Tackle my Brew - Wie bekomm ich meinen Kaffee in den Griff

Diskutiere Tackle my Brew - Wie bekomm ich meinen Kaffee in den Griff im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Das war mir neu, danke. Ich verwende den japanischen 100er Pack mit Lasche Dann schau mal hier rein. Dramatisch scheinen die Unterschiede nicht zu...

  1. FRAC42

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    Dann schau mal hier rein. Dramatisch scheinen die Unterschiede nicht zu sein.



    Erstaunt mich bei der Commandante ein wenig, die hat ja den Ruf wenig Fines zu erzeugen, was auch meiner kurzen Erfahrung mit der Mühle entspricht. Versuch einfach mal einen Klick gröber zu gehen. Und alles zu vermeiden, was die Fines in den Filter spülen könnte. Zum Beispiel aus großer Höhe gießen und dabei das Kaffeemehl aufzuwühlen.
     
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  2. #142 infusione, 05.10.2022
    Zuletzt bearbeitet: 05.10.2022
    infusione

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    Kaffee von Bono Coffee Roastery, Chire
    Land: Athiopen
    Region: Guji Chire
    Farm: Molplaco
    Höhe: 1950-2200
    Varietät: var. Heirloom
    Aufbereitung: natural
    RD: 12.09.
    20221005_130014.jpg Auf dunklem Untergrund kommen die Bohnen etwas hell rüber.

    Brührezept:
    V60-02 Kunststoff mit Hario Japan 1 Papier (40er Box)
    Wasser: BWT 5,5°GH, 4,5°KH, 90°C
    20g Kaffee, Xeoleo 2 (etwa Comandante 24)
    310g Wasser, 3 Pours (60|120|310 alle 30s), 1 Swirl bei 1:45
    Draw Down 3:45
    BEV 245g

    Tasting:
    Aromen von Erdbeere und Pfirsich, im Nachgeschmack roter Apfel, eingebundene Säure, leichte Süße in Balance zur Säure, nach dem Abkühlen schokoladig im Nachgeschmack. Leichter, teeartiger Körper, balanciert.

    Veränderung:
    Ich habe nicht gemessen, aber die Extraktion ist nicht so hoch. Die möchte ich steigern. Feiner als 2 kann man mit der Xeoleo nicht vernünftig mahlen, der Draw Down war mit 3:45 auch schon ziemlich lang. Deshalb möchte ich nächstes mal mit 94° brühen.

    Den Extrem-Kasuya, also die 60% in einem Pour, finde ich für komplexe, fruchtige Kaffees wie äthiopische Naturals ziemlich spannend. Das geht auf Kosten des Körpers, aber solche Kaffees finde ich auch teeartig spannend.

    Vielleicht mach ich noch die neue BWT Bestmax Premium Patrone rein, um mit der Alkalinität runter zu kommen.

    Wie würdet ihr drangehen?
     
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  3. #143 Geschmackssinn, 05.10.2022
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    ui, ein Guji als Narural sind für mich irgendwie 2 Welten die versuchen in einer Tasse platz zu finden. o_O

    einen Guji Washed würde ich ganz simpel Brühen 1Pour=Bloom 30-45sek. dann langsam den Rest. bei 92-94°C
    um die Tee Aromen und die Leichtigkeit in den Vordergrund zu stellen.

    von einem Natural würde ich allerdings viel mehr Körper erwarten/wünschen und somit dein Rezept, bzw. die 5Pours alle 30sek. machen bei ca. 90-92°C

    vielleicht gelingt er die in der FrenchPress (nach Hoffmann) nochmal anders gut. da bekommst du evtl. die Tee Aromen, aber auch Körper durch die Fines (wegen Metallfilter)
    oder evtl. Pour Over mit Metallfilter, wenn du hast.
    Brührezept wie du einen leichten washed Brühen würdest. :)
     
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  4. #144 infusione, 05.10.2022
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    Ich finde die Bezeichnungen oft verwirrend. Grundsätzlich würde ich Yirgacheffe, Sidama und Guji, Guji-Oromia benachbart und auch prinzipell ähnlich sehen. Und werden als natural und washed aufbereitet. Wie z.B. der bekannte Rocko Mountain natural (Yirgacheffe).

    Aber ich habe auch schon Kaffees aus dem Südwesten gesehen, die als Guji bezeichnet werden. Ich habe fast den Eindruck, dass der Chire nicht im Süden, sondern im Südwesten von Äthiopien gewachsen ist. (Ja, Südwesten, habs gefunden).

