Topfröstung mal wieder

Diskutiere Topfröstung mal wieder im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo, pipe brachte mich mit seinem Posting auf die Idee, mal im Topf zu rösten. Neuer Thread, da es im anderen um die Pfanne ging. Grob...

  1. ppq

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    Hallo,
    pipe brachte mich mit seinem Posting auf die Idee, mal im Topf zu rösten. Neuer Thread, da es im anderen um die Pfanne ging.

    Grob orientiert habe ich mich außerdem hier.

    Meine ersten beiden Versuche sind leider nicht so gut gelaufen, daher beschreib ich sie euch mal und hoffe, ihr könnt mir sagen, was da noch zu optimieren ist.

    Beim ersten mal habe ich den Topf "volle Pulle" ca. 3 Minuten lang vorgeheizt, 125 g Rohkaffee (Ethiopia Sidamo Bio von Fausto) reingetan und dann die ganze Zeit kräftig und schnell mit dem Holzlöffel gerührt.
    Schon nach ca. 5 Minuten waren viele Bohnen schon von einer Seite braun, von der anderen noch grün. Die "gelbe" Phase wurde wohl direkt übersprungen. Eindeutig ein Zeichen dafür, dass ich zu langsam gerührt habe und die Bohnen deswegen ungleichmäßig (und auf den Kontaktpunkt bezogen zu stark) erhitzt wurden.
    Dann habe ich den Herd runtergestellt, von Stufe 9 (Maximum) auf Stufe 6.
    Nach 10 Minuten waren die Bohnen dann dunkelbraun, fast schwarz - der erste Crack ließ allerdings immer noch auf sich warten. Als er dann einige Minuten darauf kam, waren die Bohnen schon sehr dunkel, auf dieser Skala sicherlich die letzte Stufe. Ich habe dann auch schnellstmöglich abgebrochen und die Bohnen im Metallsieb unter Rühren auskühlen lassen.
    Insgesamt waren es allerdings kaum 15 Minuten Röstzeit. Das Ergebnis schmeckte natürlich nicht so berauschend.
    Übrigens habe ich mit dieser Röstung hochinteressante Ausgasungseffekte im Sieb meiner Siebträgermaschine beobachten dürfen: Es kam kein Tropfen raus, da sich das Volumen des Kaffeemehls spontan verdoppelt hat nach erstem Kontakt mit Wasser. Mir war zwar klar, dass der Kaffee mindestens 48h gut verpackt ruhen muss, aber ich wollte es halt mal probieren :)
    Zwei Tage später schmeckte der Espresso dann zwar annehmbar, aber nicht gerade berauschend: Kräftig und rauchig und nur mit nem TL Zucker einigermaßen lecker.
    Die "Referenzröstung", also der Ethiopia Sidamo von Fausto, war natürlich deutlich besser.

    Mein Fazit jedenfalls war: Kühler und länger rösten.

    Beim zweiten Versuch (heute morgen) habe ich dann nur 2 Minuten auf Stufe 8 vorgeheizt, 140 g Rohkaffee in den Topf getan und natürlich wieder sofort gerührt. Nach ca. 3 oder 4 Minuten habe ich auf tufe 6 runtergedreht, kurz darauf sogar auf Stufe 5.
    Diesmal habe ich dann auch die "Gelbphase" erleben dürfen :) So nach 10 Minuten war das, obwohl einige wenige Bohnen auch schon kleine braune Stellen hatten.
    Nach weiteren 11 Minuten unveränderten Röstens fing dann der erste Crack an, zwei Minuten später habe ich abgebrochen, da wieder die sehr dunkle Farbe (wie die vom letzten mal) erreicht war.
    Röstdauer insgesamt also ca. 22-25 Minuten.

    Diesmal interessierte es mich sehr, wie sich der Geschmack im Laufe der nächsten 48 Stunden verändert, daher habe ich gleich eine Tasse in meiner "French Can" zubereitet. Schon viel besser als die Brühe vom ersten Versuch! Aber so ganz und gar nicht fein-würzig und vollmundig, sondern auch noch sehr kräftig.

