Mühlentheorie

Diskutiere Mühlentheorie im Mühlen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo, ich melde mich weil ich gar keinen Durchblick habe. Im Moment habe ich eine Rocky Mühle und habe auch nicht vor so schnell aufzurüsten....

  1. #1 Semmel, 02.11.2010
    Zuletzt bearbeitet: 02.11.2010
    Semmel

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    Hallo, ich melde mich weil ich gar keinen Durchblick habe. Im Moment habe ich eine Rocky Mühle und habe auch nicht vor so schnell aufzurüsten. Aber, ich verstehe nicht welchen Unterschied es zwischen den Mühlen gibt. Der Wiki-artikel ist leider auch nicht sonderlich aufschlussreich.

    Deshalb starte ich mal diesen Thread, um zu sammeln was man über Mühlen wissen sollte. Dazu habe ich mal ein par Fragen aufgeschrieben, aber die entstammen nur meinem beschränkten Verständnis der Materie. Vielleicht sind andere Informationen auch wichtig die ich nicht erfrage. Mein Ziel ist es, den Mühlenartikel im Kaffeewiki so weit auszubauen, dass jemand der neu ist die Kompetenz erhält eine Mühle nach seinen Bedürfnissen aussuchen zu können.

    So genug der Vorrede, hier meine Fragen:

    1. Für welche Art von Kaffee benötigt man welche Art von Mühle?
    Also z.b. Espresso, Press-Stempel, Filter etc.

    2. Welche Mahlwerke gibt es und welchen Einfluss hat das Mahlwerk auf den Kaffee? Insbesondere wenn man keinen Espresso braut, welche Qualitätsstufe ist notwendig?

    3. Sind alle Mühlen sehr laut oder gibt es da Unterschiede?

    Ab hier gehe ich davon aus, dass man eine Siebträgermaschine sein Eigen nennt.

    4. Auf welche Weise beeinflust die Wahl der Mühle die qualität eines Espressos? Welche Kriterien sind bei der wahl einer Mühle zu beachten?

    5. Ist eine stufenlose Mahlgradeinstellung notwendig oder kann man auch durch leichte Variation der Kaffeemehlmenge eine gestufte Mühle ausgleichen?

    6. Gibt es Preis/Qualitätsstufen die eine deutliche Verbesserung bei einem Upgrade bieten?

    7. Sind Timer ausreichend genau so dass man um für einen gleichbleibenden Bezug zu sorgen?

    Mehr fällt mir erst einmal nicht ein.

    Einen lieben Gruß,
    Semmel
     
  2. Shrike

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  3. Semmel

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    AW: Mühlentheorie

    Genau wegen diesem Eintrag ins Wiki habe ich meinen Beitrag geschrieben: er ist nämlich absolut unzureichend. Einen Hinweis darauf hätte der Satz "Mein Ziel ist es, den Mühlenartikel im Kaffeewiki so weit auszubauen, dass jemand der neu ist die Kompetenz erhält eine Mühle nach seinen Bedürfnissen aussuchen zu können." geben können ;-)
     
  4. #4 Silvaner, 02.11.2010
    Silvaner

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    AW: Mühlentheorie

    Semmel, nummeriere doch mal Deine Fragen per Edit durch. Dann kann man sich auf die Nummer beziehen. Ich denke, nicht jeder kann zu jeder Frage etwas Substantielles beitragen.
    Gruß, René
     
  5. Semmel

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    Ist gemacht :)
     
  6. #6 dergitarrist, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Ich antworte mal nach bestem Wissen und Gewissen... nur vorweg: vieles hier ist rein subjektiv, da sich meines Erachtens die Qualtitätsunterschiede stellenweise nur in Nuancen manifestieren und bei Begriffen wie "notwendig", "brauchen", "Qualität", "deutliche Verbesserung" etc. schwierig sind.

    Leute vom Fach meinen immer wieder man braucht für alles Scheibenmahlwerke. Ich selbst kann das nicht bestätigen, da auch meine Zassenhaus Havanna Handmühle mit konischem Mahlwerk hervorragende Ergebnisse ermöglicht. Landläufig ist die Meinung, dass Scheibenmahlwerke konischen Mahlwerken überlegen sind. Im Schnitt mag das stimmen, dann aber daran liegen, dass die Mühlen mit Scheibenmahlwerken im Schnitt qualitativ hochwertiger gefertigt sind als die mit konischen Mahlwerken. Dass es am technischen Prinzip liegt, bezweifle ich.

