MK Vario mahlt nicht mehr fein

Diskutiere MK Vario mahlt nicht mehr fein im Mühlen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Ich hab jetzt nochmal die Alicorn methode angewendet. Das Resultat: Es wird tatsächlich anders. Die Spindel steckt jetzt viel strammer in den...

  1. #21 reox, 02.07.2020
    Zuletzt bearbeitet: 02.07.2020
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    Ich hab jetzt nochmal die Alicorn methode angewendet. Das Resultat: Es wird tatsächlich anders.
    Die Spindel steckt jetzt viel strammer in den Lagern, sie wird jetzt durch die Lager auch eher gebremst.
    Ich hab es dann noch 3x gemacht bis ich eine Position gefunden habe die mir halbwegs gefällt...

    Ich hab mir auch noch die obere Buchse angesehen. Ich denke nicht, dass die jemals dazu gedacht war das axiale Spiel zu begrenzen noch um dagegen den Mahlscheibenträger zu pressen. Ich weiß nicht wie MK das in der Fabrik einstellt, jedenfalls ist der Plastikrand um das Lager schon vorher höher gewesen (oder die Buchse hat sich verschoben).

    Wenn ich das richtig sehe, dann ist der Mahlscheibenträger aus Alu, die Spindel aus Stahl und das ganze eine Presspassung. Der Teil der dann den Grat hat schaut mir nicht nach einer Lagerfläche aus - wenn es eine Lagerfläche sein soll, dann hätte die mMn aus Stahl gefertigt gehört und nicht im Alu teil drin.

    Jedenfalls macht so die Alicorn methode mehr Sinn. Ich frage mich nur wie man das besser machen könnte. Herumwackeln und hoffen dass es passt und man das Lager nicht verkeilt ist halt net soo super... Evt muss man sich einen Einrichtdorn bauen der unten 6h6 und oben 12h6 hat und dann auch noch oben in den Bajonettverschluss passt. Ich habe jetzt nach 4 Dosen Kaffee aber schon wieder kaffeemehl zwischen Kunststoff und oberem Mahlscheibenträger gehabt, das Gussteil wurde ja auch so plus minus auf Endmaß gefertigt und dann nur überdreht. Dort gibt es aber genug Stellen wo nicht abgedreht wurde...

    Ich hab auch versucht eine Messuhr anzubringen um auf etwaigen Planschlag zu testen. Das ganze Setup war ziemlich fummelig und die Messung war sicherlich nicht einwandfrei. Auch ist es mit den Rillen in der Mahlscheibe schwer (ich bräuchte ne größere Messspitze ;)). Jedenfalls hab ich keinen Ausschlag gesehen - somit wäre es tatsächlich ein Planversatz und kein Planschlag (wäre auch iwi komisch wenn die Keramikscheibe das hätte - dann wäre sie nämlich sehr wahrscheinlich gebrochen...)

    Mittlerweile ist sie auch wieder "eingestellt". Was mir jedenfalls auffällt ist, dass man ein Rattern hört. Das klingt für mich ganz stark nach Lager :(
     
  2. Nold

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    Hallo,
    kein Planschlag, ist schon einmal gut.
    Was ist die "Alicorn Methode" ?
    Was mir noch unklar wäre, wo stützt sich die untere Mahlscheibe denn dann axial ab, wenn nicht über den Mahlscheibenträger auf den Kragen der Gleitbuchse?
     
  3. reox

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    Ja wie gesagt - so weit ich das beobachten konnte :D Vertraue nie einem Magnetstativ das auf einer Schraube hängt oder so war der Spruch ;)

    Das hier:
    bzw das Video:

    Ich vermute gar nicht? Die untere ist ja die bewegte - vermutlich soll sie nur auf der Spindelachse stehen und fertig.
    ich kann mir nur vorstellen, dass die Mühle von der Fabrik so eingestellt kommt, dass sie gar nicht unten ankommen kann.
    Jetzt bräuchte man halt eine Fabriksneue um das zu verifizieren ;)
     
  4. Nold

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    Hmm, da liegt mir noch ein Gedankenfehler vor.
    Die zwei Mahlscheiben befinden sich in einem Bajonett-verschlossenen Gehäuse. Die obere liegt mit dem Rücken am Deckel auf und steht. Die untere liegt auf den unteren Scheibenträger, mit der Welle zum Drehantrieb, auf und dreht sich. Radial geführt, ist klar über beide Gleitlager. Aber Axial muss doch die unter gegen der oberen im Abstand bleiben um den Mahlgrad zu halten. Oder wird dies am unteren Ende der Welle hoch gedrückt/gestützt?
     
