Was ist an einem probat kompliziert? - Gedanken zum kaffeerösten für amateure

Diskutiere Was ist an einem probat kompliziert? - Gedanken zum kaffeerösten für amateure im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo Gemeinde, vor kurzem war ich bei Hagen Kaffee in Heilbronn, um mich mit Espressobohnen einzudecken und einen gepflegten Espresso im...

  1. #1 MartinJ, 11.06.2005
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    Hallo Gemeinde,

    vor kurzem war ich bei Hagen Kaffee in Heilbronn, um mich mit Espressobohnen einzudecken und einen gepflegten Espresso im Dachkaffee zu trinken. Bei der Gelegenheit hab ich Herrn Hagen kennengelernt und mich mit ihm (wenn auch leider nur kurz, mein Kleiner ist mir zwischen den Beinen rumgefusselt) über das Thema Kaffeerösten für Amateure unterhalten.

    Im Proben/Vorführraum bei Hagen stehen ausser edlen Siebträgermaschinen auch jede Menge Kaffeeproben sowie einige Probenröster. Herr Hagen hat mir einen Probat-Probenröster mit drei Trommeln vorgeführt und erklärt, wie das ganze funktioniert.

    [b:post_uid0]Eigentlich[/b:post_uid0] sieht das ganze recht einfach aus... ein Sockel mit drei Trommeln, die schwenkbar angeordnet sind und einen gemeinsamen Antrieb haben. Die Trommeln werden durch je einen Gasbrenner von unten beheizt und können getrennt nach oben geschwenkt werden, um den Inhalt in eine Abkühlschale zu entleeren.

    Herr Hagen hatte auch einen Amateurröster da stehen (BCC100?). Er erklärte mir, daß dieses und vergleichbare Teile wegen mangelhafter Einstellbarkeit und sehr schlechter Konstanz unbrauchbar wären... man würde nie zwei gleiche Chargen produzieren, auch wenn man dieselben Bohnen und gleiche Zeiten nehmen würde.

    Ich frage mich, was so kompliziert an dem Probat-Röster ist. Eine Edelstahltrommel in einem schwenkbaren Drehgestell mit Gasbrenner drunter ist eigentlich nix, was Hightech erfordert. Auch wenn ich mir das Thema "Entlüftung" nicht genau angesehen habe (es ist schwierig, ein Fachgespräch zu führen, wenn man ständig einem 15 Monate altem Flinkfuss hinterher muss), [b:post_uid0]soooo[/b:post_uid0] wahnsinnig komplex kann das nicht sein. Vor allem nix von wegen komplexer Steuerung mit irgendwelchen geführten Profilen, sondern ein schlichtes Thermometer und ein Schäufelchen zum Probenziehen...

    Eigentlich sollte es machbar sein, sowas nachzubauen...

    Martin
     
  2. #2 lemmy01, 11.06.2005
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    [quote:post_uid0]Ich frage mich, was so kompliziert an dem Probat-Röster ist. Eine Edelstahltrommel in einem schwenkbaren Drehgestell mit Gasbrenner drunter ist eigentlich nix, was Hightech erfordert[/quote:post_uid0]
    Das es kein hightich erfordert sagt noch lange nicht aus das es einfach ist.Was nützt einem die tollste pid-thyristor-lcdmonitor-schnickschnack regelung die auf +-1°C funktioniert wenn man innerhalb der trommel temeraturdifferenzen von 20°C hat.Mann bekommt ja nur die temperatur angezeigt die am fühler herscht und das sind gedade mal 2 mm².
    Da kannst du dich schon mal 2 Tage vor dem Röster verbringen um eine geeignete stelle für die temperaturmessung zu finden.
    Und genau hier liegt das "know how" von Probat das aus jahrzehnten erfahrung resultiert.
    zwei faktoren sind wichtig
    a) keine großen temperaturdifferenzen in der Trommel
    b) gute durchmischung der bohnen
    c) eine ruhige gleichmässige regelung
    Ist das nicht der fall wird die röstung ungleichmässig,ein teil der bohnen ist verbrannt,ein teil in ordnug,ein teil zu hell.
    [quote:post_uid0]Herr Hagen hatte auch einen Amateurröster da stehen (BCC100?). Er erklärte mir, daß dieses und vergleichbare Teile wegen mangelhafter Einstellbarkeit und sehr schlechter Konstanz unbrauchbar wären... man würde nie zwei gleiche Chargen produzieren, auch wenn man dieselben Bohnen und gleiche Zeiten nehmen würde.
    [/quote:post_uid0]
    Da hat er 100% tig recht die teile sind einfach schrott.Meist bleibt eiin teil der Bohnen irgendwo in der trommel hängen und verbrennt förmlich.
     
  3. hfaust

    hfaust Mitglied

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    Hallo MartinJ,

    im Wort eigentlich liegt die Herausforderung :) :) In Amerika gibt es viele Heimröster und die basteln anscheinend den ganzen Tag um aus den Bohnen das letzte heraus zu holen. Als Lektüre empfehle ich das Heimrösterforum von coffeegeek:

    http://www.coffeegeek.com/forums/coffee/homeroast

    Da gibts auch einige, die auf Ihrem Berbeque-Grill mit Haube und Trommel rösten.

    Aber Achtung: wenn Dich das Thema wirklich interessiert, dann nimm eine Woche Urlaub bevor Du das erste Mal einen Blick rein wirfst.

    Zu den Heimröstern: Ich habe einen CR100 und röste damit relativ reproduzierbare Ergebnisse. Eigentlich ist es wie beim Kochen: manchmal ist das Steak schneller durch und manchmal dauerts etwas länger. Aber dafür hat der CR100 ja ein Sichtfenster und ich breche die Röstung ab, wenn der gewünschte Röstgrad erreicht wird. Genauso machts ja jeder Profi mit der dicken Probat-Trommel auch. Bei der Einstellbarkeit hat Herr Langen natürlich recht, da muss man dann zu ein paar Modifikationen am Röster selbst greifen.

    Viele Grüße
    Hari
     
  4. #4 Bierbrauer, 13.06.2005
    Bierbrauer

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    Sollte man nicht mit einem ausreichend starkem Gasbrenner und einer ausgedienten Waschtrommel aus einer alten Waschmaschine schon Kaffee rösten können?
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man zum Bierbrauen auch keine Super-Hightech-Ausrüstung braucht.
    Müßte bei Kaffee doch auch gehen.

    Grüße, Armin.
     
  5. #5 mmorkel, 17.06.2005
    mmorkel

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    such mal in alt.coffee nach "HGDB". Die Abkürzung stand (steht...) für "Heat Gun / Dog Bowl"-Rösten. Im Prinzip: Den Kaffee in einen Edelstahl-Hundenapf (dog bowl), und mit dem Flammenwerfer (heat gun) daufhalten. So einfach kanns sein...

    MM
     
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