Wasseranalyse - denkwürdige Maschinendefekte

Diskutiere Wasseranalyse - denkwürdige Maschinendefekte im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo liebe Wasserspezialisten, letztes WE war ich mit meiner DC-Mini in Düsseldorf auf dem KN-Treffen und @nobbi-4711 war so hilfsbereit, mir bei...

  1. iopete

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    Hallo liebe Wasserspezialisten,
    letztes WE war ich mit meiner DC-Mini in Düsseldorf auf dem KN-Treffen und @nobbi-4711 war so hilfsbereit, mir bei einem Problem an der Maschine weiter zu helfen. Es hatte sich gezeigt, das Wasser parallel zum Shot (nachdem sich der Druck voll aufgebaut hatte) neben dem Weg durch den Kaffee auch in die Auffangswanne fliesst. Da wir uns schon zuvor zum Thema ausgetauscht hatten, brachte er einen Ersatz-Druckregler mit und dieser wurde dann schnell getauscht. Diagnose: keine funktionierende Druckreduzierung, der volle Pumpendruck (Ulka EX4 = 18bar) kam auf dem Puk an. Damit hatte sich dann auch meine Beobachtung erklärt, das viel zu oft - also während des Shots - Wasser neben der ST-Dichtung heraus spritzte.
    Also war nun mit 9bar wiederhergestelltem Brühdruck die Wasserwelt endlich in Ordnung - dachte ich ...

    Teil 2: beim Öffnen der Maschine viel uns ein "verpilzter Kragen" von Korrosionsrückständen an einer Verschraubung in den Dampfkessel auf (1/4" Messingwinkel = Zuleitung zum Dampfdruck-Manometer). Schnell herausgedreht und dann kam das, was ich mir eben nicht mehr erklären kann ...

    Die Öffnung des Kessels und der Messingwinkel schienen "dicht" zu sein. (die Frage: "Hat das Manometer überhaupt noch was angezeigt?" habe ich zwar noch beantwortet bekommen - aber ich war einfach sekundenlang ein bischen geschockt.
    Was soll denn da passiert sein?
    (Ich reiche an dieser Stelle mal die Info nach, dass ich selbst schon viele Jahre ältere Maschinen revisioniere und einigermassen vertraut bin mit Verkalkungsproblemen, dieses Phänomen ist mir aber noch nie begegnet).
    Das hier ausgekratzte Material war pulverig, sehr hell und relativ weich, also keine Ablagerung die vergleichbar mit den harten Ablagerungen ist, die mir sonst begegnen, wenn ich z.B. eine alte Gaggia Classic zerlege und entkalke. Von den umstehenden Kollegen wurde auf "Gips" spekuliert.
    Beide geschilderten Probleme (Reglerausfall und Entstehung der Undichtigkeit) könnten ggf. mit der gleichen Ursache begründet werden, nämlich durch den Betrieb mit falschen Wasser.
    Ich schliesse das aber eigentlich aus - oder - ich bin einfach zu (Wasserchemie-) blöde!

    Daher mein Wunsch nach Unterstützung (s. Titel).
    Meine (diese) Mini wird ausschliesslich mit Flaschenwasser betrieben (insgesamt nun 2,5J bei durchschnittlich 80gr Bohnen/Tag).
    Das Mineralwasser heisst "Bergische Waldquelle". Meine Entscheidung zur Verwengung hat einerseits mit den deklarierten Inhaltsstoffen und andererseits mit dem sehr guten sensorischen Ergebnis zu tun. Oder anders, es schmeckt uns einfach gut, pur und im Kaffee.
    Werte, die ich bei der Auswahl beachtet habe (aber die wohl nicht alleinig ausschlaggebend zu sein scheinen):
    Gesamthärte: 5,27° dH
    Alkanlinität: 3,39° dH

    Damit nun nicht die Recherche nach ursächlichen Inhaltstoffen gestartet werden müsste:
    <<hier>> der Link - und dort auf "Inhaltsstoffe/Zutaten" - bzw. s.u.:

    Kationen:
    Natrium (Na+): 6,0 mg/l
    Kalium (K+): 1,0 mg/l
    Magnesium (Mg²+): 6,4 mg/l
    Calcium (Ca²+): 27,0 mg/l

    Anionen:
    Chlorid (Cl-): 13,7 mg/l
    Sulfat (SO4²-): 20,0 mg/l
    Hydrogencarbonat (HCO3-): 85,0 mg/l
    Nitrat: nicht nachweisbar
    Nitrit: nicht nachweisbar

    evtl. Spurenbestandteile:
    Blei: nicht nachweisbar
    Cadmium: nicht nachweisbar
    Kobalt: nicht nachweisbar
    Kupfer: nicht nachweisbar
    Quecksilber: nicht nachweisbar
    Titan: nicht nachweisbar
    Uran: nicht nachweisbar
    MikroSiemenswert: 345 µS/cm

    Was übersehe ich hier?
    Freue mich, wenn es jemanden interessiert und mir erklären kann, was in meiner Maschine passiert ist.
    So long
     
  2. #2 Zufallszahl, 28.09.2021
    Zufallszahl

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    Hast du den KH und GH Gehalt mal mit einem Tröpfchen Test nachgemessen? Auch von Purania gab es schon Fälle wo die Verkalkung höher war als man das von den Werten erwarten würde.
    Ich weiß nicht ob Flaschenwasser kontinuierlich gemessen wird, ich vermute (!!!) es wird halt alle Jubeljahre mal ein Labor beauftragt und die Werte so auf die Flasche gedruckt. Ob Quellen natürlich so sehr schwanken weiß ich nicht.
    Vielleicht weiß das hier ja jemand.
    Ich würde einfach versuchen den Faktor auszuschließen.
     
