Neue alte Liebe - Urania 1. Serie

Diskutiere Neue alte Liebe - Urania 1. Serie im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Wie in meinem Thread zur San Marco schon zu sehen war, ist am Wochenende eine wunderschöne Urania bei mir eingezogen - es war Liebe auf den 1....

  1. Puro

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    Wie in meinem Thread zur San Marco schon zu sehen war, ist am Wochenende eine wunderschöne Urania bei mir eingezogen - es war Liebe auf den 1. Blick. :oops:

    Wie versprochen habe ich einmal eine Bestandsaufnahme gemacht und alle positiven wie auch negativen Punkte fest gehalten.

    Fangen wir mal allgemein an. Chrom in wirklich gutem Zustand, keine großen Macken, die goldenen Teile allerdings sehr verblasst bzw. runter poliert.

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    Die Embleme sehen noch toll aus, die "Kugelschrauben" sind leider nicht mehr ganz vollständig.

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    Beleuchtung vorhanden, aber nicht mehr original (Neonröhre).

    Die Tassenhaube scheint Original, hat aber einen Riss. Finde ich aber nicht so schlimm.

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    Sofort ins Auge fällt natürlich die nachgefertigte Ablaufschale und das Tropfgitter. Die Ablaufschale ist gar nicht so schlecht gemacht, das Gitter aber recht lieblos. Originaler Ersatz wäre mir natürlich am liebsten. Weiß jemand, ob evtl. die Teile von der E61 Legend passen? Klar, Anpassungen beim Niveauglas wäre auf jeden Fall notwendig.
    Der Vorbesitzer hatte die Maschine nicht ans Abwasser angeschlossen sondern eine Schale unter gestellt, daher der Schlauchnippel.

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    Das Manometer ist Original und gut erhalten, das freut mich!

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    Die Handräder für Dampf.

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    Die wunderschönen V-Gruppen. Quasi die Velox-Gruppen ohne den kleinen Boiler. Zustand durchaus gut. Weiß jemand, wie es mit dem Aufbau aussieht? Passen alle Teile der Zodiaco Gruppe?

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    Aufgefallen ist mir, dass sich die Hebelaufnahme zwischen rechter und linker Grupper unterscheidet. Beide Varianten meine ich allerdings schon als Originalteile gesehen zu haben. Evtl. wurde aber doch mal eine ausgetauscht. Oder es wurde bei Faema einfach verbaut, was gerade da war. ;)

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    Abdeckung linke Gruppe hat leider ein paar Abplatzungen am Chrom.

    Dafür wurde die Abdeckung der rechten Gruppe mal mit dem Bohrer malträtiert. Den Sinn dahinter wird wohl nur der begabte Schrauber erkennen, der das fabriziert hat...

    Gleich gehts weiter im nächsten Beitrag (Bilderbeschränkung).
     
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  2. #2 Puro, 22.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2016
    Puro

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    Die Gruppen haben an der Rückseite eine kleine Bohrung, deren Sinn mir nicht klar ist. Durch diese Öffnung und auch über das Duschsieb selbst verlieren beide Gruppen beim Aufheizen nicht unwesentlich Wasser. Ein halber Liter geht da bei beiden Gruppen zusammen locker durch. Sobald die Maschine auf Temperatur ist und ich je einen kurzen Leerbezug gemacht habe, ist alles dicht.
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    Nach Info von Holger (@Sansibar99 ) fehlen wohl an den Gruppen angeschlossen Kühlleitungen. Ich habe leider nirgends Bilder gefunden, wie das bei den V-Gruppen aussieht. Die Velox-Gruppen scheinen ja eine Kühlung mittels eines dünnen Röhrchens zu haben, das aus einem kleinen Behälter mit mir unbekannter Flüssigkeit gespeist wird.. Weiß jemand, wie das bei den V-Gruppen aussieht?

