[Restaurierungen] La San Marco

Diskutiere [Restaurierungen] La San Marco im Restaurierungen und Raritäten Forum im Bereich Maschinen und Technik; Ich starte hier mal besser sowas wie einen Sammel- Fred, denn es werden wohl ganz sicher noch ein paar mehr Modelle dieser Marke kommen. Ich habe...

  1. #1 turriga, 01.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 01.08.2021
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    Ich starte hier mal besser sowas wie einen Sammel- Fred, denn es werden wohl ganz sicher noch ein paar mehr Modelle dieser Marke kommen.
    Ich habe ja mit einer zweigruppigen LSM 69 für das Büro mit der Restauration von Gastro- Maschinen mal begonnen, meist Handhebler, bin nicht ohne Grund dieser Marke immer treu geblieben, auch wenn gerade die anderen La- Marken zwischenzeitlich mal stärker in den Fokus gerückt sind. Auch an Faema und Gaggia kommt man schlussendlich nicht vorbei, wenn man sich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzt, dafür sind die einfach zu präsent (und auch zu gut).

    LSM 75

    Die erste hier nun gezeigte Maschine ist eine LSM 75, bin mir nicht sicher, ob diese auch Export genannt werden kann, denn sie hat zwar das schönere, schmale Gehäuse einer Export, ist aber eine Dipper- Version, ganz ohne HX und Rückschlagventil und auch mit obenliegender Heizung.
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    Eigentlich habe ich die Maschine nur in Angriff genommen, weil ich dafür eine deutlich seltenere LSM „im Tausch“ (mit Wertausgleich) bekommen konnte, sollte diese „nur rein technisch instandsetzen“, so der Deal. Darum musste die auch kurzfristig (aber dringend) dazwischen geschoben werden, obwohl nicht geplant.
    Schlussendlich ist es dann doch fast eine Komplett- Restauration geworden, nicht nur komplett neue Dichtungen, sondern etwa auch das Sandstrahlen und Streichen des zuvor zu rostigen Rahmens, neue Federn…... Das Manometer ist leider (wie hier öfter mal) nicht mehr das Originale, schon etwas schade.
    Lediglich das goldenfarbene Gehäuse wurde nicht in Angriff genommen, auf den Bildern ist eines in Orange (meiner eigenen Export entliehen) zu sehen, der Besitzer überlegt noch, welche Farbe er haben möchte.
    Keine komplexe Sache, eigentlich, wenn da nicht diese vermaledeiten Kessel- Imbusschrauben (in einem unter den Flanschen liegenden Messingring mit Gewindelöchern) verschraubt wären, deren Köpfe leider sehr weich, das Gewinde im Messing meist brutal festgebacken sind und sehr nah und dabei tief an der Kesselwand liegen würden, das Ausbohren ist hier eine wahre Challenge (ein echter Sch****x).
    Fortsetzung folgt!
     
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  2. #2 condino, 04.08.2021
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    Ich hänge mich mal ein, zwar haben andere hier an Bord durchaus ältere "LSM-Rechte", ich bin nur gerade arg LSM-begeistert, nach der gerade finalisierten Überholung einer Tipo 6_. Ursprünglich hatte ich 1993 mit Faema e61 angefangen, und es hat rund 20 Jahre gebraucht, bis ich "fremd gegangen" bin. Aber mit inzwischen 3 LSM-Maschinen bin ich von dieser Verbindung aus Robustheit, Einfachheit und Design so begeistert, dass LSM meine Lieblingsmarke geworden ist. Geschmack ändert sich also doch mit den Jahren. Zeigen möchte ich hier meine erste LSM, eine zweigruppige

    LSM Olympic
    1963, läuft mit HG-Presso und Bleib-Gewicht.

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    Der Traum bleibt eine Lollo, war ja sogar vor ein paar Wochen erhältlich, allerdings hatte ich kein Glück mit meinem Lottoschein ;-). Vor ein paar Jahren hatte ich noch eine eingruppige Disco Volante mit lackierter Chromhaube (autsch !) für 2.500 in IT stehen gelassen, weil mir zu teuer - heute würde ich das wohl nicht mehr. Wer weiß ...
     