    Ich hatte schon mehrere Kaffees von Moplaco, alle über Bono, die super sauber aufbereitet waren. Ich würde dem Kaffee auf jedem Fall 86 Punkte geben.

    Witzig: Die Olam-Seite beschreibt den Kaffee sehr ähnlich wie Bono auf seiner Seite. Meine Beschreibung deckt sich eher mit der von Dabov.

    Tja, und was mach ich jetzt? Wie gesagt, mit dem Körper bin ich nicht unzufrieden. Vielleicht ist 94° etwas viel und ich versuch es mal mit 93°. Mit heißerem Wasser läuft er hoffentlich auch schneller.

    Und wenn ich damit nicht weiterkomme arbeite ich mit mehr Pours.

    Vielleicht mahle ich mit der EK. Das bringt noch einen Extraktionsschub.
     
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  5. Silas

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    Das finde ich spannend. Für mich ist genau das der Prototyp eines fruchtig-süßen funky Kaffee, da hab ich ganz automatisch “Geschmacksexplosion” im Kopf, eleganten Tee dagegen nur bei gewaschenen.

    Zum Thema: ich würde es auch heißer probieren, ggf. auch mal feiner (andere Mühle) und mit Sibarist gegen zu langsamen Durchlauf. Aber mir mangelt es auch leider an belastbarer Erfahrung mit der Varianz verschiedener Gießtechniken.
     
  6. #146 Geschmackssinn, 05.10.2022
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    :rolleyes:
    da hat wohl jemand (ich) nur Guji gewaschen getrunken und die leichten Tee Aromen von Darjeeling und Earl Grey damit abgespeichert :rolleyes:

    Der (für mich) klassische Natural ist natürlich ein Yirgacheffe.
    süß, vollmundig
     
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  7. #147 infusione, 05.10.2022
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    Ich musste jetzt noch etwas weiterlesen:
    Hier gibt es einen Artikel von Hannes Fendrich (Coffee Circle), der bei den Kaffeemachern veröffentlicht ist. Sehr empfehlenswert.
    Das Kaffeeland Äthiopien - Geschmack, Regionen und eine Übersicht

    Und um die Verwirrung komplett zu machen: "Zu den besten Anbaugegenden in Sidamo gehören die Bezirke Bensa, Chire und Arbegona in der Anbauhöhen bis zu 2.300 Metern erreichen. Diese Kaffees haben eine spritzige Säure und erinnert geschmacklich an reife Zitrusfrüchte und Schwarztee."

    Mein Kaffee hat also nichts mit der Chire Washing Station in Jimma/Limu zu tun.

    Wie gesagt, ich habe aber definitiv schon Guji Kaffees mit einer Provenienz aus dem Südwesten gekauft.
    Wie der verlinkte Kaffee von Olam Specialty. Der um die Verwirrung komplett zu machen, in Jimma als "Sidamo" bezeichnet wird.
    Ob es da jemanden wie mir ging, und Sidama-Chire mit der Chire Washing Station verwechselt hat?
    Ja, hat er: Schaut mal auf Google Maps wo der Harenna Forest ist. :D

    Ich glaube, das macht es so schwierig. Gleiche Namen und die Schreibtisch-Leute der Importeure wissen nicht, wo das Zeug herkommt.

    Und damit sind auch @Geschmackssinns teeartige Aromen wieder im Spiel.
     
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  8. #148 yoshi132, 06.10.2022
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    Hallo infusione!

    Ein sehr interessanter Kaffee! Vielleicht hast du ja mittlerweile durch ein Mühlenwechsel auf deine EK43 den Körper anheben können. Ich würde den Kaffee nicht über 94 Grad brühen, da denke ich die Geschmacksnoten unklar werden.

    Für Naturals / Anerobic - fermentierte Kaffees, welche ich meistens zwischen 90 - 92 Grad und mit 22-24 Clicks auf der Comandante brühe, verwende ich gerne meinen KONO-Filter in Kombination mit einem schnellen Papierfilter (z.B. MD-25 von KONO oder Abaca-Filtern von Cafec), da dieser nur sehr wenig Side-Channeling hat und ich somit trotz kalter Brühtemperatur einen hohen Körper in die Tasse bekommen.

