Restauration Ölhydraulische La San Marco Disco Volante

Diskutiere Restauration Ölhydraulische La San Marco Disco Volante im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Ich bin durch glückliche Umstände an eine Ölhydraulische La San Marco inklusive Pumpe geraten, und dachte ich lasse euch an der Restauration...

  1. #1 Jean Louis 99, 23.03.2024
    Jean Louis 99

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    Ich bin durch glückliche Umstände an eine Ölhydraulische La San Marco inklusive Pumpe geraten, und dachte ich lasse euch an der Restauration teilhaben.

    Die Maschine war 45 Jahre im Besitz eines ehemaligen Monteurs, welcher mir auch ein paar wichtige Infos zur Maschine geben konnte, darunter war zum Beispiel, dass die Maschine, falls die Pumpe ausfallen sollte, auch rein mit normalen Handhebeln bedient werden kann.

    Ich werde im laufe der Restauration auch noch im Detail auf Pumpe, Hydraulik an sich und verschiedene Details eingehen, aber hier mal die ersten Bilder vom zerlegen um einen Überblick zu bekommen.

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  2. kenny

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    Wie toll! Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht. Viel Erfolg beim Restaurieren!
     
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  3. #3 turriga, 24.03.2024
    Zuletzt bearbeitet: 24.03.2024
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    Boa, du Glücksritter! :D
     
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  4. #4 mechanist, 24.03.2024
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    Toll, dass die Pumpe wieder aufgefunden wurde - bei meinem Kontakt zu dem Vorbesitzer fehlte diese noch.
    Das funktioniert aber nur dann, wenn vorher die Gestänge von den Gruppen zu den Hydraulikelementen unter der Tropfschale demontiert werden.
    Denn ansonsten müsste man mit dem Hebel nicht nur die Federkraft überwinden, sondern auch die Hydraulikelemente bewegen, das Öl in den Leitungen
    und die Pumpe, das halte ich für ausgeschlossen. Zumal die Hebel bei dieser Maschine auch deutlich kürzer sind als bei den üblichen HH-Modellen.
    Interessanterweise fehlen diese Hebel auch in allen mir bekannten Prospektabbildungen dieses Modells, auch das ein Hinweis, dass diese wohl nur
    beim Ausfall der Hydraulik eingesetzt wurden.

    La San Marco - Hydraulische Gruppen
     
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  5. #5 Jean Louis 99, 24.03.2024
    Jean Louis 99

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    Das ist tatsächlich nochmal eine andere Maschine und nicht die wo hier schonmal mit der Fragestellung, wer kennt diese San Marco, gepostet wurde.

    Das Stimmt tatsächlich nicht, das Gestänge muss nicht demontiert werden, da es so konstruiert wurde, dass die Enden jeweils umgebördelt sind und sich dadurch bei Betätigung durch einen Handhebel einfach innen durchschieben, hier mal das Bild dazu.

    IMG_9533.jpeg IMG_9532.jpeg

    Das heißt, wenn man den Handhebel manuell betätigt, bei kaputter Pumpe, rutschen die Stangen einfach unten durch
     
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  6. #6 turriga, 24.03.2024
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    Da in und um München ja ein richtiger Hotspot für „diese alten Kisten“ entstanden ist (man könnte dazu natürlich auch italienisches Kulturgut sagen), dies auch nicht nur in der Breite, sondern gerade in den letzten Jahren noch stark in der Qualität, wäre es nun doch allerhöchste Zeit für eine kleine, aber feine Ausstellung!
    Aber meine Einschätzung kennst du ja diesbezüglich bereits, und diese auch nur zu gut!:)
     
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  7. gismo

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    Die Handhebeln der Maschine waren nicht nur relativ kurz, sondern auch innen hohl. Bei meiner ist sogar einer abgebrochen. Denke es diente in erster Linie für die Sichtkontrolle bei der Zubereitung
     
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  8. #8 Flamberger, 25.03.2024
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    Sehr spannende Maschine. Freue mich mitzulesen.
     
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  9. Feitz

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    Sehr genial, allerdings sieht es nach gefühlt 2 kg Asbest aus, da hätte ich etwas Respekt.
     
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  10. #10 mechanist, 31.03.2024
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    Die Frage nach dem Sinn der Hebel wird sich ja hoffentlich im Zuge der Restaurierung dieser Maschine klären - für mich jedenfalls ist es Sinn eines Forums,
    Kenntnisse und Erkenntnisse zu teilen und ggf. auch gemeinsam zu erarbeiten, und nicht nur die blosse "Zur-Schau-Stellung".
    Deshalb freue ich mich auf einen hoffentlich (und ausnahmsweise) detaillierten Restaurierungsbericht dieser exotischen Maschine.
     
