Überholung eines Zweikreisers - rocket Evolutione V2 mit Rotationspumpe

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  1. #1 Gandalph, 09.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 09.04.2022
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    Da ich nun nach etwa 9 Jahren meine rocket EVO öffnen musste, um die Heizung zu wechseln ( war durchgebrannt ) , habe ich mich entschlossen, die Maschine dabei gleich vollständig zu überholen, und möchte euch anhand von Bildern und Text das Innere der Maschine zeigen und erklären, und einige Hinweise geben.

    Zur Maschine:
    Meine Maschine wurde in den 9 Jahren stark beansprucht, und lief 4 Jahre 24/7 und 5 Jahre etwa 16 Std, täglich. Der Wasserverbrauch des Service-Kessels war dabei sehr hoch. Das Kesselwasser wurde benutzt für Amerikanos, zum Schäumen, für Tee, zum Kochen, und auch zur Dampfreinigung von Kleinteilen.
    Alle 2-3 Jahre habe ich den Kaffeekreis mit 1,5%iger Amidosulfonsäure Durchlaufentkalkt - insgesamt 3 Mal während dieser 9 Jahre. Den Dampfkreis und Kessel habe ich mit gleicher Konzentration 2 Mal Durchlaufentkalkt - alle 4 Jahre! Als Wasser wurde mein hartes Hausleitungswasser ( 14-16 °dH ) mit BWT-Tischfilter gefiltert und verwendet. Gefilterte Wasserhärte liegt zwischen 9° -11 ° dH - GH

    Der gezeigte Zustand nach 9 Jahren , und durchgeführte Arbeiten:
    - wie erwähnt war die Heizung durchgebrannt - sie wurde getauscht!
    - das Expansionsventil und das Rückschlagventil des Kaffeekreises habe ich vorsorglich getauscht.
    - das Sicherheitsventil war defekt. Beim Aufheizen blies es für ca. 1 Minute Dampf über den Auslassstutzen über der Schale ab, hat dann aber geschlossen, und blieb es auch. Aber bei jedem Aufheizen blies es erneut ab - gewechselt!
    - die Schläuche ( zum Auslassstutzen von Expansions- u. Sicherheitsventil, und von der Entlüftung ) waren noch gut, aber nicht mehr schön, und wurden ebenfalls getauscht, da sie keine hohe Kosten verursachen.
    - der Kaffeekreis wies keine stärkere Verkalkung auf. Auch der Dampfkreis war verhältnismäßig unauffällig bezüglich des Kalks. Allerdings war der Kessel sehr stark verkalkt, was ich auf den hohen Durchsatz, und einem unzureichendem Effekt beim Durchlaufentkalken des Kessels zurückführe - er wurde ausgebaut und entkalkt. Der HX war kaum verkalkt - was wohl den Durchlaufentkalkungen geschuldet ist.
    - die Elektronik, der Pressostat und die Magnetventil arbeiten noch einwandfrei, und daran gab es nichts zu tun. Die Kabelschuhe an Heizung und an dem Kessel verbauten Sicherheitsthermostate, sowie der Niveausonde, waren spröde und brüchig, und wurden getauscht. Die Sonde entkalkt.
    - die Gruppenventile hatte ich zwar gekauft, es war aber nicht nötig sie zu wechseln!
    - eine Zerlegung des Hydralischen Systems ( Kessel, Rohre und Ventile ) wurde durchgeführt, und alles wurde extern in 5%iger Amidosulfonsäure entkalkt. Ebenso wurde die Gruppe abgebaut, zerlegt, und entkalkt.
    - dem Anti-Vakuumventil habe ich einen einfachen Dosendeckel als Auffangbehälter für austretende Tröpfchen spendiert, damit nichts mehr auf den Kessel tropft.
    - das Gehäuse wurde sauber gereinigt und poliert
    - die Gruppe wurde nach dem Entkalken und Reinigen, geschmiert und wieder verbaut. Die Dichtungen des Exzenters gewechselt.
    - der Pumpenbypass wurde ausgebaut, mit lebensmittelechtem Silikonfett geschmiert und wieder eingesetzt.

