Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

Diskutiere Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Mir ist beim Tampern etwas aufgefallen, das ich eine Überlegung und Erwähnung wert finde. Nichts wirklich Bedeutsames, aber vielleicht ein kleines...

  1. #1 Vincent Kluwe-Yorck, 20.07.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20.07.2010
    Vincent Kluwe-Yorck

    Vincent Kluwe-Yorck Gast

    Mir ist beim Tampern etwas aufgefallen, das ich eine Überlegung und Erwähnung wert finde. Nichts wirklich Bedeutsames, aber vielleicht ein kleines Argument für das Knocken - besonders beim Bezug mit dem bodenlosen Siebträger.

    [​IMG]


    Vor dem Tampern knocke ich gründlich den Siebträgerrand, damit sich das Kaffeemehl ordentlich setzt und sich die Korngrößen ein wenig vermischen. Schon lange ist mir aufgefallen, dass sich dabei Feinstaub unter dem Siebträger ablagert, habe mir aber nichts dabei gedacht. [Edit: Hab nicht aufgepasst und überholtes, weil mittlerweile mehrfach widerlegtes "Wissen" reproduziert. Die Korngrößen vermischen sich NICHT! Man sollte neue Threads nicht mitternächtlich im Halbschlaf produzieren!!! :oops: ]

    Irgendwann ist es mir bewusst geworden und ich wollte wissen, was es damit auf sich hat. Eine genauere Untersuchung hat ergeben, dass es sich dabei um die sogenannten Fines handelt - also Feinstaub, der so winzig ist, dass er durch die kleinen Bohrungen des Siebes rieseln kann.

    Und diese Fines hatte ich schon immer im Verdacht, dass sie aufgrund der wesentlich vergrößerten Gesamtoberfläche beim Bezug überextrahieren und dadurch Schuld sind am bitteren Beigeschmack des Extrakts. Und mir ist aufgefallen, dass meine Bezüge oft so milde schmecken, dass ich mir angewöhnt habe, sie Sweet Shot statt God Shot zu nennen. Der Grund dafür dürfte sein, dass ich die Fines vor dem Tampern zu einem guten Teil aus dem Sieb klopfe. Und das geht nur beim Einsatz des Bodenlosen - bei einem normalen Siebträger fallen sie in den Siebträger und werden beim Bezug in die Tasse gespült.

    Ich wette, viele hier im Board haben sich schon über die Staubkrissel in der Tasse gewundert, nachdem sie ihren Espresso getrunken haben. Bei mir war das jedenfalls so, als ich noch mit dem normalen Siebträger gearbeitet habe.

    In diesem Sinne ist dies hier also ein kleines Plädoyer für den Knock-Tamper und den bodenlosen Siebträger.
     
  2. #2 Ghoul74, 20.07.2010
    Ghoul74

    Ghoul74 Mitglied

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Guten Morgen,

    habe das gerade über einem Blatt Papier probiert. Ist bei mir nur minimal Kaffeemehl, welches auch vom vorherigen Espresso stammen kann. Geschmackliche Unterschiede kann ich auch nicht feststellen, habe allerdings keinen so feinen Gaumen.

    Gruß,
    Jochen.
     
  3. EleMac

    EleMac Händler

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Hallo Vincent

    Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich hab den Versuch mal irgendwann im Fernsehen gesehen.

    Bei unterschiedlichen Teilegrößen findet durch Vibrationen eine Trennung zwischen kleinen und großen Teilen statt.
    Die kleinen Teile wandern nach unten, die großen nach oben.
    Durch die Vibration schieben sich die kleinen Teile unter die großen und beförden so Stück für Stück die größeren Teile nach oben.
    Das kann jeder selbst in einem kleinen Glas mit 2 Sorten Zucker unterschiedlicher Kongrößen probieren. Grober brauner Zucker und feiner weißer Zucker zusammen in ein kleines Glas. Und dann klopfen oder vibrieren.
    Da findet dann eher eine Entmischung statt.
    Gruß
    Rolf
    EleMac
     
  4. #4 VolkerS, 20.07.2010
    VolkerS

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    ... und ob diese Entmischung wirklich so gut ist ???
     
  5. Toph

    Toph Mitglied

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Könnte ein Sieb u. U. für Abhilfe sorgen?

    Toph
     
  6. #6 Baristozopp, 20.07.2010
    Baristozopp

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    [​IMG]



    [​IMG]


    Ob das Knocken jetzt wirklich nützlich ist, ist mit den Beweisfotos noch nicht geklärt, schädlich kann es jedenfalls, wenn man einen bodenlosen Siebträger verwendet, nicht sein!

    Vom vorherigen Espresso stammt der Feinstaub definitv nicht, habe das Sieb vorher sehr gründlich gereinigt.
     
  7. #7 reiner!, 20.07.2010
    reiner!

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    ... Feinstaub :shock: ???