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  3. #3 turriga, 05.08.2022
    Zuletzt bearbeitet: 05.08.2022
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    Bevor wir nun bei den Disco Volante tiefer einsteigen, macht es hier vielleicht Sinn, die Historie der 1920 von den Brüdern Romanut ursprünglich in Udine gegründeten Firma La San Marco und deren frühere Modell zuerst noch etwas zu durchleuchten. Diese Firma existiert zwar noch heute, ist allerdings durch mehrere Besitzerhände gegangen und das Geschichtsbewusstsein ist vielleicht daher bisher auch etwas "übersichtlich". Außer dem hier im KN schon gezeigten Regal , gibt (gab?) es zum 100jährigen noch diese Ausstellung mit einigen dieser Exponate am heutigen Produktionsort (Via Marziano Ciotti, 51, 34072 Gradisca d'Isonzo GO, Italien), die man allerdings auch virtuell besuchen kann.
    La San Marco
    Nicht sehr umfangreich, auch einige deutliche Schwächen (etwa der Hopper und die Deckel der Disco Volante sind wiederum immer noch nicht original), allerdings gibt es auch schon auch dort drei Modelle zu sehen, die wirklich ausgesprochen selten und vielleicht ja sogar einzigartig sind, wie etwa das erste dieser Firma überhaupt, das Model 1 von 1920 oder auch deren erster Handhebler, die wundervolle Atlantic, deren Brühgruppe ganz ähnlich für die Lollobrigida, Disco Volante und Olympic weiterentwickelt wurde. Das Produktionsdatum mit (1945 angegeben) wirft allerdings schon auch Fragen auf, denn eigentlich gilt ja eher die Gaggia Classica von 1948 als die erste Handhebel-Maschine.
    Besonders an La San Marco ist vielleicht schon, dass dort das Thema HH weiterhin einen gewissen Stellenwert genießt, wie man auch an dem aufgelegten Jubiläumsmodell sehen kann, die Brühgruppen mit Basis aus den 70ern (modello 64 und 69) ja heute noch produziert werden.
     
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  4. #4 turriga, 10.08.2022 um 21:35 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 10.08.2022 um 21:47 Uhr
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    Hier nun also der Startpunkt, vielleicht gelingt es uns ja, die Modell-Historie dieser geschichtsträchtigen Firma hier nun weitgehend chronologisch abzubilden und etwas zu durchleuchten:
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  5. #5 turriga, 10.08.2022 um 22:00 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 11.08.2022 um 10:20 Uhr
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    Das allererste Modell (model1) von 1920 wirft schon erste Fragen auf, da das in der Ausstellung gezeigte Model 1 nicht wirklich identisch mit dem abgebildeten in der Firmen-Chronologie ist:

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    Dies ist sehr viel ähnlicher zu dem auf der Mumac-Seite gezeigten Model 313A (dort auf 1925 datiert).
    Vielleicht zeigt es ja auch nur die Maschine ja nur noch vor einer Restauration, allerdings ist zum Beispiel die Firmen-Plakette definitiv auch eine andere.
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    [Bilder von der LSM-Firmenhomepage und Collezione Enrico Maltoni-Seite.]
     
    Henning S., carkoch, wuest und 3 anderen gefällt das.
  6. #6 turriga, 11.08.2022 um 10:19 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 11.08.2022 um 10:51 Uhr
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    Zu dem Modell 313 lassen sich dann noch ein paar weitere Informationen aus dem Ende der Zwanziger finden, eine Beschreibung mit Detail- Zeichnungen der BG und der kompletten Maschine

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    ........und noch diese Firmen-Information über den irreperablen Zustand einer untersuchten Maschine mit Abbildung eines hier viergruppigen Säulenbrühers dieses Modells.

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    [Bilder von Davide`s FB-Seite: Espresso Vintage Passion]
     
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  7. #7 turriga, 12.08.2022 um 11:46 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 12.08.2022 um 12:22 Uhr
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    Nach diesem Modell 313 ging es (ab 1925 laut Mumac, 1935 laut Firmen-Hompage) mit dem Modell 900 weiter, eine radikale Abkehr vom eher "barocken" Design, welches viele Hersteller in ähnlicher Form in der Zeit anboten, zu einem sehr reduzierten, puren und geradlinigen Design, dies sogar und ganz besonders auffällig beim oben krönenden Löwen.

