Temperatur absenken zum Strom sparen

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  1. #1 Zufallszahl, 22.09.2017
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    Hallo zusammen,

    Jeder mit größeren Espressomaschinen kennt sicher das Problem: lange Aufheizzeit, hoher Stromverbrauch vs. spontane Bezüge.

    Nun hat meine restaurierte La Pavoni Pub 2M einen 5L Kessel (isoliert) und ich überlege ob sich es lohnen würde die Temperatur im Standby tagsüber abzusenken um bei spontanen Bezügen in 5 Minuten betriebsbereit zu sein.

    Hat damit jemand Erfahrungen? Wie tief kann man die Temperatur absenken um in sagen wir 5 Min wieder startklar zu sein?
    Und die wichtigste Frage: Rentiert sich das? Wieviel Stromersparnis ist drin?

    Technisch ist das alles kein Problem, darum solls hier nicht gehen.

    Vielen Dank,
    Viele Grüße,
    Zufallszahl
     
  2. #2 FlatWhite, 22.09.2017
    FlatWhite

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    Ich habe keine Antwort, aber eventuell die Technik dazu. Ich nutze ein Hausautomationssystem, das selbst programmiert ist (FHEM). Damit könnte ich den Stromverbrauch ziemlich genau messen und diverse Experimente machen.


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  3. #3 Zufallszahl, 22.09.2017
    Zufallszahl

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    Technisch hatte ich mir eine Arduino Lösung mit Arduino, einem Temperatursensor und einem SSD an der Heizung vorgestellt.

    Optimal wäre natürlich ein digitaler pressostat, aber das verkompliziert alles.

    Die Messung muss ja nicht genau sein, so könnte man z.b. nach drücken eines knopfes die Kesseltemperatur auf 60 oder 80 Grad senken und mit einem erneuten Knopf die Kontrolle wieder gänzlich dem pressostat geben.
    Das wäre eine sehr einfache Lösung. Natürlich kann man auch mit Bezugserkennung und Auto-Standby experimentieren.

    Wenn du messen könntest ob sich das lohnt wäre super ;)
     
  4. Caruso

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    Es reicht aber nicht, nur die Kesseltemperatur wieder auf den Sollwert zu bringen, der gesamte Brühkopf und der Siebträger muss auch wieder auf "Brühtemperatur" gebracht werden!

    Ob das in 10 Minuten geht?

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  5. #5 The Rolling Stone, 23.09.2017
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    Berechnen kann man das sicher auch, aber schwierig und letztendlich bleibt dann doch nur der Versuch. Wie hoch die Stromersparnis ist, hängt von der Isolierung ab. Je schlechter isoliert, umso mehr spart man. Und die Aufheizzeit wird wesentlich von den Massen der Brühgruppe und dem drumherum abhängen.

    Am einfachsten ist der Selbstversuch - Verbrauchsmessung anhängen und dann mal ein paar Stunden durchlaufen lassen - danach den Presso runterdrehen und nochmal messen.
     
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  6. #6 Zellschriev, 25.09.2017
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    Ich arbeite bei mir im Laden mit einer Dallas Corte Evo 2. Ich bin der Meinung das uns bei der vor dem Kauf diese Funktion als "absolute Neuheit" angepriesen wurde.
    Im Normalfall steuern wir die Maschine mit dem Timer. Also morgens automatisch an, abends wieder aus. Bei Bedarf kann ich aber diese Funktion gern mal testen und den Stromverbrauch und Aufheizverhalten messen.
     
  7. #7 Melitta, 25.09.2017
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    Der Wärmeverlust ist bei sonst gleichen Umgebungsbedingungen proportional zur Temperaturdifferenz von Kessel und Raum (Newtonsche Abkühlung). Der vernünftigste Weg Strom zu sparen ist ein kleines Totvolumen, weil es die Maschine „schnell“ macht und die zwischen den Bezügen verlorene Restwärmemenge verkleinert. Isolieren ist vor allem gut im Hinblick auf Aufheizgeschwindigkeit und Dauerbetrieb. Ein Kessel mit 5L Nettovolumen ist für privat schon Overkill.
     
  8. #8 Zufallszahl, 25.09.2017
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    Das ist schon klar dass es Overkill ist, aber Freude am Hobby darf man sicher auch damit haben ;)

    Hier mal Realwerte:
    Initiales Aufheizen braucht ca. 600 Wh, dann ist sie gut betriebsbereit.
    Zur Aufrechterhaltung bedarf es eines Heizvorganges von 33 Wh alle 4-5 Minuten (dauer einer Heizperiode ca. 2.5min -> ca. 8 Heizvorgäne pro Minute), d.h. pro Stunde ca. 264 Wh -> Gemessen ists ca. 250 Wh pro Stunde.

    Um dann zu schauen wie es mit Abkühlung usw. aussieht habe ich die Maschine ausgeschalten.

    Erster Check nach 30 Min: Kesseldruck bei 0, Siebträger noch extrem heiß (heißer als er bspw. bei der Rancilio Silvia je wird -> sollte kein Problem sein).

