Vergleich: siebträger vs vollautomat

Diskutiere Vergleich: siebträger vs vollautomat im Espresso- und Kaffeemaschinen Forum im Bereich Maschinen und Technik; Hallo, Ich habe mir nun einen Saeco Vollautomaten gekauft, "magic deluxe", ich kann nur sagen, kein vergleich zu einem Filterkaffee. Aber...

  1. Balzac

    Balzac Mitglied

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    Hallo,

    Ich habe mir nun einen Saeco Vollautomaten gekauft, "magic deluxe", ich kann nur sagen, kein vergleich zu einem Filterkaffee.

    Aber nun meine Frage, schmeckt ein Espresso aus einer Siebträgermaschine vielleicht sogar noch besser?
    Obwohl es bei diesen Modellen auch große preisliche Unterschiede gibt. So kostet eine billigere, aber doch vom namhaften Hersteller Saeco, €200, aber teurere Modelle unter anderem von ECM €1500(Semiprofesionell?).

    Auch hab ich gelesen das Handhebelmaschinen, die ich aufgrund ihres besonderen flairs für sehr ansprechend halte, den Kaffe grundsätzlich verbrennen. Gibt es Modelle bei denen das nicht der Fall ist?


    Wie seht ihr das, ist bei einem Vollautomaten schon der höchste Kaffeegenuß erreicht, oder kann man ihn durch eine Siebträgermaschine noch verbessern.
    Oder gar Handhebel.

    lg
    Balzac
     
  2. Goglo

    Goglo Mitglied

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    Hallo Balzac,

    schöne sig hast Du da - vom ersten bekennenden Kaffeeabhängigen - passt sehr gut zum Nick. Aber dann einen Vollautomaten? Honoré würde sich im Grabe umdrehen!

    Aber andererseits hatte er zu seinen Lebzeiten mangels technischer Entwicklung noch nicht die Möglichkeit einen Espresso zu geniessen. Automatenkaffee hätte er aber bestimmt von sich gewiesen. Aber sei's drum.

    Zur Frage: Wie aus den einleitenden Worten erkenntlich, geht es besser. Und zwar genau mit den erwähnten weniger weit entwickelten technischen Gerätschaften. Vollautomaten zielen auf einfach zu erreichenden Kaffeegenuss hin. Nicht auf den perfekten.

    Perfekt geht es nur mit Siebträgern und Erfahrung. Erfahrung einmal voraussgesetzt, ist der Unterschied bei den Siebträgern in Pumpe oder nicht zu finden. Und dann feiner noch in der Art und Weise der Brühwasser- und Dampferzeugung. Alles ist möglich. Aber nicht alles ist auch auf dem Markt für den Heimbarista zu finden. Im Kaffeewiki findest Du die technischen Unterschiede.

    Dass nun Handhebel den Kaffee immer verbrennen, ist genausowenig wahr, wie die Aussage, dass Zweikreiser immer einen perfekten Espresso bereiten. Richtig ist, dass die vielen verschiedenen Bauarten alle ihre Vor- und Nachteile besitzen. Vollautomaten haben z.B. zugunsten einer einfachen Bedienung die erreichbare Kaffeequalität vernachlässigt. Einkreiser verzichten zugunsten der Aufheizzeit und Herstellungskosten auf komfortable Milchaufschäumung. Zweikreiser sind teuer und brauchen (relativ) lange Aufheizzeiten. Für den Hausgebrauch vorgesehene Handhebel liegen dazwischen - ihr Nachteil ist die thermische Instabilität bei Dauergebrauch. Wie Du's auch immer drehst, einen Nachteil handelst Du dir immer ein.

    Es sei denn, einer der Einfussfaktoren sei Dir egal. Idealerweise sei es der mit dem Geld. Hier können wir ja auch auf ein grosses Vorbild zurückgreifen: Balzac verstand es lange Zeit seines Lebens monetären Restriktionen keinen zu grossen Einfluss auf seine Entscheidungen zu gestatten. Aber auch dieses hatte irgendwann ein Ende.

    Aber vorher hätte er bestimmt einen Zweikreiser gekauft.

    Goglo
     
  3. afx

    afx Mitglied

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    [color=#000080:post_uid0]@Goglo:
    Wunderschön geschrieben!
    Danke
    afx
     
  4. #4 knurrfrosch, 28.04.2005
    knurrfrosch

    knurrfrosch Mitglied

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    Hi!

    @Goglo
    Für den Text solltest du den Kaffeeboard-Orden verliehen bekommen :;):

    @Balzac
    Ein Freund von mir ist von seiner Magic DeLuxe auf eine Gaggia Classic nebst Demoka-Mühle umgestiegen, das war das Beste, was er für den Erlös aus dem Verkauf der MDL kaufen konnte. Vorher wollte er mir nicht glauben, dass eine relativ preiswerte, einkreisige Siebträger-Maschine besseren Kaffee macht als sein teures HiTec-Ding, hinterher (und hinterher bedeutet in diesem Fall etwa vier Wochen und diverse Espressi aus meiner Silvia nach seinem Kauf) hat er sich über das rausgeworfene Geld geärgert.
    Kompromisslösungen sind beides, ein VA bedeutet eben Abstriche beim Geschmack und ein Plus beim Comfort (zumindest bis zur Reinigung), ein Siebträger ist leichter zu reinigen und macht um Längen besseren Kaffee. Dafür brauchts eine gewisse Einarbeitungszeit bis es wirklich gut wird und es ist im Vergleich zum Knöpfchendrücken immer mit mehr Aufwand verbunden einen Espresso zu machen. Wo du für dich Abstricghe machen kannst, ob bei Handling oder Geschmack, kannst nur du allein entscheiden.

