The Pledge / Das Versprechen. Internationale Transparenzstrategie einflussreicher Kaffeeröster

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  1. pingo

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    Partnerschaftliche Beziehungen und finanzielle Transparenz gegen die katastrophale Situation im Kaffeeanbau

    [​IMG]


    Der lächerlich niedrige Kaffeepreis treibt aktuell weltweit hunderttausende Familien in den Ruin und in die Migration. Kaffeepflanzen werden massenhaft gerodet und durch Coca-Anbau oder andere Nutzpflanzen ersetzt. Die Folge: der Verlust der Lebensgrundlage dieser Familien. Die Kaffeeindustrie fand bisher keinerlei wirksame Antworten auf diese katastrophale Entwicklung.

    Um dem Kaffeeanbau und damit den Bauern in den Ursprungsländern eine bessere Perspektive zu verschaffen, haben sich nun etliche der weltweit einflussreichsten Kaffeeröstereien zu „The Pledge“ zusammengeschlossen. Das gemeinsame Konzept wird am Freitag, den 28. Juli vorgestellt und veröffentlicht.

    Im Zentrum der gemeinsamen Strategie steht die Transparenz. Der inflationär und oft missbräuchlich benutzte Begriff „Transparenz“ wird mit Inhalt gefüllt. Alle beteiligten Röster verpflichten sich, die Öffentlichkeit über die eigenen Handelspraktiken zu informieren und die an die Kaffeebauern gezahlten FOB (Free On Board)-Preise offenzulegen. Die gezahlten Rohkaffeepreise werden zudem mit Informationen über Qualität, eingekaufte Menge und die Angaben zur Dauer der Handelsbeziehungen in einen Kontext eingebunden. Außerdem verpflichten sich alle Röster offenzulegen, wie groß der Anteil der transparent gehandelten Kaffees im eigenen Sortiment ist. So wird den beteiligten Röstereien ermöglicht, das eigene Engagement zu belegen und sich von reinen Marketinginitiativen abzugrenzen.

    Die beteiligten Direct Trade-Röster aus den USA (u.a. Counter Culture Coffee, Coop Coffees, Seattle Coffee Works), Australien (u.a. Seven Seeds) und Europa (u.a. Tim Wendelboe, Coffee Collective, Quijote Kaffee) sowie Fair Trade Pioniere (z.B. Tradecraft) haben den Anspruch, Lösungen für die Kaffeebranche zu schaffen und den Handel gemeinsam grundlegend zu verändern.

    Konventionelle Geschäftspraktiken und der Handel auf Basis des Weltmarktpreises werden hingegen von den beteiligten Röstern fundamental infrage gestellt. Stattdessen werden innovative und faire Ansätze gebündelt und gemeinsame Standards geschaffen. Im Fokus stehen verschiedene Modelle von direkten Handelsbeziehungen zu den Produzenten und die Aushandlung der Preise auf partnerschaftlicher Ebene. Mit einer sinnvollen und fairen Preisgestaltung soll die Existenz der kaffeeproduzierenden Familien langfristig gesichert werden.

    Homepage der Kampagne:

    transparency.coffee
     
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  2. pingo

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    Die Dynamik ist sehr gut. Es haben sich mittlerweile 30 Röster alleine aus Deutschland mit Interesse gemeldet. Überall auf der Welt sprechen Röster darüber
     
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  3. brrrt

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    Haben sich auch Röster auch der Schweiz gemeldet?
     
  4. pingo

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    Ja, 3 Röster aus der Schweiz. Genau die von denen ich es erwartet und erhofft hatte. Und wahrscheinlich die, an die hier wahrscheinlich auch schnell gedacht wird.
     