    Bezüglich der verschiedenen Arten von Kaffee muss man wissen, dass Espresso unter schlechtem Mahlgut deutlich mehr leidet als andere Brühmethoden, da ein kritischer Bestandteil des Brühvorgangs der Widerstand, den der Puck dem Wasser bietet, ist. Wenn das Wasser sich ein Loch bohren und den Weg des geringsten Widerstands gehen kann, spricht man von Channeling. Wenn Kaffeemehl hingegen lose im Wasser liegt wie bei der French Press oder dem Syphon, kann so eine regelrechte Katastrophe nicht passieren. Ungleichmäßiges Mahlgut wird sich in unterschiedlich extrahiertem Kaffee und möglicherweise unangenehmen Geschmacksnuancen bemerkbar machen aber nicht die Tasse komplett ruinieren.

    Es gibt deutliche Unterschiede... wirklich isoliert ist keine Mühle, ich glaube, der meiste Lärm kommt aber von sogenanntem Körperschall, d. h. Vibrationen/Reibungen, die den Krach auf die Unterlage oder das Gehäuse übertragen. Je solider so eine Mühle gefertigt ist, desto leiser wird sie sein. Als Versuch kann man sie ja mal auf ein Schwammtuch stellen.

    Die Mühle ist für die Qualität eines Espresso meiner Meinung nach ausschlaggebender als die Maschine. So lange die Maschine mit halbwegs richtigem Druck und halbwegs beständiger Temperatur Wasser aus der Brühgruppe pumpt, bestehen die Qualitätsunterschiede überwiegend in Optik und Haptik. Die Mühle hingegen muss wie oben erklärt Kaffee mahlen, der in der Lage ist, diesem Wasser gleichmäßigen Widerstand zu liefern, damit es nicht irgendwo durchrauscht. Wenn Brocken und unterschiedlich große Körner im Siebträger sind, wird sich das Wasser dort seinen Kanal bohren.

    Zu beachtende Kriterien: Drehzahl (langsamer -> weniger Wärme), Motorleistung, Mahlscheibendurchmesser (größer -> schneller -> weniger Wärme), Größe, Dosierer/Direktmahler (Geschmackssache, Direktmahler sind komfortabler, Dosierer zerstören Klümpchen...), Timer... ferner: Kosten der Ersatzteile (Mahlscheiben), Lebensdauer (eigentlich alle besseren sind im Haushaltsbetrieb unzerstörbar), Optik...

    Stufenlose Mahlgradeinstellung ist schon ein Feature, das eine Kaufentscheidung für mich kippen kann, aber kein Todesurteil per se. Die MEISTEN Mühlen mit Stufen sind fein genug einstellbar und für die meisten, die es nicht sind, gibt es verschiedene, hier z. T. auffindbare Modifikationen (zusätzliche Löcher bohren etc.). Günstigere Mühlen mit stufenloser Einstellung können andererseits jedoch dazu neigen, sich selbst zu verstellen. Liest man hier zumindest immer wieder.

    IMHO zwischen den Einsteigermodellen um die 120-160€ (Iberital, Graef, Demoka) und den gehobenen Mittelklassemodellen um die 300-400€ (Mazzer Mini Manuale, ECM Casa/Anfim Haus Self, Mahlkönig Vario) - wobei ein guter Teil dieses Unterschieds nicht im Mahlgut (da zwar auch) sondern wieder in Optik/Haptik besteht (Metall statt Plastik, mehr Gewicht, weniger Gewackel etc.).. das Beste von beiden Welten (günstiger Preis und gute Haptik) verbinden gebrauchte Gastromühlen die mangels Nachfrage oft für unter 100€ über die Bucht gehen... braucht man halt Platz und eine optisch passende Maschine dafür. Neben meiner Pavoni sah die LSM 90/A doch recht wuchtig aus. ;)

    Aufgrund des Totraums und des unterschiedlichen/abnehmenden Gewichts der Bohnen von oben meiner Meinung nach nicht. Ich hatte eine ganze Weile eine ECM Casa mit eingebautem Timer und hab so gut wie immer manuell nachgemahlt und dabei nach Augenmaß entschieden, wann's genug ist. Jetzt mit der Mazzer geht mir der Timer überhaupt nicht ab.



