Vakuumbrühen

Diskutiere Vakuumbrühen im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Welche Vakuum-Kannen sind empfehlenswert, bzw. gibt es hierzulande erhältliche Alternativen zur Bodum Santos? Über die elektrische Version las ich...

  1. #1 MichaelV, 09.10.2007
    MichaelV

    MichaelV Mitglied

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    Welche Vakuum-Kannen sind empfehlenswert, bzw. gibt es hierzulande erhältliche Alternativen zur Bodum Santos? Über die elektrische Version las ich schon Schlimmes, die manuelle Kanne ist aber wohl brauchbar. Oder?

    Hintergrund: Ich habe ein youtube-Filmchen gesehen über diese Art der Zubereitung, von einem Amerikaner, mit Brenner-betriebener Kanne. Das sah ebenso spektakulär wie lecker aus. Für den Genuss von single origins sicher eine feine Sache.

    Michael
     
  2. lukask

    lukask Mitglied

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    AW: Vakuumbrühen

    Ich benutze häufiger die Bodum Santos und bin ziemlich zufrieden. Allerdings ist sie sehr zickig was die Qualität des Mahlguts angeht. Befüllt aus einer alten Gaggia MDF war der Mahlgrad entweder zu fein, dann zieht der Kaffee nicht mehr zurück in die untere Glaskanne, oder aber grob genug, dann schmeckte bloß der Kaffee nicht mehr. Mit der LaCimbali-Mühle habe ich allerdings sehr schöne und vor allem konsistente und reproduzierbare Ergebnisse.
    Wenn das Sauberhalten nicht so aufwändig wäre, wär das sicherlich meine Aufbrühmethode Nummer 1 :)
     
  3. Caruso

    Caruso Mitglied

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    AW: Vakuumbrühen

    Ich besitze schon viele Jahre auch eine Bodum Santos für die Herdplatte. Sie gefällt mir nach wie vor sehr gut, und der Brühvorgang ist für den Laien verblüffend und schön.

    Aber ich bin nicht wirklich zufrieden. Wenn der Kaffee den richtigen Mahlgrad hat, so dass das Gerät richtig funktioniert, schmeckt mir das Ergebnis zu dünn, auch wenn man sehr viel Pulver einfüllt. Der Oberteil und das Ventil sind leicht zu putzen, die Glaskanne aber nur sehr schwer bis eigentlich nicht wirklich.

    Erfunden wurde das System in den 1830er Jahren, aber es gab Probleme mit den Glasteilen, da es damals noch kein Borsilikatglas gab. Und die Ausführungen aus Metall waren zwar sicherer, aber nicht so beeindruckend. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden sie aus feuerfestem Glas in den USA z.B. von der Firma Cona produziert. Die wurden, wie schon im Biedermeier, mit einem Alkoholbrenner betrieben.

    Forummitglied Walter hat so ein amerikanisches Gerät:

    [​IMG]

    Er schreibt darüber:
    "Aufgrund der Unterdruckextraktion und der Filterung mittels Glasstab entsteht ein sehr feingliedriger, fragiler Kaffee, die Zubereitung eignet sich daher besonders für Sorten mit fein differenzierten Aromen. Und eine Attraktion für interessierte Besucher ist es allemal, da werden Assoziationen zur Al-(chemie) geweckt..."

    Für "Nicht-Espresso-Kaffee" verwende ich eine kleine und eine große Pressstempelkanne, und die kann ich wirklich empfehlen. Der beste "Nicht-Espresso-Kaffee", den ich bis jetzt getrunken habe.
     
  4. lukask

    lukask Mitglied

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    AW: Vakuumbrühen

    Hier tippe ich auf genau das Problem mit dem Mahlgut, dass ich vorher ansprach. Die Demoka scheint in dem Fall nicht konsistent genug mahlen zu können.
    Es kann natürlich auch an anderen Parametern liegen wie z.B. zu kurzer Brühzeit (2-4 Minuten) oder sonstwas :), aber bei mir wurd's durch die neue Mühle schlagartig besser.
     