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  5. #5 Melitta, 03.07.2019
    Melitta

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    Die Initiative ist absolut lobenswert. Trotzdem möchte ich bezweifeln, dass sie etwas ändert. Aus folgendem Grund:

    Wieviel Prozent der jährlichen Kaffeeernte setzen die „Pledge“ Röster um? Genau! Sehr, sehr wenig. Den weit überwiegenden Umsatz machen Kapitalgesellschaften, deren Mission Profit heißt. Und der Profit wird an jeder Stelle gesteigert. Ankauf, Handel, Verarbeitung, Vertrieb. Am einfachsten aber geht es im Ankauf, da es für Kaffeebohnen keine Zweitverwertung gibt. Die gesamte Ernte muss verkauft werden.
     
  6. pingo

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    Es ändert sich sogar sofort etwas. Wir haben mittlerweile allein aus dem deutschsprachigen Gebiet 52 Anfragen. Erste (größere) Importeure sind sehr interessiert an der Kooperation. Auch weil bei ihnen die Nachfrage nach transparent gehandelten Kaffees sehr schnell steigt. Es gibt schon jetzt erste Kontakte zu größeren Röstern. In den kommenden Wochen wird es weltweit viele Presseartikel dazu geben. Ich bin in Kontakt mit verschiedensten Verbänden aus der Branche die sich für eine Zusammenarbeit und die Unterstützung der Kampagne interessieren.

    Und auch, wenn es nur ein paar Röster mehr sind, die ihre Einkaufspolitik verbessern: Es ändert sich doch etwas.

    Was wäre die Alternative: allein für sich in jeder Rösterei arbeiten? Schon der Austausch mit Kollegen und die Diskussion wären es wert gewesen das Projekt zu starten. Und das ganze Teil motiviert jeden einzelnen Röster sich mehr zu engagieren.

    Und wo gibt es in der Kaffeeindustrie Ansätze, die in dieser Krise wirklich grpßflächig Erfolg versprechen?
     
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  7. #7 marxpresso, 03.07.2019
    marxpresso

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    Wenn es nur mehr Unternehmen (branchenübergreifend) gäbe, die sowas auf die Beine stellten und ernst meinten. Daumen hoch und weiter so! Lasst euch nur nicht für Green washing missbrauchen, aber das wisst ihr ja selbst!
     
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  8. #8 Konstantinos, 04.07.2019
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    Wurde auf das ganze durch Tim W. aufmerksam durch seinen Instagram Post und Story.
    Finde das ganze Unterfangen wirklich super, habe jedoch die gleichen Bedenken wie @Melitta

    Ich wünsche euch wirklich alles gute und vor allem großen Erfolg mit The Pledge! Wird Zeit, dass sich in der Branche was ändert!
     
  9. brrrt

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    Die Kunden/Konsumenten haben es in der Hand, denn…
    [​IMG]
    …das geht nicht auf.
     
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  10. #10 Konstantinos, 04.07.2019
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    Und als Kunde, der Kaffee zur Leidenschaft hat, würde ich die Aufpreise zahlen - denn ich wüsste wozu das Geld genutzt werden würde.
    Bedenken über den Effekt der Initiative auf den Gesamtmarkt habe ich jedoch trotzdem. Nicht jeder denkt wie wir und ist bereit diese Preise zu zahlen.

    Nicht falsch verstehen. Trotz der Bedenken stehe ich voll hinter The Pledge und dessen Mission und Vision.
     
  11. cbr-ps

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    Das mag sein, aber jeder einzelne kann tun, was er tun kann. Wenn man aus Bedenken es würden nicht genug mitmachen auch nichts macht, ändert sich definitiv garnichts. Jeder $ der bei Erzeugern mehr ankommt hilft, egal wie klein der Anteil ist - je größer umso besser natürlich.
    Dass das die große Melitta, Jacobs, Tchibo, usw. Masse nicht erreicht und die die Produzenten weiter knechten werden, dürfte wahrscheinlich sein. Aber man wird ja nicht gezwungen, das Spiel mitzuspielen...
     
