Projekt: Eigenbau KUBE

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  1. jvsk89

    jvsk89 Mitglied

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    Warum KUBE? Na weil ich so heiße und es eigentlich mal eine Würfel werden sollte. Aber von vorn.


    Vorgeschichte

    Alles begann vor ca. 6 Jahren, nachdem ich vorgemahlenen Filterkaffee endgültig satt hatte... frisch gemahlen und mit Druck erzeugt sollte es ab sofort sein. Also kaufte ich mir einen Vollautomaten (Saeco Odea Giro) und trank ab sofort etwa vier große Kaffee pro Tag. Alles war gut, das Elixier lecker und ich zufrieden.
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    Dann aber, vor etwa einem Jahr, wurde der Automat rappelig. Er verweigerte immer öfter den Dienst, trotz Pflege wurde die Durchflussrate niedriger und der Kaffe schmeckte nicht mehr ganz so gut (nun ja, das war womöglich auch Einbildung). Es musste also Ersatz her.
    Nachdem ich lange die üblichen Verdächtigen an Siebträgermaschinen gesichtet hatte, entschied ich mich schon fast für die Rocket R58. Doch bei dieser und vielen anderen Maschinen besteht das Problem, dass ich einen großen (Dampf)Boiler kaum geleert bekomme, weshalb die Gefahr von abgestandenem, gammeligem Wasser groß wäre. Ein Vollautomat ist aber auch sehr reinigungsintensiv und die perfekte Brutstätte für Keime.
    Nach langem Hin und Her beschloss ich, selbst eine Siebträgermaschine zu bauen. Um aber einen Einstieg in die Materie zu erhalten, habe ich zunächst zwei alte, defekte Maschinen von Ebay zerlegt, gereinigt und repariert. Einige Teile wurden später wiederverwendet.
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    Prinzip

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    Nach einigen Zeichnungen folgten einige weitere 3D-CAD Planungen.
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    Der Rahmen besteht aus Alu-Profilen, wie sie sonst zum Bau von Fertigungsstraßen zum Einsatz kommen (einfach, variabel, stabil).
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    Meine Konstruktion sollte einen Durchlauferhitzer bekommen, damit zum Einen die Temperatur digital und möglichst schnell geregelt werden kann, andererseits aber auch die Aufheizzeiten kurz bleiben. Das heiße Wasser (oder der Dampf) wird dann über zwei Ventile entweder zur Brühgruppe oder zum Dampfrohr geschickt.
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    Die Brühgruppe hat ein 3-Wege-Ventil um den Druck schnell ablassen zu können. Alle Funktionen werden von einem Mikrochip (Arduino Nano) gesteuert, den ich selbst programmiert habe (mittlerweile Versionsnummer 17).
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    Teile

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    Als Pumpe kommt eine ULKA EX-5 zum Einsatz. Die Heizung übernehmen zwei Durchlauferhitzer aus Vollautomaten (eine Dampfheizung mit 900W zum Vorheizen und ein normaler Durchlauferhitzer mit 1400W um die Zieltemperatur zu erreichen, auch wenn aus unerfindlichen Gründen mal 2L heißes Wasser auf einmal bezogen werden. Die Brühgruppe selbst stammt von einer Astoria.
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    Fazit

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    Es war ein riesenspaß und sehr lehrreich diese Maschine zu bauen. Der Kaffee könnte mir nicht besser schmecken (was vermutlich auch sehr subjektiv ist). Meine Frau findet zwar, dass das ganze Gerät mit 20kg ein Monster geworden ist, aber mir gefällts.
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    Grüße an Alle!
    Jan
     
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  2. #2 Iskanda, 06.12.2015
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    Toll. Und konsequent rustikal gehalten :)
     
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  3. #3 Dieselweezel, 06.12.2015
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    Sehr cool! Nur die Seitenteile schreinen eigentlich nach zwei massiven Messing- oder Kupferplatten. :)
     
  4. #4 Frankinho, 06.12.2015
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    Gratulation, tolles Teil!
     
  5. Indigo

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    Mit großem Willen Material verwendet! :)
    Aber wo ist das Flowmeter?
     
  6. #6 Ofenrohr, 06.12.2015
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    Das Gehäuse ist zwar etwas rustikal aber sehr cooles Projekt. Super Arbeit!

    Grüße
    Oliver
     
  7. #7 S.Bresseau, 06.12.2015
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    Wow, geniales Teil. Ein espressokochender Elektroschrank!:)
    Mit gefällt die Lösung fürs Gehäuse sehr gut. Wozu sind die Scharniere hinten?
    Und wieso sind die Seiten aus Holz? Über Desgin lässt sich immer trefflich streiten. Ich fände Metall-Seitenteile ähnlich der Front und dem Deckel, also auch mit offenen Schrauben, stilistisch einwandfrei :)
     
  8. jvsk89

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    Hallo und Danke für die tollen Rückmeldungen.

    Die Seitenteile sind aus Holz, weil mir das so ganz gut gefiel. Man könnte natürlich auch Alu nehmen, evtl. werde ich das auch mal probieren. Die Scharniere hinten sind tatsächlich für die Funktion: Man kann die Seiten aufklappen, um Wasser nachzufüllen (rechts) oder die Teile zu warten (links).

