Quickmill 3140 zu kalt?

Diskutiere Quickmill 3140 zu kalt? im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo liebes Kaffee-Netz, ich verzweifel gerade etwas und hoffe, ihr könnt mir helfen. Seit 4,5 Jahren begleitet uns eine Quickmill 3140 zusammen...

  1. #1 dakibot, 05.07.2022
    dakibot

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    Hallo liebes Kaffee-Netz,

    ich verzweifel gerade etwas und hoffe, ihr könnt mir helfen. Seit 4,5 Jahren begleitet uns eine Quickmill 3140 zusammen mit einer Eureka Mignon selben Alters. Seit einiger Zeit schmeckt der Espresso allerdings überhaupt nicht mehr. Also bin ich auf die Fehlersuche gegangen, meistens befindet sich der Fehler ja vor der Maschine ;-).

    Mit meinem "Prozess", um einen Espresso zu beziehen, habe ich alle Parameter mMn nach ganz gut unter Kontrolle. Mahlen mit Feinwaage, Tamper mit einstellbarem Anpressdruck, Bezug mit Feinwaage und Stoppuhr. Manometer und PID Thermostat bietet die Maschine. Nichtsdestotrotz war der Espresso gefühlt immer unterextrahiert und selbst mit Absicht (10g Mehl, 40 Sek. Bezugszeit für 20g Kaffee, 9,5 bar, max. Temp. am Thermoblock 115°C) habe ich es nicht hinbekommen, einen "verbrannten" Espresso zu beziehen. Immer noch ist die Crema hell und es schmeckt eher säuerlich. Die Maschine bekommt immer mindestens 20min zum Aufheizen.

    Habe es dann auf die schon etwas älteren Bohnen geschoben und letzte Woche neue gekauft von einer lokalen Rösterei in Stuttgart (Moulu). Das Trauerspiel ist allerdings das gleiche und jetzt keimt in mir langsam der Gedanke, dass der Fehler doch nicht vor der Maschine steht, sondern sich vielleicht in der Maschine befindet.

    Ich habe heute morgen die Temperatur des austretenden Wassers gemessen:
    - Siebträger ab
    - vorgewärmtes Edelstahlgefäß drunter
    - Bratenthermometer rein
    - Thermoblock auf max Temp 115°C gestellt, Zeit zum Aufheizen gegeben
    - ca. 150ml Wasser bezogen
    - Temperatur im Gefäß: 77°C
    - Habe das ganze mehrfach wiederholt, immer ziemlich konstant 76 oder 77°C
    - Anschließend den Thermoblock auf min Temp 99°C gestellt, einiges an Wasser zum Abkühlen durchlaufen lassen
    - Temperatur im Gefäß 66 - 67°C, konstant bei mehrfacher Wiederholung

    Im Anhang findet ihr ein Bild des Versuchsaufbaus.


    Jetzt freue ich mich über eure Einschätzung. Macht das Sinn? Dass es eine Differenz zwischen der eingestellt Temperatur am PID Regler und am Austritt gibt, ist mir bewusst, aber fast 40°?? Auch das Edelstahlgefäß in meinem Versuchsaufbau könnte noch für ein paar Grad Abkühlung sorgen aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass das Kaffeemehl im Siebträger Wasser mit über 90°C sieht.

    Anschlussfrage: Was könnte das Problem sein? Irgendetwas scheint da ja noch geregelt zu werden aber anscheinend mit einem Offset?

    Ich freue mich sehr über eure Einschätzung. Bin handwerklich begabt und traue mir zu, vieles selbst zu reparieren.
     
  2. #2 sportbiber, 05.07.2022
    sportbiber

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    Welche Temperatur hat denn der Kaffee?
     
  3. #3 quick-lu, 05.07.2022
    quick-lu

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    Zum einen hier
    Der flow passt nicht, ein Leerbezug mit dieser Menge wirkt sich temperaturmäßig, gerade bei Thermoblock, anders aus als ein Espressobezug.
    Der Thermoblock hat nicht die Zeit genug Energie ans Wasser abzugeben und auf eine vernünftige Tmperatur zu bringen.

    Es könnte aber schon auch sein das die Maschine verkalkt ist.
    Außerdem kann es am Charakter der Röstung liegen, säuerlich ist bei vielen Bohnen nicht ungwöhnlich und wird unterschiedlich interpretiert.
    Und das ein Espresso auch bei längerer Bezugsdauer nicht verbrannt schmeckt muss nichts heißen. 40 sec. sind meist kein Problem.
     
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  4. cottec

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    schraub doch mal die ratio von 1:2 auf 1:3 hoch, vielleicht braucht der kaffee einfach ein bisschen mehr
    temperatur sollte bei der QM zwischen 100 und 105 ausreichend sein

    welches sieb benutzt du?

    ich vermute alledings starkes channeling.
    besorg dir doch mal nen bodenlosen siebträger :)
     
  5. #5 dakibot, 05.07.2022
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    Vielen Dank euch dreien für die schnellen Antworten.

