rösten mit brotbackautomat und heißluftpistole

Diskutiere rösten mit brotbackautomat und heißluftpistole im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; nachdem ich hier noch nicht viel spezielles gelesen habe, was das hg/bm-rösten betrifft, beziehungsweise das wenn dann nur in anderen themen kurz...

  1. #1 mr.klee, 31.01.2009
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    nachdem ich hier noch nicht viel spezielles gelesen habe, was das hg/bm-rösten betrifft, beziehungsweise das wenn dann nur in anderen themen kurz angesprochen wurde, nun dieses neue. falls ich ein existierendes übersehen habe, tut mir das leid.

    ich habe mir am donnerstag zusammen mit meinem mitbewohner eine heißluftpistole (10 euro, neu) und einen brotbackautomaten (10 euro, gebraucht) erworben und nachdem der halbe freitag damit verbracht wurde rohkaffee aufzutreiben, wurden wir doch noch fündig. leider nur billigster vom billigen: alvorada minas, auf guten von walter_ warte ich noch (drecks post!).

    aber: das rösten war unglaublich spaßig und spannend, ich bin heillos infiziert!

    gibt es denn hier noch andere leute, die mit dieser methode rösten? wenn ja, wie macht ihr folgende punkte:

    - abstand heißluftpistole - kaffee
    - pistole fixieren oder schwenken
    - brotbackautomat vorheizen (mit der heißluft) oder nicht

    ich habe nach dieser seite die pistole geschwenkt, allerdings variiert dadurch natürlich auch der abstand ein wenig, ich weiß nicht wie sich das auswirkt auf die reproduzierbarkeit.

    ansonsten muss ich natürlich noch viiieeeeel üben, aber das dann mit besserem kaffee, denn der den ich jetzt habe schmeckt nach genau nichts! ich weiß, dass man die frisch gerösteten bohnen sowieso ein wenig reifen lassen sollte, aber ich wollte schauen, wie sich der geschmack verändert.

    die erste charge haben wir 13:20 minuten geröstet. beginn erster crack bei ca. 10 minuten, dann vielleicht (so genau weiß ich das nicht, ich hab ja noch nie einen gehört) beim beginn des 2. cracks bei ca 13 minuten gestoppt. noch keine deutliche rauchentwicklung, deswegen war es vielleicht noch nicht der 2. crack. in der french press schmeckt er flach, aber nicht schlecht; kaum bitter, nicht sauer, aber kaum körper, muss man so nicht unbedingt trinken, kann man aber.

    die zweite charge haben wir ca. eine minute in den 2. crack reingeröstet (ich weiß das war wohl zu lange), der erste crack hat bei ca. 9:30 eingesetzt, der zweite bei ca 14:20, verbunden mit starker rauchentwicklung ab 15:20, dann gleich abbruch. ich habe sie als espresso probiert, er schmeckt beißend, scharf, ein wenig bitter und verbrannt aber gleichzeitig unglaublich flach, ohne körper.

    ich weiß nicht, ob es größtenteils am schlechten rohkaffee lag, oder ob wir einfach etwas falsch gemacht haben, bald wissen wir hoffentlich mehr, wenn wir endlich guten kaffee bekommen.

    noch ein paar grundsätzliche fragen:

    - wie lange dauert der erste crack ungefähr? ist es normal, wenn zwischendurch nichts crackt und dann nach 30 sekunden oder einer minute wieder?
    - ist der erste crack immer nur ein ploppen, oder knistert es da auch mal?

    da kommen sicher noch einige fragen, aber im moment fällt mir nichts ein.

    vielen dank und viele grüße aus der kleinen rösterei!
    nico

    ps: drinnen rösten geht schon mit dieser methode, wenn man am offenen fenster mit ventilator auf die brotbackmaschine gerichtet röstet
     