    Unsere Siebe müssen unbedingt untersucht und ggfs. weiterentwickelt werden, sonst wird in Zukunft die Zubereitung von Espresso in Ballungszentren auf Grund einer höheren Feinstaubbelastung von der EU verboten!
    Wichtig wäre eine Kennzeichnung der Siebe mit keiner, roter, gelber oder grüner Plakette, je nach Wirksamkeit der Feinstaubfilterung. Vielleicht sind ja wir, die Espressionisten, die Hauptverursacher des Feinstaubs :-? und nicht pupsende Kühe und Automobilisten ;-)
     
  8. Stefan

    Stefan Mitglied

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Und überhaupt - wenn ich es schaffe, die Extraktionsunterschiede durch 0,002g Feinstaub herauszuschmecken, würden sich für mich ganz neue Berufsfelder öffnen. Ich hoffe nur dass bis dahin die Drogenhunde keine Gewerkschaft gründen... ;-)
     
  9. #9 Vincent Kluwe-Yorck, 20.07.2010
    Vincent Kluwe-Yorck

    Vincent Kluwe-Yorck Gast

    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Bleibt gemütlich, Läutz - irgendwie muss man doch das Sommerloch stopfen! ;)


    Is wie bei der Schmierenjournaille: Wenn's keine Nachrichten gibt, erfindet man welche. :mrgreen:
     
  10. SAL

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    Du solltest entweder das Nudelsieb aus der Espressomaschine lassen oder mal schauen wie gross die Loecher in deinen Sieben sind :lol:

    Mal ernsthaft, wie oft und wie stark klopfst Du gegen den Siebtraeger? Wenn da wirkliche Mengen durch das Sieb (also nicht daran vorbei) fallen sollten muss entweder das Sieb defekt sein oder Du klopfst da Beulen in den Siebtraeger.

    Wie schon von Dir in anderen Threads beschrieben mischst Du das Mahlgut gut durch. Wenn jetzt also von einmaligem Klopfen sichtbare Mengen durchfallen koennen stimmt irgendwo was nicht am System.

    SAL
     
  11. #11 Barista, 20.07.2010
    Barista

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    Ich weiß ja nicht, wie intensiv Vincent des Tamper zum knocken benutzt. Bei den üblichen 2-3 leichten Schlägen an den Siebträgerrand bezweifle ich aber, dass eine Entmischung in einem erwähnenswerten Umfang stattfindet. Da müsste man den ST schon auf einen Rüttler o.ä. stellen, damit das funktioniert.
     
  12. #12 asphalt, 20.07.2010
    asphalt

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Ich weiss nicht, ob das Sinn macht,vor dem Tampern zu knocken.
    Ich tampere erst und knocke dann einmal mit ca. 25 kg Gewicht gegen den ST.
    Das hat den Vorteil, dass ich in 25 sek. ca. 5 Bezüge machen kann. So spare ich viel Zeit, denn Zeit ist Geld. Ergo spare ich Geld und kann besseren Caffe kaufen.;-)

    Gruß Jens
     
  13. #13 Baristozopp, 20.07.2010
    Baristozopp

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    Erzählt mir jetzt bitte keiner, Feinstaub würde nicht durchs Sommerloch... äh Sieb fallen! Hab ich doch eindeutig unterm Mikroskop gesehen.

    Dann trinkt halt weiter die Feinstaubplörre aus dem Einer- oder Zweierauslauf!
     
  14. EleMac

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    :)Darum ging es ja nicht. Nur darum, das durch Klopfen oder Vibration eben keine Vermischung von Korngrößen stattfindet. Sondern wenn, dann eher einen Entmischung.
    Gruß
    Rolf
     
  15. #15 Holger Schmitz, 20.07.2010
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    Na ja inwiefern der Feinstaub wirklich durch 1 oder 2 mal knocken nach unten sickert sei dahingestellt.
    Ich knocke jedoch meist von recht weit unten gegen den ST, von der Seite ergibt sich das Problem dass sich das Mehl an einer Seite auftürmt (etwas übertrieben formuliert)

    Grüße
    Holger
     
  16. #16 Gesualdo, 20.07.2010
    Gesualdo

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    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Liebe Leute,
    ich knocke nicht, sondern versetze den gefüllten Siebträger durch Streichen mittels eines Geigenbogens in definierte zarte Vibration. Hierdurch kommt es zu einer besonders harmonischen Vermischung des heterogenen Kaffeemahlguts. Das schmecke ich in vielen doppelblind randomisierten Testreihen ganz deutlich heraus. Deutlich überlegen gegenüber dem fingerfertigen Trillern auf dem Siebträgerrand oder dem Knocken mit einem Klavierhämmerchen!
    Gruß, Carlo
     
  17. #17 Vincent Kluwe-Yorck, 20.07.2010
    Vincent Kluwe-Yorck

    Vincent Kluwe-Yorck Gast

    AW: Warum das Knocken vor dem Tampern nützlich ist - ein Nebenkriegsschauplatz

    Der randomisierte Geigenbogen gefällt mir, Carlo. Könntest Du netter Weise ein Foto einstellen? Bin interessiert.
     
  18. #18 Barista, 20.07.2010
    Barista

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    Endlich ein Gesinnungsgenosse!

    Ich befülle meinen Siebträger auch nach dem Prinzip der "chladnischen Klangfiguren"

    Chladnische Klangfigur ? Wikipedia

    Ich kann deutliche Geschmacksunterschiede zwischen den einzelnen Figuren bei Verwendung des gleichen Kaffees feststellen!!!
    Es lebe das Sommerloch!
     
  19. #19 ChristianK, 20.07.2010
    ChristianK

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    Hi, ich hab vorhin im Buch von Scott Rao gelsen, im Kapittel Fines beschreibt er genau den Zusammenhang den Du auch beobachtet hast.
    Dein Kaffee wird dünner und süßer, dafür hat er weniger Körper weil die Fines fehlen.
    Gruß
    Christian
     
  20. #20 Ghoul74, 20.07.2010
    Ghoul74

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    Naja, er hat dafür ein 90 Mikrometer-Sieb gebraucht. Geht anscheinend ja viel einfacher mit ein wenig Klopferei.

    Gruß,
    Jochen.
     
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