elektrowicklerei herumgetrieben hat, fühle ich mich angesprochen. :)

    Ich habe folgende Gedanken - vielleicht sind sie für Dich hilfreich.

    • Die vorgefundene Beschaltung spricht für einen reinen Drehstrombetrieb. Der Kondensator ist nachträglich als Betriebskondensator für den Wechselstrombetrieb eingebaut worden. Die Mühle betrachte ich als "verbastelt". Die Kapazität von 6µF ist als Betriebskondensator ausreichend, niemals aber als Anlaufkondensator. Wechselstrommotoren in der Größenordnung (ich meine, 0.6PS auf dem Foto erkennen zu können) haben in der Regel einen temporär zugeschalteten Anlaufkondensator, über Drehzahlschalter oder über Kaltleiter.
    • Auf dem Typenschild steht auch 380V - das deutet ebenfalls auf einen Drehstrombetrieb hin. Der Kondensator (ja, das ist das Herstellungsdatum 1968) ist nachträglich hineingebastelt worden.
    • Mein Rat: Wenn es irgendwie möglich ist für Dich, solltest Du die Mühle wieder in den Originalzustand versetzen. Hast Du in der Küche 3 Phasen? Denn Wechselstrombetrieb erfordert bei dieser Motorengröße definitiv zwei verschiedene Kondensatoren. Ein einziger großer, "one fits all" würde zwar genügend Anlaufdrehmoment bringen, aber auf Dauer die zur Hilfswicklung degradierte Arbeitswicklung erhitzen. Ein Kondensator bringt nämlich niemals die erforderliche 120°-Phasenverschiebung.

    Gruß,
    nK
     
  4. #4 fidusa, 07.06.2009
    Zuletzt bearbeitet: 07.06.2009
    fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Danke blu für Deinen Verweis auf Deine lange Leidensgeschichte! Die habe ich natürlich schon gelesen. Meine Mazzer ist jedoch viel einfacher aufgebaut mit nur einem Betriebskondensator (ohne Anlaufkondensator, ohne Relais etc.)

    Zum mechanischen Status: Mühle lässt sich per Hand leichtgängig drehen, also da schleift nichts. Beim Drehen und im Betrieb fällt ein "metallisches, dunkles Klirren" auf, muss aber nichts bedeuten.
    Ich hatte mal im Betrieb die Stromaufnahme gemessen: Im Leerlauf ca 280 bis 300 W, unter Last bis 500 Watt. Ist das normal?
    Jedenfalls ist dann die Umsetztung der Kraft nicht sehr effektiv, wenn die Mühle bei einem Verbrauch von 500 Watt schon an 15 Kaffeeböhnchen aufgibt...
    Über Anregungen und weitere Ideen wäre ich sehr Dankbar!

    fidusa

    edit: beim Verfasser dieses Beitrags, habe ich noch gar nicht "nacktKULTURs" Antwort gesehen.
    Die 0,6 HP passen ja auch ungefähr zur Stromaufnahme.
    Die Idee mit dem Rückbau ist sehr gut. Grundsätzlich schwierig hier mit dem Anschluss, aber es würde mich beruhigen, wenn die Mühle noch funktioniert. Sind jetzt die Widerstände normal? Eigentlich sind doch bei Motoren unterschiedliche Widerstände zu messen. Oder liegt das am Dtrehstrom-Motor-Prinzip?
     
  5. blu

    blu Mitglied

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo,

    das mit dem Drehstrom finde ich komisch: afaik verbaut Mazzer Drehstrommotoren nur bei den großen Mühlen. Auf dem blauen Typenschild steht auch 220 V, die 380 V finden sich hingegen auf dem Schalter.
    Auf meiner alten Ex-Mazzer, die sich inzwischen in lameckjs Besitz befindet, ist auch ein Schalter verbaut, der die Aufschrift 500 V trägt. Es handelt sich dennoch um ein normales 220 V Modell.

    Mich irritieren noch die drei Anschlüsse für den Motor, ich muss mich da aber erst mal belesen, denn ich kenne mich mit Motoren leider nicht gut aus.

