Metall"""vergiftung""" ;) durch Entkalken/Säubern ?

Diskutiere Metall"""vergiftung""" ;) durch Entkalken/Säubern ? im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Moin, keine Clickbait...Betreffzeile zu kurz... :) Was ich meine ist: Ich habe zwecks Dichtungswechsel meine LaPavoni Europiccola (Millenium,...

  1. mcc

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    Moin,

    keine Clickbait...Betreffzeile zu kurz... :)

    Was ich meine ist: Ich habe zwecks Dichtungswechsel meine LaPavoni Europiccola (Millenium, Kunststoffzylinder, Messingkolben) teilzerlegt und die Teile, an die ich ohne Gefahr der Atomzertrümmerung herankam, entkalkt.

    Nun sind diese wieder schön blank bzw. kuper/messingfarbend.

    Aber: Wenn ich diese wieder in Betrieb nehmen werde, werden diese Metalle direkt mit dem Brühwasser in
    Kontakt kommen, was aufgrund des Einschlusses von Kohlendioxid im Wasser (und mithin KohlenSÄURE) zu
    -- wenn auch wenigen -- chemischen Reaktionen und Übergängen von Kupfer ins Brühwasser einhergehen wird.
    Kupfer ist ein Schwermetall...und die haben einen nicht besonder guten Ruf hinsichtlich ihrer Zuträglichkeit.

    Frage:
    Gibt es einen Daumenwert, wieviel man die Maschine ohne tatsächlich Espresso zu machen, "durchlaufen" lassen muss, bis die Oberfläche dieser Metallteile wieder passiviert sind?

    Vielen Dank für eine diesbezügliche Info im Voraus! Schönen Sonntag noch!
    Cheers!
    mcc
     
  2. #2 Kaspar Hauser, 13.10.2019
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    Keine Angst!
    Ich habe noch von keinem Totenschein gehört, auf dem die Espressomaschine als Todesursache angegeben ist.

    Genauso wie das Lecken an Joghurtbecherdeckeln oder das Verspeisen von zu hart gegrillter Wurst.
     
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  3. NiTo

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    Das hängt von der Härte des Wassers ab.
     
  4. mcc

    mcc Mitglied

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    Hi NiTo,

    das Wasser hier ist SEHR weich...Stufe "k.K." (kaum Kalk) ;)

    ...aber wie ist der Zusammenhang?

    Cheers!
    mcc
     
  5. #5 Aeropress, 13.10.2019
    Aeropress

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    Prinzipiell richtig, aber doch zu kurz gedacht. Du hast ja noch andere Stoffe im Wasser die die Kohlensäure neutralisieren und dann reagiert da auch nichts. Wichtig bei Kupfer ist, das der pH Wert mindestens 7 ist also neutral oder höher. Und der bestimmt sich als Gleichgewichtswert aus CO2 Gehalt und Karbonathärte. Dabei gilt je weicher ein Wasser desto mehr CO2 kann es aufnehmen und desto mehr Kohlensäure kann sich bilden. Daher immer der Rat, dass ein Wasser auch nicht zu weich sein soll. Ein Rat den viele nicht kennen und auch nicht verstehen. Denn ist ein Wasser zu weich (unter 4kh oder hilfsweise 5-7 dh) kann es leicht sauer sein was zumindest nicht optimal ist, weder für Geschmack noch Maschine, aber in geringfügiger Ausprägung noch nicht gesundheitsbedenklich ist. Gehört man nun zu denen die meinen gar kein Kalk muss das Beste sein schießt man sich auf Dauer aber wohl schon ein Eigentor, sowohl gesundheitlich als auch in Form Korrosion in der Maschine. Denn das pH, kh, CO2 Verhältnis ist normalerweise ein Gleichgewichts System das sich nach gewisser Standzeit auf stabile Werte einpendelt. Dieses System funktioniert aber nur ab einem Mindest kH Wert um 2. Hat man nun ein mineralfreies oder fast freies Wasser wie destilliertes oder Umkehrosmosewasser und mineralisiert das nicht ein wenig, kann das Wasser ungebremst CO2 lösen und wird je nach Standzeit saurer und saurer und das kann dann weniger lustig ausgehen, da wüßte dann Forrest Gump was dazu zu sagen, manche tun das aber unbelehrbar auch hier. Ist dann nur ne Frage der Standzeit des Wassers in der Maschine wie mehr oder weniger schädlich das dann ist. Man hat hier im Forum auch schon Fotos von regelrecht zerfressenen und von Grünspan übersähten Maschinen gesehen die so verwendet wurden. Dass das auch nicht gesund ist sollte klar sein.
    Aber wenn du eben darauf achtest bei Kupfer ein mindesten pH neutrales Wasser zu verwenden passiert da nix. Was Du halt am Anfang haben könntest ist eine leichte Geschmacksverfälschung da Kupfer nicht Lebensmittelecht ist. Das gibt sich dann wieder mit Bildung einer dünnen Kesselsteinschicht.
     
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  6. NiTo

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    Eine (dünne) Kalkschicht schützt vor dem Kontakt zum blanken Metall.
     