    Die Beschriftungen am Frontblech sind leider nicht mehr vorhanden. Für das Füllstand wurden zwei billige Aufkleber schief angeklebt. Hat jemand Bilder, wie die Original Beschriftung bei dieser Variante aussieht?

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    Schalter und Lämpchen sind nicht Original, der Wassereinlaufhebel denke ich auch nicht, auch wenn der sicher inzwischen auch schon älter ist.

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    Unter der Abtropfschale siehts auch ganz gut aus. Es wurde wohl auch schon mal etwas am Rahmen gemalert.;)

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    Unterm Gehäuse sieht man auch gleich die Veränderungen. Der Quecksilberschalter ist nicht mehr vorhanden, es wurde auf Sirai umgebaut und ein modernes Entlüftungsventil und Sicherheitsventil verbaut.
    Ein paar Parallelen zu italienischen Vespa - "Restaurationen" lassen sich auch finden - Felgensilber und Silikon Flüssigdichtmasse...

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    Das Geburtsdatum: 30.11.1956

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    Heizung 1300 + 700 Watt

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    Was auch immer der Sinn hiervon war... Vielleicht war noch ein Rest Silikondichtmasse in der Tube, der weg sollte.


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    Das ist die Rückseite dieser Abdeckungen:

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    Ja, soweit zur Bestandsaufnahme.
    Die Maschine funktioniert und macht leckeren Espresso. Sie ist dicht, Auch Heißwasser und Dampf gehen.
    Allerdings wenn ich mir anhöre und sehe, wie die Gruppen beim Bezug quietschen und ruckeln, wäre dringend mal eine Revision nötig.;)

    Ich denke, die Maschine wurde mindestens 2 x überarbeitet. Der Verkäufer hat sie vor ca. 7 Jahren als restauriert gekauft. Ich denke hiervon stammt der Umbau auf Sirai und der einbau der modernen Ventile, die Silikondichtmasse und das Felgensilber-Gesprühe.

    Die Nachrüstung des Hauptschalters, Lämpchens und Einlaufhebels scheint mir älter.

    Ich werde die Maschine jetzt erstmal so nutzen und meine San Marco in Ruhe fertig machen und danach wechseln und mir die Urania vornehmen. Dabei ist mir wichtig, dass der Charakter bleibt, ich möchte da eher vorsichtig vorgehen und nicht zu viel erneuern.

    Wenn es soweit ist, werde ich euch auf dem Laufenden halten.

    Vielleicht hat ja vorab schon jemand ein paar Antworten auf meine Fragen.

    Jetzt mach ich mir erst einmal einen Espresso.:D
     
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  3. #3 turriga, 22.03.2016
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    Als Allererstes würde ich die Spax-Schraube über/unter dem Schalter bei diesem so schönen "Maschinchen" eliminieren.;)
     
  4. #4 Sansibar99, 22.03.2016
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    Toll :D

    Durch die abgedeckten Löcher kamen die "Kühlleitungen" zu den Gruppen.
    Ich such mal Bilder raus. Hast Du Maltonis Buch?

    Die Bohrungen auf der Gruppenrückseite sind ev. ein Überlauf, falls die oberen Dichtringe aufgeben. Darauf deutet auch der Wasserverlust beim Aufheizen hin. Nach Leerbezug sind die Dichtungen an die Zylinderwand angepresst und dichten wieder besser.

    Wegen Ersatzteile: frag mal Achmed, Maximilian, Pascal oder Paul... ;)
     
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  5. Puro

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    Als Allererstes mache ich mir ganz entspannt Kaffee mit der Maschine. Gebastelt wird noch früh genug. Ich kenne mich, wenn ich den Schraubenzieher in der HAnd habe, kann ich mich nicht mehr bremsen und habe dann zwei zerlegte Maschinen in der Küche stehen.:D

    Vielen Dank, würde mich sehr freuen, wenn du Bilder hast. Maltonis Buch habe ich NOCH nicht, möchte ich mir aber ohnehin zulegen.
    Am Boiler habe ich einen ungenutzten Anschluss. Denkst du, hier waren die Kühlleitungen angeschlossen?