  2. #2 mr.klee, 04.02.2009
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    so, der zweite rösttag ist vergangen, dieses mal mit gutem kaffee - indian monsooned malabar von caffee-compagnie.com (9,50 pro kilo). die drei chargen (je 250g) schmecken alle schon heute phantastisch! ich bin total begeistert und bin jetzt schon so weit, dass ich nicht unbedingt mehr gerösteten kaffee kaufen muss, weil mir der selbstgeröstete so gut schmeckt. jetzt werden verschiedene sorten probiert, wenn alle so gut gehen, dann gibt es für mich keinen grund, wieder damit aufzuhören und zu dem "teureren" kaffee aus der rösterei zurück zu gehen.

    caffee-compagnie ist übrigens eine sehr gute möglichkeit für alle wiener an rohkaffee zu kommen, ein anruf und bei der nächsten gelegenheit wird kostenfrei an eine der sechs wiener mühlenbrot-filialen geliefert. dort kann man den kaffee übrigens auch frisch geröstet kaufen, 250g espresso-mischung für 3,90 warten noch darauf verkostet zu werden, aber momentan ist der malabar einfach zu gut

    übrigens heize ich den brotbackautomaten 2,5 minuten mit der heißluftpistole vor und habe sie über zwei schlaufen aufgehängt, so dass ich sie noch schwenken kann, aber der abstand zu den bohnen relativ konstant bleibt. sobald der erste crack kommt, wird auf stufe eins runtergeschaltet, um den geringeren abstand durch die expansion der bohnen zu kompensieren und die zeit zwischen erstem und zweiten crack zu vergrößern.

    bilder kommen gleich noch.
     
  3. #3 DerrickDeluXe, 04.02.2009
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    Das ist ja mal echt ne gute Idee und auch nicht so teuer. Nen Brotbackautomaten hab ich im Keller und Rohkaffee gibts bei Fausto.

    Wäre ne Überlegung wert. :cool:
     
  4. #4 mr.klee, 04.02.2009
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    es lohnt sich auf jeden fall! ich bin im siebten kaffee-himmel, der espresso schmeckt ganz großartig, auch im cappu kommt er gut durch. und das schon nach einem tag, keine unangenehmen säuren, schön fruchtig, voller körper, herrlich schokoladig! ich kann gar nicht mehr aufhören zu schwärmen..
     
  5. #5 Buamandi, 05.02.2009
    Zuletzt bearbeitet: 06.02.2009
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    Zum Equipment:

    Meine Heißluftpistole war ein bisl teurer als 10€ aber hat dafür eine Digitalanzeige und ist in 10°C Schritten verstellbar bis knapp über 600°C. Ich dachte mir, dass ich das nach einem Jahr locker wieder raus hab...;-):cool:
    Billigere Maschinen haben teilweise nur sehr grobe Einstellungsmöglichkeiten, so dass ich mich für dieses Modell entschieden habe.

    Mein Brotbackautomat ist ein wenig größer und ich röste knapp 300g pro Röstung (ca 16-18 min). Bei youtube habe ich annähernd quadratische Modelle gesehen die kleiner waren die bestimmt besser sind für nur eine Pistole. Bei kleineren Mengen scheint das System (mein großer Automat) allerdings instabiler zu sein was die Temperaturen angeht. Daher fahre ich fast immer 300g. Die Ergebnisse sind dennoch schlichtweg super! Bei Zeiten werde ich mir eine weitere, dann billige, Heißluftpistole kaufen, um das doch recht große Volumen des Brotbackautomaten besser unter konstanter Temperatur halten zu können!!! Bis hierhin kostet mein Equipment in der Bucht knapp 60€. (50€ Pistole mit Digitalanzeige + 10€ Brotbackautomat)

    Ein weiterer Tip ist noch ein Infrarot-Thermometer (zwischen 40€ und 120€) um annähernd die Temperatur der Bohnen bestimmen zu können. Dürfte zwar auch nicht 100%ig sein, aber immer noch besser als nix...so besteht zumindest die Möglichkeit ein wenig Konstanz in die Sache zu bringen. Zum Glück benötigt meine Freundin bald so ein Teil... :roll:


    So hat man für 120 Euronen (Pistole + Automat + Thermometer) ein Equipment, was es bestimmt mit dem i-roast2 aufnehmen kann.
    Davon kann ich mich hoffentlich am Samstag beim Selbströstertreffen überzeugen.


