Wartungsarbeiten an einer Astoria CKXE (Tip und Tricks Sammelthread?)

Diskutiere Wartungsarbeiten an einer Astoria CKXE (Tip und Tricks Sammelthread?) im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Liebe Forengemeinde! Ich dachte mir ich mache diesen Thread auf, um evtl anderen Besitzern oder Käufern dieser Maschine eine Hilfestellung zu...

  1. sdzsdz

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    Liebe Forengemeinde!

    Ich dachte mir ich mache diesen Thread auf, um evtl anderen Besitzern oder Käufern dieser Maschine eine Hilfestellung zu geben. Es gibt zwar schon einige Threads zu der Maschine, allerdings findet man doch nicht zu jedem Problem eine Antwort.

    Vor einigen Monaten habe ich mir die Astoria mit Festwasseranschluss (die hat dann eine Rotationspumpe, das musste ich z.B. erstmal durch Suchen im Netz lernen) als Gebrauchtgerät zugelegt. Der Verkäufer war der Erstbesitzer, hatte die Maschine aber schon längere Zeit eingemottet und nicht benutzt. Auch war noch nie eine Wartung vorgenommen worden. Sie tat aber scheinbar recht normal. Trotzdem nicht ganz korrekt. Man konnte den Espresso gut trinken, das Optimum war aber bei weitem so nicht ausgeschöpft. Folgende Maßnahmen wollte ich den interessierten Laien (wie mir), die vielleicht so eine Maschine in die Finger bekommen empfehlen:

    1. Kessel ausbauen und entkalken, eigentlich Standard
    2. Neue Siebträgerdichtung rein, unbedingt darauf achten, dass die abgeschrägte Innenkante nach oben und nicht nach unten zum Siebträger zeigt, ansonsten kommt es zu Wasseraustritt zwischen dem Messingverteiler und dem Brühkopf. Eine 8,5mm Dichtung ist die richtige, 8mm ist zu dünn!
    3. Unbedingt den Wasserstandssensor (Metallstäbchen in weisser Hülse oben auf dem Boiler links) herausdrehen und penibel abschleifen. Bei mir hat ein minimaler Belag dazu geführt, dass der Boiler überbefüllt wurde und Wasser oben aus dem Unterdruckventil austrat
    4. Unbedingt den Temperatursensor aus dem Boiler schrauben und ebenfalls penibel mit ganz feinem Schleifpapier abschleifen. Bei mir führte ein Belag dazu, dass die Druckwerte so garnicht mit der über die Tastatur einzustellende Kesseltemperatur zusammenpassten und die Hysterese durchaus 0,8 Bar betrug. Nach der Reinigung beträgt sie nun wieder 0,3 Bar. Zur Zeit fahre ich die Maschine mit 115 Grad was einem Druck von ca. 1,3 Bar entspricht.
    5. Meine Maschine war auf einen Brühdruck von 11 Bar eingestellt. Bis ich begriffen hatte, dass die Maschine über eine Rotationspumpe verfügt hatte ich versucht den Druck am Expansionsventil auf 9,5 Bar einzustellen. Das funktioniert auch und brachte gegenüber den 11 Bar eine Verbesserung, aber ich hatte geschmacklich immer noch den Eindruck, dass etwas fehlt. Gerne war der Espresso etwas zu eindimensional.
    Als ich nun begriff, dass die Maschine mit Festwasser über eine Rota verfügt versuchte ich nun den Druck über den Pumpenbypass einzustellen (vorher hatte ich den Druck am Expansionsventil wieder auf 11 hochgeregelt). Beim betätigen der Schraube des Bypassventils tat sich aber nix ausser dass der Brühdruck gegen Siebträgermanometer nun seltsam schwankte und sich mühsam hochquälte ohne jedoch ein Maximum zu erreichen. Ich habe deswegen die Pumpe ausgebaut, das Ventil herausgenommen, alles gereinigt und wieder zusammengebaut. Und siehe da, nun lässt sich der Druck am Pumpenbypass auch einstellen. Ich habe zunächst 9,5 Bar gewählt.
    6. Ich habe das Überdruckventil und das Unterdruckventil auf dem Boiler ausgetauscht, das hätte ich mir vermutlich aber auch sparen können

    Noch ein Tip, die Maschine kann neben anderen Dingen auch eine Art Preinfusion. Eine Anleitung für die Programmierung findet sich hier:

    Programmierung C.M.A. Astoria CKXE (CKX)

    Inzwischen bin ich mit der Maschine super zufrieden. Ein klasse Gerät wenn man auf Blingbling verzichten kann. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Leute Tips und Tricks für die CKX/E beisteuern.
     