    Mir half damals cebora sehr. Kontaktiere ihn doch ggf. via Emailbutton mit schönem Gruß von mir. Er ist leider gerade zwangsweise kaffeeabstinent.

    lg blu
     
  6. #6 nacktKULTUR, 07.06.2009
    nacktKULTUR

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Die "220V" auf dem blauen Label irritieren mich ebenfalls. Aber da nur 3 Motorkabel sichtbar sind, handelt es sich offenbar schon um eine Dreieckschaltung. Für eine Sternschaltung (3x220V) müssten die zusammengefassten Wicklungsenden in einem 4. Kabel erscheinen, und dann wären die 220V auch wieder korrekt.

    Der Schalter deutet auf Drehstrom hin - wer wird schon 3-fach abschalten bei Einphasen-Wechselstrom? Der Schutzleiter muss nämlich immer verbunden bleiben. Ebenfalls die identischen ohmschen Widerstände der Wicklungen sprechen für drei Arbeitswicklungen ohne Hilfswicklung.

    Vielleicht findet sich hier jemand, der exakt dieses Mühlenmodell schon einmal in der Hand / auf der Werkbank hatte.

    nK
     
  7. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Die Aufschrift auf dem Schalter heisst ja nichts, da das ein "Standard-Schalter" ist, den es immer noch exakt so zu kaufen gibt (zB EspressoXXL).
    Die Bezeichnungen auf dem blauen Motor-Typenschild unter dem Schalter wäre aufschlussreicher, wenn nicht die Angaben komplett weg wären. Aber es war wohl mal wie hier:
    [​IMG]
    Also hinter dem Vordruck "V. 220" ein "/380" und Fase: "3". Insofern ist die Vermutung von "nacktKULTUR" wohl richtig, dass da jemand "rumgefuscht hat". Trotzdem müsste die Leistung für ein paar Kaffeeböhnchen doch ausreichen (auch wenn die "Steinmetzschaltung" nicht die volle Leistung hergibt)
    .
    Was ist denn mit der Wicklung?
    blu schrieb in seinem Robur-Thread:
    Also deutlich weniger als bei mir (jeweils ca 68 ohm). Kann man daraus Rückschlüsse ziehen, ob die Wicklung hinüber ist?
    Dann brauche ich nämlich überhaupt weiter zu basteln, da sich das Thema dann für mich erledigt hätte. (Wicklung zu erneuern übersteigt den Wert der Maschine, denke ich)
    Ansonsten:
    Das wäre schon eine Überlegung (natürlich nur für deutlich weniger, sonst lohnt es sich nicht...)
     
  8. #8 Ski_Andi, 07.06.2009
    Ski_Andi

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo,

    vergangenes Jahr hatte ich eine Obel DSQ renoviert. Der Motor dürfte etwa die gleiche Leistung haben. Original war ein 14µF Kondensator verbaut, der aber des Alters wegen deutlich weniger Kapazität hatte. Der Effekt war der gleiche als bei Dir. Im Mahlbetrieb stockte der Motor einfach.

    Mit dem Kondensator macht man ja den Phasenversatz in der verbundenen Wicklung. Ist der Kondensator zu klein bemessen ist der Phasenversatz zu gering und das Drehmoment dadurch zu schwach.

    Also ich würde einfach mal einen größeren Kondensator verwenden.
     
  9. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Mit einem größeren Kondensator würde ich es auch gern mal versuchen. Rein rechnerisch bei ca 70 microF pro 1 KW und angenommenen 350 W: ca 25 microF.

    Was mich aber stutzig macht, dass die Ersatzkondensatoren für die "Super Jolly" auf "Tricambi" z. B. auch nur 10 microF haben...

    Jetzt habe ich einfach mal die Kondensatoren zusammengeschaltet (also 6 + 6 microF = 12 microF!). Man könnte sich jetzt einbilden, dass die Mühle doch auch mal 18 Bohnen auf einmal schafft und nicht nur 13. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass der eine von den beiden Kondensatoren schon über 40 Jahre auf dem Buckel hat und im Zweifel deutlich weniger leistet, als draufsteht.

