The coffee boiler's language

Diskutiere The coffee boiler's language im Was ich unbedingt noch sagen wollte... Forum im Bereich Kaffeeklatsch; Den Franzosen ist es - zumindest stereotypisch - eigen, Wörter aus fremden Sprachen sogleich "einzubürgern" und zumindest französisch...

  1. ghaffy

    ghaffy Mitglied

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    Den Franzosen ist es - zumindest stereotypisch - eigen, Wörter aus fremden Sprachen sogleich "einzubürgern" und zumindest französisch auszusprechen, oft auch gleich französisch zu schreiben. Das gilt gleichermaßen für Fachsprache wie auch für Akronyme (NATO = OTAN, UNO = ONU usw.). Nicht zuletzt deshalb stehen sie im Rufe "chauvinistisch" zu sein.

    Die Briten und die Amerikaner scheinen dasselbe zu tun, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen (so zumindest die stereotypische Zuschreibung): Die Briten "anglifizieren" alles, weil sie mindestens so chauvinistisch sind wie die Franzosen. ;) Die Amis machen das zwar auch, ihnen unterstellt man aber eher, dass sie es nicht besser wissen: der amerikanische Banause, der glaubt, dass Henry Ford das Auto und Thomas Edison die Glühbirne erfunden hat, weiß nicht, dass es außerhalb von Texas auch ein Paris und außerhalb von Maryland auch ein Vienna gibt. ;)

    Die deutsche Gepflogenheit hingegen war und ist es, den Wörtern lange Zeit den Charakter ihrer Herkunft zu lassen, auch wenn sich orthografische Intergrationsversuche früher oder später bemerkbar machen.

    So sagen und schreiben wir eben immer noch "chauvinistisch", wir gehen zum "Friseur", meinetwegen auch zum "Frisör", wir trinken "Espresso" und wenn wir mehrere trinken, dann sind es nicht "Espressos", was auch korrektes Deutsch wäre (Duden), sondern es sind "Espressi" als Reverenz an die italienische Grammatik.

    Wenn wir von den "USA" (seltener von den "Vereinigten Staaten") zurückkehren, habe wir ein "jetlag".

    Johannes Brahms überschrieb den zweite Teil des III. Satzes seiner 2. Sinfonie als "Allegretto grazioso (Quasi Andantino) - Presto ma non assai". Obwohl es sich dabei um die "Gewschind-Form des Ländler-Themas" handelt.

    Ich finde das alles sehr in Ordnung: dass die Franzosen nicht unter dem jetlag sondern unter décalage horaire leiden, dass die Briten oder Amerikaner French fries (oder eine zeitlang freedom fries) statt pommes frittes essen bzw. aßen, und dass wir beim Unfall in den airbag knallen (und nicht ins "Prallkissen", wie es manch einer gerne hätte, der dann mit dem tragbaren Fernsprecher die Straßenwacht ruft).


    Nun hänge ich dem Glauben an, dass den Espresso die Italiener (und Italienerinnen) erfunden haben, dass die wichtigste technischen Entwicklungen dabei von Italienern in italienischen Unternehmen gemacht wurden, dass die bedeutendsten Espressomaschinen- und Kaffeemühlenpatente zuerst in Italien angemeldet wurden.

    Und dass daher - presto ma non troppo - es angemessen wäre - wenn schon in einer "Fremdsprache" - vom dosatore (und nicht vom englischen doser), vom pressatore (und nicht vom tamper) usw. zu sprechen.


    Ich fände das nicht nur molto estetico (auch weil Italienisch – man mag es wenden, wie man will, schöner klingt als Englisch), sondern auch irgendwie „zunftgerecht“: Die Kunst caffè aus der macchina zu zaubern ist der Herkunft nach nun mal eine italienische, glaube ich zumindest. Und da darf man sich auch um den einen oder anderen angemessenen Ausdruck bemühen, wenn man schon mit „espressi“ aufgeigt (obwohl ja praktisch niemand in Italien espresso trinkt, die trinken dort einfach caffè, meine ich).

    Ich verstehe völlig, dass niemand „Bohnentrichter“ sagen mag. Das klingt ungefähr so sinnlich wie „Brust-Warze“, und caffè zubereiten und trinken ist zu allererst eine sinnliche Beschäftigung. Aber statt „hopper“, was auch nur „Aufsitztrichter“ bedeutet (im Gegensatz zum „funnel“ = „Einfülltrichter“), könnte man das meinem Gefühl nach viel sinnlichere Wort „campana“ verwenden, das „Glocke“ bedeutet.


    Schließlich isst man ja hierzulande seine „Schpaghetti“ auch „al-dente“ und nicht „bissfest“ oder „firm-to-the-bite“.
    Mehr Italienisch bei den Espresso-Experten darf sein! :)
    (Es ist Weihnachten, und ich darf mir das zumindest wünschen, oder?)
     
    genii gefällt das.
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