    So viel von mir... puh...
     
  7. #7 Silvaner, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Juut, dann lege ich mal los.

    zu 3 Ja, Unterschiede gibt es sowohl was die Lautstärke als auch die Frequenzen angeht.

    zu 4 Erste Frage ist nur nur subjektiv zu beantworten, da es verdammt schwierig ist, alle Parameter eines Espressobezugs über eine Testphase identisch zu halten, um damit Abweichungen in der Qualität von Mühlen halbwegs gesichert zu erkosten. Was ich bis jetzt im KN gelesen habe, sind viele Mitglieder der Meinung, dass es eine Korrelation zwischen steigendem Preis und und steigender Qualität des Espressos gibt. Der Mühlenblindtest in Berlin zeigte eine solche Korrelation jedoch nicht.

    Zur zweiten Frage: von der "technischen" Seite her eigentlich nur drei: Scheiben oder Kegel, Scheibendurchmesser und Drehgeschwindigkeit.
    Vom Gebrauch her gesehen:
    Wie homogen ist das Mehl?
    Wie stark hat die Maschine die Tendenz zu sauen?
    Wie groß ist der Totraum?

    Der Rest hat mehr mit individuellen Vorlieben zu tun: Timer, Doser und Aussehen sowieso.

    zu 5 Mit stufenlos ist man auf der sicheren Seite. Bei Abstufungen kommt es immer darauf an, wie groß diese sind.
    Mahlgrad und Mehlmenge stehen in einem ST-Filter immer in einem Zusammenhang! Insofern kann man ausgeleichen, die Frage ist halt nur, wie weit sich der Geschmack verändert.

    zu 6 Siehe meine Bemerkungen zu 4. Daraus ergibt sich, dass es verdammt schwierig sein wird , hier zu kategorisieren. Ein Blick in die Autowelt hilft da ein wenig: Von A nach B kommst du mit jedem Auto. Das Wie steht auf einem anderen Blatt. Und wenn du die Tür eines Mercedes zuschlägst, ist es halt was anderes als beim Panda. Was für das Auto gilt, gilt wohl auch für die Mühlen: Es gibt Kleinwagen, Mittelklasse und Oberklasse. Aber die Grenzen sind auch hier ziemlich fließend.

    zu 7 Wie der Name sagt: Timer sind zeitgebunden. Insofern wird das Gewicht immer variieren, sei es weil eine Mahlgradverstellung vorgenommen wurde, sei es weil noch ein Gramm im Auswurf hängen geblieben ist (oder andere Unwägbarkeiten).
    Aber ein Timer ist sicher nicht ungenauer als das menschliche Zeit- und Mengengefühl. Wer es genau haben will, muss zur Feinwaage greifen.
    Ich bin z.B. mit dem Timer der Eureka zufrieden. Mahle und stelle nur selten nach, bin aber auch kein Zehntelgrammfetischist:-D

    Gruß, René
     
  8. #8 S.Bresseau, 02.11.2010
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    Hallo Semmel

    zu 2: Im Kaffeewiki steht ja schon, dass es konische, scheibenförmige und hybride Mahlwerke gibt. Ich selbst bin vom konischen meiner Iberital angetan, es gibt so gut wie keine Klümpchen. Besser sind diesbezüglich nur meine Handmühlen. Das hybride Mahlwerk der Versalab finde ich interessant, weil es mit einem Konus grob vorbricht und mit einem Scheibenmahlwerk fein nachmahlt . Es gibt die Theorie, dass vorgebrochene Bohnen die Scheiben ungleichmäßig auseinander drücken und deshalb bei gering gefülltem Mahlwerk inhomogenes Mahlgut entsteht. ich könnte mir vorstellen, dass der Effekt abnimmt, wenn die Bohnen-Brocken schon recht klein sind.