    Ich habe zum ersten Mal von BONOCoffee gehört. Bist du mit der Rösterei zufrieden und würdest du die Kaffees weiterempfehlen?
     
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  9. #149 infusione, 06.10.2022
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    Kurz:
    Beides ja.

    Lang:
    Ich wohne in Karlsruhe und Bono ist mit seiner Rösterei nicht weit von mir entfernt und meine primäre Kaffeequelle. (Buy local).

    Aber die Nähe ist nicht der Grund, weshalb ich viel bei Bono kaufe: Er ist super engagiert und qualitätsbesessen, z.B. arbeitet er auch mit einem international im Sourcing, also in den Anbauländern tätigen Q-Grader zusammen. Die besten Kaffees bekommt er über einen der international Judges des coffeeofexcellence. Er hat deshalb Kaffees, die man sonst kaum kaufen kann. Bei den Baristameisterschaften hat vor ein paar Jahren auch mitgemacht und ist damit ins Final gekommen.

    Neben dem Chire natural gibt es einen Yirgacheffe Wonago washed, der ist auch sehr zu empfehlen.
     
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  10. #150 infusione, 06.10.2022
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    Den KONO hab ich. Das ist ein guter Tipp. EK plus KONO plus 92°C. Das wird der nächste Versuch.
    Aber heute fällt der Kaffee aus, morgen wieder.
     
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  11. #151 infusione, 06.10.2022
    Zuletzt bearbeitet: 06.10.2022
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    Jetzt habe ich doch noch Zeit gefunden.

    Brührezept:

    KONO mit Hario Japan 1 Papier (40er Box)
    Wasser: BWT 5,5°GH, 4,5°KH, 92°C
    15,2g Kaffee (Waage zeigt mehr wegen RDT), EK43, Stufe 6 aus 1-11
    250g Wasser, 4 Pours (50|100|200|250 alle 30s), kein Stir, kein Swirl
    Draw Down 3:55
    BEV 198g
    TDS 1,59%, EXT 25,55%!!!
    20221006_154856 (1).jpg 20221006_155404.jpg 20221006_155734.jpg Screenshot_20221006-161511_VST CoffeeTools.jpg 20221006_160002.jpg


    Tasting:
    Feige, süße Orange, beim Abkühlen gewürzig zimtiger Nachgeschmack
    Säure vollständig eingebunden aber deutlich wahrnehmbar, hohe Süße (vor allem warm), mittlerer Körper, milchige Textur.

    Wenn mir den Kaffee jemand serviert hätte, hätte ich auf Jemen getippt. Und ich mag jemenitische Kaffees SEHR gerne.

    Was mir gefällt:
    Der volle Geschmack, die dunklen Frucht- und Gewürznoten, die Balance mit der eingebundenen Säure. Ich bin überrascht, wie weit man den Kaffee extrahieren kann, ohne adstringierende Noten zu bekommen.

    Was mir nicht gefällt:
    Ich finde den Kaffee nicht mehr typisch für seine Herkunft. Das ist natürlich ein weites Feld und sicher nicht das Ziel, einen Kaffee so zu brühen, dass er ich komfortabel in meiner Erwartungsblase bleiben kann.

    Veränderung:
    Ich habe mehrere Parameter gleichzeitig geändert: KONO Brewer statt V60, deutlich feiner gemahlen, Mühle mit höherer Extraktion, geringere Dosis, höhere Brührate (16,6 statt 15,5), höhere Temperatur. Vielleicht bin ich etwas übers Ziel hinausgeschossen. Als nächstes würde ich auf der EK auf 8 (1-11) mahlen, um so der Draw Down deutlich zu beschleunigen und eine frischere, fruchtigere Tasse zu bekommen.

    Danke an @yoshi132 und @Geschmackssinn für den Input.
     
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  12. #152 Geschmackssinn, 06.10.2022
    Geschmackssinn

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    eine wirklich klare Tasse wirst du da aber trotzdem nicht bekommen. (ist aber mMn. bei Naturals auch nicht vordergründig wichtig).

    ein weiterer Gedanke wäre noch mit Bypass zu arbeiten.
    also eher 1:10 Brühen in ca. 2:30min.- bis maximal 3min.
    und dann den Brew splitten und je Glas eine andere Ratio mischen (bis 1:18?)
    das könnte evtl. auch interessant sein, nir fraglich ob es das ist, was du suchst. ;)
     
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