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  11. #11 Jean Louis 99, 02.04.2024
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    Heute wurde die Pumpe zerlegt und gereinigt, hat wirklich viele schöne Details, angefangen von den Schildern bis zum Ölmessstab.

    Die ganze Pumpe ist eigentlich recht simpel aufgebaut, kleiner Filter, Pumpenkopf, Öldruckregelventil und einen Manometer dazwischen.

    Anders als bei der Pumpe der ersten Serie von Kent Bakke, befindet sich die meiste Technik komplett im Öl.

    Werde Sie in den nächsten Tagen mit einem neuen Kabel versehen und einen Probelauf starten.

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  12. #12 Jean Louis 99, 02.04.2024
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    Der Chrom der Hülle hat einiges an Patina und an ein paar Stellen leider auch sehr fertig, wird spannend wie es am Ende als Gesamtbild wirkt.

    Der Lack ist glücklicherweise aber noch in super Zustand.

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  13. #13 Jean Louis 99, 02.04.2024
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    Die Meisten Leitungen und Teile wurden auch schon entkalkt und gereinigt, werde am Ende der Restauration wieder eine Liste mit den verwendeten Dichtungen anführen.

    Für die 3-Loch-Flansche an den Kessel werde ich vermutlich eine größere Stückzahl an Dichtungen fräsen lassen, wenn jemand Bedarf hat, kann sich gerne melden.

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  14. #14 Flamberger, 03.04.2024
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    Die Pumpe ist ja mal wirklich wunderschön. Die Schilder sind ein Traum.
    Was ich bis jetzt noch nicht verstanden habe, für was die überhaupt verbaut wurde, bzw was deren Funktion ist? Evtl. habe ich es ja überlesen. Kann man mich da mal aufklären bitte.
     
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  15. escape

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    una bella carrozzeria
     
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  16. #16 Sansibar99, 03.04.2024
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    Um Crema Caffé zu beziehen, braucht man einen Brühdruck von min 4-5 bar.
    Die ersten Maschinen, die das konnten waren die Feder-Handhebelmaschinen ab 1949. In den Jahren danach wurde mit Alternativen experimentiert, einer dieser Wege war es, mit ölhydraulischem Druck den Kolben bzw hier bei LSM die Brühgruppe zu bewegen.
    Es gab verbreiteter Wasserhydraulische Systeme, die über verschieden dimensionierte Zylinder den Wasserleitungsdruck hochskalieren konnten.
    Erst später entwickelte FAEMA mit der E61 ein Verfahren, mittels elektrischer Pumpe den Brühdruck direkt zu erzeugen.
     
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  17. #17 mechanist, 03.04.2024
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    Die Ausgangspunkte für die Entwicklung wasser-, dampf- und ölhydraulischer Maschinen waren erleichterte Bedienung, Automatisierung und bessere Reproduzierbarkeit. Vereinfacht gesagt, hat man die menschliche (Muskel-) Kraft, die zum Bedienen der rein manuellen Hebelmaschinen notwendig war, durch den Einsatz hydraulischer Bauteile ersetzt. Im Vergleich zu wasserhydraulischen Bezugssystemen war die Ölhydraulik dabei technisch aufwändiger und vermutlich auch deutlich teuerer. Meines Wissens wurden ölhydraulische Maschinen nur von La San Marco und Vittorio Arduino / Juvara gebaut. Bei Gaggia gab es wohl Versuche in diese Richtung, die aber über das Prototypenstadium
    nicht hinauskamen.
     
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  18. #18 Flamberger, 03.04.2024
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    Aha, dann ist es so wie ich gedacht habe quasi Pumpenersatz. Schon sehr aufwendig wenn man sich das mal überlegt. Eine Hydraulikpumpe mit Motor zu bauen um einen Kolben in einer Brühgruppe zu bewegen. Danke für die Info.
     
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  19. #19 mechanist, 03.04.2024
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    Welches Hydrauliköl benutzt Du dann?
    Hydrauliköl gilt ja gemeinhin als aggresiv, und bei Verwendung moderner Öle stellt sich ev. die Frage nach der Materialverträglichkeit.

    Was mir auch noch nicht klar ist: Wirkt die Hydraulik nur in eine Richtung oder in zwei Richtungen - anders gefragt, bringt sie nach dem Bezug
    den Kolben / die Buchse wieder in die Ausgangstellung oder wird das von den Federn bewirkt?
     
  20. #20 Henning S., 03.04.2024
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2024
    Henning S.

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    Nach den Bildern in Beitrag 5 kann die Hydraulik nur Zugkräfte auf die Stäbe ausüben. Somit kann die Hydraulik die Buchse nicht in die Ausgangsposition bringen, das müssen die Federn erledigen. Die Hydraulik könnte nur als Dämpferelement (Maxwell Körper ;)) wirken.
    Tolle Maschine JL, Glückwunsch! Und vielen Dank für die bisherige Dokumentation
     
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