    Ein für mich entscheidendes Kriterium für das Mahlwerk als Ganzes ist die Frage, wie viel altes Mehl in der Mühle bleibt bzw. wie viel man mahlen muss, um frisches und evtl neu eingestelltes Pulver zu erhalten.

    Qualitätsstufe? Das ist schwierig zu messen. Je präziser, desto besser: Lagerspiel und "eiernde" Scheiben führen zu inhomogenem Pulver (viel Feinstaub). Es wird auch über Material (Stahl vs. Keramik) diskutiert. Letztendlich sind aber überraschend viele User mit gut erhaltenen, uralten Handmühlen (konisch, Stahl, keinerlei Totraum) zufrieden.

    zu 7: nein. Die Menge hängt nicht nur von der Zeit ab, sondern auch vom Füllstand des Bohnenhoppers (Druck von oben, keine hüpfenden Bohnen bei fast leerem Hopper) und eventuellem Restpulver im Mahlwerk bzw. Rüssel, die sich quasi spontan löst. Außerdem muss man den Timer neu einstellen, wenn man den Mahlgrad ändert. Wirklich verlässlich ist nur "single dose", also die Bohnen vorher abwiegen und komplett durchmahlen.

    Wenn Du den Wiki-Artikel überarbeiten möchtest: Vor Urzeiten hatte ich einen Thread mit Kriterien für den Mühlenkauf angefangen - vielleicht ist da ja was Brauchbares für Dich Dabei?

    viele Grüße

    Stefan
     
  9. #9 Schnüffelstück, 02.11.2010
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    Meine Meinung dazu - viel ist es nicht da ich noch nicht die größe Mühlenerfahrung gesammelt habe:

    Für eine Pressstempelkanne und Filterbrühung brauchts keine Espressomühle, da der Kaffee nicht espressofein gemahlen werden muss. Deshalb reicht für French Press etc. auch ne billige einfache Kaffeemühle wie beispielsweise die Solis.
    Da Espresso von den Vorrednern schon geschrieben sowohl fein als auch gleichmäßig gemahlen sein sollte, werden deutlich höhere Ansprüche an die Mühle gestellt.
    Da man mit einer Espressomühle, entsprechend grob eingestellt, auch sehr gut Kaffee für die French Press mahlen kann, ist für Einsteiger durchaus sinnvoll, sich erstmal eine French Press und eine gute Espressomühle zu kaufen, wenn das Geld für die Espressomaschine reicht wird einfach die Mühle entsprechend fein gestellt.

    Für Aeropress möchte ich mir kein Urteil anmaßen.
    Bei Espresso habe ich nun ein paar Mühlen durchprobiert und war geschmacklich von beispielsweise der Macap 7D mit einem riesigen langsamen konischen Mahlwerk sehr begeistert. Damit kamen riech- und schmeckbar viel mehr Nouancen raus als mit meiner Anfim Best. Das muss aber nicht zu einem "besser" übersetzt werden, meine Freundin ist beispielsweise absolut nicht angetan von den leichten Fruchtsäurenoten die aus der großen konischen rauskamen und aus meiner kleinen Scheibenmühle eben nicht.

    Bevor ich in "konisch vs. flach" unterscheide, unterscheide ich erstmal in "gut vs. schlecht". Mir ist eine solide Barmühle mit einem großen Scheibenmahlwerk lieber als ein winziges Plastikmaschinchen dessen Malwerk irgendwie konisch ist.



    Ich fand auf dem UT die Unterschiede der Geräusche schon sehr deutlich. Nicht unbedingt absolute Lautheit, aber Unangenehmheit des Geräuschs.

    Wie oben geschrieben wirkt sich die Mühle massiv auf den Geschmack aus.

    Für mich sind meine persönlichen Kriterien bei dem Mühlenkauf:
    - Großes konisches Mahlwerk
    - Direktmahler
    - Massive Bauweise
    - Wenig Totraum
    - Stufenlose Verstellbarkeit

    Da reduziert sich die riesige Auswahl der Mühlen plötzlich und ich stehe momentan mit einer Handvoll Kandidaten vor der Kaufentscheidung.

    Meine Anfim Best ist ein Beispiel für eine Mühle mit ungenauer Verstellung, sehr oft wünsche ich mir eine Raste zwischen 3 und 3,5. Das ist in Grenzen durch Überfüllung zu kompensieren, aber nur was die Extraktionsdauer anbelangt. Der Geschmack ist ein anderer. Nicht schlechter, aber anders.
     
