Spritzender Bezug mit unimodalem Mahlgut

Diskutiere Spritzender Bezug mit unimodalem Mahlgut im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo in die Runde, als glücklicher Besitzer der Lagom habe ich leider so manche Probleme mit dem Espressobezug bei meiner Xenia. Egal wie ich...

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  1. #1 flusier, 13.07.2020
    flusier

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    Hallo in die Runde,
    als glücklicher Besitzer der Lagom habe ich leider so manche Probleme mit dem Espressobezug bei meiner Xenia.
    Egal wie ich dosiere oder wie fein ich mahle, nach einer gewissen Zeit fängt der Bezug sehr an zu spritzen und die Unterextraktion nimmt ihren Lauf...
    Um das Problem etwas einzudämmen, habe ich den Brühdruck von max 9,5 Bar auf max. 7,5 Bar reduziert, leider hat es das Problem tendenziell sogar noch verschlimmert: Je nach Mahlgrad geht das Manometer für 5-10 Sekunden auf 7,5 Bar, der Espresso fängt an zu tröpfeln, bis der Druck dann recht schnell absinkt (teilweise auf 4 Bar) und der Bezug sehr stark spritzt und wie ein Wasserfall läuft...hat jemand eine Idee, wie ich die Bezüge trotz fehlendem Paddle der Xenia bei unimodalem Mahlgut in den Griff bekomme?
    Schlechte Puckvorbereitung kann ich eigentlich ausschließen.
    Danke!
     
  2. cbr-ps

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    Eine ausgedehnte PI Phase entfällt leider konstruktionsbedingt, aber Du könntest es mit einem großen Sieb probieren und entsprechender Füllmenge probieren.
    Was für Bohnen nutzt Du denn und sind die ev. sehr frisch? Mit dunklen und hinreichend ausgegasten sollte der Effekt eigentlich nicht so extrem sein. Experimentierst Du mit sehr hellen, könnte die Maschine der limitierende Faktor sein.
     
  3. #3 flusier, 13.07.2020
    flusier

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    Okay sprich ein möglichst großes Sieb mit geringer Füllmenge?
    Aber ja, die Bohnen sind sehr hell geröstet (meist Filterröstungen)...
     
  4. #4 quick-lu, 13.07.2020
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    Unregelmäßige Bezüge ab einem bestimmten Mahlgrad kenne ich mit der EK43 auch zur Genüge wenn ich sie mit der Achille zubereite.
    Egal mit welchem Sieb (VST 15, 18 und 20g).
    Das wird je nach Röstung erst ab einem sehr feinen Mahlgrad besser (aber leider nicht immer optimal).
    Vorbereitet wird grundsätzlich mit WDT.
    Das war aber auch mit der ProM so.

    Mit dem Flow Kit in der Classika ist das sehr viel besser, Mikrospritzer, kreuselnder/unruhiger Bezug und Channeling habe ich damit quasi nicht mehr.
    Auch die zweite Hälfte des Bezugs ist gleichmäßiger.

    Bei mir hilft, wie geschrieben, je feiner je besser, ob das dann dem Geschmack zuträglich ist, steht auf einem anderen Blatt.
    Auf jeden Fall das Mahlgut durchmengen und auch mal eiernd tampen versuchen (ohne Gewähr).
    Ich habe bei der Achille dann den bodenlosen beiseitegelegt und wieder mit geschlossenem ST bezogen. Das löst zwar das Problem nicht, dafür hat man aber wenigstens alles in der Tasse:)
     
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  5. cbr-ps

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    Nee, ich meinte ein großes mit entsprechend großer Füllmenge.
    Aber mit hellem Zeug sind meine Skills eher begrenzt, da ich das nicht mag. Da halte ich mich mit Diskussionen im Detail lieber mal zurück...
     
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  6. #6 flusier, 13.07.2020
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    So isses, das habe ich auch gerade schmerzlich erfahren müssen (obwohl es ja eigentlich klar war)...werde die Tage mal mit bekannten Kaffees testen, aber wenn das Ergebnis da nicht besser werden sollte, muss ich mir was überlegen.
     