  5. reox

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    unter der unteren Lagerbuchse ist eine Wippe, welche über einen Exzenter und die Hebel verstellt werden kann.
    Den Teil hatte ich zwar noch nicht offen aber in etwa so sollte es gehen.

    Es gibt bei der Vario eh auch das Problem, dass sie manchmal beim gröber stellen hängen bleibt. Ich hatte da was gelesen, dass man die Riemenspannung verringern soll, weil der Riemen angeblich zu stramm ist. Ich vermute aber eher das ist ein Problem der Lagerung - weil ich konnte jetzt ganz genau merken, dass wenn ich die Lager so einstelle wie ich dachte die Welle sich ganz leicht dreht und auch axial verschieben lässt. Mache ich das nach Alicorn, dann ist die Welle wieder stramm, selbst wenn kein Riemen dran ist.
    Ich denke mal, dass die Alicorn Methode jetzt auch nicht so super ist, weil man dadurch vermutlich die Lager noch mehr strapaziert. Ich denke mal alles was man machen kann ist die Lager neu machen, so dass kein radiales Spiel mehr da ist - dann einmal die Scheiben parallel stellen und dann alles sanft behandeln.
    Vermutlich ist alles was man nach ein paar Jahren Betriebszeit macht nicht unbedingt förderlich...

    Diese Wippe ist übrigens auch ein bisserl komisch. Die hängt auf der einen Seite nur irgendwie komisch drin. Dann gibt es noch eine Stellschraube, welche bei baratza für die "Primary Alignment" Methode aufgemacht wird. Die Madenschraube davor kann die Wippe noch zusätzlich rein und rausdrehen.
     
  6. Nold

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    Ah, ok, dann habe ich verstanden. Dann liegt die Stützlast tatsächlich auf den Hebel am unteren Ende der Welle, und die Buchse oben wird nicht axial belastet. Macht nun Sinn. Die Auffälligkeiten der Gratränder sind dann möglicherweise tatsächlich Herstellungsbedingt (Einpressung der Buchen).

    Die Alikorn-Idee finde ich ebenfalls weniger gut. Dass hieße, dass man dem Spil nur durch verkanten oder versetzen ausgleichen will (Verkanten = wenn man gröber stellen will). Man fährt sich somit dann Spurrillen in die Gleitflächen der Welle, und ovale Buchsen ein.

    Hm, jetzt geht die Luft aus. Ist es dir möglich, den Tuschetest and den Axialrändern der beiden Mahlscheiben zu machen? Wenn auch händisch über Kopf? Das dürfte doch ein Bild über den Grad der Verstellung/Verwerfung der Gesamtsituation geben.
     
  7. #27 reox, 03.07.2020
    Zuletzt bearbeitet: 03.07.2020
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    Glaube ich nicht. Nahchdem die Schleifstellen jeweils auf dem Kunststoff und dem Alu sind würde ich sagen das ist nachher entstanden.

    Genau das hab ich mir auch gedacht :(


    screenshot-20200703_14371593779862.png

    So war es nach meiner Einstellung (rechts unten zwischen den zwei Schrauben). Die Alicorn hat schon etwas mehr Auflagefläche gebracht, ich hab es aber nicht fotografiert, zumal ich nach dem Test noch 2x alles eingestellt habe bis ich mit dem Lauf der Welle zufrieden war.