    Ein Flowmeter fehlt noch, das stimmt. Ich werde demnächst mal eines besorgen und einbauen, damit auch die Flussrate genau vom Microchip überwacht werden kann - die Pumpenfunktion wird ja schon für die Dampferzeugung gesteuert.

    Grüße,
    Jan
     
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  9. #9 mr.smith, 07.12.2015
    mr.smith

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    sehr lässig ! (daumenhochsmiley)
     
  10. #10 zia fofa, 07.12.2015
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    Ein mordsmäßiges Riesenkompliment auch von mir! Ein unkaputtbarer Klon aus Schaltschrank und Siebträger war ebenfalls die erste Assoziation beim Betrachten der Innereien. Im Gegensatz zu meinen Eigenbauten super aufgeräumt und durchdacht, was mich bestärkt, niemals nicht Bilder derselben hier einzustellen...

    Bei den Seitenteilen könnte Dir passieren, dass diese sich im Laufe der Zeit durch die Wärmeabstrahlung und die Einwirkung von Dampf wölben, da Faserrichtung und Leimkanten quer zur Befestigung verlaufen. Wenn Du da nochmal ran willst, dann wäre Metall oder Multiplex die bessere Wahl. Scharniere dann vielleicht innenliegend, um den WAF zu erhöhen (wenn das noch nötig wäre)

    Zia Fofa
     
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  11. joewue

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    Who knows? Vielleicht wird aus dem Cube ein Ball via Dampf?!;)
    Ernsthaft : super Sache, sowohl von der Einstellung wie der Umsetzung!!
    Wenn ich bedenke, dass für mich die drei Käbelchen meiner Cimbali Eleva schon eine Überforderung darstellen... Respekt!!!!
     
  12. Indigo

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    Och so schlimm ist das nicht. Es gibt ein oder zwei "witzige" Kommentare, aber ansonsten wird es ignoriert. :)
     
  13. #13 Barista, 07.12.2015
    Barista

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    Super Sache, eine Frage hätte ich jedoch noch:

    Wie wird denn die Brühgruppe beheizt? Wenn ich das richtig verstanden habe, ist da ja nur der Anschluss für das Heißwasser aus dem Boiler dran, oder? Thermisch ist die wohl nicht angeschlossen.
     
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  14. #14 Tobizzle, 07.12.2015
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    Tolle Arbeit! *Staun* ich finde die Optik mit dem Holz hat was! Ist natürlich Geschmackssache... meinen hättest du getroffen :)

    Großes Lob!
     
  15. helges

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    Sehr geil, ich frohlocke gerade. :)
     
  16. #16 Kaffeesack, 07.12.2015
    Kaffeesack

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    Wow, ein Schaltschrank der auch Espresso kann!:cool:

    Was macht dein Mühlenprojekt?;)
     
  17. #17 turriga, 07.12.2015
    turriga

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    Vielleicht steht das ja auch schon irgendwo, aber muss jetzt doch mal aus Neugier nachfragen!
    Bist du reiner Autodidakt oder hast du bei dem mehr als repektablen Projekt zumindest einen "artverwandten" beruflichen Hintergrund?
    Und nem mal schwer an, Designer ist es wohl eher nicht!;)
     
  18. jvsk89

    jvsk89 Mitglied

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    Momentan nur indirekt, ich mache einfach drei leerbezüge, dann ist sie heiss. Demnächst kommt aber auch noch eine heizpatrone für die Brühgruppe mit eigenem sensor.

    Die Temperaturen werden zur Zeit zweifach geregelt: zum einen mit zwei digitalen Sensoren, von denen einer am Boiler und einer am Wasserauslauf sitzt. Dann gibt es zweitens noch die üblichen sicherheitsthermostate. Erstgenannte Sensoren prüfen ständig, ob der Boiler noch warm genug ist. In Verbindung mit der Information, wann die Pumpe an ist, kann der Sensor am Wasserauslauf sehr flott schalten.


    Ich habe Lehramt für Informatik studiert. Das Zweitfach ist zwar nicht Maschinenbau, sondern Philosophie, aber ich bastel trotzdem gern.



    Danke für den Tipp mit dem Holz! Ich werd sicherlich noch etwas daran arbeiten. Die außenliegenden Scharniere haben den Vorteil, dass ich die Seitenteile ganz auf die Rückwand klappen kann.
     
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  19. #19 Barista, 08.12.2015
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    Dann wundert mich, dass das funktioniert. Wenn man die Masse der Brühgruppe mal in Relation zu dem Wasser stellt, das durchfließt, sollte die Temperatur der Brühgrupppe fast ausschlaggebend sein. Das sind ja sicher mehrere huntert Gramm Metall. Um das mit Leerbezügen von knapp 100 Grad von Zimmertemperatur auf die angepeilten ca. 92 Grad zu bekommen, musst Du ja Unmengen an Wasser durchlassen.
     
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  20. jvsk89

    jvsk89 Mitglied

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    Sogar mehrere Kilo. Ist ein dickes Ding.



    Ist sie anfangs auch. Zum aufwärmen gibt's aber einen besonderen Programmteil, der heißes Wasser langsam ausgibt. Nach etwa einem halben Liter wirds heiss, nach einem Liter ist alles auf betriebstemperatur. Zusätzlich regle ich die Wassertemperatur momentan ein wenig höher, sodass nach dem Metall noch 94 Grad da sind.

    Aber af längere Sicht muss eine heizpatrone wohl sein.
     
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Projekt: Eigenbau KUBE

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