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    Aus meiner Sicht gab es das Modell in drei sehr unterschiedlichen Größen, von den stattlichen Gastro-Brühern zu einer deutlich kleineren Version wohl nur für sehr kleine Lokale (oder sehr wohlhabende Haushalte).

    Groß und "Mittel" (vier- und zweigruppig) im Vergleich zu Model 313:
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    "Mittel" (zweigruppig):
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    Klein:
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    Hier wird der gewaltige Größenunterschied (mittel zu klein) nochmal sehr plakatif und überdeutlich:
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    [Bilder von Davide`s FB-Seite: Espresso Vintage Passion, LSM-Firmenhomepage und Collezione Enrico Maltoni-Seite]
     
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  8. #8 turriga, 13.08.2022 um 22:17 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 13.08.2022 um 22:36 Uhr
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    Hier noch die Ansichten der 900 in der großen, zweigruppigen Variante (hier dann auch ganz ohne Löwen), hätte ich fast auf der Mumac- Seite ganz übersehen:

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    Bin sonst meist kein großer Freund dieser auf die Maschinen aufgesetzten Skupturen, bei diesen Löwen verhällt sich dies allerding doch ganz anders:
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    [Bilder von Davide`s FB-Seite: Espresso Vintage Passion und Collezione Enrico Maltoni-Seite]
     
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  9. #9 wiegehtlasanmarco, 14.08.2022 um 09:40 Uhr
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    Was mir aufgefallen ist, ist dass das Typenschild auf der 900er schon genauso aussieht wie noch bis zur LSM 75 (die deutschen LSM 80 und höher hatten zumindest dann ein anderes Typenschild)
    Der stilisierte Löwe hat was.
     
  10. #10 turriga, 14.08.2022 um 11:22 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 14.08.2022 um 16:38 Uhr
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    Auch die runden Bakelit-Räder mit den Blechschildchen wurden so jahrzehntelang beibehalten.

    Welches Modell dann kam, wird nun nochmal etwas schwieriger zu bestimmen. Ichdachte zunächst, es wäre das Model 42 (1942?), welches es dann später (nach dem 2. Weltkrieg) mit sehr ähnlichem Gehäuse auch noch in der Handhebel- Variante als Model 52 gab (in der Firmen-Chronik allerdings dort nicht auftaucht).
    Bei der "Atlantica" hingegen verhält es sich genau umgekehrt, die Handhebel-Maschine (parallel zur Lollo) ist diesmal dort aufgeführt, der frühere Brüher mit dem Namen allerdings gar nicht. Beziehungsweise ist eher auch fraglich, ob der in der Firmen-Chronologie genannte Name für den HH denn überhaupt stimmt (und nicht etwa " La Super La San Marco" wie auf einem Prospektzu lesen). Dank des Hinweises mit entsprechenden Bildern einer hier abgebildeten Firmen- Faltkarte (zusammen mit der 900), sowie einer Barszene von @ezlbaak (bei dem Arno-Flood-Bilderrätsel schon mal gezeigt) ist doch eher wahrscheinlich, dass es den wundervollen Brüher L`Atlantica" doch noch vor dem Model 42 gab.

    Model L`Atlantica:
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    Für mich eines der schönsten Bilder einer historischen Maschine sogar noch an ihrem angestammten Einsatzort:
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    Besonders ist hier der Kessel unterhab im Bartresen, was es später nochmals bei den HH ähnlich gab (und ja auch heute allerdings anderswo wiederentdeckt wurde).

    Model 42:
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    [Bilder von @ezlbaak und Collezione Enrico Maltoni-Seite]
     
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  11. condino

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    Wirklich ein tolles Bild, und macht zudem neugierig, welche Mühle der Kunde am Tresen da (leider) abdeckt.
     
  12. #12 turriga, 14.08.2022 um 16:32 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 14.08.2022 um 20:25 Uhr
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    Ich war zunächst beim Durchzählen auch etwas erstaunt, wieviele Brühgruppen diese hat, bis ich dann den obligatorschen Barspiegel entdeckt habe!:D

    Das wäre doch mal eine echte Challenge insbesondere für Holger und Henning!:)
     
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