    @quick-lu und @sportbiber , da habt ihr natürlich völlig Recht. Ich hatte bewusst eine größere Menge Flüssigkeit bezogen, um Effekte wie die Abkühlung durch das auffangende Gefäß zu minimieren. Was ich nicht bedacht habe, dass der Thermoblock Wasser in dieser großen Menge und ohne den Widerstand des Kaffeemehls auch in diesem großen Volumenstrom womöglich nicht erwärmt bekommt. Richtig ist ja eigentlich, welche Temperatur der austretende Kaffee hat. Ich habe vorhin nachgemessen.
    - Thermoblock auf 105°C gestellt
    - 20 min mit Siebträger aufheizen lassen
    - Espressotasse mit kochendem Wasser vorgewärmt
    - Kaffeemehl rein, getampered und 40ml Espresso bezogen
    -> 79°C

    ich habe dann noch ca 2 min gewartet, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schnell der Espresso abkühlt. Nach 2 Minuten hatte er noch ca. 70°C.

    Das wäre tatsächlich eine Möglichkeit. Hier war ich teilweise nicht ganz so vorbildlich und habe alle 6-10 Monate entkalkt. Werde ich auf jeden Fall in den nächsten Tagen versuchen, auch wenn das letzte Entkalken noch nicht so ewig zurückliegt. Wasser ist bei uns jetzt auch nicht übermäßig kalkhaltig.

    Meine Röstungen sind eigentlich immer säurearm mit schokoladig-nussigen Aromen. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich auswärts auch schonmal Espressi mit mehr Säure getrunken. Was aus der Quickmill kommt ist aber einfach nur ungenießbar.

    Ich habe natürlich auch schon mit anderen ratios rumgespielt. Das oben sollte nur ein Beispiel sein, was ich versucht habe, um einen möglichst "heftigen" und nicht unterextrahierten Espresso zu erzeugen.

    Die Standardsiebe, die bei der Quickmill dabei waren. Die fülle ich mit 10g bzw 17g.

    Wie kommst du drauf? Gibt es da Indizien?

    Mit solchen Gedanken spiele ich erst, wenn ihr mir erzählt, dass ein Espresso mit 79°C völlig normal ist ;-).
     
  6. cottec

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    Puh okay, also Fehler Nr 1 ist ganz klar, dass du die Siebe überfüllt. 8g und 14,5g waren bei mir ganz in Ordnung.
    Fang damit mal an.

    Dann mach deine Bezüge ein wenig länger.

    Das mit dem bodenlosen siebträger soll dir helfen und keinen schicki micki Invest darstellen...
    Du kannst damit sehr gut sehen, ob du channeling oder Rand channeling hast, das lässt sich ohne eben nicht gut herausfinden.

    Weiterer Vorteil, du kannst nach 5 Minuten Kaffee machen, weil kein siebträger mehr aufgeheizt werden muss.

    Ist auf keinen Fall eine Fehlinvestition, du wirst ja wohl kaum die Maschine wegen eines defekten Temperatursensors wegtun, auch wenn das eh sehr unwahrscheinlich ist.

    Ist beim Bezug dir die Heizungslampe an?

    Ich glaube aber, dass du massives channeling hast, vor allem weil das Sieb viel zu voll ist.

    Konzentrier dich mal aufs 2er Sieb, 14,5g und wenn der mahlgrad passt für 30s nach pumpenstart, dann Spiel mal noch mit +/-0,5g und +/-5s


    Und ja, die Temperatur vom Getränk klingt okay. Immer bedenken, dass man den frischen Espresso eigentlich immer sofort trinken kann
     
  7. #7 sportbiber, 06.07.2022
    sportbiber

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    "Espresso benötigt sogar Brühtemperaturen von 92°C und 96°C. Nach dem Servieren ergibt sich dadurch für guten Kaffee eine Trinktemperatur zwischen 65°C und 70°C, bei Espresso ca. 67°C."
    (Beliebte Temperatur beim Kaffeetrinken | coffee perfect)

    oder hier:
    Brühtemperatur 88°C, in der Tasse 67°C! Wie soll das denn gehen?

    79 Grad ist viel zu heiß.
     
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  8. cottec

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    das war ja eh den eingestellten 115°C geschuldet
     
  9. #9 dakibot, 07.07.2022
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    Ok, wow. @cottec, ich habe deine Hinweise von oben befolgt.
    - Thermoblock ziemlich "kalt" auf 101°C.
    - 2er Sieb mit 14,5g befüllt
    - Mahlgrad angepasst, bis ich bei ca. 30 sek Bezugszeit für ein 2,0er ratio war

    Das Ergebnis schmeckt auf Anhieb schon ziemlich gut und hat 69° in der Tasse. Ich bin begeistert! Werde in den nächsten Tagen dann noch ein wenig Fine Tuning betreiben und wenn ich mich mit diesen Parametern ein bisschhn vertraut gemacht habe, mal über einen bodenlosen Siebträger nachdenken.