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  2. #2 benötigt, 29.03.2020
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    Bilder von den Arbeiten teilen, ist eigentlich immer chic. Auch als Nicht-Besitzer schaue ich mir sowas gerne an. Manchmal helfen Erfahrungen an anderen Maschinen ja auch bei ganz anderen Modellen...
    Danke.
     
  3. sdzsdz

    sdzsdz Mitglied

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    völlig richtig, das sehe ich genauso. Leider ist mir erst nach der Bastelei eingefallen diesen Text hier zu schreiben. Aber die Maschine ist sicher demnächst mal wieder offen, dann werde ich das sicher beherzigen.
     
  4. #4 franggo, 01.04.2020
    Zuletzt bearbeitet: 01.04.2020
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    Servus,

    vor kurzem habe ich eine San Marino CKXE ergattert, die ja bekannterweise recht baugleich der Astoria/Wega ist. Nach ca. 6jähriger Standzeit beim Vorbesitzer habe ich mich auch für zerlegen, entkalken und die Erneuerung diverser Dichtungen entschieden. Zwei Dinge habe ich beim Zusammenbau direkt verändert:
    1. Nachdem ich im Wiki über die Problematik des besonderen Gewindes der Dampfdüse gestossen bin, habe ich kurzerhand direkt die Dampflanze einer Rancilio Millenium mitbestellt, hier sollten dann einige Standarddüsen mit M8,5x0,75mm passen. Da ich den anderen Threads dazu keine Teilenummer gefunden hab, hier die bei Avola 8006892 und EspressoXXL 1449865. Die mitgelieferte Überwurfmutter aus Messing habe ich entfernt und von der originalen Dampflanze übernommen, dann passt auch das Kunststoffteil zum Druck auf die Kugel und die Feder wieder mit rein.
    [​IMG]
    [​IMG]
    2. Mit einem 1/4"-T-Stück am Kessel habe ich zusätzlich zum Sicherheitsventil nun noch ein Entlüftungsventil nachgerüstet (= kein Vacuum in der Dampflanze beim abkühlen).
    [​IMG]
    3. Wechsel auf Ulka EX4.

    Eine Anmerkung noch zu der von Dir verwendeten Siebträgerdichtung mit 8,5mm Stärke. Bei mir war die 8mm Variante verbaut und diese habe ich auch wieder als Neuteil eingesetzt. Mit den originalen Siebträgern (eher rundlich zum Auslauf zulaufend) passt das beim Einsetzen perfekt, mit den nachgekauften Siebträgern lande ich eher bei 5 Uhr und denke da könnte eine 5mm dickere Dichtung Sinn machen. Hab' gerade noch nachgemessen, die Flügel der originalen Siebträger haben 6,2mm Stärke, die neueren haben 5,9.

    Was spaßiges ist mir noch beim initialen hochheizen aufgefallen, hier entlüftet die Maschine über das Magnetventil der Heißwasserausgabe. Das ist jetzt zwar durch das nachgerüstete Entlüftungsventil nicht mehr zwingend notwendig, werde ich ihr aber vermutlich nicht abgewöhnen können.

    Eine nicht unbedingt CKXE spezifische Frage hätte ich noch zum Expansionsventil.
    Bei der San Marino geht das Wasser zum Brühen folgenden Weg: Vibrapumpe -> Abzweig Mischventil Heißwasser/Kesselfüllung -> volumetrischer Zähler -> kombiniertes Expansions- und Rückschlagventil -> HX -> MV/Brühgruppe.
    Bei der Astoria ist lt. Explosionszeichnung (HYDRAULISCHE ANLAGE) bereits direkt nach der Pumpe mit Nr. 47 ein einstellbares Expansionsventil verbaut und dann zusätzlich noch das bei mir verbaute mit der Nr. 83.
    Beim Zusammenbau habe ich das Expansionsventil aktuell auf 10,5 Bar eingestellt (Blindsieb im Siebträger) und irgendwie stört mich, dass doch einiges an Wasser in die Abtropfschale geleitet wird. Bei meiner BZ99 habe ich seinerzeit das beliebte Isomac OPV nachgerüstet und fand' die direkte Rückleitung in den Tank bzw. vor die Pumpe sehr charmant.
    Nun die Frage: Hat schonmal jemand ein Expansionsventil direkt hinter die Pumpe als Bypass gebaut und das originale sehr hoch eingestellt? Alternativ könnte man vielleicht auch das Ablaufrohr (Nr. 79) für die Abtropfschale (müsste 1/4" sein) durch einen Schlauchanschluss bzw. ein Expansionsventil mit Schlauchanschluss austauschen und von dort zurück vor die Pumpe gehen? Letzteres finde ich aber irgendwie unschön.
    Hier noch ein Bild vom aktuellen Aufbau:
    [​IMG]