    LG
    Frank

    ...und wie immer in einem solchen Thread das Angebot: Falls Bielefeld für dich erreichbar ist kannst du gern mal vorbeischauen und dich von den Geschmacksmöglichkeiten mit einem einigermaßen hochwertigen Siebträger überzeugen.
     
  5. balti

    balti Mitglied

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    [quote:post_uid0]und es ist im Vergleich zum Knöpfchendrücken immer mit mehr Aufwand verbunden einen Espresso zu machen[/quote:post_uid0]

    nun ja *hrm hrm*
    vielleicht ist es ja auch die art (sic!*), das [b:post_uid0]zelebrieren[/b:post_uid0], aus wasser, stahl und kaffeebohnen ein balzacs ansprüchen genügendes elixier zu brauen, bei dem der prozess des ersten gedankens an den genuss bis zu seinem letztendlichen erleben bereits einen (den?) wesentlichen teil eben jenes genusses ausmacht?

    vermutlich muss man diese (verrückte? verschrobene?) lust in sich spüren, um einen siebträger "lieben" zu lernen....

    anyway - viel spass beim entscheidung finden! es lohnt sich! :laugh:

    grüße,

    chris


    *warum wohl heissen einige hersteller z.b. "[i:post_uid0]arte di...[/i:post_uid0]"? :cool:
     
  6. Dirk_W

    Dirk_W Mitglied

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    Hallo Balzac,

    mein Weg zu meinem jetzigen Siebträger hat mich auch über eine Saeco Magic geführt.

    Ich war von dem was ich für Espresso hielt und aus der Saeco kam, durchaus begeistert. Zwischendurch fütterte die die Saeco mit Nespresso Kapseln über den Pulverschacht und fand das Ergebniss besser. Damit machte ich unbewusst einen Schritt in die richtige Richtung, habe die Veränderung aber dem Kaffee zugeschrieben. Inzwischen weiss ich das es der deutlich feinere Mahlgrad ist.

    Irgendwann hab ich mich dann mit einer ziemlich sachkundigen Dame unterhalte, die mir riet mal den Mahlgrad auf feinste Einstellung zu legen und die Pulvermenge zu erhöhen.

    Das Ergebniss schlägt sich aber erst nach der 3. Tasse nieder.
    Für Vollautomaten ein erstaunlich guter Espresso, der mir damals eine nie gekannte Welt eröffnete. Auch die Durchlaufzeit änderte sich von bisher < 10 Sek Richtung 20 Sek..
    Der VA gab jedoch kräftige Knackgeräusche von sich, sodass ich diese Last ihm nicht auf Dauer auferlegen würde.
    Geschmacklich konnte man bereits erahnen was alles in einer Bohne steckt.
    Zudem ist mit dieser Einstellung die Zubereitung eines normalen Kaffees nicht mehr möglich, weil durch dieses Pulver keine Mengen zu bringen sind. Da meine Frau die Saeco weiterhin für Kaffee nutzt war der Fall klar.

    Der Tag war nicht mehr fern, andem ich eine gebrauchte ISOMAC Zaffiro mit Mühle erstanden habe. Geschmacklich eine Offenbarung.

    Du kannst also mit der Saeco bei passenden Parametern beachtliche Ergebnisse erzielen. Eine Dauerlösung ist das meiner Meinung nach nicht.

    Gruß

    Dirk
     
  7. #7 apraxas, 29.04.2005
    apraxas

    apraxas Gast

    Hi Balzac,

    wenn Du es wie Balzac machen willst, dann solltest Du dich wenigstens auf hohem Niveau zu tote trinken :;): . Daher die gleiche Antwort, wie sie schon die andern gegeben haben: JA, der Presso aus einem ST ist VIEL besser als aus einem Automaten. Selbst gut eingestellte Gastroautomaten, die preislich jenseits der 8000€ liegen kommen ein einen vernüftigen ST mit einem vernüftigen Barista bei weitem nicht ran. Was man aus den unterschiedlichen Kaffees mit einem ST und den entsprechenden Einstellungen alles herausholen kann, ist immer wieder erstaunlich und lecker :) . Aber genau da liegt der Hase letztendlich im Pfeffer. Ein ST ist immer nur so gut, wie der Barista der ihn bedient. Wenn Du nicht bereit bist eine (gerade am Anfang ziemlich frustrierende) Lernkurve in kauf zu nehmen, mit dem (unvermeidlichen) Kaffeepulver/trester-Geschmodder rumzumachen, keinen Bock auf experimentieren hast, also insgesamt keine Lust auf [b:post_uid0]zelebrieren[/b:post_uid0] (danke balti :) ) hast, dann ist jeder Euro für einen ST und eine Mühle rausgeschmissenes Geld. Denn dann vergammelt das Ding erst in der Küche und dann im Keller.

    Was die Gerätefrage angeht, so ist das (fast) eine reine Geschmackssache (ja, ja ... ich weiß, ich weiß ... für die 'Real Hardcorer' gilt das natürlich nicht ... :p, aber mit denen kannste dann diskutieren, wenn Du soweit bist ...). Es gibt eigentlich nur drei grundlegende Dinge, die erfüllt sein müssen: Die Maschine muss fähig sein das Wasser heiß genug zu bekommen (ca. 94°-96°), die Maschine muss fähig sein den nötigen Druck aufs Pulver zu bekommen (ca. 9-10 bar) und die Mühle muss den Kaffee fein genug malen können. Alles andere ist eine Geld-, Komfort-, Haltbarkeits-, Produktionsmengen-, Handhabungs- und letztendlich Geschmacks- (im Sinne von Design, Material, Grösse usw.) Frage.

    gruß
    apraxas
     
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