    Mich machen weiterhin die 68 ohm stutzig, die die Wicklungen haben, weiss da nicht einer weiter? Hat das überhaupt was zu bedeuten?
    lg
    fidusa
     
  10. blu

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hi,
    da wird sich noch jemand finden, der das messen kann. Leider habe ich meine (neuere) SJ gerade verkauft :-?, sie enthielt aber ohnehin einen anderen Motor und hatte demnach eine andere Verkabelung.

    Der Motor der Robur ist leider ebenfalls anders aufgebaut, so dass ich daraus keine Rückschlüsse über die Widerstände ableiten kann. Die Tatsache, dass alle Widerstände identisch sind, spricht für nacktKULTURs These, ich kenne mich aber leider zu wenig aus.

    Ich habe hier zufällig noch folgende Kondensatoren rumliegen: 16 µF (1x neu, 1x gebraucht) und 20 µF gebraucht. Stammen aus der Robur - an den Kondensatoren lag's ja nicht. Gegen Portoersatz kannst du die gebrauchten kostenlos haben, für den neuen hätte ich gerne 5 € (wenn ich mich recht erinnere habe ich das doppelte gezahlt).

    Ich hoffe, du benutzt beim Basteln einen FI-Schutz!

    lg blu

    ps mir fällt gerade noch ein, dass Ex-Boardie bernie im Besitz einer ganz alten Mazzer ist. Kontaktiere ihn ggf. via PN/Email, er ist sehr hilfsbereit.
     
  11. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Beim "Rumstöbern" habe ich noch folgendes auf einer sehr informativen Seite über Steinmetzschaltungen gelesen:
    Bei 300 W also vielleicht nur noch 30 W, dann noch davon 30% beim Anzug: sind gleich 9 W!!!

    Also 9 W Drehmoment rechnerisch beim Anmachen der Mühle bei 300 W Motorleistung in Steinmetzschaltung!!!
    OK, das wundert mich dann nicht, dass die Mühle versagt. Was meint ihr, stimmt das? Ich meine, andere Mühlen schaffen das doch auch?

    lg
    fidusa
     
  12. #12 koffeinschock, 07.06.2009
    koffeinschock

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    wie kommst du darauf, daß bei der angabe das drehmoment jeweils abgezogen wird? das anzugsmoment ist 30% vom nennwert - hat der motor also (zum einfacher rechnen) 100Nm, dann hast du ein anlaufmoment von 30Nm und ein Betriebsmoment von 10-50Nm...

    die wicklung kannst du übrigens auf diese art und weise nicht durchmessen. es müsste noch das andere ende der wicklung zu sehen sein, dann kannst du erst zuverlässig den motor durchmessen. du mißt, wenn der motor in stern geschaltet ist, je zwei wicklungen, wenn du 3 enden hast, an zwei mißt und das andere ende kurzgeschlossen ist ;)
     
  13. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo koffeinschock,

    mit der Rechnung beziehe ich mich nur auf Angaben aus dem Netz: SteinmetzMotorschaltung.
    Ob die stimmen, kann ich natürlich nicht nachprüfen. Es beruhigte nur meine sanfte Seele, dass es eine Rechnung gibt, die das Phänomen des schlechten Motordrehmoments erklären kann.

    Wie ich in meinem vorangegangenen Post angeführt habe, werden andere Mühlen auch per Steinmetzschaltung betrieben und auch mit so "kleinen" Kondensatoren. Und die laufen ja auch und versagen nicht ihren Dienst bei mehr als ein Eierbecher voll Kaffeebohnen.

    Da hat man so eine "Riesenmaschine" und da bleibt die einfach stehen und brummt.
    OK, das Alter spricht für einen wahrscheinlichen Defekt. Von welchem Gebrauchsgegenstand kann man schon erwarten, dass der mehr als 40 Jahre funktioniert.
    Trotzdem wäre es schön, wenn ich diese vermaledeite Mühle zum vernünftigen Mahlen brächte! Wie nacktKULTUR schrieb, kann die Mühle "verbastelt" sein, was natürlich Hoffnung schnürt. Auch habe ich den Eindruck, dass die Mühle sich so langsam "einläuft", also von Tag zu Tag etwas mehr Drehmoment bringt. Vielleicht muss sie erstmal wieder ein bisschen arbeiten?

    lg
    fidusa
     
  14. #14 ChristianK, 08.06.2009
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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo,
    ich habe von Motoren keine Ahnung. Ich habe vor einigen Montagen eine alte Mazzer in den Händen gehabt. Der Schaltplan ist bei den Bildern auch dabei.
    Evtl. habe ich auch gute Fotos vom Kondensator.
    Astoria - Mazzer SJ Grinder - a set on Flickr

    Vielleicht hilft dir ja der Link.
    Viel Erfolg
    Gruß
    Christian
     
  15. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Juchuh, Jippieyeah!!!