    Grüße
    Frank
     
  5. #5 cantonada, 01.04.2020
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    Erst mal Danke für deinen Hinweis auf die Teile für den Umbau der Dampflanze. Da hatte ich vor einer Weile auch mal recherchiert und war nicht weitergekommen. Deshalb ist dieser Thread auch eine tolle Idee! Es scheint ja noch ein paar dieser Exemplare zu geben :)
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich es richtig verstanden habe. Auf der Explosionszeichnung geht doch die Verbindung 65 direkt vor die Pumpe indem sie da in ein T-Stück übergeht. Das wäre dann die Variante, die man nachbauen könnte, wenn es nicht schon so in der Maschine verbaut ist, oder? Bei meiner CKXE sieht es übrigens auch so aus wie bei deiner.
    Und noch etwas: Was ist das auf dem Bild von deinem Kessel oben rechts für ein Anschluss? Den gibts bei meiner gar nicht.. Zum Vergleich:
    [​IMG] Imgur
     
  6. #6 franggo, 01.04.2020
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    Genau so sehe ich das auch, allerdings ist bei der Astoria mit Fluidotech-Pumpe ist die komplette Verbindung mit PTFE-Schlauch und Verschraubung ausgeführt. Bei der San Marino mit Ulka ist die Verbindung von Tank bis zum Zusammentreffen mit dem druckfesten Festwasserteil mit Silikonschlauch ausgeführt. D.h. bei ausschließlicher Verwendung der Tankvariante könnte man nach der Pumpe ein Expansionsventil mit normalem Schlauchabgang installieren (z.B. das der Vibiemme Domobar) und einfach als Bypass per Y-/T-Stück in den Silikonschlauch zurückführen. Falls man die Maschine allerdings so ans Festwasser anschließt und den Hahn zwischen Tank und Pumpe schließt, würde es durch das Expansionsventil den Tank irgendwann zum überlaufen bringen.

    Zum Anschluss am Kessel: Du meinst vermutlich den Anschluss wo bei Dir das Entlüftungsventil sitzt, das geht zum Manometer. Ich vermute das geht bei Dir direkt von der Leitung zum Dampfhahn ab.
     
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  7. sdzsdz

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    Ich habe derzeit noch ein anderes Problem, und zwar tendieren meine Espressi ins Säuerliche. Wenn ich die Kesseltemperstur auf 120 Grad (wie ja auch im Manual empfohlen) hochschraube, dann wird es tatsächlich besser, nach meinen stümperhaften Messungen müsste die Brühtemperatur dann so um 92-94 Grad liegen. Nur zeigt das Kesseldruckmanometer dann 1,7 Bar an, was ja VIEL zu hoch wäre. Jetzt verbleibt die Frage, was nicht stimmt, Temperatur oder Manometer. Ich hab mir nun auf Verdacht ein neues Manometer bestellt, nachdem ein Entkalken der Zuleitungen zum Manometer nichts brachte. Ich werde berichten. Gedanken hierzu gerne willkommen.

    beste Grüße, Sebastian
     
  8. #8 franggo, 02.04.2020
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    Deinen Eingangs erwähnten Hinweis kann ich bestätigen, der verkalkte Temperatursensor hat bei mir auch zu hohem Druck und großer Hysterese gesorgt. Ich habe ihn dann auch direkt zu den anderen Leitungen in Amidosulfonsäure gehängt. Zum Vergleich gebe ich Dir mal meine abgelesenen Werte bei eingestellten 120 Grad Kesseltemperatur: 1,07 - 1,30 Bar. Also eigentlich so wie es sein soll und geht auch nicht in die säuerliche Richtung. Mehr kann ich geschmacklich aber gerade auch noch nicht sagen, die ersten Shots waren erst gestern.
     
  9. #9 cantonada, 02.04.2020
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    Danke, @franggo, da scheint das Manometer unterschiedlich angeschlossen zu sein - interessant, was es alles so für Unterschiede gibt. Tendierst du denn zu Festwasser? Evtl. wäre deine Idee ja einen Versuch wert. Gleichzeitig hat mich die Wassermenge in den Auslauf noch nie gestört, weil das bei mir ans Abwasser angeschlossen ist und ich nichts zu leeren habe.
    Die Erfahrung mit der Siebträgerdichtung habe ich übrigens auch gemacht. Die originalen Siebträgern lassen sich bei einer 8mm Dichtung wesentlich besser einspannen ohne undicht zu sein.