    Hinweise, Probleme, Materialien, Werkzeug
    - die Überholung der Maschine ist für einen etwas geübten Schrauber kein großes Problem
    - die Rohre und Ventile sind mit einem Messingpilz gedichtet, andere Bauteile entweder mit Dichtringen, oder mit Flüssigdichtung geklebt.
    - man braucht Flüssigdichtung, lebensmittelechtes Silikonfett, passende Dichtringe, evtl. Bauteile zum Wechseln, Balistolöl Universal zur Enfernung und Vorsorge gegen Flugrost, Entkalker-Amidosulfonsäure, evtl. Kabelschuhe, Lappen u. Küchenrolle, Malerflies und Schalen für Kleinteile.
    - Schraubendreher, Inbus, Schlüssel, sehr gut ist ein Zangenschlüssel gerade für große Schlüsselgrößen und vor allem für Schraubarbeiten an der Gruppe oder sonstigen Amaturen, gut auch eine Storchschnabelzange/Flachrundzange, evtl. ein Durchgangsmessgerät/Ohmmeter
    - Probleme machte bei mir nur bei wieder Erstinbetriebnahme die Pumpe. Sie pumpte, aber konnte nichts fördern. Grund war der Umschalter von Festwasser auf Tank. Die Steckverbindung der Kabel funktionierte, aber der Schalter, den ich zwar mehrfach betätigte, war dann der Übeltäter! Ist das Kabel zum Schalter nicht gesteckt, oder funktioniert der Schalter nicht, wird das Magnetventil nicht geschaltet, und die Pumpe kann kein Wasser fördern! Man kommt erst mal nicht leicht auf diesen Fehler! Es war aber dann die Gummihaube des Schalters, der zur Dichtigkeit beiträgt. Scheinbar führte sie dazu, dass der Schalter auch nach mehrfacher Betätigung nicht schaltete. Nach Abnahme der Gummihaube, und erneuter sorgsamer Montage war das Problem beseitigt, und die Pumpe arbeitet selbstansaugend wieder einwandfrei!
    - wichtig ist es, die Abfolge der Arbeiten mit Bildern festzuhalten, dann kann man jederzeit nachschauen, wie etwas verbaut war! Auch Detailbilder können da sehr hilfreich sein!

    Gehäuse demontieren:
    Nachdem man den Tankdeckel und Tank entfernt, sind es 6 Schrauben, die den Maschinendeckel fixieren!
    4 kleine Kreuzschlitz unterem Tankdeckel, und 2 kleine Inbus vorne links und rechts unter Löchern am Deckel.
    Die zusammenhängende Verkleidung ( Seitenteile u. Rückteil ) ist mit 8 Schlüsselschrauben fixiert. 2 vorne innen/oben an den Seiten der Vorderwand, 6 am Unterboden - davon jeweils 2 an den Seiten u. 2 am Rückteil!
    Der Wahlschalter für Festwasser/Tank lässt sich am zugeführtem Kabelstrang trennen, dann kann die Verkleidung abgenommen werden. Es ist ein wenig fummelig, aber nicht schwierig.

    Nach Abnahme des Gehäuses und des Tankkastens ( 2 Kreuzschlitz im Inneren ) präsentierte sich die Maschine so ...

    Bilder und Erläuterungen folgen ...
     