  5. #5 Oberloser, 26.01.2009
    Oberloser

    Oberloser Gast

    AW: Vakuumbrühen

    Hallo und guten Tag zusammen bin relativ neu hier im Forum, lese auch schon eine ganze Weile passiv mit, wurde aber trotz Sufu bislang nicht wirklich fündig.Deswegen bitte ich um Nachsicht, dass ich diesen alten Thread noch mal hervorkrame. Ich benutze für die Zubereitung des Frühstückskaffee`s für die Familie seit vielen Jahren die Bodum Santos, habe immer wieder mal mit verschiedenen Kaffeesorten experimentiert, bin aber noch nicht soooo zufrieden mit den Ergebnissen. In einem anderen Thread habe ich gelesen, dass auch bei Vakuum-Kaffeemaschinen gilt: je körniger der kaffee gemahlen ist, umso stärker kommt er geschmacklich und auch inhaltsstofflich zur Geltung. Die Körnigkeit soll etwa grobem Polentamaismehl entsprechen. Das klingt einleuchtend, aber…….. jetzt meine Fragen an die Bodum-User:- verstopft oder behindert diese Körnung nicht die Filterung beim Rückfluss des Kaffee`s ?- ich besitze eine Solis Kaffeemühle, bevor ich mit dem Experimentieren beginne: hat jemand einen Tip zur Einstellung des Mahlgrades?- und habt ihr einen Kaffeetip für den A n f a n g ? Danke für`s antworten.Gruß O.
     
  6. Tara

    Tara Mitglied

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    Ich hänge mich hier mal an:
    Ich bin stolze Besitzerin einer Cona Kanne, habe damit auch schon Kaffee zubereitet, aber er schmeckt mir nicht.

    Die einzelnen Parameter sind mir noch unklar, bzw. ich habe nichts drüber gefunden.

    Mahlgut: eher Salz bzw Griesfein? Aber wieviel? 7 g pro Tasse? 28 g pro Liter Wasser?
    Wie lange auf dem Herd stehen lassen (und damit das Wasser oben?) sobald es oben ist Hitze abstellen?
    Im oberen Kolben umrühren? Wieviel? Bloß nicht?
     
  7. #7 StSDijle, 28.10.2016
    StSDijle

    StSDijle Mitglied

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    Hallo zusammen,

    Ich benutze eine Santos und zwar so:

    1) 7-9g Kaffee pro Tasse a 125m, filterfein, meine Mühle macht kein homogenes Malgut, nicht so schlimm.
    2) Oberen Kolben nur einstellen bis das Wasser kocht, erst dann voll aufsetzen ansonsten wird das Wasser nur knapp 70°C warm.
    3) so abpassen, dass der Kaffee ca 2min Wasserkontakt hat, Klumpen mit einem Stäbchen zerschlagen.

    Probleme: Kanne zieht den Kaffee nicht zurück. Das hat nichts mit dem Mahlgrad zutun (ok sollte nicht extrem fein sein, aber Fines stöhnen sicher nicht), sondern mit einem schlechten Siegel zwischen den Teilen. Lösung: gerade aufsetzen und auf Sauberkeit am Kannenrand und Gummi achten.

    Parameter, die man leicht verstellen kann: Mahlgrad, Wasser:Kaffee, Brühtemperatur, Kontaktzeit.

    Viele Grüße
    Stefan
     
  8. #8 norschtein, 28.10.2016
    norschtein

    norschtein Mitglied

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    Hallo.
    Wichtig sind a) eine genaue Temperaturkontrolle für den Zeitraum der Extraktion und b) möglichst gleichmässiges Mahlgut.
    Etwas Übung braucht es, um nach dem Erhitzen und Aufstieg des Wassers die Hitzezufuhr so einzustellen, dass für den Immersionszeitraum (1,5 - 2 Min.) keine Überhitzung eintritt aber auch keine Abkühlung, die den Rückfluss in den unteren Kolben einleiten würde. Die 20 Sek. des gewollt eingeleiteten Rückflusses durch den Filter geschehen dann einfach durch Abschalten der Hitzezufuhr.

    a) Ist nach meiner Erfahrung mit den HeatBeamern von HARIO am besten zu leisten (andere kenne ich ich nicht für den Heimgebracht, in Japan finden sich evtl. unterschiedliche Anbieter), ich kann mir aber auch vorstellen, dass das auch mit einer präzise zu regelnden kleinen Gasflamme und etwas Übung gelingen könnte (Küchenherd). Du brauchst ein schnell ansprechendes Messgerät (z.B. Thermapen). Welche Wassertemperatur im oberen Glas herrschen soll? Das muss man individuell rausfinden, auch ist es unterschiedlich, ob du an der Wasseroberfläche oder im Herz des Trichters mißt: auf jeden Fall orientiere dich daran, dass bei Cuppings, Aeropress, Filteraufguss i.d.R. 93-95 Grad Celsius Eingangstemperatur benutzt werden. Beim Siphon darf es anfangs ggf. etwas höher sein, da du alles auf einmal reingibst und dann auch noch umrührst. Ich vermute, dass die Temperatur im oberen Kolben während der Immersionsphase bei 86-89 Grad liegen dürfte....

    b) Eine filtergerechte Mühle ist beim Siphon empfehlenswert (z.B. VARIO mit Stahlscheiben), Mahlgrad angepasst an eine Kontaktzeit von ca. 2,5 Min., Feintuning ausgehend von Filtermahlgrad.
    Auch hier würde ich vom Grundverhältnis 1 Liter H2O : 60 Gramm Kaffee ausgehend probieren und mich erst einmal mit 15-20 Gramm Kaffee je Blühvorgang ranhalten.