    Mal sehen, wie sich die zweite Röstung morgen so macht...

    Habt ihr Vorschläge, wie ich schneller in den ersten Crack komme und erst danach die Farbe "feinjustiere"? Oder ist das ganz generell eine Eigenschaft des verwendetes Rohkaffees, dass er beim ersten Crack schon so dunkel ist?
     
  2. #2 Augschburger, 04.05.2011
    Augschburger

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    AW: Topfröstung mal wieder

    Ich (als nicht Kaffeeröster) schätze, Dein Topf ist nach dem Reingeben der rohen Bohnen zu schnell kalt geworden. Aus welchem Material ist er denn?
     
  3. ppq

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    AW: Topfröstung mal wieder

    Aus Edelstahl, der Boden ist auch recht dick. Wenn man ihn vom Herd nimmt, dauert es einige Minuten, bis man den Boden kurz anfassen kann, ohne sich zu verbrennen - ich denke nicht, dass der zu schnell kalt wird, wenn das Ceranfeld mal aufhört zu heizen
     
  4. #4 Kakaobär, 04.05.2011
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    AW: Topfröstung mal wieder

    Immer wieder ist es schön zu lesen, wenn Leute mit dem rösten anfangen, zunächst ohne ausgefeiltes Equipment und einfach selbst Erfahrungen sammeln wollen. Ich denke zunächst sollte man versuchen eine Gleichmäßigkeit der Röstung durch konstantes umrühren zu gewährleisten. Ich habe halbwegs passable Ergebnisse zunächst mit einem gusseisernen Topf gemacht. Vielleicht hilft Dir ja auch der Fred zu "Brotbackautomat und Heißluftpistole" in meiner Signatur. Zumindest kann man sich von mehreren Seiten dem Thema nähern und viel Spaß dabei haben.
    Versuch doch mal den Topf etwas länger vorzuheizen (10-15Minuten). Die Bohnen sollten schon gleichmäßig braun werden. Der erste Crack sollte so um die 9-10 stattfinden. Mit dem ersten Crack sofort die Temperatur runterschrauben. Man muß danach wesentlich weniger Energie zuführen und es wird nicht ganz so schnell zu dunkel. Stay tuned!
     
  5. #5 Augschburger, 05.05.2011
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    AW: Topfröstung mal wieder

    Vielleicht kannst Du es mit einem Gusseisernen Topf probieren, der speichert mehr Energie als andere Materialien. Dadurch fällt die Temperatur nicht so schlagartig, wenn Du die Bohnen reingibst.
     
  6. ppq

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    AW: Topfröstung mal wieder

    Hallo,
    gut, dann werd ich mich mal nach soetwas umsehen, die Verwandtschaft höheren Semesters hat sowas bestimmt noch.

    Danke für die Tips soweit.

    Habe übrigens gerade die zweite Röstung nach 24h Ruhezeit probiert - schon viel besser. Schmeckte der Espresso beim ersten mal doch noch sehr bitter, so ist er jetzt eher säuerlich. Habe aber das Gefühl, dass das noch nachlässt mit der Zeit. :)
    Die Crema hat sich auch weiterentwickelt - es ist mehr geworden und sie ist dunkler (näher am Optimum "haselnussbraun").
     
  7. mukk

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    AW: Topfröstung mal wieder

    ich hab die ersten versuche ebenfalls mit dem topf auf dem herd gemacht.
    was sich dabei wirklich lohnt ist die verwendung eines deckels (am besten aus glas, damit man noch was sehen kann... :cool:).
    dadurch wird das aufheizen der bohnen deutlich beschleunigt, und man muss gleichzeitig weniger hitze zuführen, wodurch man weniger gefahr läuft, die bohnenoberfläche anzukokeln.

    rühren ist dann natürlich nicht mehr angesagt. ich hab dann stattdessen alle 10 sekunden den topf angehoben und kurz geschüttelt, funktioniert genau so gut (und man spart sich das krafttraining... :lol:).
     