    Legt man die scheiben direkt übereinander, dann ist kaum ein Spalt zu sehen (d'oh, ich hätte das mit der Taschenlampe und mit einem Streifen Papier testen sollen)

    Also halten wir nochmal fest:
    * Die Lager sind ggf verschlissen - könnte man ggf tauschen, fraglich ist wie die Lager im Kunststoff stecken, zB ob eingeklebt und ob ein tausch die Situation verbessert
    * Eine Koaxiale ausrichtung ist möglich indem man die Welle in die Lager steckt - leider fehlt eine Axiale abstüzung. vielleicht kann man sich mit einem DIstanzring behelfen den man auf die Buchse setzt. Dazu müsste man aber erst am Mahlscheibenträger eine Rechtwinkelige Fläche schaffen.
    * Die Tuschierspuren auf der Mahlscheibe deuten mMn eher auf einen Winkelversatz als einen Planversatz hin
    * Die Scheibe hat vermutlich keinen Planschlag
    * Fraglich ist weiterhin ob der obere Mahlscheibenträger reproduzierbar eingesetzt werden kann
    * Es gilt noch zu testen ob die untere Scheibe rechtwinklig zur Achse ist
     
    KJulez gefällt das.
  8. reox

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    Nochmal ein Nachtrag. Nachdem ich jetzt nochmal bei homebarista gelesen hatte, ist wohl der entscheidende Punkt, dass man mit dem Synchronriemen das Lager zurechtzurren muss. Jedenfalls beschreibt das Jake hier so: Baratza Vario Super Alignment owner experience - Page 4
    Ich hab die Mühle jetzt nochmal auseinander genommen, nachdem die Geräusche die sie machte auch nicht ganz gut klungen und habe besagte Methode angewendet.
    Offenbar muss man leider sagen ist eine leise Vario eine schlechte Vario. Nach dem neuerlichen Alignment ist die Mühle wieder laut. Allerdings schaut das mahlgut deutlich feiner aus - auch wenn der Espresso was anderes meint :D naja war jetzt auch nur ein einzelner Test.

    Ich hab mir das obere Lager nochmal angesehen. Bei eingesteckter Welle kann man hinten andrücken und sieht (!) wie sich vorne die Scheibe bewegt. Da ist also ordentlich Spiel drin. Vermutlich ist das auch der Grund, warum das Alignment durch verkanten des Lagers funktioniert - die Frage ist wie lange das so gut gehen kann.

    Ich bin jetzt nicht 100% überzeugt, dass diese Methoden sinnvoll sind. Aber offenbar ist es das einzige was man mit der Maschine machen kann außer gleich das ganze Mahlgehäuse neu aufzubauen.
     
  9. Nold

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    Hallo,
    das mit dem Spiel ist ärgerlich, und nach meiner Befürchtung ebenfalls die Ursache.
    Dass Klirren von Scheiben ist bei vielen anderen Mühlen leider auch zu lesen. Und es ist nun mal so, dass man für den feinen Mahlgrad so nah aneinander gehen muss, dass der Spiel ein Schlagen, Berühren der beiden Scheiben verursacht. Bei den anderen Mühlen ist es dann oft der Spiel zwischen dem Aussen- und Innengewinde für die Zustellung (wo du dein Bajonett hast). Da kann man je nach Fertigungstoleranzen mal Glück und mal Unglück haben. Bei Unglück kann man es manchmal mit Teflonband kompensieren. Ich selbst lackiere das Gewinde ein wenig, um den Spiel zu verkleinern. Bei dir könnte ich mir einen galvanischen Auftrag auf der Welle vorstellen, wie z.B. Nickel. Falls du da irgend wie mal die Möglichkeit hast.
     
  10. reox

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    Naja ich könnte die Buchsen ausdrehen und einen Einsatz einpressen... Die Problematik des einstellens bleibt dann aber.
    Ist auch allgemein schwierig das Plastikzeugs gescheit aufzuspannen. Das deformiert ja alles und so kann man die Achse gar nicht gescheit ausrichten...