    Fazit: Der Fehler stand doch mal wieder vor der Maschine und ich habe mehrere Jahre "falsch" Kaffee gemacht :-o.

    Was ich allerdings nicht so ganz verstehe und jetzt wird's ein wenig theoretisch:
    Mein vorheriges Setting mit den vorher genutzten Bohnen von Caffè Principe aus Stuttgart, 115° am Thermoblock, 17g im 2er Sieb, 2,5er ratio und 30sek Bezugszeit hat auch gut geschmeckt. Nicht sehr gut, aber gut. Ich habe auch dort immer mal wieder mit einzelnen Parameter gespielt aber ohne Erfolg, daher bin ich immer wieder bei diesem Setting gelandet. Dass es nur gut und nicht sehr gut wurde, habe ich auf meine Kombi aus QM und Mühle geschoben. Es muss ja schließlich einen Grund geben, warum Leute noch mehr Geld für bessere Geräte ausgeben...

    Kommt mir jetzt im Nachgang so vor, als hätte ich mich in einem lokalen Optimum befunden .... weit weg vom globalen Optimum.
    Die Funktion, welche Parameterkombi zu gutem Kaffee führt, scheint also ganz schön anspruchsvoll zu sein und führt einen nicht automatisch zum globalen Optimum. Wenn man an der falschen Stelle startet und den Geschmack Schritt für Schritt durch Parametertuning verbessert, kommt man unter Umständen an einer ganz falschen Stelle raus ... spannend.

    Habe die Caffè Principe Bohnen heute wieder gekauft und werde demnächst auch dort mal versuchen, das globale Optimum zu finden.

    Euch jedenfalls vielen Dank. Ihr habt mir sehr geholfen!
     
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  10. cottec

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    ah ja mega, freut mich, dass das geholfen hat.

    ich hab ne zeit lang auch nur die gleichen bohnen geholt und hab da das laufen gelernt.
    sobald man anfängt sich davon zu verabschieden und praktisch nie zwei mal die gleichen bohnen kauft kriegt man erst mal mit, in was für einer blase man sich vorher bewegt hat.

    hatte ich gerade erst wieder mit dem quijote kaffee. den bezieh ich gerade 4 grad kälter und deutlichst feiner als alles andere davor.

    aber tatsächlich würde ich sagen, dass deine "kalte" temperatur eine gute richtung ist.

    am wichtigsten ist aber immer mal die füllmenge zu prüfen mit dem einspannen ausspannen, schraubenabdruck im noch nicht gebrühten kaffee prüfen.
    dir wird auch auch noch kaffee unterkommen, der plötzlich nur bis 13,5 oder 15,5g funktioniert. der größte fehler scheint es zu sein, wenn man ihm keine luft nach oben gibt, dann channelt es direkt durch die dusch-löcher
     
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  11. SRT392

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    Hallo, hab mal eben mitgelesen und festgestellt das auch meine QM 3140 auf 113 grad eingestellt ist. Meine Frau findet ihren Cappuccino allerdings immer etwas zu kalt..

    Ich hau auch immer 16-17gramm in das 2er Sieb.

    Ich probiere das auch gleich mal aus mit den 14,5gramm und 101 grad
     
  12. #12 Synchiropus, 08.07.2022
    Synchiropus

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    Da dürfte die Milchtemperatur einen deutlich größeren Einfluss haben als die des Espressos. Mach doch Deinen Milchschaum heißer.
     
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  13. #13 sportbiber, 08.07.2022
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    Am besten gleich H-Milch :confused:
     
  14. #14 Synchiropus, 09.07.2022
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    Was möchtest Du damit sagen? Vermutlich nur ein nutzloser Kommentar.
    H-Milch wird auf ca. 140°C erhitzt, das wirst Du mit einer Dampflanze nicht schaffen.
     
  15. #15 Fluchtkapsel, 09.07.2022
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    Tasse vorwärmen wäre auch noch eine Option.
    +/- 2°C bei den rund 20g Espresso sollten keinen großen Unterschied bei der wahrgenommenen Temperatur machen, bei den 110ml Milch schon mehr.
     
  16. #16 sportbiber, 09.07.2022
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    Probier mal 70 Grad, schmeckt wie H-Milch.
     
  17. cottec

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    milch auf 60 °C und die tassen mit heißem wasser vorheizen.
    was sollen denn 30g espresso großartig die temperatur von 100g milch mit 60°C beeinflussen?
     
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