  12. cbr-ps

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    Gute, wenn auch im Ergebnis nicht schöne Übersicht. Eine Quellenangabe solltest Du der Vollständigkeit halber noch hinzufügen, das gehört zu einem seriösen Zitat.
     
  13. #13 brrrt, 04.07.2019
    Zuletzt bearbeitet: 04.07.2019
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    …danke für den Hinweis. Bild anklicken und man gelangt zur Quelle. Moderne Zeiten. :)



    Edit: Typo
     
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  14. #14 Konstantinos, 04.07.2019
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    Ich glaube entweder drücke ich mich falsch aus oder ihr versteht mich falsch. Mit "Bedenken" meine ich nicht, dass es scheitern wird. Natürlich wird es allein durch die schon Teilnehmender Partnern bei vielen Farmen zu verbesserungen kommen - das bestreite ich nicht. Was ich meine ist, dass das Ergebniss in relation zum Gesamt-Kaffeemarkt klein bleiben wird - aber auch wieder da: jeder mehr erwirtschaftetete Euro, Dollar, was auch immer ist ein deutliches Plus.
     
  15. #15 The Rolling Stone, 04.07.2019
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    ja, aber mit dieser Sichtweise wird nie irgendwo etwas gescheites angefangen^^
    Deshalb lieber Optimist sein und die sich aufbauende Welle des Gutmenschentums erwarten die demnächst um den Globus braust. Und mitmachen. Und dann wird sich die Relation irgendwann ändern.
     
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  16. #16 Konstantinos, 04.07.2019
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    Ist auch nicht pessimistisch gemeint. Der Sache stehe ich trotz allen Bedenken sehr optimistisch entgegen! :)
     
  17. #17 Bernie_J, 04.07.2019
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    Das ist sehr löblich, leider ebenso idealistisch. Ich glaube, dass man durchaus etwas bewirken kann, ich sehe nur eine sehr große und in solchen Fällen übliche Bärenfalle.

    Derlei Initiativen müssen professionell gemanaged und betrieben werden. Das kann nicht im Kollektiv der Mitglieder passieren. Und irgendwann nehmen solche Initiativen stets die gleiche Richtung. Sie emanzipieren sich von den ursprünglichen honorigen Grundgedanken, es werden Siegel/Standards etc. entwickelt und vermarktet. Wohin das dann führt, kann man sehr gut am Beispiel Marine Stewardship Council sehen.

    Zusammengefasst: Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder (frei nach Georg Büchners Drama "Dantons Tod").

    Good Luck
     
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  18. #18 Melitta, 04.07.2019
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    Die großen Kaffee
    Aufpassen! Die suchen nur ein noch unverbrauchtes glaubwürdiges Logo unter dem sie sich sonnen können. So, wie die Nahrungsmittelindustrie jeden Trend (Bio, Herkunft (regional, geschützte geogr. Herkunft, ...), vegan, ... you name it) kapert, kann es auch The Pledge ergehen.
     
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  19. Blubb

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    Tchibo würde wohl keine Einkaufspreise etc. veröffentlichen, aber auf dem Sozial- u. Nachhaltigkeitstrip sind sie bereits.
    Einfach mal wahllos gegoogelt. Dieser Tchibokaffee könnte jeder "Transparenz-Rösterseite" entstammen.

    NEU: Privat Kaffee Rarität »Uganda Elgonyi«

    Da sind keine Unterschiede mehr zu erkennen - nicht mal mehr beim Preis :)
     
  20. #20 Wrestler, 04.07.2019
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    Wenn niemand anfangen würde, ändert sich auch nichts.
    Insofern aus meiner Sicht positiv und richtig.
    Es kommt dann aud den mündigen Verbraucher an, sich im Sinne der Nachhaltigkeit für ein Produkt zu entscheiden.
    Der Erfolg von quijote zeigt zumindest eine Richtung an.

    Die ersten Bio Märkte hatten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.
    Heute gibt's sie überall und Demeter Produkte gibt's auch im Discounter.
     
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