    Auch ich war begeistert, welch gute Ergebnisse mit diesen bescheidenen Mitteln zu erzeugen sind und röste in Zukunft nur noch selbst. Im zweiten Bild ist das Ergebnis des Malabars. Um meine Röstkunst :-D zu vergleichen, werde ich mir irgendwann noch mal einen Fausto Malabar bestellen um eine Referenzmöglichkeit zu haben.



    Bisher geröstet:
    Indian Monsooned Malabar => super Ergebnis und leicht zu rösten
    Indien Cherry Robusta => super Ergebnis und leicht zu rösten (aber halt n Robusta)
    Äthiopien Harrar Longberry => braucht n bisl Übung (kleinere Bohnen sind im allgemeinen schwieriger zu rösten finde ich)
    Brasilen Fazenda Sao Sylvestre => bisher 1x versucht und nix geworden...

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  6. #6 Buamandi, 20.03.2009
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    AW: rösten mit brotbackautomat und heißluftpistole

    Zwischenstand:
    Ich habe mit meinem Equipment ein wenig experimentiert. Ich habe die Menge auf ca 150g-170g reduziert und bin bei der Temperatur deutlich höher auf 630°C gegangen, bei einem Abstand von ca 20cm zur Bohne.
    Die Röstzeit hat sich von ca 18-19min auf ca. 13min deutlich verringert, was sich auch Geschmacklich positiv bemerkbar gemacht hat. Ich habe hier die Röstprofile vom i-Roast verfolgt und war überrascht, wie schnell die Bohnen feddich waren und dachte mir ich mache da was verkehrt. Also Menge variiert und los. Da ich nun deutlich zügiger beim ersten Crack bin, kann ich nun die Zeit zwischen ersten und zweitem Crack deutlich länger ziehen. Da wäre ich bei meinen alten Mengen und Temperaturen fast an die 22-25min gekommen...(das schien mir dann doch eher zu lang).
    Irgendwo hatte ich gelesen, dass jemand zu Beginn des Röstens mit zu geringer Temperatur an die Bohnen gegangen ist und somit die Bohnen eher gebacken als geröstet hat. Das war bei mir wohl auch eher der Fall. Menge zu groß und Temperatur auf die Menge gesehen wohl zu niedrig. War also ein richtiger Schritt auf dem Weg zu einem besseren Ergebnis.


    Da diese Methode eh etwas für das grobe Schätzeisen ist, mache ich mir nicht die Mühe sekundengenau Zeiten bzw. Temperaturen zu messen. Allerdings passte die Grundtendenz die Menge zu reduzieren und heißer an die Bohnen heran zu gehen...
     
  7. #7 mr.klee, 20.03.2009
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    ja, das deckt sich mit meinen erfahrungen. ich habe bei der letzten röstung die menge erhöht (333g) und bin ein stück weiter weg von den bohnen mit dem resultat, dass die röstung jetzt ca. 16-18 minuten gedauert hat. hab ein kleines bißchen in den zweiten crack reingeröstet und die bohnen sind eindeutig schlechter als beim letzten mal (flach, bitter, ein wenig verbrannt). ich werde auch wieder näher hingehen und mit hoher temperatur starten, dann beim ersten crack die temperatur reduzieren und bis kurz vor dem zweiten rösten. vielleicht wirds ja dann wieder so eine offenbarung wie bei den ersten versuchen. ich hab mir jetzt auch den fricke zugelegt und werd mein frisch erworbenes wissen mal anwenden.
     
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