  7. #7 quick-lu, 13.07.2020
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    Es gibt sehr unterschiedliche Röstungen. Manche laufen wie geschmiert (und schmecken dann sogar noch:D), andere treiben einen an den Rand der Verzweiflung (weil man merkt, dass sie eigentlich auch besser schmecken könnten:)).
    Und dann hat man zum schlechteren Geschmack auch noch eine versaute Maschine.
    Das war meinen Motivation, mir eine Classika (aber vor allem das Flow Kit) zuzulegen.
    Weil einfach nur feiner war nicht der Weisheit letzter Schluss, Bezüge bis zu (oder weit jenseits) einer Minute können gut werden, oft werden sie aber einfach nur anstrengend.
     
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  8. #8 braindumped, 13.07.2020
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    vorweg: ich trinke 99% meiner Shots aus dem VST-LM1. Ich mag die Pfütze und finde Puckprep bei dem kleinen Radius wesentlich einfacher.

    Ich hatte mit nem Kemo Leistungsregler die Vibra an die Leine gelegt und mach das nun mit ito ein wenig professioneller (Betonung auf ein wenig), werde aber die Vermutung nicht los, dass man besser den Flow reguliert - denn mit phasen-beschnittener Vibra bekommt man auch noch andere Phänomene[1].
    Feste Druck-Profile fahre ich mit ito grundsätzlich nicht, weil ich zu viele Bohnen durcheinander trinke und man sich die Profile in ito wirklich mühsam erarbeiten muss. Ich regle das eher mit nem manuellen Ritual: Vollgas anfangen (Leerräume fluten), schnell mit dem Encoder die Pumpe auf 80° Phasenanschnitt runter drehen (dauer max 5s) und dann mit der reduzierten Pumpenleistung oder mit gesteigerter Pumpenleistung (manuell hoch gedreht) durch den Shot. Das macht dann die Erfahrung mit Kaffee und Mahlgrad. Ohne Shotspiegel geht nicht.
    Wenns ne Leih-Bianca gäbe, würde ich sie gerne mal 2 Monate testen um den Unterschied zu ito zu sehen.

    [1] wenn ich nen Mahlgrad hab, der den Druck auf 7/7,5 Bar gehen lässt, dann bleibt die vibra (ex5 mit quickmill membranregler) einfach stehen (sound ist weg, aber ito gibt ihr noch saft, aber scheinbar reicht der nicht mehr um gegen den Druck anzukommen) und rührt sich erst wieder, wenn der Druck auf unter 4 Bar gesunken ist. Klar könnte ich dann den Phasenanschnitt verändern und der Vibra mehr Leistung geben, aber oft ist das der Erosion des Pucks nicht zuträglich.

    (man verzeihe mir kurz OT: @quick-lu war die Bianca auch auf der Liste oder führte der Weg schnurstracks zur Classica PID Flow?)
     
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  9. #9 quick-lu, 13.07.2020
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    Die Bianca stand auch auf der Liste, dafür hätte ich die Achille abgeben müssen, dazu war ich aber noch nicht bereit (und so wie es aussieht, werde ich das auch in Zukunft nicht sein:)).
    Die Classika ist auch nicht das Ende der Fahnenstange aber auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung. Sie war vor allem günstiger als eine Bianca.
    Ich sammle momentan ziemlich viele Erfahrungen, auch wenn es nur eine E61-BG ist, dass Flow Kit macht einen deutlichen Mehrwert.
     
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  10. #10 flusier, 13.07.2020
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    @braindumped Vielen Dank für deine Ausführungen, aber ich glaube ein ito ist für mich keine Option...dann wohl doch eher eine Bianca in naher Zukunft...auch wegen der von dir angesprochenen Phasenanschnitt-Problematik
     
  11. Denis

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    Ich kann Ihnen meine ito-Flussprofile zur Verfügung stellen.
     
  12. Schoki

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    Die zweite Platine für die Xenia ist ja in Arbeit und könnte Abhilfe schaffen. Mal sehen, wann die kommt und was sie mitbringt.
     