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  2. #2 Gandalph, 09.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 09.04.2022
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    Rückansicht der Maschine
    - es zeigte sich etwas Flugrost von daneben geschütteten Wassers bei der Tankbefüllung, und weitere Verschmutzung nach den Jahren.
    Rechts die beiden Magnetventil der Wasserzufuhr ( Tank u. Festwasser ) u. oben rechts die Elektronik.
    Mitte-Rechts die HX Anschlüsse von Wasserzufuhr und Thermosiphon. Dahinter Motor u. Pumpe ( links )
    Links oben das Rückschlagventil der Kesselbefüllung direkt am Kessel.
    Links unten das Expansionsventil darunter das Magnetventil der Kesselfüllung, daneben der Tankstutzen mit Schläuchen zur Entlüftung und Wasserzufuhr zum Magnetventil ( mit Wasserfilter ) des Eingangswassers vom Tank, davor ( vor Tankstutzen ) das Rückschlagventil des Kaffeekreises, vor der Elektronik noch das Magnetventil des Festwassers.
    Mitte unten das Halteblech des Tankkastens mit Flugrost
    rocket EVO.jpg

    rechte Maschinenseite
    - Kessel mit Heizung, daneben der Heißwasseranschluss, rechts unten am Kessel der Wasserzulauf- Kessel mit Rückschlagventil, rechts das Expansionsventil, darunter das Magnetventil-Kesselfüllung, unten links die Pumpe mit Motor, an der Vorderwand das Brühdruckmanometer und der Microschalter-Bezug,
    - an der Pumpe der Wasseranschluss Pumpenausgang ( oberer Anschluss mit Rohr, das nach rechts um den Bogen zum T-Stück führt )

    rocket EVO 1.jpg

    linke Maschinenseite
    - rechts oben der Hauptschalter, darunter die Betriebsleuchte, darunter der Kondensator des Motors,
    - Mitte die blackbox/Elektronik, links das Magnetventil für Festwasserzufuhr

    rocket EVO 2.jpg

    Detailansicht hinteres rechtes Eck der Maschine

    das Wasserrohr ( ganz links ) von der Pumpe kommend führt gerade durch das T-Stück zum Anschluss des Brühdruckmanometers. Nach unten gehend verzweigt es sich erneut mit einem T-Stück links zur Kesselfüllung ( Magnetventil ), und rechts weiter zunächst das Rückschlagventil ( Kaffeekreis/HX ) über das Rohr zurück zum Expansionsventil an der rechten Maschinenseite ( oben links ) und weiter zum Anschluss am HX ( das dünnere Rohr am Anschluss Mitte unten )

    rocket EVO 3.jpg

    Kesseldraufsicht

    - links oben der Heißwasseranschluss zum Ventil, rechts der Anschluss zur Dampflanze/Ventil
    - links unten das Sirai-Pressostat
    - Mitte oben die Anschlüsse an der Gruppe. Oben der Zulauf mit Rohr zum HX-Ausgang, unten Ablauf nach unten zum HX-Eingang ( Mitte-rechts unten )
    - am Kessel die beiden 135°C Sicherheitsthermostate, links darüber die Niveausonde, Mitte das Sicherheitsventil mit Schlauchanschluss, und weiter links das Anti-Vakuumventil.
    - rechts an der Seite des Kessels sieht man noch den Manometeranschluss-Kesseldruck!

    rocket EVO 4.jpg

    Detailansicht Zulaufventile/Magnetventile

    am linken hinteren Maschineneck sind die beiden Zulaufventile/Magnetventile der Wasserzufuhr. Über den Wahlschalter am Tankkasten wird zwischen den Ventilen umgeschaltet - Tank oder Festwasser!
    - Mitte unten das Magnetventil für die Tankzufuhr, darüber groß im Bild das der Festwasserzufuhr.

    rocket EVO 5.jpg

    Detailansicht Kesselseite rechts, Pressostat

    - das Pressostat und dessen Anschluss am Kessel
    - links und weiterführend das Ausgangsrohr der Gruppe zum HX -das dicke Rohr
    - ´Mitte links der Heizungsanschluss, Mitte der Heißwasseranschluss, und rechts der Kesselfüllungsanschluss mit Rückschlagventil
    - links oben noch der Mikroschalter für den Bezug, und darunter das Brühdruckmanometer
    rocket EVO 6.jpg

