Präinfusion bei Handheblern - wie lange?

Diskutiere Präinfusion bei Handheblern - wie lange? im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo allerseits, ein Vorteil der HH ist ja die Präinfusion nach Belieben. Wie macht ihr das eigentlich? Wartet ihr, bis die ersten Tropfen...

  1. Gianni

    Gianni Mitglied

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    Hallo allerseits,
    ein Vorteil der HH ist ja die Präinfusion nach Belieben. Wie macht ihr das eigentlich?
    Wartet ihr, bis die ersten Tropfen kommen, und zählt dann einige Sekunden, oder zählt ihr gleich nach Starten des Bezugs los? Wie äußert sich das im Geschmack?
    Hintergrund: Eigentlich (u.a. nach Meinung von Bubikopf) sollte ja die Gesamtextraktionszeit von 25 Sekunden ab Starten des Bezugs, also inklusive der Präinfusion, kalkuliert werden. Das funktioniert aber bei meiner L1 nicht - dann wäre der Puck nicht annähernd durchfeuchtet. Ich komme locker auf 40 Sekunden Präinfusionszeit, und dann noch mal gut 20 Sekunden für die Extraktion. Wobei ich den ST derzeit mit ca. 18 gr befülle.
    Bin auf eure Erfahrungen gespannt.
    Saluti
    Gianni
     
  2. #2 onluxtex, 25.04.2016
    onluxtex

    onluxtex Mitglied

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    Ich warte bis der erste Topfen Espresso kommt, das sind ca. 10sek. davon die Hälfte, macht 5 plus ca. 20sek. für den eigentlichen Bezug macht dann 25.
    So hat es hier im KN mal irgendwann, irgendwer erklärt. Ist eine ganz gute Faustformel, aber keine goldene Regel und ist auch abhängig von der Bohnensorte. Ich halte es: erlaubt ist was mir am Besten schmeckt.
     
  3. aelex

    aelex Mitglied

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    Ich wüsste nicht was gegen 40 Sekunden sprechen sollte... Ich habe schon von Leuten gehört die 2-3 Minuten einen Bezug fahren....
     
  4. sumac

    sumac Mitglied

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  5. Ganzo

    Ganzo Mitglied

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    Hallo Gianni,

    die häufig zitierte "25ml/25sek" - Regel ist eine Empfehlung, die praktisch nur für den typischen italienischen Espresso aus einer sehr kleinen Dosis dunkel gerösteter Bohnen sinnvoll ist.

    Eine allgemein gültige Regel kann es nicht geben, weil die Gesamtbezugszeit von den Bohnen, der Röstart, dem Mahlgrad, der Dosis, der Bezugsart, der PI-Dauer und bestimmten Geschmacksvorlieben abhängt.

    Hier ein Beispiel für unterschiedliche Bezugsarten:
    Ein lungo läuft etwa 20sek, ein normale etwa 25 - 30sek und ein ristretto ca. 30 - 45sek jeweils mit abnehmender Bezugsmenge oder anders herum ausgedrückt: je geringer die Bezugsmenge, desto länger läuft der Bezug und desto größer wird die mögliche Zeitspanne.​

    Hier ein Beispiel für unterschiedliche PI-Dauer:
    Für helle Röstungen ist eine längere PI, für dunkle Röstungen eine kürzere PI von Vorteil.
    Der Grund ist folgender:
    Hell gerösteten Bohnen sind schwerer vollständig zu extrahieren. Das wäre aber nötig, um an die wenigen süßen Stoffe zu gelangen. Da hilft eine längere PI.
    Dunkle Bohnen sind sehr leicht vollständig zu extrahieren. Hier ist es eher besser, nicht so hoch zu extrahieren, sonst wird der Espresso zu fad. Hier ist also eine kürzere Pi angebracht​

    Zur Berechnung der Gesamtbezugszeit:
    Bei meiner Pavoni nehme ich die Zeit von "Hebel hoch" (Wassereinlaß) bis "Hebel runter" (Druckaufbau) und rechne sie zur Hälfte auf die anschließende Zeit bis zum Blonding an. Das ist dann die Gesamtbezugszeit.​

    Gruß, Ganzo
     
    janosch gefällt das.
  6. #6 caffeefrank, 25.04.2016
    caffeefrank

    caffeefrank Mitglied

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    Die Pi Zeit hängt ja auch vom PI Druck ab.
    Der läßt sich bei Zweikreisern mit einem Druckminderer regeln.
    Sonst ist es ja der Kesseldruck.
     
  7. Gianni

    Gianni Mitglied

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    Hallo,
    vielen Dank für eure Beiträge. Das hat mich angeregt, mal weiter zu schauen als bisher.
    Bei mir läuft die PI über den Kesseldruck (die L1 ist ein Einkreiser), das heißt konkret zwischen 1,1 und 1,4 Bar, je nachdem, wann der Presso wieder schaltet. Das bedeutet, dass einerseits keine gleichmäßige und damit reproduzierbare PI stattfindet (wie beim Leitungsdruck), sondern dass die PI-Zeit davon abhängt, an welchem Punkt der Heizzyklus gerade ist.
    Dass sich die Länge der PI auf den Geschmack auswirkt, glaube ich mittlerweile bestätigen zu können. Ich habe mal den Mahlgrad der gleichen Bohne (Bonga, nicht dunkel geröstet) verändert, um verschiedene PI-Zeiten zu bekommen. Ergebnis: bei PI-Zeit 90 Sekunden: Geschmack sehr rund, weich, flach. PI-Zeit 8 Sekunden: Eher wässrig, mit Spitzen, nicht so rund. Beide Varianten sind eher nicht zu empfehlen.
    Bleibt die Frage offen, welche Zeit nun eigentlich erfahrungsgemäß anzusteuern wäre....Für Erfahrungen wäre ich dankbar.
    Saluti
    Gianni
     
  8. #8 quick-lu, 30.04.2016
    quick-lu

    quick-lu Mitglied

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    Ich glaube nicht, dass es hierfür eine Regel geben kann, ich glaube, dass die meisten unter 10 sec. bleiben.
    Ich bleibe meist zwischen 5-15 sec., ich beziehe aber auch eher lang, i.d.R. über 30 sec (ohne PI). Ich trinke auch nur sehr selten hellere Röstungen.
     
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