  10. Semmel

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    AW: Mühlentheorie

    Schon einmal vielen Dank für die Antworten bisher. Ich muss schon sagen, das hatte ich so nicht erwartet.

    Ich finde es vor allem überraschend wie gering der Einfluss der Mühle auf die Espressoqualität zu haben scheint. Sobald man eine gewisse Stufe erreicht hat (gleichmäßiges, feines Mahlgut) scheint es kaum noch Unterschiede hierfür zu geben. Danach kommt hauptsächlich der Rest in Betracht, Totraum, Lautstärke, Optik, Haptik. Die Wahl des Mahlwerkes scheint wol eher eine Akademische bedeutung zu haben als eine schmeckbare.

    Und auch Danke für die Links, ich werde sie mir an schauen und versuchen die Informationen mit einzupflegen. Allerdings brauche ich auch nach weiterhin eure Hilfe. Ich braue seit 2 jahren Espresso mit meiner Silvia und habe bisher nur die Rocky-Mühle verwendet. Daher spreche ich mich mal von jeglicher Erfahrung frei. Ich schreibe zusammen was ich hier so lese, aber ich würde mir dennoch wünschen dass der Beitrag dann von Leuten mit Erfahrung erweitert bzw. verbessert wird.
     
  11. #11 Schnüffelstück, 02.11.2010
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    Kommt immer drauf an wo man diese Stufe ansetzt. Ich würde sie beispielsweise über meiner Anfim Best ansetzen, da ich im Vergleich zu anderen Mühlen (zugegeben: Preisunterschied 1:14) deutliche Unterschiede in der Tasse schmecke.
     
  12. Bane

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    ich würde an dieser stelle mal einwerfen, dass man bei Filter/FP/VacPot etc die schlechte Mühle nicht sofort (wie zB bei Espresso am Extraktionsverhalten) erkennt. es ist aber nun mal so, dass auch für Brühkaffee hochwwertige mühlen benötigt werden. und zu hoher Feinanteil schlägt sich deutlich im geschmack nieder.

    hinzukommt, dass espressomühlen dafür denkbar ungeeignet sind. espressomühlen sollen bi- bis trimodale Korngrößenverteilungen erzeugen (für guten espresso brauchts eben einen gewissen anteil größerer partikel und einen bestimmten Anteil "Fines").

    für Brühkaffee sind ebendiese Fines unerwünscht und da gehen die Probleme los. Optimaler Mahlung für Brühkaffee bedeutet eine möglichst monomodale Korngrößenverteilung ohne Fines. und das können die wenigsten Mühlen.
    das schaffen eigentlich nur die großen Ladenmühlen a la Ditting/Mahlkönig.

    Für den Heimbereich gibts leider nichts vergleichbares. die Solis ist zwar nett und für otto-normalverbraucher völlig ausreichend. wer aber brühkaffee mit dem selben fanatismus betreiben möchte, der hier für espresso normal ist, muss richtig tief in die tasche greifen....


    lg
    georg

    p.s. googlet mal nach dem Marco Über Grinder
     
  13. #13 Silvaner, 02.11.2010
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    So generell würde ich es nicht formulieren wollen. Da bin ich ganz der Meinung von Schnüffelstück. Ich habe im privaten Bereich auch nur die Erfahrung mit der Eureka. Gerade auch deshalb war ich am Mühlenblindtest anfang des Jahres im Godshot in Berlin so interessiert. Wie ich schon gesagt habe: Grundsätztlich ist es verdammt schwierig, alle anderen wichtigen Parameter stabil zu halten, um dann den Einfluss der Mühle herauszufinden. Wenn man diese "Ungenauigkeiten" als gegeben in sein Urteil einfließen lässt, muss man feststellen, dass es zwischen den Mühlen schon erhebliche Unterschiede gibt. Ob diese jedoch als positiv oder negativ eingeschätzt werden, liegt wiederum im Geschmacksbereich eines jeden einzelnen Testers.