    @sdzsdz Ich habe auf 117C° eingestellt und da heizt sie bis 1,5 Bar und hört dann auf. Könnte also hinhauen mit deinem Manometer. Oder meins ist auch nicht ganz genau. Allerdings habe ich kein Problem mit saurem Espresso. Würde eher mal mit Espressomenge und Mahlgrad spielen. Das lag bei mir bisher eigentlich immer der Fehler: der Typ vor der Maschine :)
     
  10. sdzsdz

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    Danke, das hilft mir auf jeden Fall deutlich weiter! Dein Manometer scheint also recht nah an den Herstellerangaben zu funktionieren. Ich habe jetzt noch viel weiter getestet und auch versucht eine Methode zu finden die Brühtemperatur wenigstens halbwegs genau zu messen. Wenn die Maschine auf 120 Grad eingestellt ist kommt schon zunächst sehr viel und sehr lange Dampf und bedarf schon längerer Cooling-Flushs vor jedem Bezug um die Brühtemperatur unter 96 Grad zu bekommen. Das kann irgendwie auch nicht richtig sein.

    Auch an dich vielen Dank. Ja das entspricht eher meinem aktuellen Manometer. Nach meinen Messungen bisher komme ich mit 116 oder 117 Grad Kesseltemperatur nach kurzem Ablassen des Dampfes am Ende einer Aufheizphase auf 92-94 Grad des Wassers im Siebträger. Allerdings ohne Kaffeemehl. Trotzdem habe ich das Gefühl dass die Maschiene nicht ganz so arg heiß wird. Bei 120 Grad kommt wirklich viel Dampf aus der Brühdgruppe bei jedem Coolingflush, die Maschiene heizt auch sehr oft auf.

    Aber mal ganz allgemein gesprochen, woran soll man sich orientieren. Stimmt diese Temperatureinstellung? Das geschieht ja irgendwie elektronisch. Solange der Sensor nicht verkalkt ist sehe ich da eigentlich kaum Fehlermöglichkeit. Wie kommt es, dass dann die Werkseinstellungen so heiss zu sein scheint und auch zu hohen Drücken führt? Und mit dem Probieren ist das ja so eine Sache. Mir kommt der Espresso zu den Ohren raus inzwischen. Ich habe SEHR VIEL experimentiert mit Mengen, Mahlgrad, Blonding usw. Nach meinen bisherigen Erkenntnissen sind z.B. die Röstungen von Fausto eher garnicht sauer, Caffe-a-due alle mit einer leichten Säure in unterschiedlicher Intensität, allerdings auch nicht unangenehm und mit einer Löffelspitze Zucker durchaus als fruchtig zu bezeichnen und Olivier liegt irgendwo dazwischen. Vielleicht muss das auch einfach so sein. Leider hat man keine Referenz. Ich bin leider etwas verwirrt derzeit. Im Cappuccino den ich vornehmlich trinke spielt diese Fruchtigkeit wieder gar keine Rolle, und für den muss ich sagen schmeckt es eher besser wenn nicht zu heiss gebrüht wird.
     
  11. #11 sdzsdz, 03.04.2020
    Zuletzt bearbeitet: 04.04.2020
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    habe heute fast den ganzen Tag damit zugebracht mich mit Espresso und meiner Maschine zu beschäftigen.

    Zunächst war ich in einem ortsansässigen Kaffee mit angeschlossener Rösterei, die sehr gut beleumundet sind und sich auskennen. Dort habe ich mir zwei verschiedene Espressi bestellt, um meine eigenen Bezüge und meinen Geschmackssinn noch einmal abzugleichen. Die dort gebrühte „klassisch italienische“ Röstung zeigte eine dezente Säure, die helle saisonale eine deutliche fruchtige Säure. Ich muss sagen, genau so zeigt sich das hier auch.

    So weit so gut. Das sagt mir, dass ich mit meiner Einstellung auf 116 Grad und den gemessenen 92 Grad im Siebträger nicht so falsch liege.