  13. #13 flusier, 14.07.2020
    flusier

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    Das stimmt schon, aber solange auf Espresso zu verzichten, ist auch äußerst schwierig :D
     
  14. ok592

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    Du hattest vor der Lagom die K30 aus deinem Profilbild im Einsatz? Was hat dich zu dem Wechsel bewogen? Wie würdest du den geschmacklichen Unterschied für dich über mehrere Bohnen/Röstungen bis jetzt beschreiben?

    Ich verstehe, dass man bei der Präferenz helle Filterröstung auf Unimodal umsteigt, aber bei deinem Setup wirkt das dann trotz allem insgesamt eher wie ein Downgrade(?). Haben dir denn die Bezüge aus der K30 mit dieser Art von Bohnen gar nicht geschmeckt?
     
  15. #15 flusier, 14.07.2020
    flusier

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    Ja genau - der Wechsel war mit der Präferenz heller Röstungen begründet und dass ich die Möglichkeit habe, den Kaffee für Filterbrews nicht mehr kurbeln zu müssen und auch im Filterbereich unimodales Mahlgut zu nutzen kann.
    Der Umstieg auf die Lagom brachte definitiv eine Besserung - sowohl im Filter- als auch Espressobereich, Leider konnte ich das Potential beim Espresso aus o.g. Gründen bisher nicht nutzen. Es fällt aber auf, dass "viel zu lang bezogene Shots" deutlich trinkbarer sind als vergleichbare aus der K30.
    Ich muss dir aber leider Recht geben, mit der Xenia war der Umstieg auf die Lagom bisher ein Downgrade...somit zieht das Mühlenupgrade wohl ein Maschinenupgrade nach sich^^
    Doch schon, aber der Wunsch nach "mehr" hatte mich doch zum Wechsel bewogen.
     
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    Danke für deine Erklärungen. Fein zu hören, dass du mit der Mühle an sich zufrieden bist! Ich würde so gerne einmal einen gut eingestellten Espresso aus unimodalem hellen Mahlgut trinken, einfach nur um selbst sehen zu können ob das was für mich ist :rolleyes:
     
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  17. #17 Chock full o’Nuts, 24.07.2020
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    Vielleicht verstehe ich die Dinge nicht ganz, aber ich hatte bei den meisten Kaffeeforschungen den Eindruck, dass man für einen guten Espresso die Fines braucht.
    Ich mag Old School sein, aber ich habe gelernt, dass optimaler French Press und Espresso unterschiedliche Partikelverteilungen erfordern. Sprudeln ist symtomatisch für einen Mangel an Fines (wie vom unimodalen Burrs erwartet). Dunkle geröstete Bohnen sind so spröde, dass sie wahrscheinlich nicht so kritisch sind aber Ich vermute bei Helle Espresso-Röstungen dass Sie mit einem Unimodal wahrscheinlich zweimal mahlen müssen. Ich würde es versuchen: Mahlen Sie zuerst extrem grob und füttern Sie dann bei einer feinen Einstellung zurück.
     
  18. #18 flusier, 25.07.2020
    flusier

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    Dem kann ich nicht zustimmen, ich mache gerade mit der Kombi aus Bianca und Lagom (unimodal) super gute Espressi. Für die klassische italienische Röstung mag das anders sein, da habe ich keine Ahnung.
    Weswegen soll das so sein? Dass bei FP ein deutlich gröberer Mahlgrad gebraucht wird, ist klar, aber weswegen auch eine andere Partikelverteilung? Kann ich bei unimodal gemahlenem Kaffee nicht deutlich mehr extrahieren, weil ich keine fines habe, die mir durch Überextraktion den Kaffee bitter machen?
     
  19. Silas

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    Naja, ganz falsch ist das Pattern nicht, was klassische dunkle Espressi angeht. Diese und auch die klassischen Kegelmühlen produzieren viele Fines, die hier ja auch gewollt sind. Bei FP und Filter (und auch bei hellen Röstungen im Siebträger) will man sie nicht.
     
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  20. #20 Alexsey, 25.07.2020
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