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  6. #6 turriga, 22.03.2016
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    Wie, nur Zwei?:p
     
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  7. Puro

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    Mehr Platz ist in der Küche nicht.
    Aber keine Angst, am Speicher liegt eh noch eine weitere zerlegte.:D
     
  8. #8 turriga, 22.03.2016
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    Wie, nur Eine?:p
     
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  9. #9 alterschwede, 22.03.2016
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    Schönes Stück!
     
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  10. Puro

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    Ich bin halt erst ein kleiner Anfänger-Messi :D
     
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  11. #11 turriga, 22.03.2016
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    Vorsicht, geht schneller als man denkt.;)
     
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  12. #12 Sansibar99, 23.03.2016
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    Bitte sehr :D

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    Diese Bilder stammen aus dem gelöschten Verkaufsbereich im Marktplatz. Hab sie zum Glück gespeichert. Vielleicht hat der ehemalige Besitzer aus Köln noch mehr Bilder oder Infos.
     
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  13. gismo

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    Sehr schöne Maschine, leider hatte der Restaurator wenig Feingefühl mit den div Bohrungen. Es muß nicht sein, daß die Maschine über einen Quecksilberschalter verfügte. Die frühen Modelle wurden nur an das Stromnetz angeschlossen, ohne Schalter. Sie zischelten den ganzen Tag vor sich hin. Später erst wurden die Quecksilberschalter verbaut oder nachgerüstet. Auch hatten die ersten Maschinen keine durchgehende Leitung zur Kühlung der Brühgruppe. Es war ein Ventil an der Brühgruppe angebracht, daß bei Bedarf geöffnet werden konnte.
    Aufgrund des Wasserfüllventils daß deine Maschine vorne hat, gehe ich davon aus, daß es etwas älter ist, als das im Verkaufsbereich. Der Kolben bzw. die Feder der Velox passen hier. Ich würde auf alle Fälle sofort die Kolbendichtungen wechseln, du schreibst es quietscht und macht Geräusche. Da kann es sein, daß der Kolben am Zylinder anliegt bzw. Fremdkörper wie Rostteile der Feder die Zylinderwand zerkratzen
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  14. Puro

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    Vielen Dank für die interessanten Infos @Sansibar99 und @gismo !
    Ich muss mir die Bilder heute Abend mal in groß auf dem PC anschauen aber ein paar interessante Punkte sehe ich schon.

    Ich glaube zwar eher, dass die Geräusche von den Lagern kommen und auch das Wasser ist klar und ohne Spuren von Rost aber du hast Recht, ich ziehe lieber mal die Kolben und sehe mir das an.

    Ach ja, eines möchte ich noch sagen (auch wenn der Verkäufer hier wahrscheinlich nicht mit liest):
    Falls es so rüber kommen sollte, ich will die Maschine hier keineswegs schlecht machen, ich bin trotz der "Mängel" sehr glücklich mit dem Kauf und der Großteil der Punkte war mir auch beim Kauf bewusst. Ein paar Dinge habe ich natürlich trotzdem erst zu Hause fest gestellt.

    Ich möchte lediglich den Zustand hier so genau wie möglich dokumentieren, um Infos zum Originalzustand zu bekommen, da ich da bei den ganzen verschiedenen Ausführungen, die es bei Faema gab, nicht ganz so fit bin. Und bisher klappt das ja schon prima.:)
     
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  15. Feitz

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    Kann ich bestätigen ;-)

    Wunderschöne Maschine...
     
  16. #16 Puro, 23.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2016
    Puro

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    So, jetzt habe ich mir das Ganze noch einmal angesehen und mir ein paar Gedanken gemacht, vielen Dank noch einmal für die Infos @Sansibar99 und @gismo, ich finde das sehr interessant!