    Trotzdem habe ich heute die gesamte Maschine auseinandergenommen um sämtliche wasserführenden Teile mit Amidosulfonsäure, warm nicht heiß, 150g auf 1Liter zu entkalken. Das Zeug geht ab, Wahnsinn. Den Boiler habe ich wie folgt entkalkt: sämtliche Verschraubungen oben abgebaut, die Leitungen unten zunächst belassen. Leitungen zur Brühgruppe an derselben gelöst, damit dort Luft entweichen kann und dann Kessel und Durchlauferhitzer mit der Säure befüllt. Nach einer Einwirkzeit von 45 Minuten das Wasser unten aus dem Kessel abgelassen und zwei mal mit klarem Wasser gespült, gleiches mit dem Durchlauferhitzer durchgeführt. Danach sämtliche Leitungen, Brühgruppe, Heiswasserauslauf und Dampflanze demontiert und gesondert in der Säure eingelegt. Kessel dabei ausgebaut und erneut mehrfach gespült. Die entkalkten Leitungen ebenfalls sorgfältig gespült. Dabei immer darauf geachtet, dass die elektrischen Kontakte für die Heizung nicht nass werden. Danach alles wieder zusammengebaut.

    Ergebnis: Der Kessel ist von innen sowas von blank, dass es erstaunlich ist. Die Leitungen sehen aus wie neu. Die Heizung ist viel leiser geworden. Vorher hat es in der Heizphase richtig geknattert. Nun ist man regelrecht froh, dass die Heizung eine Lampe hat. Die Hysterese ist kürzer geworden. Heizphasen dauern nur ca. 18-21 Sekunden und betragen 0,25-0,3 bar. Die Phase zwischen den Heizphasen dauert ca. 1:20 Minuten. Insgesamt wirkt es so, dass die Heizung etwas häufiger, dafür aber viel kürzer anspringt und die Hysterese insgesamt kürzer und weniger schwankend geworden ist. Insgesamt würde ich die Aktion als vollen Erfolg werten.

    Den am Siebträger gemessenen Brühdruck muss ich evtl um 0,5 bar nach oben korrigieren. Geschmacklich hat sich definitiv nichts verschlechtert, womöglich eher verbessert. Schmeckte mir auf jeden Fall gut heute. Euch allen weiter viel Spass mit der Maschine.

    [​IMG]

    [​IMG]

    die Säure entwickelt innerhalb von Sekunden eine frappierende Wirkung:

    [​IMG]

    Wie neu:

    [​IMG]
     

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  12. #12 franggo, 08.04.2020
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    Festwasser wäre schön, ist mir aber aktuell zu viel Aktion, da müsste ich einmal im Kreis um auf die andere Seite der Küche zu kommen und dann hat unser Wasser noch 11 - 13 Grad dH, müsste dann also noch ne Lösung zum Entkalken dazwischen.
    Deswegen habe ich den kleinen Mod mit dem Bypass gestern noch nachgeholt und bin sehr angetan von der präzisen Einstellmöglichkeit von dem Ventil.
    [​IMG]
    [​IMG]
     
  13. sdzsdz

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    Hi Franggo! Sieht gut aus!

    Ich kann noch berichten, dass ich gestern das neue Manometer bekommen habe. Scheinbar sind die in der Betriebsanleitung genannten Werte Humbug. Es bleibt dabei, dass die Maschine bei 116 Grad Kesseltemperstur auf 1,35 bar geht und dann langsam auf ca. 0,95 abkühlt um im Anschluss wieder aufzuheizen.
     
  14. #14 cantonada, 08.04.2020
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    Sehr schick! Kannst du bitte eine Zusammenstellung der benötigten Teile einstellen? Jetzt wo ich das so sehe...
     
  15. #15 franggo, 09.04.2020
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    Na klar:
    - Ein kurzer Stück Silikonschlauch 5x8mm (SILIKONSCHLAUCH | ø 5 x 8 mm | 250 mm | 60 SHORE | ISOMAC, 0,84 €)
    - Y-Stück aus Kunststoff für Silikonschlauch (Y-VERTEILER | KUNSTSTOFF | ø 6 mm - +80 °C | FÜR UNIVERSELLE ANWENDUN, 1,73 €)
    - Expansionsventil Vibiemme Domobar (EXPANSIONSVENTIL- BY-PASS | ø 1/8 x1/8" | FÜR VIBIEMME (VBM) DOMOBAR , 24,69 €)

    Nun hat mich auch interessiert, wie sich der Druck bei mir bei 116 Grad einpendelt: 0,85 - 1,20 Bar. Ich vermute fast, der Unterschied resultiert aus der Streuung in der Genauigkeit der Manometer. Aber am Ende sind das ja auch nur Zahlen, Hauptsache das Ergebnis in der Tasse schmeckt.
     
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