    Zusammengefasst:
    Es gibt große Unterschiede zwischen den Mühlen
    Es gibt keine Korrelation zwischen dem Preis der Mühle und der Espressoqualität
    Ob die Unterschiede positiv oder negativ eingeschätzt werden, hängt von persönlichen Vorlieben ab und ist deshalb schwer zu objektivieren. Geschmacksnerven sind nicht eichbar, deshalb ist jede Aussage zu dem Ergebnis aus einer Mühle subjektiv.
    Gruß,René
     
  14. #14 Schnüffelstück, 02.11.2010
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    Fraglos richtig, das mit der bi- und trimodalen Verteilung habe ich auch schon durch. Soweit, so groß die Einigkeit.

    Ist halt die Frage, ob die Leute die sich als ersten Ausgangpunkt das Mühlenwiki durchlesen primär eine French Press haben weil ihnen eine Espressomaschine zu teuer ist (und sie trotzdem richtig guten Kaffee wollen) oder ob sie so sehr eine Religion draus machen, dass sie eine der zurecht genannten reinen Kaffeemühlen ernsthaft in Erwägung ziehen. Für letztere Variante habe ich als Freak natürlich uneingeschränkten Respekt aber im Normalfall schlagen die Leute hier auf die sich nicht zwischen Pad- und Instantkapselmaschine entscheiden können. Oder bestenfalls fragen, welcher Siebträger aus dem Alubrikett tollen Laddemaggiaddo macht weil die Knete reicht nicht für Maschine und Mühle.
    Ich wage einfach mal die Hypothese, dass diese Newbies mit frischen guten Bohnen, entsprechend grob in einer Espressomühle gemahlen und in einer Aeropress aufgebrüht relativ gut fahren. Und in ein paar Monaten sind sie so angefixt, dass ein Siebträger ins Haus kommt. Dann klappts auch mit der trimodalen Verteilung.
     
  15. Semmel

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    AW: Mühlentheorie


    Ich habe es etwas aus dem Zusammenhang gerissen aber wenn die durch die Mühle verursachten Qualitätsschwankungen so gering sind dass man sie nur mit großer Mühe herausschmecken kann, kann man dann behaupten, dass die Mühle keinen Einfluss auf die Qualität des Espressos hat? Das induziert natürlich auch die Frage welche Mühle "gut genug" ist? Das gibt sicherlich Stoff für viel Diskussion und ist mit Sicherheit auch subjektiv. Aber wenn jemand eine Kaufentscheidung möchte, wäre eine grobe Einteilung sicherlich hilfreich.

    Noch mal zur Mühle. Wenn die Mühle allerdings einen Einfluss auf den Geschmack des Espressos hat (wertfrei gesprochen), dann sollte man sich wol eher Gedanken darüber machen welche Mühle man kaufen sollte um einen gewissen Geschmack zu erzeugen. Es ist jetzt nur die Frage wie gebildet man im Kaffeeverköstigen sein muss um diese Unterschiede zu schmecken... Also ist diese Diskussion eher etwas für wahre Kenner als für Anfänger?
     
  16. #16 S.Bresseau, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Ohne die einschlägige Literatur selbst gelesen zu haben: Ist die Sache mit der Multimodalität "amtlich"? Gibt es dafür wirklich Belege?

    Ich erinnere mich an das Titan Grinder Project, in dem man bimodale Verteilungen gefunden hat. Und an Erklärungsversuche, warum man angeblich einen bestimmten Anteil "Fines" braucht, die durch die "Matrix" der gröberen Partikel nach unten durchwandern.

    Aber gibt es tatsächlich belastbare Untersuchungen, die den Geschmack oder die "Qualität" des Espressos anhand der Krümelverteilung ermittelt haben? Oder sind das einfach nur gezielte Vermutungen und plausible Erklärungen? Gibt es auf dieser Welt überhaupt eine einzige Mühle, die monomodales, espressofeines Kaffeepulver herstellen kann?

    Viele Grüße

    Stefan
     
  17. #17 Schnüffelstück, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Naja, sagen wir mal für Fortgeschrittene oder generell interessierte Menschen mit Geschmacksnerven. Meine Freundin schaut mich bei "multimodaler Verteilung" genauso entgeistert an als hätte ich gerade verkündet Vegetarier zu werden aber sie schmeckt den Unterschied durchaus. Wenn man ein bisschen unterscheidet und gutes Essen und Getränke zu schätzen weiß, dann schmeckt man den Unterschied. Ganz ohne Voodoo und ohne zu wissen wieviel die Mühle kostet.