    Ich denke, dass bei meiner Maschine wohl die Variante wie von Gismo gezeigt, verbaut war. Zumindest scheint mir die zweigruppige Urania in der Sammlung von Cagliari (vielen Dank für den Tip an Holger!) mit meinem Modell identisch zu sein. Was ich auch schon vermutet hatte, hat sich dabei auch bestätigt. Den Heißwassehahn mittig hatte ich so noch nicht gesehen, ich denke, dass auch bei meiner Maschine der Auslass links neben der Abtropfschale heraus geführt war. Wahrscheinlich stand die Maschine mal recht beengt und das Ventil wurde einfach gedreht und der Hahn durch das Gas-Guckloch über die Abtropfschale geführt.
    Hier der Link zu Cagliari:
    http://www.collezionecaffecagliari.it/collezione/#411

    Was mir dabei auffiel: Die eingruppige Urania bei Cagliari hat ebefalls die V-Gruppe, den Anschluss seitlich und auch das Loch im Frontblech, wo die Kühlleitung durchgeführt wird. Bei der eingruppigen ist die Kühlleitung allerdings auch nicht vorhanden und der Anschluss an der Gruppe verschlossen. Gab es die Maschine evtl. auch ohne die Kühlung oder fehlt diese bei Cagliari einfach auch?
    http://www.collezionecaffecagliari.it/collezione/#410

    Die Bilder habe ich mir nun auch mal angesehen und versucht, die Funktionsweise zu verstehen. Ich versuche mal zu erklären, wie ich mir das vorstelle.
    Ich hole erstmal aus und beschreibe, wie ich mir die Funktionsweise und auch die Temperaturprobleme beim Dipper-Prinzip vorstelle. Ich habe mein Wasser im Boiler ja ständig auf Dampftemperatur, d.h. beim Bezug fließt das Wasser mit ~ 120 Grad in die massive, freiliegende Brühgruppe. Die Temperatur der Gruppe ist natürlich geringer und zieht mir so die Brühtemperatur nach unten, sodass diese den Kaffee nicht verbrennt. Beim Bezug habe ich dann einen abfallenden Temperaturverlauf. Normalerweise beeinflussen die paar ml heißes Wasser meine massive Brühgruppe recht wenig, zapfe ich aber einen Espresso nach dem anderen im Akkord, zieht mir das heiße Wasser duie Temperatur der Gruppe doch langsam nach oben. Das Wasser fließt ja bei konstantem Kesseldruck weiterhin mit gleicher Temperatur in die Brühgruppe ein, diese kann das Wasser aber nicht mehr ausreichend runter kühlen und so wird meine Brühtemperatur zu hoch.

    Nun zu der gezeigten Kühlung, soweit ich das richtig verstanden habe.
    Es handelt sich dabei nicht um einen Kühlkreislauf, der die Gruppe dauerhaft kühlt, sondern lediglich um einen Zulauf wenn ich das richtig gesehen habe. D.h. es wird über den Anschluss an der Boilerseite unten, der bei mir verschlossen ist, Wasser entnommen, durch die Spiral-Kühlleitung geführt und seitlich der Brühgruppe zugeführt. In Ruheposition verschließt der Kolben den Zulauf dieses Wassers. Ziehe ich nun den Hebel nach unten, wandert mein Kolben nach oben und gibt nun sowohl den normalen Wasserzulauf direkt aus dem Kessel frei, als auch den Zulauf aus der seitlichen Kühlleitung. Das heißt, ich habe eine Wassermischung aus dem heißen Dampfdruckkessel und dem kühleren Zulauf der Kühlleitung.
    Jetzt habe ich bei der Variante wie von Sansibar99 gezeigt allerdings ein Verständnisproblem. Wenn das so abläuft, wie ich mir das vorstelle, dann würde der zusätzlich Zulauf die Temperaturstabilität nicht verbessern sondern verschlechtern. Die Wassertemperatur aus der Kühlleitung hängt ja ebenso von der Bezugsfrequenz ab, wenn ich das richtig sehe. Habe ich längere Zeit einen Stillstand, steht auch das Wasser in der Kühlleitung länger und wird mit entsprechend niedrigerer Temperatur beigemischt. Geht es dagegen Schlag auf Schlag fließt ständig frisches Wasser aus dem Boiler in die Kühlleitung nach und kommt heißer in der Gruppe an. Ich habe also das Problem, dass bei hoher Auslastung nicht nur die Temperatur der Gruppe ansteigt, sondern auch noch die Temperatur des Wassers (da die hier ja durch das Gemisch zustande kommt). Hierbei habe ich angenommen, dass der Wasserfluss aus der Kühlleitung nicht gesteuert werden kann, sondern konstant durch den Druck im System zustande kommt. Habe ich hier einen Denkfehler oder gibt es bei dieser Variante ebenfalls noch ein Ventil, welches ich auf den Bildern übersehen habe?