    Und dann habe ich die Maschine ca. 1 Stunde ausgeschaltet um herauszufinden wielange und wieviel Energie sie zur Betriebsbereitschaft braucht: Erneute Betriebsbereitschaft brauchte ca. 15-20 Minuten. Die Siebträger waren schon deutlich kühler als nach 30 Min, war wohl zuviel.

    So eine richtige Schlussfolgerung daraus habe ich nicht ehrlich gesagt. Mein Gefühl sagt es lohnt sich eher nicht.
     
  9. Arni

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    Wenn du es relativ genau wissen willst, musst du etwas Zeit opfern, dir für ca. 10€ ein Verbraucsmessgerät kaufen (manche Energieliefere verleihen sie kostenlos) und einige Versuchsreihen fahren. eine zeitlich programmierbare Steckdose würde das Ganze noch erleichtern.
     
  10. #10 Handhäbler, 26.09.2017
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    Man könnte auch einfach mit einem Thermoschalter auf Knopfdruck den Presso überbrücken und die Maschine heißt nur auf 50 Grad.


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  11. #11 The Rolling Stone, 26.09.2017
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    Jeder zieht seine eigenen Schlüsse^^
     
  12. Cliff

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    Interessant wäre doch gewesen wieviel Energie du benötigst wenn du nach der Stunde ausschalten das Gerät wieder betriebsbereit haben willst, also die 15-20min aufheizen. Das knallt die Heizung ja nicht voll durch, sondern nach ein paar Minuten ist die Kesseltemperatur erreicht und es dauert halt nur noch bis alles durchgeheizt ist. In diesen Minuten befindest du dich also im "Stand-by" Betrieb, vom Verbrauch her, also 250Wh/h.
    Die Energiemenge setzt sich also zusammen aus der Energie, die du zum hochheizen des Kessels benötigst + der Energie durch Wärmeverlust während des durchheizens + der Energie, die sich im Material zum durchheizen verteilen muss.

    Ich glaub ehrlich gesagt auch nicht, dass sich das lohnt, zumindest nicht wenn man Komfort mit in die Gleichung nimmt.
    Rein finanziell in der Bilanz zwar schon, wenn man unter "lohnen" versteht, dass du eine absolute Ersparnis hast. Du reduzierst zwar über das Absenken der Kesseltemperatur die abgestrahlte Wärmemenge und sparst damit Energie (vergleichsweise wenig), erkaufst dir das aber mit einer 15-20minütigen Aufheizzeit. Es hängt jetzt also stark davon ab, wie oft du Bezüge machst. Für 2-3 kurze Nutzungsperioden am Tag mit ggf mehreren Bezügen: Ausschalten. Alle 2h: Wäre mir die Aufheizzeit zu lästig :D auch wenn mich das dann am Tag vielleicht 20Cent an Strom mehr kostet.

    Achso, zur Grundüberlegung: Um in 5 Minuten wieder startklar zu sein darfst du die Temperatur nur kaum merklich absinken lassen. Das Problem mit dem startbereit ist ja das Durchheizen, und das braucht nunmal eine relativ lange Zeit. Die Physik lässt sich da auch nicht austricksen, außer man beschleunigt das aktiv durch z.B. elektrische Heizelemente in der Brühgruppe oder Leerbezüge.
    Warum? Auch hier ist die Wärmeleitung wieder abhängig von der Temperaturdifferenz, d.h. je geringer die Unterschiede zwischen Küssel und Brühgruppe desto langsamer die Wärmeleitung, sprich desto langsamer ist die Brühgruppe durchgeheizt. Natürlich in Relation gesehen, sprich: Kesseltemperatur 10°C abgesenkt -> 5 minuten, 20°C abgesenkt -> 8min, 40°C abgesenkt -> 12 min (Werte sind frei "erfunden" und sollen nur die Gesetzmäßigkeit wiederspiegeln).
    Soll also heißen: Wenn du schnell einsatzbereit sein willst darfst du die Temperatur nur vergleichsweise wenig absenken, und dann ist die Ersparnis auch kaum da. Ansonsten musst du tatsächlich mit der längeren Aufheizzeit leben, und das ist wieder eine Frage deines Komforts, s.o.
     
  13. erfoto

    erfoto Mitglied

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    Ich habe vor einiger Zeit den Energieverbrauch einer Bezzera mit nicht isoliertem 5 Liter Kessel gemessen.
    Hier
    Stromverbrauch espressomaschinen - Wer macht mit?
    kannst Du es genau nachlesen.
    Ganz kurz:

    Bei Betrieb von 9:00 h - 16:30 h wurden mit aufheizen und Bezügen pro Tag knapp 2,378 kWh benötigt.

    Bei "Abschaltbetrieb"
    Ein von 9:00 - 11:00 h
    12:00 - 14:00 h
    15:00 - 16:30 h

    Die genauen Angaben sind im link zu finden für den Verbrauch über 2 Tage

    wurden 2,192 kWh gemessen, wobei hier mehr Bezüge gemacht wurden (wegen ständiger Verfügbarkeit)
    Die Stromkostenersparnis sind also marginal, am meisten spart man allerdings am Kaffee...man trinkt einfach weniger wenn man die Maschine erst aufheizen muss :)
    VG Peter
     
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