    (Ich persönlich benutze Syphon nur mit Papierfiltern, die gesinterten Glasstopfen der Cona lassen mir zu viel Sediment durch.)
     
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  9. Tara

    Tara Mitglied

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    hallo
    dankeschön,
    das klingt doch komplizierter als ich dachte -
    also für den Anfang, anfangs fand ich auch Espresso beziehen kompliziert ... :)

    Ich würde also schon mal 90 Grad heisses Wasser (Wasserkocher) in die Glaskanne unten einfüllen,
    mit der Mahlprinzessin (MK vario) gröbste Stufe 20 Gramm frisch rausmahlen (also bei 0,50l )
    oben in den Kolben geben
    die konventionelle Elektroherdplatte (denn einen vernünftigen Brenner habe ich keinen und möchte auch nicht mehr investieren) auf 100 Grad stellen (muß ich in der Bedienungsanleitung schauen welche Stufe das bei dem Herd überhaupt ist)
    warten bis es kocht und nach oben brodelt und wenn alles oben ist 1,5 Minuten (oder 2 ab dem Zeitpunkt wo es nach oben blubbert) den Herd auch anlassen.
    Danach Kanne von der Platte ziehen (mit dem Infrarotthermometer mal messen was da oben so an Temperatur los ist) und warten bis alles wieder runter fällt.

    Klingt das nach einem vernünftigen Plan?
    (oder sollte ich schon, wenn alles hochgeblubbert ist den Herd direkt ausschalten/ die Kanne von der Platte ziehen? klingt mir irgendwie sympathischer als die leere untere Kanne zu beheizen?)

    Irgendwie habe ich das Gefühl, daß die genaue Temperaturkontrolle mir noch größere Probleme bereiten wird.... und ich doch wieder beim Papierfilterkaffee lande... aber irgendwie... hmm, ich "könnte" es schon gerne :)
     
  10. migg

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  11. migg

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  12. #12 RalphLemann, 17.11.2016
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    ich habe mir vor kurzem die Bodum Santos Kanne (Pebo) gekauft - echt ein hammer ergebnis
     
  13. #13 PeterGriffin, 02.01.2017
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    Benutzt jemand von euch den Hario Beam Heater? Mich würden Erfahrungen dazu interessieren; der Preis ist ja leider wirklich nicht ohne, v.a. hier in Europa. Da der Syphon aber geschmacklich meine liebste Brühmethode ist (von der Nutzung mit Abstand allerdings V60 Pour Over), liebäugle ich dennoch damit.
    Habe die Woche mal in einem Café nachgefragt die eines im Einsatz haben: Der Barista meinte es liefe seit gut zwei Jahren ohne Probleme.
     
  14. Pappi

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    Hmhmhm riesen Unterschied hab ich schon geschmeckt alleine durch den Austausch Baumwollfilter vs Metallfilter
     
  15. #15 Sisi on Tour, 12.01.2017
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    Zum Hario Beam Heater gäbe es ja auch noch die alternatibe mit Gasbetrieb (RekRow Gas Brenner)... Die ist etwas Preiswerter, aber leider habe ich keine Ahnung was die beiden kerle an Heitzleistung in Watt haben, um die Zubereitungszeit etwas abzuschätzen.
    Beim Beam Heater ist eine Zahl mit 400 angeben, ob das die Leistung ist?
     
  16. #16 Sisi on Tour, 12.01.2017
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.2017
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    Google hilft... der Hario Beam Heater hat eine 400W Halogen Heitzlampe.

    Den Gasbrenner habe mit 900-1.oooW als Leistungsangabe gefunden.
    -> Da kochen dann angeblich 250ml Wasser in 5min.
     
  17. #17 PeterGriffin, 14.01.2017
    PeterGriffin

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    Ich nutze momentan auch einen Gasbrenner. Ich fülle das Wasser schon mit >90 bzw. >95 Grad Celsius in den Boilerkolben, je nachdem auf welche Brühtemperatur ich kommen will. Dann geht das mit dem Gasbrenner auch fix. Ich denke nur das man mit dem Beam Heater die Temperatur einfacher steuern kann. Geht zwar auch so, aber auch mit Übung haut man so mal ziemlich daneben.
     
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