Was ist das und wie bekomme ich es weg? Evtl. Kesselstein?

Diskutiere Was ist das und wie bekomme ich es weg? Evtl. Kesselstein? im Reparatur und Wartung Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo, ich habe seit ca. 2 Jahren eine ECM Synchronika. Anfänglich habe ich nur Leitungswasser genommen, dann ca. 1 Jahr Leitungswasser mit...

  1. #1 chivasben, 12.02.2019
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    Hallo,

    ich habe seit ca. 2 Jahren eine ECM Synchronika.

    Anfänglich habe ich nur Leitungswasser genommen, dann ca. 1 Jahr Leitungswasser mit Britta Filter und seit 1 Jahr nur noch Volvic.

    Entkalkt habe ich die Maschine bisher ca. dreimal.

    Wenn ich die aufgeheizte Maschine ausschalte und über den Heisswasserbezug den Boiler leere, dann habe ich klares Wasser mit einer Art Grieß darin der wie Sand aussieht.

    Dachte erst, dass es Kalk sei und habe dann versucht, ob es sich mit Kalkreiniger auflöst aber da passiert nichts.
    Ist es vielleicht Kesselstein?

    Wie bekomme ich meine Maschine wieder sauber?

    Danke schonmal Bild.jpg
     
  2. #2 chivasben, 14.02.2019
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    Hat keiner eine Idee? :-(
     
  3. #3 Adjacent, 14.02.2019
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    Doch, eine Idee habe ich...
    Ich vermute, dass Du mit Citronensäure entkalkt hast und während des Entkalkens die Maschine hochgeheizt hast. Beides zusammen ist eine sehr ungünstige Kombination, denn dabei wird erst das Calciumcarbonat von der Citronensäure gelöst, es entsteht also Calciumcitrat.
    Calciumcitrat hat leider eine ziemlich seltene Eigenschaft, die man auch gerne im Chemieunterricht vorführt, und das ist die sogenannte "negative Löslichkeit". Damit ist gemeint, dass die Löslichkeit des Salzes mit zunehmender Temperatur abnimmt. Bei den meisten anderen Salzen ist das genau anders herum.
    Das bedeutet also, dass man bei Raumtemperatur Calciumcarbonat in Citronensäure auflösen kann, wenn man dann aber die Lösung erhitzt, dann fällt ein milchiger, krümeliger Niederschlag aus. Da das bereits Citrat ist, kann er natürlich nicht mehr so leicht wie Calciumcarbonat von Citronensäure angegriffen werden. Die gute Nachricht: bei Raumtemperatur ist das Citrat wieder besser in Wasser löslich und außerdem bildet sich zusammen mit Citronensäure auch der Clacium-dicitrato-Komplex, das ist ein wasserlöslicher Chelat-Komplex.

    Wenn all das in einem normalen Wasserkocher passiert, dann ist das alles halb so wild. Man kann die Krümel einfach mit viel Wasser herausspülen. Gesundheitlich unbedenklich sind sie auch. In einer Maschine werden sie mit etwas Glück auch einfach mit raus gespült. Wenn Du Pech hast, dann setzen sie sich aber irgendwo zwischen DIchtungen und DIchtfläche fest und sorgen für Undichtigkeiten.

    Für die Zukunft kann ich Dir nur empfehlen, entweder mit Amidosulfonsäure zu entkalken, denn dabei kann dieses Problem nicht auftreten, oder Citronensäure zu verwenden, aber dabei auf keinen Fall die Maschine aufzuheizen.

    Jetzt kann ich Dir nur empfehlen, möglichst viel kaltes (!!!) Wasser durch die Maschine laufen zu lassen, denn dabei wird sich das Citrat langsam wieder lösen und gleichzeitig zu hoffen, dass nichts durch die Krümel undicht wird. Falls sie sich doch an ungünstigen Stellen absetzen, dann müsstest Du dort gezielt demontieren und reinigen, was z.B. bei einem Ventil am Wasserauslass auch kein Beinbruch wäre.

    Vor einigen Wochen hatte @Max1411 mal zu diesem Thema in einem Thread nachgefragt und ich wollte schon diese ausführlichere Erklärung schreiben, bin dann aber nicht dazu gekommen. Vielleicht ist es ja jetzt immer noch interessant und erklärt, warum die Entkalkung mit Citronensäure oft funktioniert, manchmal aber eben doch zu Problemen und Undichtigkeiten führt. Der zugrundeliegende Mechanismus ist jedenfalls so einfach und sicher reproduzierbar, dass man ihn sehr gut im Unterricht vorführen kann: Calciumcarbonat bei Raumtemperatur mit etwas Geduld in Citronensäure auflösen, es schäumt (CO2 steigt auf), die Lösung ist klar. Wenn man dann das Reagenzglas über den Bunsenbrenner hält, dann sieht man nach wenigen Sekunden schon den milchigen Niederschlag des Calciumcitrats.
    Ach ja, richtig fies dabei ist, dass sich Calciumcarbonat viel schneller in warmer Citronensäure löst, als in kalter. Die lösbare Menge ist aber in kalter Citronensäure größer, man muss eben nur mehr Geduld haben.

    OK, genug Anorganik- und Fachdidaktikvorlesung für heute Abend... ;)
     
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  4. #4 Aeropress, 14.02.2019
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    Und vielleicht einfach mal nicht mehr entkalken ohne Not. ;) Was soll dann da bei Volvic noch groß drin sein, das ist ja eher fast schon zu weich, da kannst Du in 10 Jahren mal wieder drüber nachdenken. ;)
     
  5. #5 Ansonamun, 15.02.2019
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    Wenn ich eine gebrauchte Maschine kaufe, freue ich mich immer wenn diese noch nicht entkalkt haben.
    Dann weiß ich das da kein Mist mit passiert ist, wenn sie verkalkt wäre dann käm kein Wasser mehr raus oder brauch 3 Std zum Aufheizen.

    So lange das nicht passiert gibt es keinen Grund für eine Entkalkung.

    Und ja sieht nach Kesselstein aus.
     
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  6. #6 Adjacent, 15.02.2019
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    Das sehe ich ganz genau so. :)

    Da muss ich jetzt aber widersprechen, das sieht absolut nicht nach Kesselstein aus. Kesselstein ist Calciumcarbonat, das sich in dünnen Schichten vor allem in den heißen Bereichen des Kessels niederschlägt. Wenn es, oft durch thermische Spannungen, abplatzt, dann meist in der Form von kleinen weißlichen oder weißlich-gelblichen Blättchen. Auf dem Bild sieht es aber viel mehr nach einem sandigen, eher kugelförmigen Niederschlag aus. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Calciumcitrat, das beim Hochheizen in der Lösung selbst ausgefallen ist und sich nicht auf einer Oberfläche niedergeschlagen hat. Also kein Kesselstein.
     
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  7. #7 Ansonamun, 15.02.2019
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    Meine Strega hatte laut Händler bei der Wartung Kesselstein, weil es da eine Reaktion gab als ich von halb entkalktem Wasser auf zu viel entkalktem Wasser gewechselt bin.

    Das waren kleine Pünktchen.. Kügelchen wie auf dem Bild.

    Da ich aber das nicht festgestellt habe, bzw. nie selbst gesehen habe - kann ich hier keine Garantie geben.
     
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