    Detail - Pressostatmontage

    - das Pressostat ist mit einer Mutter am Halteblech montiert, und wird mit einem geschwungenem Rohr am Fitting des Kessels verbunden. Die Rohranschlüsse dichten mit einem Messingpilz!
    rocket EVO 7.jpg

    Kesselanschlüsse im Detail
    - vorne die beiden 135°C Thermostate die in ein kleines Gewinde am Kessel eingeschraubt sind
    - dahinter von links nach rechts: Niveausonde, Sicherheitsventil mit Schlauchanschluss, Anti-Vakuumventil, HX-Ausgang,
    - rechts an der Kesselseite der Anschluss des Kesseldruckmanometers
    rocket EVO 8.jpg

    - links an der Kesselseite Anschluss.-Pressostat, unten Rückschlagventil Kesselfüllung / Kesselanschluss
    - linke Kesselseite Halteblech des Pressostaten mit dem Anschlussrohr zum Kessel
    - darunter vorne der Anschluss Kesselfüllung mit angesetztem Rückschlagventil, dahinter der Heißwasserausgang des Kessels
    - rechts der HX-Anschluss mit dickerem Anschluss für den Rücklauf von der Gruppe, und dem Kleineren für den Wasserzulauf vom Frischwasser.
    rocket EVO 10.jpg


    weitere Bilder folgen, da die maximale Anzahl für einen Post erreicht ist!
     
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  3. #3 Espressojung, 09.04.2022
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    Gandalph, ich sehe nichts.
    Bekomme nur Fehler angezeigt.
     
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  4. #4 Gandalph, 09.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 09.04.2022
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    Detailbilder Tankstutzen und Anschlüsse der Schläuche und der Kabel
    der Tankstutzen ist am Halteblech des Tankkasten montiert - Muttern auf der Unterseite für Befestigung des Stutzens und des Massekabels, seitlich der Kabelanschluss für die Wasserstandserkennung. Der Massestab in der Mitte wurde entkalkt - er lässt sich nach Abnahme der Muttern entfernen.

    rocket EVO 14.jpg

    rocket EVO 15.jpg

    die defekte Heizung

    rocket EVO 16.jpg

    Nach dem Zerlegen habe ich erst einmal den Kessel ausgeschüttet. Es kam schon gleich einmal eine Menge abgefallener Kalk hervor, viel loser Kalk blieb auch noch im Kessel und wurde nach dem 1. Entkalken entfernt.
    - erster loser Kalk des Kessels

    rocket EVO 13.jpg


    Bilder der Maschine nach Entrostung, Reinigung, Entkalkung und Zusammenbau

    rocket EVO 17.jpg

    rocket EVO 18.jpg

    rocket EVO 19.jpg

    rocket EVO 20.jpg

    rocket EVO 21.jpg

    rocket EVO 22.jpg

    es folgen die restlichen Bilder ....

    lg ...
     
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  5. #5 Espressojung, 09.04.2022
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    Wartungsfreundlich sieht das aber auch nicht aus.
     
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  6. #6 Gandalph, 09.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 09.04.2022
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    die restlichen Bilder ...
    rocket EVO 23.jpg

    rocket EVO 24.jpg

    rocket EVO 25.jpg

    rocket EVO 26.jpg

    rocket EVO 27.jpg

    - das Expansionventil wurde dann noch auf 12 Bar justiert, und der Pumpendruck auf 9 Bar
    - das Gehäuse wurde wieder montiert, und gleich nach mehrfacher Spülung der Kreise der erste espresso probiert ...
    - also ran an den Feind, es ist halb so wild ..

    lg ...
     