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  3. honsl

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    @iopete
    Hast du Fotos gemacht?
    Hast du versucht das Zeug in Essig oder einen Entkalker zu legen?
     
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  4. #4 infusione, 28.09.2021
    infusione

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    Das Sulfat bildet Gips.

    Volvic hat 9mg/l Sulfat und auch ein leichtes Gips-Problem bei der Verwendung in Kaffeemaschinen. Kann man aber mit leben. Bei deinem Wasser war es wohl etwas viel.
     
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  5. iopete

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    @Zufallszahl ,
    [​IMG][​IMG]
    [​IMG]
    Yepp! Habe mir heute frische Testtropfen besorgt und gecheckt. Alles erwartungsgemäß! Die gewonnene Sicherheit koennte mich beruhigen, wenn da nicht die 20mg/l Sulfat waeren ...
    Aber dennoch - Danke.
     
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  6. iopete

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    Hast recht, das hätte ich eben machen sollen ...
    etwas später kam mir das auch in den Sinn - aber wir waren in diesem Moment unter Zeitdruck, weil wir überhaupt noch keinen Kaffee machen konnten (meine DC zerlegt, nobbi-4711's DC noch garnicht aufgebaut, die 3te Maschine kam erst Stunden später dazu) und die Kollegen hatten schrecklichen Durst :mad:;). Sorry.
     
  7. iopete

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    Schade, das Du letztes WE nicht kommen konntest ...
    Das mit dem Sulfat hätte ich mir sehr gerne von Dir erklären lassen. Gibt es da irgendwas zu korregieren?
    z.B.
    1. Spezifische Filterung?
    2. Zugabe von neutralisierenden Material?
    3. Vorbehandlung des Wassers?
    4. ...?
    Oder verweisst Du mich zwingend an ein alternatives Wasser?

    Ich habe mich jetzt schon zum wiederholten Mal versucht in die Rezepte zum Selbermischen einzuarbeiten.
    Chemie war für mich zu allen Zeiten nicht leicht zugänglich, mir fehlen die Grundlagen. Interessieren wuirde mich das.
    Freue mich ueber weitere Infos.
    Und Danke fuer den Hinweis - ich recherchiere mal in diese Richtung weiter.
     
  8. #8 infusione, 28.09.2021
    Zuletzt bearbeitet: 28.09.2021
    infusione

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    Ich wäre sehr gerne gekommen. Leider ging das nach einem kurzfristigen Paris Trip zu Christos posthumer Triumpfbogenverhüllung und einer reichlich lädierten Achillessehne nicht mehr.

    Damit sich Gips bilden kann, braucht man nicht nur Sulfat sondern auch Ca+ Ionen.
    Alle Ionentauscher (Umsalzer) ersetzen Ca+ durch Na+ und beseitigen damit das Gipsproblem. Das sind Filter wie Brita Purity Quell GY oder BWT bestprotect.

    Auf der anderen Seite: So extrem sind jetzt 20mg/l auch nicht, das viel empfohlene Purania hat auch 17mg/l.
    Aber, nach ein paar Jahren mit Volvic hatte meine DC Mini auch Gipsablagerungen im Boiler. Im Kessel ohne Heißwasserauslass ist zu wenig Durchsatz, da bildet sich kein Gips.

    Ich hätte das wirklich gerne vor Ort gesehen, denn die weichen, geschichteten Ablagerungen sind doch meistens Kalk. Aber es gibt einen einfachen Test: Wenn sich der Belag mit Amidosulfonsäure lösen lässt, ist es Kalk, denn Gips lässt sich nur mechanisch entfernen. Ich würde also den Kessel einfach mal entkalken und dann weiter sehen. Ich würde dazu das Sicherheitsventil und das Unterdruckventil ausbauen und den Kessel über einen Schlauch mit Amodosulfonsäurelösung füllen. Dann über den Schlauch wieder ablassen und mehrfach nachspülen.

    Mit der Handykamera kann man durch die Öffnungen gut reinfotografieren.
    IMG_20200928_180559.jpg

    Ich bin gespannt was dabei rauskommt.

    Auch bei geringen Härtegraden kann sich Kalk absetzen, wenn der pH Wert über ca. 7,5 liegt.
     
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  9. iopete

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    ich mach das mal und werde hier berichten, Handyfotos inklusive.
    Letzte Frage: Meinst Du nicht, das ich bei dieser Ausgangslage besser gleich alle weiteren wasserführenden Bauteile (Leitungen, Brühkessel, ...) entkalken sollte? Das bedeutet zwar eine volle Revision bzw. sehr viel Arbeit (auf die ich wirklich nicht viel Bock habe) - aber bevor ich die Mini in die Ecke stelle bzw. dauernd mit Defekten und Parameter-Shifting rechnen muss, werde ich das machen - oder machen lassen (Ultraschallbecken habe ich sowieso nicht).
    PS
    Hat sich Christo gelohnt? - hab auch schon drüber nachgedacht.
     
  10. #10 infusione, 28.09.2021
    infusione

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    Mach doch erstmal ein Foto vom Kessel durch das Sicherheitsventil. Dann bekommst du einen Eindruck, ob sich eine Vollüberholung lohnt. Wenn man erstmal anfängt ist meist doch mehr, und ob du der Überholung neben der Arbeit dann die Priorität geben kannst, bis zur Fertigstellung? Besser nur das aktuelle Problem angehen und ansonsten mit passendem Wasser weiter arbeiten. Volvic ist schon ziemlich gut.

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