    Gleiche Bohnen in zwei Mühlen gemahlen, bezogen, Nase drüber und - AAAAAAAAAAAAAHHHH
    Dann Schluck probiert und - AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH

    Wer den Unterschied zwischen Huhn, Schwein und Rind (wahlweise auch Möhre und Kohlrabi) schmeckt, der schmeckt auch den Unterschied zwischen solchen Extremen wie einfacher Scheibenmühle und extrem langsamlaufender riesiger konischer Mühle. Was als besser beurteilt wird, steht auf einem anderen Blatt.

    Die "Grenze" ab der man eher anhand von Optik, Handhabung und Design entscheiden kann, ist zumindest meiner Meinung nach weiter draußen als das evtl. den Eindruck macht. Leider sind die Mühlen die für mich jenseits der geschmacklichen Grenze sind auch jenseits der EUR 1.000 Grenze. Nicht weil ich es toll finde viel Knete rauszuwerfen sondern weil ich noch keine billigere Mühle gefunden habe die ALLE Anforderungen diesseits der Grenze erfüllt. Jenseits der Grenze überlege ich mir, ob ich die Macap, Compak oder Versalab cooler finde.
     
  18. #18 Schnüffelstück, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Ich würde mal einteilen in:
    - Espressomühle, sonst nix: (z.B. Gräf, Iberital, etc. )
    - Fortgeschrittene Mühle: (z.B. Anfim, Mazzer Mini, etc.)
    - Gastromühle (z.B. Super Jolly, MC99, etc.)
    - Freakmühle (z.B. Robur, Caimano, M7D, M3, K10, etc.)
    aber in diesen Sphären suche ich selbst noch nach Orientierung
     
  19. #19 Silvaner, 02.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Da hast Du mich ev. falsch verstanden. Ich meinte, dass es schwierig ist, bei den eindeutig feststellbaren Geschmacksunterschieden zwischen den Mühlen herauszufiltern, welche Anteile die Mühle hat und welche durch andere Parameter verursacht worden sind.

    Aber selbst wenn man die Unterschiede alleine den Mühlen zuschreibt, ist man für eine allgemein gültige Beurteilung trotzdem nicht aus dem Schneider, weil die Unterschiede nicht in gut oder schlecht eingeteilt werden können. Das unverfängliche "anders" hilft ja auch niemandem weiter. Insofern wird es ein Traum bleiben, die Mühlen diesbezüglich allgemeingültig zu qulifizieren.
    Um es klar zu machen: Nach dem Mühlentest weiß ich nun, welche Mühle ich mir bei einem Wechsel kaufen würde.Aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob ich mit ihr glücklicher würde als mit meiner Eureka. Es wäre trotz Mühlenblindtest ein Kauf ohne Gewissheit.
    Wie man sieht, alles ganz schön schwierig.
    Gruß, René
     
  20. #20 Kakaobär, 03.11.2010
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    AW: Mühlentheorie

    Öhm, also aus dem angeführten Link ersehe ich nicht, warum Scheibenmahlwerken der Vorzug gegeben werden sollte. Eher das Gegenteil ist der Fall (gilt zumindest für Espresso). Die Größe des Mahlwerkes (ob flach oder konisch) ist entscheidend. Große Mahlwerke bedingen eine geringere Erwärmung des Mahlgutes und haben einen größeren Anteil an Feinmalzonen. Das Mahlgut wird gewöhnlich "fluffiger". Allerdings vergrößert sich auch unweigerlich der Totraum.
    Große konische Mühen gelten im Verhältnis zu großen Flachmahlern eigentlich als überlegen, da Sie deutlich weniger dazu neigen Channeling zu verursachen. Der Mahlgrad muß auch weniger oft angepaßt werden. Diese Infos kommen aus der Praxis (Quelle: BCH, Berlin) und beziehen sich auf eine Mazzer Major (flach) im Vergleich zu einer Mazzer Robur (konisch) im Barbetrieb.
     
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