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  7. #7 Gandalph, 09.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 09.04.2022
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    Das ist hier ziemlich mühseelig so einen Beitrag zu erstellen, da nur eine bestimmte Zeichenanzahl akzeptiert wird, und ebenso nur 10 Bilder :mad:
    Es geht eigentlich ganz gut ! .... - ist die Verkleidung ab, befindet sich alles Wichtige an der Maschinenaußenseite, und ist da gut zugänglich. Einzig der Zugang zur Heizung ist etwas verbaut, und es muss das Pressostat abgenommen werden, damit man mit dem Schlüssel ansetzen kann.

    lg ....
     
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  8. #8 cargoliner, 09.04.2022
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    Danke, die Doku macht mir Mut für die Zukunft ;)
     
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  9. #9 Cappu_Tom, 09.04.2022
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    Hieramts sind Layout und Bilder ok

    Eine Kleinigkeit: Die Ableitung vom OPV würde ich ganz aufschieben oder/und mit Kabelbinder fixieren sowie den Knick im Schlauch oben 'entschärfen'
     
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  10. #10 Gandalph, 09.04.2022
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    - das war noch das Provisorium vor Justieren des Ventils. Cappu Tom.
     
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  11. #11 Cappu_Tom, 09.04.2022
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    Sorry, hab ich mir insgeheim schon gedacht, aber ... ;)
    Weiterhin viel Erfolg!
     
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  12. #12 Gandalph, 09.04.2022
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    ja, da kannst dich ruhig dran trauen. ;)
    Selbst gemacht, da weiß man was man hat, denn da ist man gewissenhafter, als bei einem Service in der Werkstatt. Es ist auch nicht allzu anfordernd, wenn man etwas Schrauben kann, und man erspart sich einiges an Kosten - die Teile sind nicht teuer.

    lg ....
     
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  13. #13 Macallan, 10.04.2022
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    Super Bericht, vielen Dank!! Speichere ich direkt als Lesezeichen ab.
     
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  14. uburoi

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    Ah, @Gandalph du bist mein Retter!
    Ich restauriere ja selbst auch gerade eine ECM Classika und deine Hinweise sind Gold wert, danke dafür!!
    Zur Flüssigdichtung habe ich eine Frage, weil das Thema Dichtigkeit bald auf mich zukommen wird (der Kessel ist noch beim Schlosser, der mir das abgerissene Verlängerungsstück wieder anschweißen will): Die Schraub-Verbindungen der Kupferrohre, z.B. an den Kessel für den Zulauf oder an die Brühgruppe, sind das die Stellen, wo du Flüssigdichtung verwendest?
    Und nutzt du für die Verbindung der Thermostate an den Kessel Wärmeleitpaste?
    Grüße
     
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  15. #15 Gandalph, 10.04.2022
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    Kupferrohre sind mit einem Messingpilz gedichtet. Am Kessel direkt sind dazu Fittinge eingeschraubt, die mit Flüssigdichtung eingeklebt sind. Andere Bauteile sind entweder mit Kupfer- oder Silikondichtringen unterlegt - etwa bei Ventilen, oder der Heizung, oder sie sind eingeklebt - je nach Maschine und Bauteil.
    Da es sich bei meiner Maschine um einen Zweikreiser handelt, sind die Thermostate nur zur Sicherheit verbaut - Sicherheitsthermostate 135°C. Die Temperatur wird über das Pressostat geregelt. Es ist also eine Wärmepaste nicht nötig, da es dabei ja nicht auf`s Grad genau ankommt.
    Bei deiner Classika wäre eine Wärmeleitpaste auch nur sinnvoll, für den Kaffeethermostat, und wahrscheinlich auch da nicht unbedingt nötig. Beim Dampfthermostat spielt eine geringe Abweichung keine Rolle - ebenso beim 165°C Sicherheitsthermostat.
    Soweit ich das bei der Classika sehe - klick! - sind da im Kessel auch einige Schraubfittinge, die eingeklebt werden.