    Also: jetzt hat die Mühle wesentlich mehr Drehmoment mit einer einfachen Umstellung der Schaltung!

    Unter der unteren Abdeckung des Motors habe ich ein Kabelbündel gefunden, die kurzgeschlossen waren. Damit hatte ich also doch 6 Kabel für den Motor und habe die mal durchgemessen: Aha, 3 Pärchen mit je 34 Ohm, also wurde die Mühle bisher in "Sternschaltung" betrieben.

    Diese Sternschaltung habe ich auf Dreieckschaltung umgepolt, denn:
    Aha, dachte ich mir und schritt zur Tat.
    Leider habe ich noch den "kleinen" Kondensator, der wohl nicht ganz passen sollte.
    Eine große Frage bleibt jedoch. Die Mühle wurde ja bisher auch so betrieben, wie ich sie vorgefunden habe (also Steinmetzschaltung in Sternschaltung an "normal" 230 V Wechselstrom). Deutlich zu sehen an den Schmutzablagerungen der vergangenen Jahrzehnte. Da war ich der erste seit mindestens 50 Jahren, der da was angefasst hat.
    Naja, jetzt läuft sie und das löst doch so einige Glücksgefühle aus, wenn nach langen rumknobeln und -rätseln etwas funktioniert.

    Erleichterte Grüße
    fidusa

    PS vielen Dank für die Hilfe von blu, nacktKULTUR, Ski_Andi und koffeinschockund natürlich für die Bilder von ChristianK
     
  16. #16 Käpt´n T-Shirt, 10.06.2009
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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    So, liebe Gemeinde !

    Habe erst daran gedacht einen neuen Beitrag aufzumachen, fand dann diesen hier aber doch ganz passend...
    Habe als meinen Einstieg in die Kaffeewelt gestern eine alte Mazzer erworben, die auch noch läuft, wenn auch recht laut wie ich finde. Allerdings muss ich sie bis zum ersten Versuch mit richtigem Mahlgut noch ordentlich säubern, da sie in einem eher bemitleidenswerten Zustand ist. Später ist aufgrund der schrecklichen Farbe auch eine optische Überholung geplant. Womit wir schon bei meiner ersten Frage sind: Lackieren oder Pulverbeschichten ?

    Zweitens habe ich mal probehalber die obere Mahlscheibe (Aussendurchmesser 64 mm) ausgebaut. Selbst wenn ich die drei Federn, die die obere Mahlscheibe lagern rausnehme und sie ganz runterdrücke, berühren sich die Mahlscheiben nicht. Gehört das so ?

    Mich würde zunächst vielmehr interessieren ob jemand eine Altersangabe zu diesem Schätzchen machen kann bzw. dem Kind auch einen (Modell)Namen geben kann ?

    Habe von daher ein paar Photos angefügt.

    Vielen Dank schonmal für Eure Antworten,

    Christian

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  17. #17 Käpt´n T-Shirt, 15.06.2009
    Käpt´n T-Shirt

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    Hallo ?

    Hat jemand eine Idee ?
     
  18. #18 ChristianK, 15.06.2009
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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hi,
    ich würde sagen es ist eine Mazzer SJ.
    Ich habe mal einem Mazzermitarbeiter eine ähnliche Mühle beschrieben (auch mit dem alten Schalter), er meinte sie muss min. 15 Jahre alt sein.
    Gruß
    Christian
     
  19. fidusa

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallo!

    Nachdem mir eine deutliche Leistungssteigerung durch die Umschaltung auf "Dreieck" gelungen ist, konnte ich eine weitere, deutliche Verbesserung durch den Einsatz eines adäquaten Kondensators erzielen.