    Die Lagerung und das verkeilen der Welle erklärt aber auch noch was anderes: Ich hatte in der Vergangenheit immer mal wieder das Phänomen, dass die Vario bei einem Mahlvorgang ganz anders geklungen hat, langsamer war und feiner gemahlen hat. Ergebnis was dann oft, dass kein Tropfen mehr aus dem Sieb kam, obwohl der vorherige Mahlvorgang einen guten Shot erzeugt hat.
    Ich vermute nun, dass dies passieren kann wenn sich irgendwie durch die richtige Bohne zur richtigen Zeit am richtigen Ort die Scheiben parallel stellen und dann auch so bleiben. Solange dann Bohnen nachkommen kann es offenbar nur schwer ausweichen, denn das Phänomen hört auf, sobald keine Bohnen mehr da sind.

    Jedenfalls noch hier ein Bild nach dem letzten Einstellen. Ich hab den Vorgang auch 2x wiederholt, und das Bajonett anders eingeschraubt um zu schauen ob es gleich bleibt. Tut es tatsächlich, somit wäre geklärt, dass mit dem schlechten Setup jedenfalls das Bajonett eher reproduzierbar eingeschraubt werden kann. screenshot-20200710_09431594367001.png
    Sehr interessant finde ich, dass ich offenbar zwei low-spots habe, die auch noch 180° auseinander liegen. Ich kann mir aber nicht ganz vorstellen, dass die Mahlscheiben eine Wölbung haben - oder ich die durch das Anziehen der Schrauben erzeugt habe...

    Apropos Schrauben: Sollte man die untere und obere Mahlscheibe einfach lösen können? Ich hab das Probiert, nachdem ich Bilder gesehen hatte wie die untere Mahlscheibe auch unten drunter mit Mahlgut zugesetzt war. Ich hab aber bei beiden Scheiben versucht sie runter zu bekommen, schaff es aber nicht. Sind die wohlmöglich mit dem Alu verklebt?
     
  11. Nold

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    Deswegen würde ich die Buchsen nicht anfassen, auch wenn sie theoretisch oval sind. Wegen den Zug des Riementrieb.
    Das was du auf dieser oberen Scheibe siehst, ist das Verhalten der unteren Scheibe. 2 Hotspots deswegen, weil die Welle in den ovalen Buchsen hin und her kippelt. Die Laune des Riemen könnte da auch eine Rolle spielen. Auf der unteren Scheibe müsstest du dann einen nahezu umlaufenden Abrieb haben. Eine der Kippelstellungen könnte sich bei besonders harten oder kleinen oder, oder, oder, anderen Bohnen einstellen.
    Ich glaube nicht, dass die Schrauben verklebt sind. Oft setzen sie sich einfach fest. Deswegen unbedingt gleich beim ersten Versuch den richtigen Schlitz-Dreher wählen ;-)
     
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  12. reox

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    Ne - die Schrauben gehen raus ohne Probleme. Aber die Scheibe selber sitzt so fest auf dem Träger (sowohl unten als auch oben). Ich wollte da keine Gewalt anwenden, Keramik und Spröde und so ;)
    Nachdem man die Scheiben aber ohne die Träger kauf, würd mich interessieren ob die die Scheiben nicht initial in der Fertigung einkleben... Klebereste sieht man aber keine.
     
  13. reox

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    Das versteh ich jetzt nicht ganz. Du meint der Riemenantrieb erzeugt ja radiale Kräfte auf das Lager, die müssen also vom Lager aufgenommen werden. Ich hätte jetzt gesagt, wenn man ein besseres Lager verwendet, welches die radial auftretenden Kräfte aufnehmen kann, dann sollte das Lager ja auch eigentlich nicht kaputt werden?
    Ich glaube nur die Problematik ist hier, dass die Welle axial verstellbar sein muss.

    Bezüglich der Axialen Krafteinleitung gibts dieses Foto: https://www.home-barista.com/grinde...ment-owner-experience-t60764-240.html#p725733
    Mir scheint das hat die Vario nicht. Ich sehe ziemliche Rillen auf der "adjustment spline":
    screenshot-20200710_15471594388828.png
    (Sorry, nicht so toll zum fotografieren und auseinander bauen wollte ich es nicht,da mir nicht 100% klar ist wie die Hebel eingesetzt sind)

    Schaut alles in allem danach aus als wäre die Forte besser konstruiert.
     
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