    Bauteile, die sich nach dem Gewinde erweitern und einen Sockel bilden - etwa Ventile und Sonden, können auch mit Dichtringen - Kupfer, oder Silikon gedichtet werden.
    Rohranschlüsse haben meines Wissen alle einen Messingpilz. T-Stücke und andere Schraubverbindungen sind meist geklebt, oder einseitig geklebt, und auf der Rohranschlussseite mit Messingpilz gedichtet.
    Meine Thermostate z.B. haben ein kleines Gewinde und bilden einen Sockel - ich hätte sie also auch mit einem Silikonring dichten können. Dann muss man aber befürchten, dass sich das Gewinde verkalkt, und man man es evtl. beim Wechseln abdreht. Also habe ich es auch eingeklebt.
    Ich hoffe diese Hinweise nützen dir, und helfen dir weiter ...

    lg ...
     
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  16. #16 Benutzer21, 10.04.2022
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    Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag! Ich habe die selbe Maschine und nun steht auch bei ihr ein Service an.
    Wo hast du die Ersatzteile bezogen?
    Hast du auch Veränderungen an der Lagerung der rota Pumpe etc vorgenommen? LG
     
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  17. #17 Gandalph, 11.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 11.04.2022
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    hallo ...
    Die Teile und Materialien hatte ich von Avola.
    An der Rota hatte ich nur den bypass ausgebaut. Die Stoßdämpfer sind noch ok. Pumpe und Motor habe ich auch nicht ausgebaut.
    Ansonsten habe ich nur das Zulaufrohr zur Gruppe und den Rohrstrang zum HX etwas zurechtgebogen, und ein paar Ventile gewechselt, sowie alles extern entkalkt. Auch die Gruppenventile habe ich belassen, die sind noch ok. Da waren nur die Dichtungen des Exzenters durch. Wie geschrieben, waren die Kabelschuhe am Kessel und der Heizung hinüber, die wurden gewechselt, und die Kabelstränge etwas umgelegt und mit Kabelbinder fixiert, damit nichts vibriert. Das chassis gereinigt, und entrostet wo Flugrost angesetzt war, und die Schläuche gewechselt, etwas umgelegt, und auch mit Kabelbinder fixiert, ein neuer Wasserfilter ( am Wasserzulauf ), das war`s.

    Die Maschine hatte ich auf einen stabilen Gartentisch überholt, den ich mir in den Wintergarten geholt habe. Unterlegt mit Malerflies. Da konnte ich die Maschine stehen lassen und bei Gelegenheit dran arbeiten. Ein großes Serviertablett und Schalen dienten zur Ablage von Teilen.

    - was ich vorher schon gemacht hatte, ist am Wärmeleitblech eine Aussparung eingeschnitten, um an das Pressostat zu kommen. Ich habe den Deckel meiner Maschine nicht verschraubt, so brauche ich nur den Deckel abheben, und komme mit einem großen Schraubendreher direkt an die Einstellschraube des Pressostaten. Die Temperaturveränderung geht so ratzfatz einzustellen.

    Wärmeleitblech.jpg


    Die Maschine läuft jetzt ruhiger und schöner als im Neuzustand.

    lg ...
     
  18. #18 frankie, 20.04.2022
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    Wahnsinn! Vielen Dank für diesen sensationellen Bericht mit den vielen Bildern. Das sieht toll aus.
    Ich stehe nämlich auch vor der Frage, was ich mit unserer Evo Rota Maschine ähnlichen Alters Anfange. Ein Service wird sicherlich recht teuer werden und ich traue mich nicht so recht an so eine Aktion ran…
     
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  19. #19 Gandalph, 20.04.2022
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    bitte ;) - Genau dafür habe ich den Beitrag erstellt, um Leuten die Scheu vor eigenem Service zu nehmen, und die Maschine sowie deren Teile genau darzustellen. Wenn man im Schrauben etwas geübt ist, ist es kein Hexenwerk, und ich bin überzeugt, dass der eigene Service gewissenhafter gemacht wird, als in mancher Werkstatt.

    lg ...
     
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