    Die Kondensatoren, die in "modernere" Mazzer-Mühlen eingebaut sind, brauchen nur ca 25 µF pro 1000 W. Die meisten haben so zwischen 200 und 350 W also sind 6 bis 12 µF dort ausreichend, da es sich um Einphasenmotoren handelt, die für 220 V (Lichtstrom) konzipiert sind.

    Da bei mir drei gleiche Wicklungen vorhanden sind, ist das also ein "echter" Drehstrommotor, der eigentlich auch an Drehstrom gehört (Ich denke, dass diese billiger waren und vor allem durch den einfacheren Aufbau robuster).
    Die wohlbekannte Steinmetzschaltung kann also hier angewendet werden, wobei in meinem Beispiel vor langer Zeit ein deutlich zu kleiner Kondensator mit 6 µF eingebaut wurde (bei 0,4 PS = 300 W).
    Ausgehend von benötigten 60 bis 80 µF bei Steinmetzschaltung an Drehstrommotoren habe ich einen 25 µF-Kondensator eingebaut und siehe da, der Motor hat noch mehr Drehmoment.
    Da eine Mühle bei mir nicht im Dauerbetrieb laufen wird, ist ein Überhitzen der Wicklungen nicht zu erwarten. Diese Motoren sind eigentlich für den Dauerbetrieb erdacht worden

    Jedenfalls bleibt festzuhalten:
    An Drehstrommotoren gehört ein adäquater Kondensator und eine Dreieckschaltung ist leistungsbezogen besser an 220 V Lichtstrom als Sternschaltung.
    Jetzt fehlt mir noch ein Trichter (da wird es wohl der kleine Bohnenbehälter der Mazzer Mini werden) und noch die "Gabel" (also die Siebträgerhalterung unter dem Dosierer). Falls jemand da Ideen hat (Beispielsweise eine "Gabel" übrig hat, bin ich für Angebote diesbezüglich offen.

    Jetzt zu meinem "Thread-Piraten" Käpt´n T-Shirt:

    Also, ich verstehe das nicht, was Du meinst? Wen willst Du runterdrücken? Warum berühren sich die Mahlscheiben nicht? Wenn Du den oberen Mahlscheibenträger rausgeschraubt und davon die Mahlscheibe abgeschraubt hast, müsste doch das Gewinde zu sehen sein und die offene, untere Mahlscheibe. Dort kann man doch die "lose", obere Mahlscheibe drauflegen, oder? Mach doch ein Foto, was Du meinst.

    Mit dem Lackieren kenne ich mich nicht aus, aber viele empfehlen da eine Autolackiererei. Mir gefällt die Farbe der Mühle, also, wenn Du die nicht haben magst, denk an mich.

    Kann man denn nicht am Logo erkennen, wie alt die Mühle ist? Da gibt es doch bestimmt Spezialisten, die sich da auskennen. Seit wann benutzt denn Mazzer diese vier "M" überhaupt? Bei mir sieht das Logo ja auch wieder völlig anders aus.
    Aufgrund des Schalters und des Logos würde ich ja früh-80er/end-70er tippen.

    Wie hoch ist denn der Korpus der Mühle? Also Unterkante Gehäuse bis Oberkante (ohne Kranz oder Bohnenbehälter)?

    lg

    fidusa
     
  20. #20 Käpt´n T-Shirt, 15.06.2009
    Käpt´n T-Shirt

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    AW: Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

    Hallöchen !

    Vielen Dank erstmal für die Antworten. Hoffe Du nimmst mir den Piraten nicht übel...
    Musste gerade erstmal nachmessen: es sind ziemlich genau 30 cm von Ober- bis Unterkante. Werde nochmal Photos machen und posten was ich mit dem Nichtberühren der Mahlscheiben meine.
    Hatte mir das im Übrigen auch so gedacht, dass man anhand des Mazzerschildes mit dem alten Logo ja relativ eindeutig das Alter ermitteln könnte, wenn man sich auskennt ;-)

    Viele Grüße,

    Christian
     
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Mazzer Mühle: Verschaltung, Motor, Kondensator

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