  8. ppq

    ppq Mitglied

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    AW: Topfröstung mal wieder

    So, das war gerade der dritte Röstversuch!

    Gleicher Topf, aber diesmal 200 g Bohnen. Menge erhöht, damit die einzelne Bohne statistisch gesehen nicht so lange mit dem Metall in Kontakt kommt.

    Rührgeschwindigkeit außerdem maximiert, schneller geht's nu wirklich nicht mehr :)

    Außerdem Vorheizzeit verkürzt und den Herd die ersten 3 Minuten auf Stufe auf Stufe 8 weiterheizen lassen, dann runtergestellt auf Stufe 6 (letztes mal Stufe 5).
    Dann etwa 8 Minuten auf Stufe 6 gelassen, bis sich der erste Crack ankündigte mit vereinzelten "Verpuffungen" (;-)). Dann auf Stufe 9 hochgedreht, damit der erste Crack nicht gleich fließend in den zweiten übergeht sondern schnell vorüber ist. Der ging dann auch mit dicken Rauchschwaden und heftigem Häutchenflug vonstatten.

    In den wenigen Sekunden (!) zwischen erstem und zweitem Crack denn den Topf runtergenommen und Bohnen ins Sieb geschüttet, da hatte der zweite allerdings schon sehr deutlich eingesetzt (leises Knackkonzert).
    Dann im Sieb kräftig weitergerührt, dadurch legte sich das knacken dann langsam.

    Röstzeit insgesamt 15 Minuten. Sehr kurz also. Bohnen sind mal wieder seeehr dunkel. Dafür war der erste Crack heute schön ausgeprägt, bei dem ersten und zweiten Versuch waren das nur ein paar vereinzelte, die ich fälschlicherweise für das volle Programm hielt - auch der Häutchenflug war viel stärker diesmal.

    Gelernt: Rösten ist Sekundensache.
    Fragen: Hätte ich früher auf volle Power stellen sollen, damit der erste Crack noch schneller geht (es waren diesmal so 3 Minuten zwischen den ersten vereinzelten Cracks und dem Abklingen des Crackkonzerts)?

    Ich hatte vor, nach dem ersten Crack runterzudrehen und langsam auf den zweiten hin zu arbeiten, bis mir die Farbe passt. Aber das wurd ja nix heute :lol:

    Aus der Auflösung einer Seniorenwohnung kann ich bald vielleicht einen gusseisernen Topf ergattern - mal schauen ob die sowas hatten.

    Puh, ich stinke nach Lagerfeuer nach der Aktion :lol: Die ganze Küche war in Rauchschwaden gehüllt. Man konnte zwar noch bis zur gegenüberliegenden Wand gucken, aber naja. :shock:
     
  9. #9 zocker101, 10.05.2011
    zocker101

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    AW: Topfröstung mal wieder

    Ich denke Dein Topf ist immer noch deutlich zu heiss. :lol:
    Ich habe selbst mit einem Popcorn-Topf angefangen.
    Die Hitze der Herdplatte wirkt erbarmungslos direkt auf die Bohnen.
    So habe ich am Anfang auch Holzkohle bzw. deutlich zu dunkle Röstungen fabriziert.

    Auch habe ich wie Du am Anfang versucht mich an der Farbe der Bohnen zu orientieren.
    Das hat bei mir nicht wirklich geklappt.
    Erst als ich mich an die Cracks gehalten habe wurde es etwas.

    Zwischen 1. und 2. Crack sollte etwas mehr Zeit wie wenige Sekunden liegen. :lol:
    Aber das weisst Du sicherlich selbst. Ich denke weniger Hitze.
    Hat allerdings auch den Nachteil das Du länger rühren musst.
    Der Arm also noch ein bisschen mehr abfällt. :-D
     
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