  7. mcc

    mcc Mitglied

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    Moin,

    @Aeropress: Vielen Dank für Deine Erklärungen! :) :) :)
    Ich habe gerade mal bei den Wasserwerken nachgesehen: Wasserhärte 1 scheint in der Leitung
    zu sein (keine Angabe Einheiten oder PH-Werten).
    Ich nehme immer Wasser direkt aus der Leitung für meine Europiccola. Restwasser wird soweit
    das Steigrohr reicht, nach dem Espresso vollständig herausgelassen.
    Grünspan und ähnliche Korrosionseffekte, die auf einen direkten chemischen Angriff ;) auf das Metall
    hindeuten würden, habe ich beim Auseinanderbau der Maschine nicht gesehen. Eben halt nur Kalkszeugs.
    Allerdings habe ich die Maschine auch nie entkalkt, da ich immer Respekt vor Schwermetallsalzen
    im Espresso hatte. Nun hatte ich ja die Maschine halb auseinander und konnte das Grobe an Kalk
    schlicht "abrubbeln"...by the way: Stimmt es, dass die Europiccola im Innern eine Spezialbeschichtung
    gegen Kalk hat und man deshalb nur 10C-Münzen in den Kessel werfen soll, um durch Herumschütteln
    eben dieser das Kalk zu entfernen? Wirklich....eine Spezialbeschichtung?
    Die Maschine ist nun fast acht Jahre alt...im Innern des Kessels sehe ich am Boden (Richtung Heizung)
    noch immer blanke Stellen. Die Wände des Kessels sind angelaufen, aber glatt und haben keinen weiteren Belag. Die Heizungswendel sind ebenfalls dunkel angelaufen, aber die Oberfläche reflektiert Licht. Wie ein blau angelassener Stahlnagel ... nur eben halt nicht blau sondern dunkeles grau.
    Was etwas Kalk (?) angesetzt hat, sind die in den Kesselraum heinragenden Schrauben von der Füllstandsanzeige und soweit ich das erkennen kann, von Schrauben am Boden der Heizung.
    Leider habe ich keine Europiccola-taugliche Kamera, sonst gäbe es natürlich ein paare Fotos.
    (Nein, ich bin glücklicher Besitzer KEINES Smartphones ;) )

    @NiTo:
    Schon klar...die Frage war, wie lange es dauern wird...so über den Daumen gepeilt...

    Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, den PH-Wert des Wassers näherungsweise abzuschätzen ohne gleich
    für teures Geld in der Apotheke Messstreifen kaufen zu müssen?

    Cheers!
    mcc
     
  8. #8 Aeropress, 13.10.2019
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    Damit ist gemeint weiches Wasser, aber da stehen auch Messwerte drin, was wird da angegeben als Gesamthärte oder Ca und Mg Gehalt. Normalerweise sollte es ok sein, denn hat man mal ausnahmsweise ne Region wo das Wasser wirklich sehr kalkarm ist setzen die in der Regel Calcium zu um die Kupferrohre zu schützen.
     
  9. #9 mechanist, 13.10.2019
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    Zum Thema Entkalken verweise ich zu.

    La San Marco Tipo 62 Leva
    #23.

    Nach dem Entkalken hat man meistens schützende Carbonatschichten mitentfernt, diese bilden sich aber nach einiger Zeit erneut.
    Deshalb sollte man eine von Grund auf entkalkte Maschine zunächst nicht mit entkalktem Wasser betreiben, sondern einige Wochen
    mit kalkhaltigem Wasser.
    Eine Schutzschicht entsteht aber auch ganz ohne Wasser durch Oxidation mit der Luft.
     
  10. mcc

    mcc Mitglied

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    Hi mechanist,

    juppp...das ist ja das Ding des Entkalken...das Entfernen des Calciumcarbonats...des Kalks halt.
    Ich muss also die Maschine ein paar Wochen wieder "zukalken"... ;)

    Cheers!
    mcc
     
  11. vectis

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    Was machen nur die Leute, die sich eine neue Maschine zugelegt haben?
    Alles potentielle Suizidkandidaten, oder sind die alle erst ein ein paar Wochen am "zukalken" ihrer Maschinen und geben es hier nur nicht preis?

    Will sagen: Man kann sich auch über alles furchtbar viele Gedanken machen... oder einfach mal die jeweilige Maschine benutzen und sich freuen:rolleyes:

    Ich habe gestern erst eine alte Zacconi Baby Lusso mit einem neuen Kesselgehäuse und einer neuen Brühgruppe wieder betriebsfähig gemacht. Ich benutze die einfach jetzt so und käme nicht auf die Idee, sie erst zu verwenden wenn sie "zugekalkt" ist. Ich beziehe einfach Espressi damit, so wie ich es mit allen aufgearbeiteten bzw. restaurierten Handhebel-Maschinen gemacht habe.

    Resumée nach sechs Jahren dieser Vorgehensweise: I am still alive!;)
     
  12. #12 furkist, 13.10.2019
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    ..nicht in den Kessel: in den Brunnen !:D

    Das ist wohl ein Tip aus der Motorrad-Schrauber-Ecke. Da werden alte Tanks mit Schrotkugeln "entrostet".

    Und weil man in der Pavoni kein Blei haben will, soll man anstelle der Schrotkugeln eben 10 cent Münzen nehmen. Na ja, ich weiß nicht, ob das was bringt.
     
  13. #13 mechanist, 13.10.2019
    mechanist

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    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Die Schutzschicht ist nicht Calciumcarbonat, sondern, wie in meinem Post zu lesen:
    " grünlich-blauen Kupfer-Karbonatschichten sind als wichtige natürliche Schutzschicht besonders erwünscht"

    Die Kupfer-Karbonatschicht wollen wir, das Calcium-Karbonat, dass sich im Anschluss darauf ablagert, nicht.
     
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