    Bei der zweitern Variante mit den einstellbaren Ventilen dagegen sieht es für mich nach einer durchdachten Lösung aus. Bei moderater Auslastung lasse ich den Zulauf geschlossen und die Temperatur regelt sich automatisch über die (Kessel-)Wassertemperatur und die Temperatur der Gruppe. Steigt die Auslastung und meine Gruppe beginnt zu überhitzen, kann ich das Ventil des Kühlzulaufs öffnen und kühleres Wasser beimischen um die Temperatur wieder auszugleichen.

    Wo liegt mein Denkfehler bei der oberen Variante?
     
  17. joewue

    joewue Mitglied

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    Und die Lösung heißt: immer nur langsam Caffe anbieten:D.
    Kannst ja sagen, dass du sonst heißläufst!!
    Ich kann übrigens keinen Denkfehler bei Variante 1 finden, vielleicht ist aber das Temperaturdelta von Hause aus groß genug, die Wendel scheint doch richtig viel Temperatur abzugeben bei dem Ausmaß.
     
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  18. gismo

    gismo Mitglied

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    Die Kühlleitung bei der eingruppigen Urania aus der Sammlung Cagliari fehlt. Soweit ich mich erinnere als ich meine restaurierte, ist die Bohrung im Zylinder zwischen den Dichtungen und durch die spezielle Form des Brühgruppenflansches besteht die Zirkulation.
    Das gelbe vom Ei war die Konstruktion sicher auch nicht. Ebenso wie das Modell der Urania mit dem Hebelchen oben am Ventil der Brühgruppe. Auch dieses wurde oft verschlossen.
    Bei Interesse sende ich ein Bild.

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  19. Puro

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    Ah, vielen Dank für die Aufklärung!
    Wenn natürlich über den Gruppenflansch eine Zirkulation entsteht, macht das Sinn.

    Es ist interessant, dieses System zu sehen und zu verstehen, allerdings denke ich nicht, dass ich es bei meiner Maschine wieder nachrüsten werde. Die Variante mit den Hebelchen als Ersatzteil zu finden, dürfte wohl einem 6er im Lotto gleich kommen.
    Die andere Variante könnte man zwar nachfertigen aber ich stelle mir die Frage ob das den Aufwand wert ist, wenn es funktional nicht großartig etwas verbessert. Und wenn es nur um Originalität geht, ist die Variante mit den einfachen Leitungen ja anscheinend auch nicht originalgetreu bei mir...

    Weißt du, wo die Probleme bei den Kühlleitungen lagen? Sind sie schnell verkalkt oder gab es andere Probleme?
     
  20. gismo

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    Weiß auf jeden Fall, daß die Ventile oft undicht wurden. Na ja, es waren ja auch die Anfänge der Espressomaschinen. Fast täglich gab es Weiterentwicklung.
     
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